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Postelein: Anbau, Pflege & Verwendung

Zu den weniger bekannten Gemüsesorten für den Winter gehört der Postelein, auch unter Namen wie Winterpostelein oder Winterportulak bekannt. Bei uns erfahren Sie, wie man das gewöhnliche Tellerkraut kultivieren, ernten und verwenden kann.

Postelein
Postelein ist ein heimisches Wintergemüse, das sowohl roh als auch gekocht sehr lecker schmeckt

Gerade in den kalten Wintermonaten ist die Freude über frisches Gemüse aus dem eigenen Garten am größten. Der Postelein (Claytonia), auch als Tellerkraut bekannt, kann dabei als knackiger Salat oder als gekochtes Gemüse verwendet werden. Neben dem weit verbreiteten Gewöhnlichen Tellerkraut (Claytonia perfoliata) sind im Handel auch Samen des Sibirischen Tellerkrautes (Claytonia sibirica) erhältlich, beide Pflanzen lassen sich gleichermaßen kultivieren und verwenden. Wir erklären Ihnen alles zum Anbau und zur Pflege des Wintergemüses.

Postelein: Herkunft, Geschmack und Eigenschaften

Auf der Suche nach frischem Wintergemüse stößt man schnell auf den Postelein (Claytonia perfoliata), der zwar ursprünglich von den Berg- und Küstenregionen der nordamerikanischen Westküste stammt, aber bereits seit vielen Jahren bei uns als Neophyt eingewandert ist. Je nach Region kann man die einjährige, krautige Pflanze auch unter den Namen Winterpostelein, Winterportulak, Kuba-Spinat oder als Gewöhnliches Tellerkraut finden. Der Postelein gehört zur Gattung der Tellerkräuter (Claytonia) und ist somit Teil der Familie der Quellkrautgewächse (Monitaceae).

Der winterharte Postelein wächst nur etwa 30 cm hoch und bildet von einer grundständigen Blattrosette ausgehende, fleischige Blätter. Durch seine leicht sukkulenten Blätter ist der Postelein in der Lage, kürzere Trockenphasen unbeschadet zu überstehen. Die unteren, älteren Blätter sind langstielig, während die jüngeren Blätter paarweise zusammenwachsen und den Stängel umschließen. So werden sie zum Erkennungs- und Alleinstellungsmerkmal des Posteleins. Gleichzeitig scheinen die verwachsenen Blätter wie ein Teller, der am Stängel unterhalb des Blütenstandes wächst. Sie gaben dem Postelein seinen Trivialnamen „Tellerkraut“. Zwischen Februar und Mai, manchmal bis in den Juni hinein, blüht der Postelein mit weißen oder dezent rosafarbenen Blütenansammlungen aus 5 bis 40 Einzelblüten. Die Blüten bestäuben sich selbst und bilden kleine Samen aus, über die sich der Postelein im folgenden Jahr verbreitet und austreibt.

Postelein-Salat
Die jüngeren Blätter des Posteleins bilden einen Teller unterhalb der Blüten [Foto: Manfred Ruckszio/ Shutterstock.com]

Der Geschmack des rohen Posteleins erinnert an Feldsalat (Valerianella locusta), wobei sein Aroma weniger intensiv ist. Werden die Blätter gekocht, sind sie mit dem Geschmack von Spinat (Spinacia oleracea) vergleichbar – eine Bereicherung für die frische, heimische Küche im Winter.

Wie unterscheiden sich Postelein und Portulak? Wegen des gleich klingenden Namens kann der Postelein mit dem Portulak (Portulaca oleracea) der Gattung Portulak (Portulaca) aus der Familie der Portulakgewächse (Portulaceae) verwechselt werden. Portulak wird außerdem auch Sommerportulak genannt. Rein optisch unterscheiden sich die Pflanzen jedoch deutlich: Portulak bildet keine Blattrosette und blüht gelb, während Postelein durch die tellerförmig verwachsenen Blätter an den Stängeln ein Alleinstellungsmerkmal in der Pflanzenwelt besitzt. Die Verwendung beider Pflanzen ähnelt sich wiederum: Beide können als Wintergemüse und -salat verwendet werden und kamen früher in der Heilkunde zum Einsatz.

Portulak
Der auf diesem Bild zu sehende Portulak wird manchmal mit Postelein verwechselt, obwohl sie leicht unterscheidbar sind [Foto: Volodymyr Nikitenko/ Shutterstock.com]

Postelein-Anbau: Aussaat, Standort und Co

Der Anbau des Posteleins gelingt normalerweise problemlos, da er eine recht anspruchslose Pflanze ist. Am besten eignet sich ein halbschattiger Standort, an dem es zumindest mäßig warm ist. Natürlicherweise wächst der Postelein auf nährstoffreichem, sandigem Boden mit guter Wasserversorgung und wenig Salzen. Diese verträgt er nämlich nur schlecht. Der Anbau ist ebenfalls auf dem Balkon oder im Kübel möglich, da das Wurzelsystem des Posteleins nur sehr flach ausgeprägt ist. Als Pflanzsubstrat eignet sich sowohl im Beet als auch im Kübel eine humose, lockere Erde, die Wasser gut speichern kann, allerdings nicht zur Verschlämmung neigt. Noch vor der Aussaat kann der Erde etwas Kompost oder Pflanzerde beigemischt werden, um die Pflanze während der gesamten Vegetation mit Nährstoffen zu versorgen. Eine hervorragende Grundlage bildet beispielsweise unsere Plantura Bio-Tomaten- und Gemüseerde, die durch ihren hohen Kompostanteil über einen langsam freigesetzten Nährstoffgehalt verfügt. Dank des enthaltenen Kokosmarkes ist die Bio-Erde in der Lage, Wasser langfristig zu speichern und der Pflanze zur Verfügung zu stellen. Außerdem wird unsere Tomaten- und Gemüseerde komplett ohne die Verwendung von Torf hergestellt, was den Ausstoß von CO2 verringert und die Umwelt schont.

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Da der Postelein einen Kältereiz benötig, um zu keimen, ist der beste Zeitpunkt für die Aussaat zwischen September und März, solange die Temperaturen bei unter 12 °C liegen. Die ideale Keimtemperatur liegt bei 8 bis 12 °C. Die Aussaat kann in circa 1 cm tiefen Rinnen erfolgen, wobei die Samen mit einem Abstand von etwa 5 cm recht dicht gesät werden können. Ein Reihenabstand von 10 bis 15 cm reicht dem Postelein völlig aus. Die ersten Postelein-Samen keimen je nach Witterung bereits nach zwei bis drei Wochen.

Blüten des Posteleins
Der Postelein bildet Blütenansammlungen von 5 bis zu 40 Einzelblüten [Foto: Martin Fowler/ Shutterstock.com]

Wichtige Pflegemaßnahmen beim Winterportulak

Der Winterportulak zählt zu den schwachzehrenden Pflanzen und benötigt nur wenige Nährstoffe für sein Wachstum, was eine zusätzliche Düngung überflüssig macht. Vor allem wenn vor der Aussaat etwas Kompost oder Pflanzerde eingemischt wurde, kann sich der Winterportulak gesund und kräftig entwickeln. Gegenüber Trockenheit ist der Winterportulak wegen seines flachen Wurzelsystems sensibel, weswegen eine konstante Versorgung mit Wasser und regelmäßiges Gießen sehr wichtig sind. Wer eine unkontrollierte Vermehrung des Winterportulaks verhindern möchte, sollte die Blüten regelmäßig abschneiden, bevor es zur Samenreife kommt.

Ernte und Lagerung von Winterpostelein

Bereits sechs bis acht Wochen nach der Aussaat sind die ersten Blätter reif und können geerntet werden. Dabei ist es wichtig, die Blätter mit einem scharfen Messer höher als 2 cm über dem Boden abzuschneiden. Das schont die Pflanze und regt gleichzeitig die Bildung neuer Blätter an, was eine mehrfache Ernte möglich macht. Die Erntezeit von Winterpostelein liegt zwischen Oktober und April und hängt vom Zeitpunkt der Aussaat ab.

Am besten wird der Winterpostelein frisch verzehrt, da er nicht lange lagerbar ist. Die abgeschnittenen Blätter können locker in eine Schüssel gelegt und mit einem feuchten Tuch bedeckt für circa sechs bis acht Tage im Kühlschrank gelagert werden.

Junger Postelein
Der junge Postelein kann bereits nach sechs bis acht Wochen geerntet und verwendet werden

Postelein: Inhaltsstoffe und Verwendung

Man kann Postelein roh und gekocht essen. Die Pflanze kann beinahe komplett verwendet werden: Die jungen Blätter, Stängel und Blüten schmecken roh am besten, während die Wurzeln und ältere Blätter gekocht sehr lecker sind, da sie roh einen leicht bitteren Geschmack haben. Beliebt ist vor allem Postelein-Salat.

Neben einem hohen Gehalt an Vitamin C sind in Postelein viel Magnesium, Kalium und Eisen enthalten, was ihn äußerst gesund macht. Im Gegensatz zu anderen Salatpflanzen gibt es beim Postelein keine Probleme durch eine hohe Nitrat-Aufnahme. Bereits bei den Indianern und anderen Urvölkern wurde Postelein als Nahrungs- und Heilpflanze eingesetzt. Er kam als Breiumschlag bei Rheuma und Augenschmerzen zum Einsatz oder der Saft als Mittel gegen Appetitlosigkeit.

Wünschen Sie sich im nächsten Winter noch mehr Gemüse aus dem eignen Garten? Dann lesen Sie auch unseren Artikel über Anbau und Pflege der Haferwurzel.

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