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Radicchio: Profi-Tipps zum Anbauen & Ernten des roten Salates

Der italienische Salat mit der bitteren Note ist sehr beliebt und äußerst gesund. Wir zeigen, was man beim Anbauen von Radicchio beachten sollte.

Roter Radicchiokopf nah
Radicchio unterscheidet sich im Anbau von gewöhnlichem Salat [Foto: AlessandroZocc/ Shutterstock.com]

Radicchio (Cichorium intybus var. foliosum) ist ein beliebtes Gemüse aus Italien, das bei uns vor allem als Salat genossen wird. Der Anbau des roten Blattgemüses unterscheidet sich jedoch von normalem Salat, denn es reagiert empfindlich auf zu niedrige Temperaturen im Keimstadium. Trotzdem ist es möglich, die italienische Delikatesse auch bei uns anzubauen. Wir verraten Ihnen alles, was Sie wissen müssen, damit Radicchio auch in Ihrem Garten gedeihen kann. In diesem Artikel erfahren Sie alles über die Herkunft, geeignete Sorten, den Anbau, die Pflege sowie das Ernten und Verwenden des roten Salates.

Radicchio

Salate werden grob in die Lattich- oder Wegwartenfamilie (Zichorien) unterteilt. Der Radicchio zählt zusammen mit Chicorée (Cichorium intybus var. foliosum), Endivien (Cichorium endivia) und Zuckerhut (Cichorium intybus var. foliosum f. cylindricum) zur Gattung der Zichoriengewächse (Cichorioideae) und zur Familie der Korbblütler (Astaraceae). Zusammen mit dem Chicorée bildet der Radicchio die spezielle Unterart Cichorium intybus var. foliosum. Typisch für diese ist der bittere Geschmack, der durch den Bitterstoff Lactucopikrin hervorgerufen wird. Der Radicchio wird unter anderem auch Rote Zichorie oder Roter Chicorée genannt.

Lange wurde er nur in Italien angebaut und in die Länder nördlich der Alpen importiert. Mittlerweile ist es der Züchtung gelungen, neue Sorten hervorzubringen, die auch in einem kühleren Klima wachsen können. So verschönern die roten Salatköpfe nicht nur unsere Gemüsebeete im Garten, sondern bringen auch mehr Farbe auf unsere Teller. Zwar wird in Deutschland Radicchio meist verwendet, um anderen Blattsalat aufzupeppen, er kann aber auch gebraten oder gedünstet genossen werden. Dank seiner Bitterstoffe und weiteren wertvollen Inhaltsstoffe ist er sehr wertvoll für die Ernährung.

Radicchio im Beet von Sonne beschienen
Auch heute wird Radicchio hauptsächlich immer noch in Italien angebaut [Foto: Kanok Sulaiman/ Shutterstock.com]

Radicchio: Herkunft und Eigenschaften

Die Herkunft der meisten Radicchio-Sorten ist der Norden Italiens, wo die unterschiedlichsten Pflanzen der Gattung besonders prächtig gedeihen. Lange wurde Radicchio nur dort angebaut. Seit circa 1985 ist aber auch der Anbau nördlich von Italien möglich. Trotzdem liegt das größte Anbaugebiete des Radicchios heute immer noch in Bella Italia, vor allem um die Orte Chioggia und Treviso herum, die sogar Namensgeber für zwei der bedeutendsten Radicchio-Sorten sind. Aber auch in Spanien oder Frankreich wird Radicchio heutzutage großflächig angebaut.
Früher wurde Radicchio vor allem als zweijährige Pflanze angebaut – heute kultiviert man sie jedoch meist nur einjährig. Sie bildet eine kräftige Pfahlwurzel aus und entwickelt je nach Sorte eine mehr oder weniger dicke Blattrosette mit festem oder lockerem Salatkopf. Auch abhängig von der Sorte ist, ob der Radicchio rundlich oder länglich wächst. Die Blätter des Salates können klassisch rot mit weißer Marmorierung, komplett rot, grün oder gelblich sein. Bei manchen Sorten bildet sich bereits im ersten Jahr ein Spross mit Blütenstand, bei anderen Sorten geschieht dies erst im zweiten Anbaujahr.

Radicchio-Sorten

In Norditalien existieren viele Radicchio-Sorten. Einige sind herkunftsgeschützt und dürfen nur unter dem Sortennamen vertrieben werden, wenn der Anbau in der entsprechenden Region erfolgt ist. In Italien wird zwischen zwei Typen unterschieden: Typ A wird von Frühjahr bis Sommer ausgesät und im Herbst geerntet. Typ B wird von Spätsommer bis Herbst ausgesät und ist begrenzt winterhart. Dieser Typus kann in Deutschland in Weinbauregionen, im Folientunnel oder unter Vlies überwintert werden. Die zahlreichen Radicchio Sorten unterscheiden sich also hauptsächlich in ihrer Farbe, Form und Erntezeit. Im Folgenden haben wir einige bekannte Sorten für Sie aufgelistet.

Radicchio Rosso di Chioggia in Rot und Weiß
Die Sorte ‘Rosso di Chioggia’ hat die typischen dunkelrot-weiß-marmorierten Blätter [Foto: Sergey Eremin/ Shutterstock.com]

Runder Radicchio:

  • ‘Rosso di Chioggia’: Diese Sorte bildet die für Radicchio typischen runden dunkelroten Köpfe mit weiß-gerippten Blättern. Sie eignet sich auch in Norddeutschland gut für den Anbau.
  • ‘Indigo’: Ebenfalls mit einer rundlichen Kopfform und dunkelrotem, weiß-gerippten Blattwerk überzeugt diese Sorte.
  • ‘Palla Rossa’: Diese Sorte bildet runde, kleine Köpfe, die in einem appetitlichen Rot mit weißen Blattrippen leuchten.
  • ‘Orchidea Rossa’: Diese Radicchio-Sorte trägt leuchtend rote Blätter. Der Kopf ist locker geöffnet.

Länglicher Radicchio:

  • ‘Di Trevisio’: Der Wuchs dieser Sorte ist eher ungewöhnlich, denn sie ist besonders hochwachsend. Außerdem hat sie eine gute Widerstandskraft gegen Kälte und trägt weiß-gerippte, dunkelrote Blätter.
  • ‘Granato’: Diese Sorte hat eine längliche Kopfform und tiefrote Blätter mit weißen Blattrippen. Sie eignet sich ausgezeichnet zum Dippen von Soßen, Cremes und auch zum Belegen und Dekorieren von Broten.
Radicchio Di Treviso mit länglichen Blättern
Die Sorte ‘Di Trevisio’ ist länglich und hochwachsend [Foto: VOJTa Herout/ Shutterstock.com]

Bunter Radicchio:

  • ‘Galileo’: Gelber bis hellgrüner Radicchio; diese Sorte hat besondere pink-rote Flecken zu bieten. Sie zeichnet sich außerdem durch ihren fein-milden Geschmack aus und ist bestens für Salate zu empfehlen.
  • ‘Variegata di Lusia’: Feste Köpfe in hellem Grün; der Geschmack ist fein und mild.
  • ‘Rosalba’: Diese Sorte hat hellrosa gefärbte Blätter und ist eher selten.
  • ‘Der Gelbe von Triest’: Diese Sorte besticht mit gelbgrünen, rundovalen Blättern, die einen milden Geschmack aufweisen.
  • ‘Cicorino verde’: Diese Radicchio-Sorte trägt grüne Blätter.

Radicchio Variegata di Castelfranco: Eine besondere Delikatesse

Die Sorte ‘Variegata di Castelfranco’ mit der sonderbaren Form stammt aus der Gemeinde Castelfranco Veneto im Nordosten Italiens. Italiener schätzen die Spezialität aufgrund ihres milden Aromas und guten Geschmacks. Und auch in der Optik unterscheidet sich die Sorte vom klassischen Radicchio, denn sie ähnelt in ihrer Form eher dem klassischen Kopfsalat. Die Blätter von ‘Variegata di Castelfranco’ sind hellgelb mit roten Farbspritzern – dies dürfte der Sorte auch ihren Spitznamen „Orchideen-Salat“ gegeben haben.
Aber nicht nur ihre Optik ist attraktiv: ‘Variegata di Castelfranco’ ist reich an Vitaminen und soll Ernährungsexperten zufolge einen positiven Einfluss auf die Verdauung und Blutbildung haben. Da die Nachfrage momentan sehr hoch ist, erklärt sich auch der exorbitanten Preis von bis zu 15 Euro pro Salatkopf. Auch in Italien verlangen lokale Händler zum Teil stolze 12 Euro für den Salat.

Radicchio Variegata di Castelfranco in Hellgrün
Der Radicchio ‘Variegata di Castelfranco’ ist eine ganz besondere Delikatesse [Foto: SunflowerMomma/ Shutterstock.com]

Radicchio-Pflanzen kaufen: Das sollten Sie beachten

Beim Kauf von Radicchio für Ihren Garten sollten Sie sich überlegen, ob Sie die Jungpflanzen selbst aus Samen vorziehen oder im Handel kaufen möchten. Die eigene Anzucht von Radicchio ist nicht ganz einfach und erfordert etwas Fingerspitzengefühl, damit aus den Samen auch kräftige Jungpflanzen werden. Allerdings sind bereits vorgezogene Jungpflanzen teurer im Einkauf als Radicchio-Samen.
Egal, ob Sie sich für den Kauf von Samen oder Pflänzchen entscheiden, in jedem Fall sollten Sie auf die Wahl der passenden Sorte achten. Denn nicht jede Sorte ist für den Anbau in unserer Klimazone geeignet. Außerdem entscheidet die Sorte auch über die Farbe und Form der Blätter.
Weitere Kriterien für den Kauf von Jungpflanzen sollten ein optimaler Gesundheitszustand und ein vitaler Eindruck der Pflänzchen sein. Beim Kauf von Saatgut sollten Sie außerdem auf das Haltbarkeitsdatum der Samen achten.

Worauf sollte man beim Kauf von Radicchio achten?

  • Entscheidung: Samen oder Jungpflanzen kaufen?
  • Sortenwahl
  • Bei Jungpflanzen: Gesunde und vitale Pflänzchen
  • Bei Samen: Haltbarkeitsdatum beachten

Radicchio-Samen und -Jungpflanzen finden Sie in Gartencentern, Gärtnereien und auf dem Wochenmarkt. Fündig werden Sie außerdem im Internet. Eine große Auswahl an verschiedenen Sorten bietet der Online-Samenhändler italienische-samen.de. Bereits vorgezogenen Radicchio-Jungpflanzen können im Internet beispielsweise über Dehner.de bezogen werden.

Radicchio anbauen

Gerade im Jugendstadium ist Radicchio besonders empfindlich und benötigt optimale Bedingungen, um wachsen zu können. Worauf beim Anbau von Radicchio zu achten ist, zu welchem Zeitpunkt Sie den Salat am besten aussäen und auspflanzen und wie Sie dabei richtig vorgehen, verraten wir Ihnen im nächsten Abschnitt. Noch mehr Wissenswertes über den richtigen Anbau von Salat können Sie hier nachlesen.

Spaten wird von Fuß mit Gummistiefel in Erde gestochen
Radicchio braucht einen tiefgründigen, lockeren Boden [Foto: Monkey Business Images/ Shutterstock.com]

Wann Radicchio anbauen?

Für den Hobbygärtner gilt es zu entscheiden, wann der Radicchio angebaut beziehungsweise geerntet werden soll: Entweder er wird im Sommer von Anfang bis Mitte Juni ausgesät und dann im Laufe des Herbstes geerntet oder erst im Herbst ausgesät. Für eine gute Keimquote sollten die Temperaturen jedoch immer über 16 °C liegen. Späte Sorten sind bis zu einem gewissen Grad winterhart und auch die Jungpflanzen besitzen eine gute Resistenz gegen Kälte. In etwas milderen Gebieten Deutschlands wird der Salat so auch zur Winterzeit unter Vlies, in Folientunneln oder Gewächshäusern erfolgreich angebaut. In jedem Fall empfiehlt es sich, Ihren Radicchio vorzuziehen. Damit können Sie im Frühjahr bereits ab Mitte März beginnen. So haben die vorgezogenen Pflänzchen beim Auspflanzen bereits einen Vorsprung und können früher geerntet werden.

Wann Radicchio anbauen?

  • Temperaturen immer über 16 °C
  • Vorziehen ab Mitte März
  • Sommeranbau: Ab Anfang Juni
  • Herbstanbau: Ab Juli

Wo Radicchio anbauen?

Der Radicchio bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Pralle Mittagssonne sollte aber vermieden werden. Wie aus seiner Heimat Italien gewohnt, mag er es außerdem möglichst warm. Ein lockerer, tiefgründiger Boden ist optimal für den Radicchio. So kann sich die tiefe Pfahlwurzel der Pflanze gut ausbreiten. Außerdem sollte der Boden nährstoffreich und humos sein. Magere Böden sollten mit Kompost oder einem Dünger mit organischer Langzeitwirkung, wie unserem Plantura Bio-Universaldünger, angereichert werden.

Der ideale Standort und Boden für Radicchio:

Tipp: Gute Nachbarn im Beet für Radicchio sind Bohnen (Phaseolus vulgaris), Dill (Anethum graveolens), Fenchel (Foeniculum vulgare) oder Zwiebeln (Allium cepa). Weniger gut geeignet sind dagegen Petersilie (Petroselium crispum ssp. crispum), Radieschen (Raphanus sativus var. sativus) oder Sellerie (Apium graveolens).

Keimling in Ausflanzgefäß werden von Hand gehalten
Wir empfehlen, Radicchio zunächst vorzuziehen und erst später auszupflanzen [Foto: S.Pytel/ Shutterstock.com]

Wie Radicchio anbauen?

Radicchio ist bei der Aussaat besonders kälteempfindlich. Daher empfehlen wir die Aussaat zunächst im Gewächshaus oder zu Hause auf der Fensterbank vorzunehmen. Hierfür bereiten Sie Töpfchen mit spezieller Anzuchterde vor. In diese werden dann zwei bis drei Samen in ein bis zwei Zentimeter Tiefe abgelegt und nur leicht mit Erde bestreut und befeuchtet. Achten Sie nun darauf, dass die Temperatur im Zimmer nie unter 16 °C fällt – ideal sind Temperaturen um die 20 °C. Um ausreichend Feuchtigkeit zu gewährleisten, können Sie eine Plastiktüte über die Töpfchen stülpen, oder Ihren Radicchio in einem selbstgebauten Mini-Gewächshaus keimen lassen. An einem hellen Standort ohne direkte Sonneneinstrahlung sollte die Saat innerhalb von zehn bis vierzehn Tagen aufgehen. Haben sich die ersten Blätter an den Keimlingen gebildet, werden die Pflänzchen in größere Töpfe pikiert. Wählen Sie hierfür nur die gesündesten und kräftigsten Pflanzen aus.

Zusammenfassung: Wie Radicchio vorziehen?

  • Töpfchen mit Anzuchterde vorbereiten
  • Saatgutablage in 1 – 2 cm
  • Nur leicht mit Erde bedecken
  • Anfeuchten
  • Plastiktüte überstülpen oder in Mini-Gewächshaus stellen
  • An hellen Standort stellen
  • Keimtemperatur: 16 – 20 °C
  • Keimdauer: 10 – 14 Tage
  • Pikieren, wenn sich die ersten Blätter bilden

Sobald auch draußen die Temperaturen konstant über 16 °C bleiben, können die vorgezogenen Jungpflanzen ins Beet ausgepflanzt werden. Dafür bereiten Sie das Beet gut vor, indem Sie den Boden möglichst tief auflockern. Unkraut und Steine sollten aus dem Boden entfernt werden. An einem mageren Standort können Sie die Erde mit reifem Kompost oder einem Dünger mit organischer Langzeitwirkung aufbessern. Unser Plantura Bio-Universaldünger sorgt für eine gute Nährstoffversorgung im Boden und trägt durch seine größtenteils organischen Inhaltsstoffe zur Humusbildung bei.

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Zum Auspflanzen ziehen Sie nun Reihen mit einem Abstand von 30 Zentimetern. Alle 25 bis 30 Zentimeter bereiten Sie nun in den Reihen Pflanzlöcher vor. Diese sollten nur so tief sein, wie die Radicchio-Pflänzchen auch in den Töpfen gestanden haben. Nun können Sie die Pflanzen in die Pflanzlöcher einsetzen und die Löcher mit Erde auffüllen. Zum Schluss wird alles noch gut angegossen.

Vorgehen: Radicchio ins Freiland pflanzen:

  • Beet tiefgründig auflockern
  • Steine und Unkraut entfernen
  • Boden mit Kompost oder einem Dünger mit organischer Langzeitwirkung verbessern
  • Reihenabstand: 30 cm
  • Pflanzabstand: 25 – 30 cm
  • Pflanzen nur so tief einsetzen, wie sie auch im Topf standen
  • Gut angießen

Tipp: Gehen Sie beim Auslösen der Pflänzchen aus den Töpfen besonders vorsichtig vor. Radicchio bildet lange Pfahlwurzeln, die nicht beschädigt werden sollten.

Junge Radicchiopflanzen im Beet
Der Pflanzabstand für Radicchio beträgt 30 x 30 cm [Foto: TMsara/ Shutterstock.com]

Winterharte Radicchio-Sorten können in warmen Regionen direkt ins Freiland oder ins Gewächshaus gesät werden. Der Pflanzabstand für den Herbstanbau beträgt 12 bis 15 Zentimeter. Eine schwarze Bodenfolie oder das Abdecken mit Vlies kann beim Anbau in der kalten Jahreszeit hilfreich sein.

Radicchio pflegen: Das richtige Gießen und Düngen

Während der Wachstumsphase verträgt Radicchio Trockenheit schlecht und sollte folglich im Hochsommer ausreichend gegossen werden. Staunässe gilt es dabei unbedingt zu vermeiden, da sonst die Wurzeln faulen oder schimmeln können. Wurde Ihr Radicchio bereits bei der Pflanzung mit einem Bio-Dünger mit Langzeitwirkung wie unserem Plantura Bio-Universaldünger gedüngt, sind weitere Düngergaben während der Anbau-Periode in der Regel nicht mehr notwendig.

Wie wird Radicchio am besten gedüngt und gegossen?

Tipp: Eine Überdüngung des roten Salates kann zu faulenden Köpfen führen. Verbrannte Blattränder am Salat können ein Anzeichen für eine zu hohe Düngung mit Stickstoff sein. Glücklicherweise handelt es sich bei unserem Plantura Bio-Universaldünger um einen vornehmlich organischen Dünger mit Langzeitwirkung, wodurch eine Überdüngung fast vollständig ausgeschlossen wird.

Gießkanne schüttet Wasser aus
Im Sommer benötigt der rote Salat viel Wasser und muss deshalb regelmäßig gegossen werden [Foto: Osetrik/ Shutterstock.com]

Weitere Pflegemaßnahmen für den Radicchio sind regelmäßiges Unkrautjäten und Hacken. Indem Sie den Boden regelmäßig hacken, sorgen Sie dafür, dass das Wasser gut in die Erde eindringen kann und regen außerdem die Mineralisierung an. Sobald die Pflanzen anfangen, Köpfe zu bilden, können Sie diese außerdem leicht anhäufeln.

Radicchio vermehren

Wer aus Radicchio-Pflanzen eigenes Saatgut gewinnen möchte, muss sich bis zum nächsten Jahr gedulden. Erst dann bilden die Pflanzen ein bis zwei Meter hohe Blütenstände mit wunderschönen, hellblauen Blüten. Um in den Genuss dieser Blütenpracht und den sich später daraus entwickelnden Samen zu kommen, müssen Sie Ihre Radicchio-Pflanze gut überwintern. Schützen Sie sie am besten mit einem Vlies oder Stroh vor der Kälte.
Wenn die Blüten verwelkt sind, entfernen Sie die Blütenstände komplett und trocknen diese kopfüber an einem warmen Ort. Die Samen können nach dem Trocknen dann einfach entnommen und an einem kühlen, dunklen und trockenen Ort aufbewahrt werden. So können Sie das Saatgut dann im nächsten Jahr verwenden.

Wie Radicchio vermehren?

  • Salatpflanzen überwintern
  • Mit Vlies oder Stroh vor Frost schützen
  • Im zweiten Jahr blüht der Radicchio
  • Blüten verwelken lassen
  • Blütenstände komplett abschneiden
  • Kopfüber trocknen
  • Samen entnehmen
  • An einem kühlen, dunklen und trockenen Ort lagern
Blühende Radicchio-Pflanze in Blau
Im zweiten Jahr blühen die Radicchio-Pflanzen und bilden Samen [Foto: Gengis90/ Shutterstock.com]

Radicchio ernten und lagern

Radicchio ist ein typischer Herbst- und Wintersalat. Dies liegt unter anderem daran, dass die typische rötliche Färbung des Radicchios erst ab starken Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht ausgebildet wird. Daher empfehlen wir, die Salatköpfe erst ab den Monaten Oktober und November zu ernten. Dann kommen Sie auch wirklich in den Genuss von satten, roten Salatblättern. 

Tipp: Erwarten Sie schon frühen Frost, können Sie nicht-winterharte Radicchio-Sorten mit einer Folie oder einem Vlies abdecken, damit sie bei zu großer Kälte vor der Ernte keinen Schaden nehmen.

Radicchio wächst relativ langsam, daher können die Salatköpfe erst circa zehn bis zwölf Wochen nach dem Keimen geerntet werden. Zum Ernten verwenden Sie ein scharfes Messer und schneiden den Kopf oberhalb des Bodens ab. Alternativ können Sie auch nur einzelne Blätter abzupfen, so bleibt Ihnen der ganze Salat länger frisch auf dem Beet. Aber auch geerntet ist Radicchio lange lagerfähig. Im Kühlschrank können Sie den frischen, roten Salat bis zu vier Wochen lagern. Möchten Sie den Salat noch länger einlagern, empfiehlt sich die Ernte mit der Wurzel. An einem kühlen und trockenen Ort, wie zum Beispiel im Keller, hält sich der Salat so mehrere Monate.

Wie wird Radicchio geerntet und gelagert?

  • Für eine satte rote Farbe erst ab Oktober ernten
  • Erste Ernte 10 – 12 Wochen nach dem Keimen
  • Zum Ernten scharfes Messer verwenden
  • Salatkopf knapp über dem Boden abschneiden
  • Alternativ nur einige Blätter abpflücken und immer wieder ernten
  • Geernteter Radicchio bleibt im Kühlschrank bis zu 4 Wochen frisch
  • Mit Wurzel geerntet hält der Salat mehre Monate

Radicchio: Inhaltsstoffe und Verwendung

Radicchio wird nicht nur wegen seines bitteren Geschmacks geschätzt, sondern ist außerdem sehr kalorienarm und steckt voller guter Inhaltsstoffe.

Radicchioköpfe auf Holzboden
Radicchio enthält viele Ballast- und Bitterstoffe [Foto: pilipphoto/ Shutterstock.com]

100 Gramm roher Radicchio enthalten:

  • 10 kcal
  • 0,2 g Fett
  • 1,5 g Kohlenhydrate
  • 1,5 g Ballaststoffe
  • 240 mg Kalium
  • 1,5 mg Eisen
  • 28 mg Vitamin C

Die Bitterstoffe in den Blättern wirken verdauungsfördernd und appetitanregend. Denn in den Blättern ist reichlich Inulin enthalten, das vom Körper wie Ballaststoffe verdaut wird und die Verdauung anregt. Radicchio peppt nicht nur Salatgerichte optisch auf, sondern ist auch anderweitig in der Küche einsetzbar. Im deutschsprachigen Raum wird Radicchio überwiegend zu Salaten verarbeitet. Italiener schätzen die Pflanze jedoch auch als gegrillte Beilage zu Fleisch und in Pasta oder Risotto. Zu Kriegszeiten wurde außerdem aus Radicchio und anderen Zichorien-Gewächsen eine Art Kaffeeersatz hergestellt. Der bittere Geschmack sollte an die herben Noten der gerösteten Kaffeebohnen erinnern.

Heute gilt Radicchio als Delikatesse. Wer seine bittere Note nicht schätzt, kombiniert ihn im Salat mit süßem Obst, wie beispielsweise Orangen oder Birnen oder legt ihn kurz in lauwarmes Wasser ein. Entfernt man dann die Blattrippen, schmeckt er schon viel weniger bitter. Zum Kochen eignen sich am besten längliche Radicchio-Sorten.

Roter Radicchio wird in der Küche geschnitten
Radicchio schmeckt nicht nur im Salat, sondern auch zu Pasta oder Risotto [Foto: Mi.Ti./ Shutterstock.com]

Radicchio: Krankheiten und Schädlinge

Generell gilt Radicchio als robust und gut kultivierbar. Gelegentlich können jedoch Blattläuse (Sternorrhyncha) die Pflanze befallen. Hier sollte unbedingt auf einen biologischen Pflanzenschutz zurückgegriffen werden. Auch Blattrandbrand kann bei stickstoffreichen Böden oder einer Überdüngung auftreten. Anzeichen für eine Überdüngung ist zudem das Faulen der Blattköpfe. Besonders Jungpflanzen sollten vor Nacktschnecken (Arion lusitanicus) geschützt werden.

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