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Rhabarber: Bedeutung von Forcieren und Bleichen

Bedeutung von Rhabarber forcieren und bleichen: Wir zeigen was die Vorteile sind und wie man Rhabarber im eigenen Garten bleicht.

Vortreibtöpfe für Rhabarber

Vortreibtöpfe lassen den Rhabarber nicht nur früher treiben, sondern sind auch sehr dekorativ. [Foto: Ms. MustardCC BY 2.0]

Der in unseren Breiten so beliebte Rhabarber ist nur zeitlich begrenzt verfügbar. Rhabarber ist im eigenen Garten eine dankbare Pflanze die mit wenig Pflege auskommt und von Jahr zu Jahr reich trägt. Seit einigen Jahren hört man passionierte Gärtner immer häufiger über das Forcieren oder Bleichen von Rhabarber sprechen. Wir erklären was sich hinter diesen Begriffen verbirgt.

Ähnlich zum frühen Spargel, der unter beheizten Folien herangezogen wird, gibt es für Rhabarberliebhaber eine Möglichkeit den Erntezeitpunkt zu verfrühen. Hierzu wird meistens Ende Februar ein Gefäß (engl. Forcer) über den noch im Boden ruhenden Rhabarber gestülpt. Bei dem sogenannten Vortreibtopf oder Bleichtopf handelt es sich meistens um ein schlankes Terrakottagefäß mit einem abnehmbaren Deckel. Da der Vortreibtopf die ersten Sonnenstrahlen des Jahres auffängt und im Inneren die Wärme für einige Stunden nach Sonnenuntergang speichert, beginnt der Rhabarber früh im Jahr zu treiben. Die Dunkelheit beschleunigt den Wachstumsprozess zusätzlich, da die Pflanze auf der Suche nach Licht in die Höhe schießt. Durch den abnehmbaren Deckel kann der Gärtner den Wachstumsfortschritt überprüfen.

Erntezeit bis zu drei Wochen vorverlegen

Gegen Ende März ist es meist soweit und die ersten Stangen können geerntet werden. Die so vorgetriebenen Rhabarberstangen sind hellpink. Die Blätter sind auf Grund der Dunkelheit gelblich und enthalten kein Chlorophyll. Der Fachmann spricht hier von einem gebleichten Rhabarber, einer englischen Spezialität. Die Stangen sind besonders mild im Geschmack, weisen einen niedrigen Säuregehalt sowie wenig Bitterstoffe auf und können auch ohne viel Zucker verarbeitet werden. Dieses Geschmackserlebnis lassen sich die Briten einiges kosten und zahlen bis zu zwölf Pfund pro Kilogramm. Um in den Genuss von forciertem Rhabarber zu kommen, müssen Sie jedoch kein Vermögen ausgeben – probieren Sie es doch einfach bei Ihrer eigenen Rhabarberpflanze aus.

Forcieren und Bleichen von Rhabarber in sechs Schritten:

  1. Bedecken Sie die Rhabarberpflanze im Februar mit einer Schicht aus trockenem Stroh oder trockenem Laub.
  2. Stülpen Sie einen sogenannten Vortreibtopf oder Forciertopf über die Pflanze. Alternativ zu den meist recht teuren Forciertöpfen kann auch mit kleineren Regenwassertonnen oder lichtdichten Papierkörben gearbeitet werden. Dies ist eine deutlich preiswertere Methode, jedoch erzielen Sie mit den klassischen Terrakotta-Treibtöpfen bessere Ergebnisse, da diese die Wärme besser speichern und halten.
  3. Vergewissern Sie sich, dass der Pflanze stets ausreichend Feuchtigkeit zur Verfügung steht. Bei Forciertöpfen mit einem sehr großen Durchmesser können die Pflanzen zu wenig Wasser bekommen.
  4. Durch vorsichtiges Abnehmen des Deckels können Sie alle drei bis vier Tage überprüfen, ob der Rhabarber schon erntereif ist.
  5. Bei der Ernte heben Sie den Forciertopf senkrecht nach oben und legen somit die saftigen Rhabarberstiele frei. Auf Grund der Dunkelheit sind die Rhabarberstangen bleich. Der Botaniker spricht hier von vergeilten Trieben. Nach der Ernte einiger Stiele sollte der Topf wieder über die Pflanze gestülpt werden.
  6. Im Frühjahr kann der Forciertopf entfernt werden. Hierbei muss darauf geachtet werden, dass die empfindlichen Triebe keinen Sonnenbrand oder Spätfrostschäden erleiden. Das Vortreiben bedeutet für die Pflanze ein erhöhtes Stresslevel. Im Anschluss sollte die Pflanze

 

Felix

Ich bin studierter Wirtschaftsingenieur, aber im Herzen schon immer ein begeisterter Hobbygärtner. Seit über zehn Jahren baue ich Obst und Gemüse im eigenen Garten an, dabei liegt meine Leidenschaft vor allem bei seltenen und besonderen Sorten.
Lieblingsobst: Rotfleischige Pfirsiche und Pluots (Kreuzung Aprikose und Pflaume)
Lieblingsgemüse: Palmkohl, Tomaten und Kardonen

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