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Sojabohne: Anbau im Garten, Ernte & Verwendung

Wer frische Edamame und selbstgemachten Tofu genießen möchte, kann Soja selbst anbauen. Wir geben Tipps zur Sortenwahl, Aussaat und Ernte von Sojabohnen im eigenen Garten.

Sojabohnen an Pflanze
Der Anbau von Sojabohnen gelingt mit frühreifen Sorten auch in Deutschland [Foto: nnattalli/ Shutterstock.com]

Die Sojabohne (Glycine max) lässt sich vielfältig verwenden und kann im eigenen Garten oder auf dem Balkon angebaut werden. Bei uns erfahren Sie alles zu Pflanzung, Pflege und Verwendung von Soja.

Sojabohne: Herkunft und Eigenschaften

Die Sojabohne stammt ursprünglich aus Nordchina und Japan und ist nach Anbaufläche die wichtigste Eiweiß- und Ölpflanze der Welt. Sie gehört zur Familie der Schmetterlingsblütler (Fabaceae) und ist eng mit Erbse (Pisum sativum), Linse (Lens culinaris), Lupine (Lupinus) und Bohne (Phaseolus vulgaris) verwandt. Sojapflanzen erreichen je nach Sorte und Bedingungen eine Wuchshöhe von 40 bis 100 cm. Die stark behaarten, einjährigen Pflanzen bilden eine tiefe Pfahlwurzel aus. Soja lebt wie die meisten Schmetterlingsblütler in Symbiose mit unterirdischen, knotenbildenden Wurzelbakterien. Diese sojaspezifischen Knöllchenbakterien (Bradyrhizobium japonicum) siedeln sich in rundlichen Knubbeln an den Wurzeln an und sammeln Stickstoff aus der Bodenluft. Die Bakterien tauschen diesen Sauerstoff mit dem Zucker aus, der bei der Photosynthese der Sojapflanze entsteht. So tragen sie wesentlich zur Düngung der Pflanze bei.

Die Blätter von Soja sind dreiteilig gefiedert und wie die Stängel stark behaart. Die selbstbefruchtende, weiße oder zartviolette kleine Blüte erscheint in der Blütezeit der Soja zwischen Mai und Juli. Nach der Befruchtung bilden sich längliche, braun behaarte Hülsen mit jeweils zwei bis drei oval-runden Samen aus. Junge, unreif geerntete Samen mitsamt Hülse werden als Edamame bezeichnet. Das Wort stammt aus dem Japanischen und bedeutet in etwa „Bohne am Zweig“. Zwischen September und Oktober – zur Samenreife – stirbt nach und nach die gesamte Sojapflanze ab. Die trockenen Hülsen geben schließlich durch Aufplatzen die Samen frei und verteilen sie in der Umgebung. Sojabohnen-Samen können cremeweiß, beige, braun, grün, schwarz oder gescheckt, gesprenkelt sowie marmoriert sein.

Soja-Blüte
Die selbstfruchtbare Blüte der Sojabohne erscheint ab Juni [Foto: nnattalli/ Shutterstock.com]

Die besten Sojabohnen-Sorten

Alle Sojabohnen-Sorten können sowohl für Edamame als auch als Trockenbohnen geerntet werden. Entscheidend für den Anbau in Mitteleuropa ist lediglich eine frühe Abreife. Frühe Sojabohnen-Sorten reifen nach 75 – 100 Tagen nach Aussaat zwischen August und September, späte erst im Oktober. Bei Letzteren besteht das Risiko, dass in kühlen und regenreichen Sommern die Sojabohnen gar nicht zur Reife kommen. Daher werden nur sehr frühe bis frühe Sorten für den Soja-Anbau in Deutschland empfohlen.

  • ‘Agate‘: Sehr frühe Sojabohne mit rehbraunen bis dunkelbraunen Samen. Die kleinwüchsigen Pflanzen tragen reichlich und können nach 90 Tagen geerntet werden.
  • ‘Chiba Green‘: Schmackhafte Edamame-Sojabohne mit nur sehr kurzer Entwicklungszeit. Die Ernte ist bereits 75 – 90 Tage nach Aussaat möglich.
  • ‘Envy‘: Bis 80 cm hohe Sojabohne mit glänzend grünen Kernen. Die unreifen Hülsen lassen sich ab August ernten, die trockenen Kerne ab Ende September bis Oktober.
  • ‘Fiskeby V‘: Sehr frühe, hellgelbe Soja-Sorte für knackige und süßlich schmeckende Edamame mit Erntebeginn ab August und Trockenbohnen ab Oktober.
  • ‘Green Shell‘: Frühe und standfeste Edamame-Sojabohne mit einer kurzen Entwicklungszeit von etwa 100 Tagen. Die Ernte erstreckt sich von Mitte August bis Ende Oktober.
  • ‘Hokkaido Black‘: An kühlere Gegenden angepasste, wüchsige und buschige Soja-Sorte mit glänzend schwarzen Samen. Sie werden neben Edamame zum japanischen Neujahrsfest als Süßspeise Kuromame gereicht.
schwarze Sojabohnen
Schwarze Sojabohnen-Sorten sind besonders in Japan beliebt [Foto: joanna wnuk/ Shutterstock.com]

Anbau von Sojapflanzen im Garten

Der ideale Standort für den Soja-Anbau liegt sonnig auf sich schnell erwärmenden, durchlässigen und gut wasserspeichernden Böden. Der pH-Wert sollte zwischen 6,5 und 7 liegen. Die Aussaat von Soja im Freien kann ab einer Bodentemperatur von über 10 °C erfolgen, was meist zwischen April und Mitte Mai erreicht wird. Da Soja sehr viel Zeit zur Reife benötigt, sollte immer schon vor Juni gesät werden. Eine Vorkultur auf dem Fensterbrett ab April mit Pflanzung im Mai ist ebenfalls möglich. Die Saattiefe beträgt 3 – 4 cm, denn Sojabohnen sind strikte Dunkelkeimer. Der Abstand zwischen den Pflanzen sollte 10 – 15 cm, der zwischen den Reihen 30 – 50 cm betragen. Bei Temperaturen von 12 – 20 °C erfolgt die Keimung nach etwa 10 – 20 Tagen.

Wer Sojabohnen auf dem Balkon anbauen oder generell in einem Pflanzgefäß kultivieren möchte, sollte dafür einen mindestens 5 l fassenden Topf mit gutem Wasserablauf auswählen. Füllen Sie den Topf mit einer hochwertigen Pflanzerde wie unserer Plantura Bio-Universalerde auf und säen Sie anschließend Soja-Samen hinein. In einem 5-l-Topf können drei bis vier Sojapflanzen kultiviert werden.

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Tipp: Nicht nur für den Anbau von Sojabohnen im Topf, sondern auch zur Verbesserung von zu schweren oder zu sandigen Böden eignet sich unsere torffreie, kompostreiche und nachhaltig in Deutschland produzierte Pflanzerde.

Für besonders gutes Wachstum und hohe Erträge empfiehlt es sich, die Sojabohnen vor der Aussaat mit ihren natürlichen Symbiosepartnern, den stickstoffbindenden Knöllchenbakterien, zu beimpfen. Die Mikroorganismen sind als wässrige Lösung zusammen mit einer zuckerreichen Klebermischung in kleinen Mengen für Hobbygärtner erhältlich. Zucker und Knöllchenbakterien werden in einer Sprühflasche gemischt und anschließend auf die Sojabohnen aufgetragen. Die beimpften Sojabohnen-Samen sollten nun schnell eingepflanzt werden, da die Bakterien äußerst lichtempfindlich sind und unter Sonneneinstrahlung rasch absterben.

Sojabohnen sind gute Vorfrüchte, da sie Stickstoff im Boden anreichern. Nach ihnen können starkzehrende Gemüsearten wie Tomate (Solanum lycopersicum) oder Zucchini (Cucurbita pepo subsp. pepo convar. giromontiina) angebaut werden. Sojabohnen selbst sollten nur alle drei Jahre auf denselben Standort gepflanzt werden.

Zusammenfassung: Soja selbst anbauen

  • Idealer Standort: Warm und sonnig auf durchlässigen, wasserspeichernden Böden.
  • Für optimales Wachstum: Besprühen des Sojabohnen-Saatguts kurz vor Aussaat mit Knöllchenbakterien.
  • Aussaat ab April auf dem Fensterbrett oder direkt im Freien ab 10 °C Bodentemperatur bis spätestens Ende Mai.
  • Saattiefe: 3 – 4 cm, Pflanzabstand: 10 – 15 cm, Abstand zwischen den Reihen: 30 – 50 cm.
  • Bei Temperaturen von 12 – 20 °C erfolgt die Keimung nach 10 – 20 Tagen.
  • Bei Vorkultur Pflanzung ab Mitte Mai in Beet oder Kübel in hochwertige Pflanzerde.
  • Fruchtfolge: nur alle 3 Jahre auf demselben Standort Sojabohnen anpflanzen.
Sojabohnenpflanze im Querschnitt
Sojabohnen leben natürlicherweise in Symbiose mit Bakterien, die Knöllchen bilden [Foto: Lidiane Miotto/ Shutterstock.com]

Die richtige Pflege

Sojabohnen benötigen nach der Keimung kaum mehr Pflege. Eine Düngung ist nicht notwendig, wenn sich genügend Knöllchenbakterien an den Wurzeln angesiedelt haben. Die Wasserversorgung spielt eine wichtige Rolle, bis sich ein ausreichend großes Wurzelsystem ausgebildet hat. Besonders zur Soja-Blüte zwischen Juni und August kann daher auch im Beet eine zusätzliche Bewässerung notwendig werden. Eine weitere Pflegemaßnahme zu Beginn ist das Entfernen von Beikräutern, bis die Sojapflanzen einen dichten Bestand gebildet haben. Eine Mulchschicht aus Rasenschnitt und anderen Materialien verringert die Verdunstung und kann den Aufwuchs von unerwünschten Wildkräutern verhindern. Gleichzeitig bietet sie Nahrung für Bodenorganismen und fördert so den Humusaufbau.

Häufige Schädlinge an Soja: Krankheiten und Schädlinge an Soja treten in Mitteleuropa bislang nur selten auf. Die Raupen des Distelfalters (Vanessa cardui) können jedoch zum Beispiel nesterweise an Sojapflanzen auftreten und starke Fraßschäden verursachen. Tauben und Krähen graben gern frisch gepflanzte Samen und junge Keimlinge aus. Junge Sojatriebe sind zudem ein willkommener Snack für Kaninchen, Hasen und Rehe. Ein schützendes, feinmaschiges Netz über dem Bestand schafft Abhilfe.

Soja-Anbau
Sojabohnen sollten für einen guten Ertrag im Sommer und besonders während der Blüte regelmäßig gewässert werden

Sojabohnen ernten

Das Erntestadium für grüne Sojabohnen als Edamame ist in etwa mit dem von zarten grünen Buschbohnen vergleichbar. Die Hülsen sollten noch vollständig grün und nicht verholzt oder faserig sein, die Kerne im Inneren sich aber bereits deutlich abzeichnen. Bei den meisten Sorten beginnt die Ernte von Edamame etwa 80 – 100 Tage nach der Aussaat. Möchten Sie trockene Sojabohnen ernten, um pflanzliche Drinks oder Tofu selbst herzustellen? Dann sollten Sie abwarten, bis die gesamte Sojapflanze sich braun verfärbt hat. Dies ist je nach Sorte zwischen September und Ende Oktober der Fall. Idealerweise rascheln die trockenen Hülsen an der Pflanze bei Berührung, was ein sicheres Zeichen für den Beginn der Soja-Erntezeit ist. Ernten Sie bestenfalls morgens, wenn die Hülsen vom Tau noch feucht und zäh sind. Denn trockene, reife Hülsen neigen dazu, beim Ernten aufzuplatzen. Mit einer Gartenschere wird die gesamte Pflanze unten abgeschnitten und einige Tage lang an einem sonnigen, warmen Ort nachgetrocknet. Danach werden die Samen händisch entkernt oder in einem Sack ausgedroschen.

trockene Sojabohnen-Hülse
Reife und trockene Hülsen rascheln an der abgestorbenen Sojapflanze [Foto: vlalukinv/ Shutterstock.com]

Sind Sojabohnen gesund?

Sojabohnen sind gesunde und gleichzeitig sättigende Samen. 100 Gramm enthalten ungefähr 150 kcal. Besonders nährende Inhaltsstoffe von Soja sind die reichlich enthaltenen Proteine und Fette. Der mit 30 – 50 % sehr hohe Eiweißgehalt von Sojabohnen ist in der menschlichen und tierischen Ernährung gut einsetzbar. Sojabohnen enthalten in trockenem Zustand zudem einen gewissen Anteil an Öl, zwischen 18 – 24 %. Außerordentlich gesund an der Sojabohne ist der hohe Gehalt an ungesättigten Fettsäuren. Daneben beinhalten die Kerne verschiedene Mineralstoffe und Vitamine, dabei besonders Vitamin E, Kalium, Calcium und Magnesium.

Verwendung von Soja

Soja spielt in der menschlichen Ernährung eine immer größere Rolle. Zahlreiche Fleisch- und Milchersatzprodukte für vegetarische und vegane Ernährungsformen werden vorwiegend aus Soja hergestellt. In asiatischen Ländern ist die Verwendung von Sojaöl zum Braten und Frittieren gängig. Tofu und Soja-Hack lassen sich aus den Samen herstellen. Sojabohnen fungieren jedoch auch geröstet und verarbeitet als gesunder Snack. Besonders gut verdaulich sind fermentierte Sojabohnen, als Sojasoße oder im japanischen Gericht Natto. Die jungen, noch grünen und saftigen Kerne mitsamt Hülsen werden als Edamame kurz gekocht und anschließend mit Salz und anderen Gewürzen serviert.

Edamame-Sojabohnen in Schüssel
Edamame-Sojabohnen werden kurz gekocht und anschließend mit Salz gereicht [Foto: Foodio/ Shutterstock.com]

Tipp: Die sogenannten „Sojasprossen“ sind übrigens keine Keimlinge von Sojabohnen, sondern von Mungbohnen (Vigna radiata).

Ist Soja giftig?

In rohem Zustand sind junge Sojabohnen, reife Samen und alle grünen Pflanzenteile giftig und können bei übermäßigem Verzehr zu Übelkeit und Erbrechen führen. Dies gilt für Menschen und Haustiere, mit Ausnahme von Kaninchen. Sowohl Edamame als auch die trockenen Sojabohnen sollten daher erst nach ausreichender Kochzeit oder Röstung genossen werden.

Die Kichererbse (Cicer arietinum) gehört wie die Sojabohne zur Familie der Schmetterlingsblütler und kann ebenfalls auf dem Balkon und im Garten angebaut werden. Wir geben Tipps zur Sortenwahl, Pflanzung und Pflege.

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