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Spinat: Alles zum Anbau im eigenen Garten

Spinat ist nicht nur sehr gesund, sondern auch äußerst pflegeleicht. Wir zeigen, was Sie beim Anbauen, Pflegen und Ernten von Spinat beachten sollten.

Spinat wächst im Garten
Spinat ist nicht nur super gesund, sondern auch leicht im Garten anzubauen [Foto: vaivirga/ Shutterstock.com]

Außer in den Tropen wird Spinat (Spinacia oleracea) mittlerweile überall auf der Welt angebaut. Das ist auch kaum verwunderlich, denn Popeyes Leibspeise lässt sich nicht nur leicht kultivieren, sondern glänzt außerdem mit reichlich Vitaminen, wichtigen Mineralien, Eiweiß und Folsäure.

Spinat

Das Blattgemüse aus der Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae) ist eine genügsame Pflanze, die mit den richtigen Pflege- und Düngemaßnahmen reichlich Ertrag bringen kann. Vor allem im Frühjahr, wenn die Gartensaison erst langsam Fahrt aufnimmt, ist Spinat eine super Anfängerkultur, die bereits zeitig frisches Grün auf den Teller bringt.

Herkunft und Eigenschaften von Spinat

Es wird vermutet, dass Araber den Spinat nach Spanien brachten. Dort wurde die Pflanze das erste Mal in Werken des 8. Jahrhunderts erwähnt. Von Spanien aus breitete sich der Spinat dann über Frankreich, Italien und Deutschland nach ganz Europa aus. Während Spinat heute überwiegend als Lebensmittel angebaut wird, diente er früher als Heil- und Arzneipflanze und wurde zudem auch als natürlicher Farbstoff verwendet. Spinat ist eine einjährige Langtagspflanze. Das bedeutet, dass Spinat bei langen Tagen mit entsprechenden Temperaturen damit beginnt, seine Blüte auszubilden.

Tipp: Ursprünglich hat Spinat sowohl männliche als auch weibliche Pflanzen. Durch neue Züchtungen gibt es heute jedoch auch Spinatsorten, die sowohl männliche als auch weibliche Blüten tragen. Diese Veränderung kann sich positiv auf die erfolgreiche Bestäubung und die Sortenfestigkeit auswirken.

Spinat liegt auf dunklem Holz
Beim Wurzelspinat wird die gesamte Rosette geerntet [Foto: ulrich22/ Shutterstock.com]

Spinat-Pflanzen kaufen: Darauf sollten Sie achten

Spinat wird ins Freiland gesät. Anstelle von Jungpflanzen, brauchen Sie also lediglich das Saatgut zu kaufen. Welches Saatgut infrage kommt, hängt von mehreren Faktoren ab. Zu welcher Jahreszeit Sie beispielsweise aussäen oder ob Sie später den Spinat selber vermehren möchten. Zu welchen Zeiträumen im Jahr Spinat angebaut werden kann, erfahren Sie in den nächsten Abschnitten. Wollen Sie Ihr eigenes Saatgut herstellen, ist es wichtig, kein Hybridsaatgut, sogenannte F1-Sorten, zu erwerben. Hybride sind Pflanzen, deren Eigenschaften so in ihrer Genetik festgehalten sind, dass sie bei der Vermehrung eine völlig andersartige Nachkommenschaft hervorbringen. Sie können also zu Hause nicht sortenrein vermehrt werden.

Tipp: Da Spinat anfällig für Mehltau ist, lohnt es sich, Saatgut von mehltrauresistenten Sorten wie beispielsweise ‘Matador’, ’Monnopa’ oder ’Butterflay’ zu kaufen.

Spinatsamen
Spinat wird meistens direkt ins Freiland ausgesät [Foto: YamabikaY/ Shutterstock.com]

Spinatsorten: Unsere liebsten 8 Sorten

Für welche Spinatsorte Sie sich entscheiden, hat große Auswirkungen auf Geschmack, Erntezeitpunkt und Aussaat. Möchten Sie beispielsweise gerne einen Spinat, der zart schmeckt, dann kommt eine Frühjahrssorte infrage, präferieren Sie eher einen herberen Spinat, dann ist Herbstspinat die richtige Wahl. Die nachfolgende Auswahl an Sorten, haben sich im Spinatanbau bereits bewährt:

  • Baby Leaf‘: Frühe Sorte mit besonders zarten Blättern; die dunkelgrünen, kleinbleibenden Blätter stehen aufrecht und lassen sich leicht ernten; ideal für Salate
  • ‘Bordeaux‘: Französische Sorte mit leicht rot-violetten Stielen; kann als Babyspinat angebaut werden und ist besonders resistent gegen den Falschen Mehltau; Anbau gelingt auch auf dem Balkon
  • Celesta‘: Neuere Sorte mit sehr später Blüte, die folglich auch im Sommer angebaut werden kann; ertragreich und resistent gegen Mehltau
  • Matador‘: Bewährte Sorte mit guten Eigenschaften; späte Blütezeit; schnellwachsend, ertragreich und frosthart
  • Merlin‘: Besonders produktive Sorte mit einem späten Blütezeitpunkt; gute Widerstandsfähigkeit gegen Mehltau; lässt sich gut einfrieren
  • Picasso‘: Spätblühende Sorte, die auch in den Sommermonaten angebaut werden kann; diese Spinatsorte bleibt klein (Babyspinat) und eignet sich auch für den Anbau auf dem Balkon
  • Red Cardinal‘: Neue Zuchtsorte mit optisch sehr schönen, roten Stielen; junge Blätter eignen sich bestens für Salate oder zur Verzierung von Gerichten
  • Viridis‘: Traditionelle italienische Sorte, die sowohl als Babyspinat als auch als Wurzelspinat angebaut werden kann

Wer mehr über die Vielfalt der Spinatsorten erfahren möchte, findet in unserem Spezial-Artikel noch mehr Auswahl.

Spinat anbauen

Spinat kann zu verschieden Zeiten im Jahr angebaut werden. Typisch ist der Anbau im Frühjahr und Herbst, aber auch im Sommer und Winter kann der Spinat unter bestimmten Bedingungen kultiviert werden. Vor allem Frost muss im Auge behalten werden, den verträgt Spinat nämlich nicht so gut, weshalb Frühjahrs- und Winterspinat mit einer Schicht aus Vlies, Reisig oder auch mit Hilfe der Natur durch eine Schneedecke geschützt wird. Für den Sommeranbau braucht es schossfeste Sorten. Das bedeutet, dass die Pflanzen nicht so schnell in die Blüte gehen und den warmen, langen Sommertagen standhalten. Die Aussaat erfolgt in Reihen direkt ins Freiland, vorzugsweise auf sonnigen, tiefgründigen und unkrautfreien Standorten. Dort fühlt sich der Mittelzehrer richtig wohl und kann seine tiefe Pfahlwurzel ausbilden. Nach sechs bis acht Wochen ist er dann bereits erntereif.

Um Spinat erfolgreich zu kultivieren sollte außerdem auf die Fruchtfolge geachtet werden. Zu anderen Fuchsschwanzgewächsen, wie Rote Bete (Beta vulgaris) oder Mangold (Beta vulgaris subsp. cicla), sollte eine Anbaupause von drei Jahren eingehalten werden. Während seiner Wachstumsphase steht Spinat besonders gerne neben Kartoffeln (Solanum tuberosum), Radieschen (Raphanus sativus var. sativus), Stangenbohnen (Phaseolus vulgaris var. vulgaris) oder Erdbeeren (Fragaria).

Tipp: Da auch im August und September noch Spinat ausgesät werden kann, eignet er sich auf vielen Beeten hervorragend als Nachkultur.

Wie wird Spinat richtig angebaut?

  • Fast ganzjähriger Anbau
  • Bei Frost abdecken
  • Aussaat in Reihen ins Freiland
  • Sonniger, tiefgründiger, unkrautfreier Standort
  • Anbaupause von 3 Jahren zu Fuchsschwanzgewächsen
  • Mischkultur mit Kartoffel, Radieschen, Stangenbohnen, Erdbeeren

Eine komplette Anleitung zum Thema Spinat anbauen gibt es in unserem Spezial-Artikel.

Spinat pflegen

Spinat ist zwar relativ anspruchslos, ausreichendes Gießen ist für die krautige Pflanze jedoch überlebenswichtig. Am besten wird regelmäßig bewässert, so bleibt der Boden schön feucht und es wird für eine gleichmäßige Wasserversorgung gesorgt. Wichtig ist es außerdem, Staunässe zu vermeiden, die verträgt Spinat nämlich nicht. Auch gegen Unkraut hat Spinat keine große Chance. Deswegen steht regelmäßiges Harken beim Spinatanbau ebenfalls auf der Aufgabenliste.

Spinat wird gegossen
Spinat liebt einen feuchten Boden [Foto: Mario Hoesel/ Shutterstock.com]

Um den Mittelzehrer ausreichend mit Nährstoffen zu versorgen, kann mit hauseigenem Kompost oder vornehmlich organischen Düngern gearbeitet werden. Unser Plantura Bio-Universaldünger mit organischer Langzeitwirkung ist komplett tierfrei und versorgt die Pflanze mit allen wichtigen Nährstoffen über die komplette Gartensaison hinweg.

Hinweis: Mit Stickstoff sollte sparsam gedüngt werden, denn Spinat kann große Mengen an Nitrat in seinen Blättern anreichern. Durch eine großzügige Stickstoffdüngung wird außerdem die Anfälligkeit gegenüber falschem Mehltau erhöht.

Krankheiten und Schädlinge bei Spinat

Spinat lässt sich recht problemlos anbauen, allerdings bereitet der Falsche Mehltau manchmal Probleme. Mittlerweile gibt es allerdings ausreichend neue Sorten, die eine gute bis sehr gute Resistenz gegen die Pilzerkrankung haben. Besonders beim Anbau im Folientunnel sollte man auf eine regelmäßige Lüftung achten. Im Freiland ist es ratsam, die Pflanzen möglichst wurzelnah zu bewässern, damit der falsche Mehltau weniger Angriffsfläche hat, denn der Pilz ist auf Blattnässe angewiesen. Sind die Pflanzen bereits befallen, kann man leider nicht mehr viel retten. Dann ist es empfehlenswert die Kultur abzuhacken und im Restmüll zu entsorgen. Diese drastische Maßnahme ist deshalb angebracht, da die Gefahr besteht, dass der Pilz im Kompost überlebt und sich seine Sporen so im ganzen Garten ausbreiten. Auch die von der Gurke bekannte Blattfleckenkrankheit tritt vereinzelt auf. Schädlinge besuchen den Spinat zwar nur selten, die Schwarze Bohnenlaus (Aphis fabae) kann dem Spinat jedoch zu schaffen machen. Dagegen können im Frühsommer die Pflanzen bis zur Ernte mit einem Netz bedeckt werden.

Spinat überwintern

Wenn Sie schon sehr früh im neuen Jahr Spinat ernten wollen, können Sie den Spinat bereits im Vorjahr, im September bis Oktober, aussäen. Die Pflanze überwintert dann im Freien. Die kleinen Pflänzchen überstehen die Kälte am besten, wenn sie bereits zwei bis vier Laubblätter ausgebildet haben. Wenn es draußen zu Kahlfrösten kommt, ist es wichtig den Spinat abzudecken. Kahlfrost bedeutet, es friert, ohne dass eine dämmende Schneeschicht vorhanden ist. Das kann vor allem bei den jungen Pflanzen schnell zu Kälteschäden führen.

Spinat unter Schneeschicht
Auch unter einer Schneedecke ist der Spinat geschützt [Foto: Soo J. Lee/ Shutterstock.com]

Spinat ernten und lagern

Der Spinat lässt nicht lange auf sich warten. Nach sechs bis acht Wochen ist er schon bereit zur Ernte. Wenn Sie besonders milde, zarte Spinatblätter mögen, können Sie bereits ab einer Blattlänge von vier Zentimetern mit der Ernte beginnen. Generell lässt sich Spinat in Wurzel – und Blattspinat unterteilen. Dabei handelt es sich aber nicht um unterschiedliche Sorten, sondern rein um das Ernteverfahren. Während beim Blattspinat oberhalb der Rosette abgeschnitten wird, wird beim Wurzelspinat die gesamte Rosette geerntet.

Bevor es mit der Ernte losgeht, gibt es ein paar Dinge zu beachten: Die letzte Düngung sollte auf Grund der Nitratanreicherung zwei bis drei Wochen zurück liegen und der Spinat darf nicht in der Blüte stehen, sonst schmeckt er bitter. Nach der Ernte wird er am besten direkt verzehrt, er ist jedoch auch zwei bis drei Tage, in ein nasses Tuch eingeschlagen, im Kühlschrank haltbar. Möchten Sie Ihren Spinat länger haltbar machen, gibt es die Möglichkeit, ihn einzufrieren.

In unserem Artikel zur Spinaternte können Sie alles weitere zu diesem Thema nachlesen.

Inhaltsstoffe und Verwendung von Spinat

Spinat ist reich an Vitamin B und C sowie Provitamin A. Zudem enthält er viele Mineralstoffe wie Calcium, Kalium und Eisen. Dass Spinat extrem viel Eisen enthält, ist jedoch ein Ammenmärchen. Nüsse und Hülsenfrüchte schlagen beispielsweise den Eisengehalt von Spinat um Längen. Besonders Menschen mit Nierenproblemen sollten Spinat vorwiegend im Herbst und Winter konsumieren, wenn der Oxalsäure-Gehalt niedriger als in den Sommermonaten ist. Allgemein sollten betroffene Personen auf übermäßigen Spinatkonsum verzichten, da dieser die Nierensteinbildung negativ beeinflusst.

Bei der Zubereitung sollte Spinat stets gründlich geputzt werden, um den Sand an den Stielen zu entfernen. In der Küche wird Spinat meistens mit etwas Wasser angedünstet und anschließend verfeinert. Hier reichen die Möglichkeiten von angebratenem Knoblauch und Zwiebeln über Parmesan, Butter oder Olivenöl bis hin zu Pfeffer und Muskatnuss. Auch kann man Blattspinat mit etwas Sahne zu Rahmspinat pürieren.

Rahmspinat im Teller steht auf Tisch
Den klassischen Rahmspinat kennt jeder [Foto: Brent Hofacker/ Shutterstock.com]

Darf man Spinat aufwärmen?

Während der sagenumwobene Eisengehalt des Spinats ein Märchen ist, erweist sich die alte Regel, Spinat nicht ein zweites Mal zu erwärmen, nicht als komplett falsch. Sie stammt jedoch noch aus einer Zeit, in der Kühlmöglichkeiten nur eingeschränkt vorzufinden waren.  Lässt man den gekochten Spinat einen Tag in der warmen Küche stehen, wandeln Bakterien das Nitrat in ungesundes Nitrit um. Um dem vorzubeugen, sollte man gekochten Spinat nur im Kühlschrank aufbewahren, da die niedrigen Temperaturen die Umwandlung verzögern. So kann der Spinat auch noch zwei Tage später bedenkenlos aufgewärmt werden.

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