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Steckrübe: Experten-Tipps zu Anbau, Pflege & Ernte des Wintergemüses

Die Steckrübe wird ab September geerntet und zählt damit zu den Wintergemüsen. Hier erfahren Sie alles – vom Anbau bis zur Ernte der Steckrübe.

Steckrüben im Beet
Steckrüben sind ein altes Wintergemüse, das in den letzten Jahren wieder mehr an Beliebtheit gewinnt [Foto: Elena Koromyslova/ Shutterstock.com]

Steckrüben (Brassica napus subsp. napobrassica) sind ein altes Gemüse, das in den letzten Jahren wieder an Bedeutung in unseren Gärten und Küchen gewinnt. Damit das Wintergemüse auch Einzug in Ihren Garten halten kann, verraten wir Ihnen alles, was Sie über Steckrüben wissen müssen. In unserem Artikel erfahren Sie alles über ihre Herkunft, verschiedene Sorten, den perfekten Standort, den Anbau, die Pflege und die Verwendung der leckeren Rübe.

Steckrübe

Die Steckrüben gehören zur Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae). Sie sind eine Varietät der Art Raps (Brassica napus), also eine Raps-Unterart, die Rüben ausbildet. Die Steckrübe hat viele Namen: Sie wird auch Kohlrübe, Butterrübe, Erdkohlrabi, Runkelrübe oder Wruke genannt. In Österreich heißt sie „Dotsche“, in Bayern „Dodschn“ und in der Schweiz „Knutsche“. Wegen ihrer gelben Farbe und des süßlichen Geschmacks trägt sie auch den Spitznamen „Ananas des Nordens“. All diese Namen bezeichnen aber ein und dasselbe Gemüse: Eine lang unterschätzte Rübe, die in letzter Zeit immer mehr Wertschätzung und Aufmerksamkeit bekommt. Zu Recht, denn die Rüben sind unkompliziert anzubauen, liefern im Herbst und im Winter eine reiche Ernte und stecken zudem noch voller gesunder Inhaltsstoffe wie Vitamine, Öle und Mineralstoffe.

Steckrübe: Herkunft und Eigenschaften

Woher die Steckrübe ursprünglich kommt, ist unklar. Wahrscheinlich handelt es sich um eine Kreuzung von Brassica rapa, einer Rübenart, und dem Wildkohl (Brassica oleracea). Nach Deutschland ist die Steckrübe wahrscheinlich im 17. Jahrhundert aus Skandinavien gekommen. Heute wird sie auf der ganzen Welt in allen gemäßigten Klimazonen angebaut. In der Geschichte Deutschlands spielen Steckrüben eine bedeutende Rolle: Denn sie waren ein wichtiges Grundnahrungsmittel in Notzeiten. Nach großen Kartoffelmissernten im Jahre 1917 war die Ernährung der Bevölkerung von Steckrüben abhängig. Damals wurden sogar eigene Steckrüben-Kochbücher herausgeben. Darin gab es Rezepte für Steckrüben in allen Variationen: Zu Suppen, Aufläufen, Kuchen, Marmeladen und sogar zu Kaffee wurden sie verarbeitet. Danach waren Steckrüben ein eher unbeliebtes Gemüse und wurden vor allem als Tierfutter angebaut. Damit die Rüben aber nicht gänzlich in Vergessenheit geraten, wurden sie vom “Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt” (VEN) 2018 zum Gemüse des Jahres gekürt.

Frische Steckrüben
Steckrüben werden auch Kohlrüben oder Runkelrüben genannt [Foto: Michaelpuche/ Shutterstock.com]

Die Steckrübe ist eigentlich eine zweijährige Pflanze, die aber nur einjährig angebaut wird. Es gibt sowohl Sorten mit grünlichem, gelbem und rötlichem Fruchtfleisch. Die Rübenblätter haben kräftige Stiele, die Blätter sind etwas gewellt. Steckrüben blühen erst im zweiten Jahr, das heißt, bei einem einjährigen Anbau werden Sie nicht in den Genuss von blühenden Steckrüben kommen.

Steckrüben-Sorten

Bei der Sortenwahl der Steckrübe kommt es vor allem auf die Farbe des Fruchtfleisches an. Die ist nämlich bei verschiedenen Sorten unterschiedlich. Generell eignen sich eher gelbfleischige Sorten für den Verzehr, denn sie schmecken feiner und haben ein festeres Fleisch. Außerdem stecken sie voller Beta-Carotin, daher auch die gelbe Farbe. Traditionell werden Steckrüben mit weißem Fleisch eher als Tierfutter angebaut, aber es gibt auch weißfleischige Sorten mit sehr feinem Aroma. Tatsächlich zeichnet sich die Steckrübe durch eine hohe Sortenvielfalt aus. Allerdings gelten die meisten Steckrübenarten, die bis in die 1950er-Jahre in Deutschland angebaut wurden, als verschollen. Die meisten Steckrüben-Sorten, die es heute gibt, stammen aus West- und Nordeuropa.

Steckrüben-Sorten für den Anbau im Garten:

  • ‘Wilhelmsburger’: Grünköpfige Sorte und eine eher neue Züchtung
  • ‘Margress’: Blauköpfige Steckrüben-Sorte mit mildem Aroma
  • ‘Turin’: Diese Sorte zeichnet sich durch ihr weißes Fleisch und ihre besonders großen Früchte aus
  • ‘Spanische’: Grünköpfige Sorte
  • ‘Marian’: Rotköpfige Steckrüben-Sorte mit gelbem Fleisch
  • ‘Best of All’: Diese Sorte ist besonders gut lagerfähig und lilaköpfig
  • Helenor‘: Diese Sorte hat einen roten Kopf und gelbes Fleisch
Bunte Steckrüben
Die Farbe der Steckrübe hängt von der jeweiligen Sorte ab [Foto: Danler/ Shutterstock.com]

Steckrüben kaufen: Das sollte man beachten

Beim Kauf von Steckrüben können Sie auf Saatgut oder bereits vorgezogene Jungpflanzen zurückgreifen. Die Aussaat und eigene Anzucht von Steckrüben-Jungpflanzen ist allerdings sehr einfach und problemlos, daher bietet sich der Kauf von Steckrüben-Saatgut an.

Falls Sie sich jedoch für den Kauf von Jungpflanzen entscheiden, sollten Sie darauf achten, dass die Pflänzchen einen guten Gesundheitszustand aufweisen, keine Fraßstellen haben und einen vitalen Eindruck machen. Steckrüben-Saatgut und -Jungpflanzen können Sie in gut sortierten Baumärkten, Gartencentern, Gärtnereien oder im Internet erwerben.

Steckrüben anbauen

Steckrüben sind ein dankbares Gemüse für den Anbau im eigenen Garten. Mit nur wenig Aufwand können Sie eine reiche Ernte einfahren. Trotzdem sollten Sie bei der Wahl des richtigen Standortes und bei der Aussaat umsichtig vorgehen, um Ihren Steckrüben die bestmöglichen Wachstumsbedingungen bieten zu können.

Steckrüben anbauen: Der richtige Zeitpunkt

Steckrüben können Sie ab Ende Mai bis Ende Juli direkt ins Freiland aussäen. Ein Vorziehen von Steckrüben ist zwar möglich, allerdings ergeben sich daraus kaum Vorteile.

Tipp: Steckrüben eignen sich wunderbar als Nachkultur nach Frühkartoffeln (Solanum tuberosum) oder Bohnen (Phaseolus).

Steckrüben im Beet
Steckrüben können ab Mai ausgesät an einen sonnigen Standort werden [Foto: Peter Turner Photography/ Shutterstock.com]

Steckrüben anbauen: Der perfekte Standort

Steckrüben lieben einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Der optimale Boden für die Steckrübe sollte feucht und tiefgründig sein. Einen Gefallen tut man der Steckrübe außerdem mit einem humushaltigen und lehmigen Boden. Steckrüben sind Mittelzehrer, also weder Stark- noch Schwachzehrer, und benötigen daher einen nur mäßig nährstoffhaltigen Boden. Der optimale pH-Wert für die Steckrübe ist neutral bis basisch und sollte mindestens 6,8 betragen.

Zusammenfassung Standortanprüche der Steckrübe:

  • Sonniger bis halbschattiger Standort
  • Feuchter, tiefgründiger Boden
  • Humushaltige und lehmige Erde
  • pH-Wert mindestens 6,8

Tipp: Legen Sie beim Anbau von Steckrüben am gleichen Standort immer eine Pause von mindestens drei Jahren ein. Damit beugen Sie dem Befall von Krankheiten wie Kohlhernie und Schädlingen vor.

Steckrüben anbauen: Anleitung

Um das Beet für die Aussaat gut vorzubereiten, entfernen Sie alles Unkraut, Steine oder Wurzeln. Arbeiten Sie außerdem humushaltiges Material in den Boden ein. Dazu eignet sich Kompost, reifer Mist und organischer Langzeitdünger wie unser Plantura Bio-Universaldünger. Für die Aussaat legen Sie eine Saatrille von einem halben bis einen Zentimeter Tiefe an. Dort hinein werden die Samenkörner mit einem Abstand von 40 bis 50 Zentimeter abgelegt. Der Abstand zwischen den Reihen sollte ebenfalls circa 40 Zentimeter betragen. Alternativ können Sie die Steckrüben auch dichter säen und nach dem Aufgehen im Zweikeimblattstadium vereinzeln. Bei einer Temperatur zwischen 15 und 18 °C keimen die Samen nach sieben bis zehn Tagen.

Plantura Bio-Universaldünger
Unser Plantura Bio-Universaldünger versorgt die Steckrüben ideal mit den nötigen Nährstoffen

Zusammenfassung Steckrüben anpflanzen:

  • Beet vorbereiten und mit Kompost oder organischem Langzeitdünger anreichern
  • Saatrille von 1 cm Tiefe anlegen
  • Samenkorn-Ablage in 40 – 50 cm Abstand
  • Abstand zwischen den Reihen: Mindestens 40 cm
  • Keimung bei 15 – 18 °C in 7 – 10 Tagen

Tipp: Gute Pflanzennachbarn für die Steckrübe sind Erbsen (Pisum sativum), Feldsalat (Valerianella locusta), Dill (Anethum graveolens), Sellerie (Apium graveolens) und Gurken (Cucumis sativus).

Steckrüben pflegen

Nach dem Anpflanzen sollten die Steckrüben regelmäßig gegossen werden. Sie mögen es am liebsten dauerhaft feucht. Vor allem in den warmen Sommermonaten Juli und Augst, wenn Sie Ihre Steckrüben schon früh ausgesät haben, muss ausreichend und regelmäßig gegossen werden. Regnet es im Herbst mehr und wird es kühler, können Sie die Wassergaben reduzieren und ganz einstellen. Das Beet sollten Sie von Unkraut und Gräsern freihalten, Ihre Steckrüben werden es Ihnen danken. Regelmäßiges, lockeres Hacken regt außerdem die Mineralisierung an und lockert den Boden auf. Sind die Steckrüben größer, sollten Sie sie leicht anhäufeln und die Köpfe der Rüben mit Erde bedecken. So vermeiden Sie, dass die Köpfe grün werden.

Steckrüben haben einen eher geringen Nährstoffbedarf. Das bedeutet, dass, wenn Sie schon beim Einpflanzen den Boden mit Kompost oder Langzeitdünger angereichert haben, eine weitere Düngergabe für die Steckrüben nicht notwendig ist. Andernfalls empfiehlt sich eine organische Düngergabe zwei Monate nach der Aussaat. Hierzu bietet sich unser Plantura Bio-Universaldünger mit organischer Langzeitwirkung an, der das Bodenleben fördert und den Nährstoffbedarf Ihrer Steckrüben optimal abdeckt.

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Zusammenfassung Steckrüben pflegen:

  • In der Jungentwicklung regelmäßig gießen
  • Regelmäßig jäten und hacken
  • Größere Rüben anhäufeln
  • Wenn bei der Pflanzung gedüngt wurde, ist keine weitere Düngergabe mehr nötig
  • Ansonsten nach zwei Monaten eine organische Düngergabe

Steckrüben ernten und lagern

Der Erntezeitpunkt Ihrer Steckrüben hängt natürlich von dem Moment der Aussaat ab. Frühestens beginnt die Ernte von Steckrüben aber im September. Je länger die Steckrüben im Boden bleiben, desto größer werden sie. Allerdings werden sie bei späterer Ernte auch weniger zart, dafür aber besser lagerfähig. Die Rüben überstehen mäßigen Frost, kurzzeitig können sie Temperaturen bis zu -8 °C überstehen. Bis Weihnachten sollten Sie dann aber alle Steckrüben aus dem Boden gezogen und eingelagert haben.

Geerntete Steckrüben
Die Erntezeit für Steckrüben beginnt ab September [Foto: Cat Act Art/ Shutterstock.com]

Für die Ernte ziehen Sie die Rüben an den Blättern aus der Erde oder nehmen Sie eine Grabegabel zu Hilfe. Danach werden die Blätter abgedreht. Früher wurden Steckrüben in einer Rübenmiete im Garten gelagert. Für eine Erdmiete wird eine mindestens 40 Zentimeter tiefe Grube ausgehoben und der Boden mit fünf Zentimeter Sand bedeckt. Das Gemüse wird dann in eine Plastiktonne oder -kiste hineingelegt und mit Laub und abschließend einem Holzbrett bedeckt. Alternativ können Sie Ihre Steckrüben auch im Keller in einer Kiste mit Sand einlagern. Bis April sollten sich die Steckrüben so gut lagern lassen und sie den ganzen Winter über mit Vitaminen und Nährstoffen versorgen.

Steckrüben: Inhaltsstoffe und Verwendung

Steckrüben lassen sich äußerst vielfältig in der Küche verwenden. Ähnlich wie Kartoffeln können sie als Beilage oder mit anderem Gemüse zusammen serviert werden, zu Püree verarbeitet oder zu Pommes oder Puffern gebraten oder frittiert werden. Ein Klassiker ist natürlich der Steckrübeneintopf. Auch in einer herzhaften Wintersuppe machen sich Steckrüben gut. Frische, junge Steckrüben können auch roh und in dünnen Scheiben geschnitten als Salat genossen werden. Steckrüben enthalten relativ viel Zucker, dafür aber auch Mineralstoffe wie Kalium, Kalzium und Magnesium. Außerdem stecken in ihr die Vitamine B und C. Dank ihres hohen Wassergehalts ist die Steckrübe trotz des vielen Zuckers recht kalorienarm: 100 Gramm enthalten nur 29 kcal.

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