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Tamarillo: Pflanzen & Pflegen der Baumtomate

Tomaten, die an einem Baum wachsen? Wir zeigen Ihnen, was es mit der Baumtomate auf sich hat und wie Sie Ihre eigene Baumtomate richtig pflanzen und pflegen.

Baumtomate mit reifen Früchten
Es ist kein Zufall, dass die Früchte der Tamarillo Tomaten sehr ähnlich sehen [Foto: nnattalli/ Shutterstock.com]

Sind Baumtomaten eine Tomatensorte? Und wie kann man die Früchte verzehren? Wir stellen Ihnen diese spannende Pflanze vor und geben hilfreiche Tipps zum Pflanzen und Pflegen von Tamarillo im Garten sowie zur Verarbeitung der Früchte.

Tamarillo: Herkunft und Eigenschaften der Baumtomate

Die Früchte der Tamarillo (Solanum betaceum) sehen Tomaten sehr ähnlich, weshalb die Tamarillo auch als Baumtomate bezeichnet wird. Tatsächlich gehört der Baum, wie die Tomate (Solanum lycopersicum), zur Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae). Baumtomate und Tomate sind also artverwandt, doch die Baumtomate gehört nicht zu den Sorten unserer im Garten genutzten Tomatenpflanzen.

Die Tamarillo kommt ursprünglich aus dem Hochland der Andenregion Südamerikas, also aus äquatornahen Gebieten, in denen die Temperaturen im Jahresverlauf kaum schwanken. Es handelt sich um einen strauchartig verzweigten Baum, der eine schirmartige Krone ausbildet. Am Naturstandort erreicht der Baum eine Höhe von maximal sechs Metern. Da die Baumtomate in Mitteleuropa nicht winterhart ist, wird sie meist in einem Kübel kultiviert. Hierbei erreicht sie eine Wuchshöhe von etwa zwei bis drei Metern. Auffallend sind neben den namensgebenden Früchten die großen Blätter des Tomatenbaumes. Die ovalen bis herzförmigen Blätter werden bis zu 25 Zentimeter lang und geben dem Baum auch ohne Früchte ein dekoratives Erscheinungsbild.

Tamarillo-Blüten am Baum
Die Blüten verbreiten einen angenehmen Duft [Foto: ironwool/ Shutterstock.com]

Nach zwei Jahren können Sie an der Tamarillo ab Juni die ersten Blüten erkennen. Sie ähneln den Blüten anderer nah verwandter Nachtschattengewächse, wie Tomate oder Kartoffel (Solanum tuberosum) und sind meist rosé-farbig mit einem angenehm süßlichen Duft. Die eiförmigen Früchte sind während des Wachstums grün und färben sich zur Reife je nach Sorte orange bis dunkelrot.

Tamarillo-Arten

Bei uns sind zwei Arten von Tamarillos erhältlich:

  • Solanum betaceum, die Baumtomate
  • Solanum abutiloides, die mehrjährige Zwerg-Baumtomate

Solanum abutiloides trägt einen etwas missverständlichen Namen: Auch die Zwerg-Baumtomate wird nämlich bis zu zwei Meter hoch. Ihre Beeren sind leuchtend orange und etwas kleiner als bei der größeren Baumtomate. Auch die Zwerg-Baumtomate liebt einen warmen Platz und viel Feuchtigkeit und wächst rasant, wenn sie diese Bedingungen vorfindet. Die gesamte Pflanze und auch die Früchte sind von feinen Drüsenhaaren überzogen, die pilzabtötende Pflanzenstoffe absondern. Daher kann Solanum abutiloides auch zur Erzeugung von Spritzbrühen gegen pilzliche Krankheitserreger eingesetzt werden. Die Zwerg-Baumtomate sollte kühl (5 – 10 °C) überwintert werden und verliert dabei ihr Laub, treibt aber im kommenden Jahr wieder aus.

Tipp: Da Tamarillos schon seit Jahrhunderten in Südamerika kultiviert und heute auch in Nordamerika und Neuseeland kommerziell angebaut werden, sind mittlerweile verschiedene Sorten gezüchtet worden. Leider sind diese nicht in Deutschland erhältlich, denn die Kultur der Baumtomate ist hierzulande eher noch nicht sehr populär. Die Sorten unterscheiden sich vor allem in der Färbung und Größe der Früchte.

Tamarillo-Baum mit Früchten
Tamarillo sind während des Reifeprozesses unterschiedlich gefärbt [Foto: Quang nguyen vinh/ Shutterstock.com]

Tamarillo pflanzen

Da Tamarillos nicht frosthart sind, sollten sie im Winter an einen hellen und frostfreien Ort gebracht werden. Daher ist die Kultivierung nur in einem Pflanzkübel empfehlenswert.
Die Baumtomate bevorzugt einen halbschattigen bis sonnigen Standort.

Eine Pflanzung findet am besten im Frühjahr statt, wenn nach den Eisheiligen (Mitte Mai) kein Nachtfrost mehr droht. Sie können Ihre Baumtomate auch aus Samen ziehen. Ab April können Sie die Samen in Aussaaterde aussäen. Wir empfehlen Ihnen eine spezielle Aussaaterde, wie unsere Plantura Bio-Kräuter- & Aussaaterde, zu verwenden. Diese enthält wenig Nährstoffe, wodurch die Jungpflanzen zu verstärktem Wurzelwachstum angeregt werden. Es genügt die Tamarillo-Samen mit einer dünnen Schicht Erde zu bedecken und anzudrücken. Die Erde sollten Sie in den nächsten drei Wochen konstant feucht halten, praktisch ist hierbei die Verwendung einer Folie über dem Topf. Am besten stellen Sie die Samen an einen mindestens 20 °C warmen, hellen Ort. Nach etwa zwei Wochen können Sie die ersten Keimlinge erkennen. Bei Bedarf können Sie diese nach wenigen Wochen vereinzeln und nach Mitte Mai ins Freiland stellen. Beim nächsten Umtopfen können Sie bereits eine nährstoffreichere Blumenerde verwenden.

Aufgrund ihres starken Wachstums und ihres hohen Wasserbedarfs ist eine hochwertige Blumenerde für die Tamarillo ganz besonders wichtig. Diese Erde sollte ein hohes Wasserspeichervermögen aufweisen und eine gute Nährstoffversorgung gewährleisten. Außerdem empfiehlt es sich eine torffreie Erde zu wählen, um Umweltschäden durch Torfabbau zu vermeiden. Unsere Plantura Bio-Blumenerde vereint alle diese wichtigen Eigenschaften und ist somit ideal für die Förderung der Blüten- und Fruchtbildung Ihrer Tamarillo geeignet.

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Baumtomate pflegen

Bei der Pflege einer Baumtomate ist die Wasserversorgung der Schlüssel zum Erfolg. Wegen der großen Blätter der Tamarillo verdunstet die Pflanze sehr viel Wasser. Daher empfehlen wir Ihnen täglich zu kontrollieren, ob der Wurzelballen ausreichend feucht ist. Staunässe sollte allerdings vermieden werden. Aufgrund des schnellen und kräftigen Wuchses ist auch eine gute Nährstoffversorgung wichtig. Es ist empfehlenswert direkt bei der Pflanzung einen vornehmlich organischen Dünger zu verwenden, der eine gute Langzeitwirkung aufweist, wie zum Beispiel unser Plantura Bio-Blumendünger. Damit wird Ihre Tamarillo über drei Monate lang hinweg gut versorgt. Sollten Sie vermehrt gelbe Blätter entdecken, empfehlen wir vor allem in der Hauptwachstumszeit von Mai bis August das Düngeintervall zu verkürzen.

Schädlinge und Krankheiten sind kein großes Problem bei der Kultivierung einer Baumtomate. Blattläuse können aber im Frühjahr an der Tamarillo durchaus auftreten. Wie Sie Blattläuse natürlich bekämpfen können, haben wir Ihnen in einem Spezialartikel zusammengestellt. Spinnmilben können im Winterquartier vorkommen, aber stellen meist kein Problem dar.

Die Baumtomate müssen Sie nicht regelmäßig zurückschneiden. Sollte der kleine Baum aber aufgrund des kräftigen Wuchses doch zu groß werden, können ausladende Triebe zurückgeschnitten werden. Einen solchen Rückschnitt empfehlen wir vor dem Winter.

Tamarillo-Blätter und unreife Früchte
Tamarillo sind mit ihren großen Blättern sehr durstig [Foto: nnattalli/ Shutterstock.com]

Zusammenfassung: Die Baumtomate richtig pflegen

  • Den Wurzelballen nicht austrocknen lassen
  • Hoher Nährstoffbedarf, Vorratsdüngung mit organischem Dünger bei der Pflanzung
  • Unempfindlich gegenüber Schädlingen und Krankheiten
  • Rückschnitt nur bei Bedarf
  • Nicht frosthart und muss daher hell und über 0 °C überwintert werden
  • Vermehrung über Samen und Stecklinge möglich

Baumtomate überwintern

Zum Überwintern sollten Sie die Baumtomate vor dem ersten Frost in das Winterquartier stellen. Da die Baumtomate zu diesem Zeitpunkt noch Blätter hat, sollte es ein heller Standort sein. Die Temperaturen sind bei etwa 10 °C optimal, können aber zeitweise problemlos auf gegen 0 °C sinken. Im Winter wirft die Tamarillo die meisten ihrer Blätter ab. Im gesamten Winter muss nicht gedüngt werden. Der Wurzelballen sollte nicht ganz austrocknen, aber ein regelmäßiges Gießen ist meist ebenfalls nicht notwendig.

Vermehrung der Baumtomate

Wenn Ihre Nachbarn oder Freunde ebenfalls Gefallen an der Baumtomate gefunden haben, können Sie diese auch problemlos vermehren. Eine Vermehrung ist über Samen oder Stecklinge möglich.

Die Baumtomaten-Samen können Sie aus reifen Früchten entnehmen. Die schwarzen Samen sollten Sie ein bis zwei Tage trocknen lassen und anschließend in Aussaaterde säen.

Zur Vermehrung über Stecklinge können Sie an einem kräftigen und gesunden Trieb ein etwa 20 Zentimeter langes Triebstück mit einem Blatt abschneiden. Die optimale Zeit hierfür ist der Frühsommer. In dieser Zeit wächst die Pflanze kräftig und die Stecklinge haben genügend Zeit bis zum Winter Wurzeln zu bilden. Stecken Sie die frischen Triebe ohne Antrocknen in feuchte Anzuchterde und decken Sie die Stecklinge mit einer Folie mit wenigen Löchern ab. Dies verhindert das Austrocknen. Ein guter Standort ist warm, aber schattig. Nach ein paar Wochen sollten die Stecklinge Wurzeln gebildet haben.

Tamarillo ernten

Die ersten Früchte können Sie ab dem zweiten Standjahr erwarten. Je nach Standort reifen die Früchte der Baumtomate im Spätsommer bis Herbst. Reif sind die Früchte, wenn sie ihre sortentypische Farbe zwischen orange und dunkelrot angenommen haben und bei Druck leicht nachgeben.

Aufgeschnittene, reife Tamarillo
Werden die Früchte weich, sind sie reif [Foto: marcin jucha/ Shutterstock.com]

Die Früchte können bis zu 100 Gramm schwer werden und sind im Inneren in samenhaltige Kammern unterteilt. Das Tamarillo-Fruchtfleisch ist gelb-orange gefärbt.
Wir empfehlen Ihnen nach der Ernte die Tamarillo-Früchte schnell zu verarbeiten oder frisch zu verzehren, da sie nicht gut lagerfähig sind.

Verwendung und Inhaltsstoffe von Baumtomaten

Wenn Sie die Tamarillo-Früchte frisch essen möchten, können Sie diese schälen oder halbieren und das Fruchtfleisch auslöffeln. Das Fruchtfleisch der Tamarillo hat ein süß-säuerliches Aroma und kann je nach Geschmack zusätzlich mit etwas Zucker bestreut werden.
Die Früchte der Baumtomate schmecken nicht nur lecker, sondern sind auch gesund. Sie enthalten Vitamin C, Calcium, Kalium und Magnesium.
Die Tamarillo können außerdem hervorragend verarbeitet werden. Vor allem in Form von Brotaufstrichen und Marmeladen sind die Früchte eine Leckerei. In einem Chutney passen sie auch sehr gut zu herzhaften Gerichten.

Wenn Sie Gefallen an exotischen Früchten gefunden haben, können wir Ihnen die luxuriöse Kaviarlimette empfehlen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie diese in Ihrem Garten anbauen können.

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