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Tatsoi: Anbau, Pflege & Verwendung des Blattsenfs

Tatsoi ist bei uns wegen seines Geschmacks auch als Blattsenf bekannt und erinnert optisch stark an Pak Choi. Das asiatische Gemüse mag zwar exotisch aussehen, lässt sich aber mit dem richtigen Wissen ohne Probleme im heimischen Gemüsegarten kultivieren.

Tatsoi
Tatsoi ist besonders pflegeleicht und macht sich gut in jedem Gemüsegarten [Foto: meeboonstudio/ Shutterstock.com]

Sind Sie auf der Suche nach einem Blattgemüse für kühles Wetter, das so vielseitig wie Spinat ist, sich aber länger hält? Dann möchten wir Ihnen den Tatsoi (Brassica rapa convar. narinosa) näherbringen. Wer den Anbau von Tatsoi ausprobiert, wird schnell feststellen, dass das asiatische Gemüse anspruchslos und pflegeleicht ist. Bei uns erfahren Sie alles über die Kultur und Verwendung des exotischen Blattsenfs.

Tatsoi: Herkunft und Eigenschaften

Beim Tatsoi herrscht bisher Uneinigkeit über seine tatsächliche Herkunft: Die einen sagen, er stamme aus China, die anderen legen Wert auf einen japanischen Ursprung. Fest steht, dass die aus Asien stammende Pflanze bereits seit etwa 500 nach Christus angebaut und verzehrt wird. Heute kultiviert man Tatsoi in den warmgemäßigten Zonen Asiens bis in die Tropen hinein. Ebenso wie seine engen Verwandten Pak Choi (Brassica rapa subsp. chinensis) und Chinakohl (Brassica rapa subsp. pekinensis) findet Tatsoi immer häufiger seinen Weg in unsere Küche und wird inzwischen auch in Europa und Nordamerika kultiviert.

Tatsoi-Blätter
Tatsoi bildet eine dichte Blattrosette aus seinen grün-weißen Blättern [Foto: SPBShutter/ Shutterstock.com]

Wegen seiner kleinen, löffelförmigen Blätter wird der Tatsoi auch Löffelsenf oder Blattsenf genannt. Er ist ebenso als Rosetten-Pak Choi bekannt. Wie seine Namen verraten, hat Tatsoi einen milden, senfähnlichen Geschmack, wobei die jüngeren Blätter dem Spinat (Spinacia oleracea) ähneln. Die widerstandsfähige Pflanze gedeiht auch bei kühlem Wetter und kann kurzzeitig Temperaturen von bis zu – 26 °C standhalten. Selbst Schneefall ist kein Problem, weswegen Tatsoi das ideale Wintergemüse ist. Dabei wächst der Tatsoi zweijährig, wobei er im zweiten Jahr einen bis zu 1 m hohen Blütenstand ausbildet und die Samenbildung stattfindet.

So können Sie Tatsoi erkennen:

  • Niedrig wachsende, krautige Pflanze, die eine Pfahlwurzel ausbildet
  • Löffelförmige, dunkelgrüne, gestielte Blätter mit weißer Rippung
  • Blätter in einer etwa 20 cm hohen, dicht wachsenden Blattrosette angeordnet
  • Unterscheidet sich von Spinat durch seinen speziellen Geschmack
  • Typische kreuzblütlerartige Blüten: Etwa 1,5 cm große, vierblättrig, mit intensiv gelber Färbung
Tatsoi im Beet
Auf lockerem, nährstoffreichem Boden wächst Tatsoi bevorzugt [Foto: homi/ Shutterstock.com]

Tatsoi anbauen

Tatsoi kann direkt gesät oder auf der Fensterbank vorgezogen werden. Wer sich die Arbeit etwas erleichtern möchte, greift auf vorgezogene Jungpflanzen aus dem Gartencenter zurück. Für die Aussaat ist der richtige Zeitpunkt entscheidend: Denn Tatsoi schießt, wenn er zu spät im Frühjahr oder zu früh im Herbst angebaut wird.
Empfehlenswert ist die Vorkultur für das Frühjahr und eine Direktsaat für den Herbst, mit der man Pflanzen für die späte Ernte im winterlichen Beet erhält.

Der richtige Standort für Tatsoi

Tatsoi wächst schnell und ist nach etwa 45 Tagen erntereif, als Babyleaf sogar bereits vier Wochen nach der Pflanzung. Da ihm kühlere Temperaturen nichts ausmachen, kann er im Herbst für eine zweite Ernte gesät werden. Obwohl Tatsoi anspruchslos ist, was die Temperaturen angeht, benötigt er einen windgeschützten Standort sowie einen gut durchlässigen, lockeren und humosen Boden. Volle Sonne wird von der Pflanze bevorzugt, wenn sie ausreichend gewässert wird. Der Wasserbedarf von Tatsoi ist generell gering – austrocknen darf er jedoch nicht, um verfrühtes Blühen zu vermeiden.

Vorziehen des Tatsoi
Eine Vorkultur ist bei Tatsoi ebenso möglich wie die Aussaat direkt ins Freiland [Foto: Amada Ekeli/ Shutterstock.com]

Wie pflanze ich Tatsoi?

Nährstoffarme Böden sollten vor der Pflanzung zusätzlich durch etwas Kompost oder Mist aufgebessert werden. Alternativ kann in den Boden frische, hochwertige Erde eingearbeitet werden. Dazu eignet sich ein nährstoffreiches Substrat wie unsere Plantura Bio-Tomaten- & Gemüseerde, die im Gegensatz zu vielen herkömmlichen Gemüseerden torffrei ist. Ihr erhöhter Kaliumgehalt kommt den Bedürfnissen von Kreuzblütlern wie dem Tatsoi entgegen.

  • Pflanzstelle vorbereiten, indem der Boden 15 bis 30 cm tief umgegraben wird, um Verdichtungen zu beseitigen.
  • Tatsoi-Jungpflanzen zur Hand nehmen und im Abstand von 10 bis 15 cm pflanzen. Dabei unbedingt darauf achten, dass das Herz der Pflanze über der Erde liegt – auch noch nach dem Angießen.
  • Pflanzen angießen und in den nächsten Tagen feucht halten.

Aussaat im Freien

Wer Tatsoi direkt im Freien aussäen möchte, kann das zu zwei verschiedenen Zeitpunkten tun: Entweder man sät ihn zwischen Mitte April und Mitte Mai im Frühjahr. Alternativ erfolgt die Aussaat zwischen August und Mitte Oktober im Spätsommer für eine herbstliche und winterliche Ernte bis ins neue Jahr hinein. Dabei sollten Sie jedoch berücksichtigen, dass sich durch die Direktsaat die Kulturzeit um etwa eine Woche verlängert. Später als Mitte Oktober gesäte Pflanzen bleiben den Winter über im Beet und können im nächsten Jahr beerntet werden.

Bei Direktsaat benötigt der Tatsoi einen Reihenabstand von etwa 30 cm. Die Tatsoi-Samen werden in eine Furche abgelegt und anschließend mit Erde bedeckt. Gut angegossen keimen die Samen bereits nach vier bis acht Tagen auf und können ausgedünnt werden, sobald die Pflänzchen etwa 10 cm hoch sind. Dabei ist ein Abstand von 10 bis 15 cm zwischen den Exemplaren einzuhalten. Aussortierte Pflanzen müssen glücklicherweise nicht entsorgt werden, sondern können als Salatbeigabe verzehrt werden. Wenn der Tatsoi als Babyleaf für Salat angebaut wird, ist eine Vereinzelung der Jungpflanzen nicht nötig.

Junger Tatsoi
Alternativ zum Aussäen können Sie im Frühjahr beim Fachhändler Jungpflanzen kaufen [Foto: Pengejar Senja/ Shutterstock.com]

Aussaat im Haus

Etwa ab Mitte März kann mit der Aussaat und Vorkultur von Tatsoi im Haus begonnen werden. Füllen Sie dazu Aussaatschalen mit einer hochwertigen, nährstoffreduzierten Aussaaterde wie unserer Plantura Bio-Kräuter- & Aussaaterde, da so ein kräftiges Wurzelwachstum gefördert und eine gesunde Pflanzenentwicklung begünstigt wird. Etwa 60 bis 100 Samen werden für eine Fläche von einem Quadratmeter benötigt. Nach der Saat sollten sie mit etwas Erde bedeckt werden. Durch eine Abdeckung aus Frischhaltefolie, in die einige Löcher gestochen wurden, entsteht eine Art Mini-Gewächshaus, das für optimale Keimbedingungen sorgt. An einem hellen Ort keimen die Samen bei 18 bis 22 °C innerhalb von vier bis acht Tagen auf. Die Folie kann anschließend entfernt werden.

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Sobald die Jungpflanzen etwa 10 cm hoch sind und keine längeren Fröste mehr zu befürchten sind, akklimatisiert man den Tatsoi, indem man die Pflanzen tagsüber an einen schattigen Ort im Freien stellt. Nach weiteren fünf bis sieben Tagen werden sie schließlich im Beet verpflanzt. Alternativ wird Tatsoi im Kübel kultiviert und findet dann auf der Terrasse oder dem Balkon einen Platz.

Tipp: Die richtige Temperatur für Keimlinge und Jungpflanzen ist entscheidend, da sie zum Schossen neigen, wenn es zu kühl ist. Während der Jugendentwicklung ist daher eine Temperatur von 18 bis 22 °C einzuhalten.

Die wichtigsten Pflegemaßnahmen

Der Tatsoi benötigt während des Wachstums etwas Pflege – vor allem muss er gegossen und gedüngt werden. Dabei ist eine gleichmäßige Wasserversorgung der Pflanzen wichtig, da es sonst schnell zur Trockenschäden kommt. Aber auch auf einige Krankheiten und Schädlinge sollten Sie achten. Diese Punkte sind bei der Pflege des Tatsoi wichtig.

Tatsoi richtig gießen

Achten Sie darauf, dass die Tatsoi-Pflanzen nicht austrocknen. Während heißer Tage ist das regelmäßige Gießen obligatorisch für die Gesundheit der Pflanzen. Durch eine Mulchschicht aus Rasenschnitt, Stroh oder Rindenmulch wird zusätzlich die Verdunstung gesenkt und gleichzeitig das Wachstum von Wildkräutern unterdrückt. Bei Hitze sowie Trockenheit kann es dazu kommen, dass der Tatsoi schießt und abblüht. Das Blühen ist dann zwar unvermeidbar, aber um einen bitteren Geschmack zu verhindern, werden die blühenden Köpfe kurz unterhalb des ersten Blattansatzes abgeschnitten. Durch den richtigen Saatzeitpunkt und die passende Pflege lässt sich das Schossen jedoch frühzeitig verhindern. Wie bei Pak Choi sind alle Teile der Pflanze essbar. Die blühenden Köpfe können beispielsweise in einem Salat verzehrt werden, schmecken jedoch intensiver und etwas bitter.

Da Tatsoi – wie viele Kreuzblütler – anfällig für Mehltau ist, sollte das Gießwasser nur an der Basis der Pflanze verteilt werden. Dazu eignet sich beispielsweise ein Sickerschlauch oder eine Tröpfchenbewässerung besonders gut oder Sie gießen bedacht mit der Gießkanne oder dem Gartenschlauch. Vermeiden Sie die Benetzung der Blätter.

Tatsoi im Topf
Wegen seines hohen Lichtbedarfs ist eine reine Topfkultur auf der Fensterbank nicht möglich [Foto: Dini Riyanti/ Shutterstock.com]

Tatsoi düngen

Während der kurzen Wachstumsperiode ist eine Düngung des Tatsoi nötig. Dazu eignet sich ein stickstoffreicher Dünger, der den Nährstoffbedarf während der intensiven Wachstumsphase optimal deckt. Durch einen Langzeitdünger in Granulatform werden Nährstoffe über einen längeren Zeitraum an den Boden abgegeben. Diese nehmen die Pflanzen auf, was ein gesundes Blattwachstum unterstützt. Beispielsweise unser Plantura Bio-Universaldünger fördert dank seines hohen Anteils an organischen Ausgangsstoffen das Bodenleben ebenso wie eine gesunde Pflanzenentwicklung.

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Für die Topfkultur und stickstoffarme Böden eignet sich auch ein hochwertiger Blumendünger. So ist zum Beispiel unser Plantura Bio-Blumen- & Balkondünger deutlich stickstoffbetonter als ein flüssiger Gemüsedünger und deckt die Bedürfnisse des Tatsoi bestens ab.

Häufige Krankheiten und Schädlinge

Wie bereits erwähnt kann durch falsches Gießen Mehltau an Tatsoi zum Problem werden. Aber auch die Pilzerkrankung Kohlhernie ist eine nicht zu unterschätzende Gefahr. Schädlinge wie Erdflöhe, aber auch Blattläuse, der Kohlweißling und die Kohlfliege können am Tatsoi auftreten.

Blattsenf ernten und verwenden

Wer Tatsoi anbaut, darf sich schon bald darauf auf die Ernte freuen.

Wie man Tatsoi erntet

Tatsoi ist nach 40 bis 50 Tagen erntereif, Babyleaf-Pflanzen sogar schon nach 30 bis 35 Tagen. Während Frost sollte auf die Ernte des Tatsoi verzichtet werden, da an den Berührungsstellen der empfindlichen Blätter Schäden entstehen. Zum Ernten werden die Köpfe etwa 1 cm über dem Boden mit einem scharfen, sauberen Messer abgeschnitten. Bei mildem Wetter kann der Tatsoi erneut austreiben, wenn etwas weiter oben geschnitten wird, sodass eine weitere Ernte möglich ist. Die zweiten Rosetten sind kleiner als die ersten, aber ebenso aromatisch.

Tatsoi lagern

Tatsoi kann auf die gleiche Art gelagert werden wie Pak Choi – in einem Frischhaltebeutel oder in ein feuchtes Handtuch geschlagen hält sich der Kohl im Kühlschrank bis zu eine Woche lang. Aufgrund des feinen Gewebes lässt sich Tatsoi nicht so gut einfrieren wie andere Pflanzen der Brassica-Familie, wie etwa Grünkohl (Brassica oleracea var. sabellica) oder Rosenkohl (Brassica oleracea var. gemmifera).

Geernteter Tatsoi
Tatsoi kann auf viele Arten verarbeitet und verzehrt werden [Foto: Svetlana Lukienko/ Shutterstock.com]

Verwendung

Tatsoi kann auf viele Arten verwendet werden. Als Pesto, Salat, gedünstet, als Pfannengericht, Tatsoi-Gemüse und zum Garnieren von Suppen eignet sich der Kohl wunderbar. Er ist ein sehr vielseitiges Blattgemüse, das sowohl roh als auch gekocht serviert werden kann. Dabei kommt Tatsoi überall dort zum Einsatz, wo Sie auch Spinat oder Pak Choi verwenden würden.

Entdecken Sie die Vielfalt der asiatischen Kohlgewächse und lernen Sie in unserem Spezialartikel auch den Pak Choi etwas näher kennen.

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