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Tomaten aussäen, pikieren & auspflanzen: Anleitung mit Video

Tomaten richtig aussäen, pikieren und auspflanzen ist wichtig für einen erfolgreichen Tomatenanbau – alle Tipps sowie eine Video-Anleitung finden Sie hier.

Tomaten (Solanum lycopersicum) sind die absoluten Lieblinge vieler Hobbygärtner und das verwundert auch nicht: Geschmacklich können die faden Tomaten aus dem Supermarkt den eigens angebauten Exemplaren bei weitem nicht das Wasser reichen. Doch um erfolgreich Tomaten im eigenen Garten ernten zu können, muss zuerst die Aussaat, das Pikieren und das Auspflanzen gelingen, damit gesunde Pflanzen mit schmackhaften Früchten entstehen können.

Tomaten aussäen, pikieren und auspflanzen

Wie Sie Ihre Tomaten richtig aussäen, pikieren und auspflanzen, haben wir nachfolgend für Sie zusammengetragen. Für weitere Tipps lohnt es sich, in das Video zu schauen. Dort teilen wir zum Beispiel beliebte Tomatensorten mit Ihnen.

Tomaten aussäen

Für ein erfolgreiches Aussäen braucht man einige „Zutaten“, damit das Vorgehen auch von Erfolg ist. Um die Tomaten auszusäen, benötigen Sie ein Aussaatgefäß. Hier kann man entweder zum klassischen Torf-Anzuchttöpfchen greifen oder aber auch auf alternative Aussaatgefäße setzen. Dazu eignet sich zum Beispiel ein alter Eierkarton, aber auch andere Gefäße können optisch überzeugen. Die besten alternativen Ausaatgefäße haben wir hier für Sie zusammengefasst. Egal, für welches Aussaatgefäß man sich entscheidet, eine spezielle Anzuchterde ist stets empfehlenswert. Diese besonders nährstoffarme Erde fördert in den ersten Wochen ein gutes Wurzelwachstum. Es ist ebenfalls ratsam, Stecketiketten oder Ähnliches zu verwenden, damt Sie auch später noch wissen, was Sie ausgesät haben. Ein wasserfester Stift ist hier besonders empfehlenswert. Will man die Keimung beschleunigen, kann man auch ein kleines Aussaatgewächshaus verwenden, das man oft für wenig Geld schon bekommt. Alternativ können Sie so ein Mini-Gewächshaus aber auch selber basteln. Eine Anleitung dazu finden Sie hier. Auch spezielle Wärmmatten können unter die Töpfchen gelegt werden und sorgen dafür, dass die Keimlinge warme Füße haben.
Unser Tipp: Schneiden Sie den oberen Teil einer Plastikflasche ab und stülpen Sie ihn als Kuppel über das Saatgefäß.

Tomaten aussäen
Zum Aussäen von Tomaten empfiehlt sich eine spezielle Aussaaterde (Anzeige: Herzlichen Dank an Floragard)

Tomatensamen in die Erde setzen: Anleitung

Zwischen Ende Februar und Mitte März ist es dann soweit: Es kann mit der Aussaat begonnen werden. Die Tomatensamen bedeckt man etwa mit einem Zentimeter Erde und drückt diese ganz leicht an. Anschließend sollte etwas gewässert werden. Wichtig ist, dass die Erde ab jetzt stets leicht feucht ist. Ein Austrocknen vertragen die sensiblen Samen in diesem Stadium nur schlecht. Ist die Erde über Tage richtig nass, können die Samen faulen. Deshalb gilt es, sowohl Trockenheit als auch extreme Nässe zu vermeiden. Als Standort wählt man am besten ein warmes und helles Fensterbrett für die kleinen Tomatenkeimlinge. Hat man kein helles Fensterbrett zur Verfügung gibt es künstliche Abhilfe: Pflanzenbeleuchtung mit speziellen LEDs können das für die Tomate wichtige Farbspektrum ziemlich nah abbilden. Die Keimtemperatur bei Tomaten sollte bei mindestens 20°C liegen, damit die Aussaat auch wirklich gelingt.

Zusammenfassung Tomaten aussäen:

  • Sie benötigen ein Aussaatgefäß (Torftöpfchen oder alternatives Gefäß wie ein Eierkarton)
  • Am besten verwenden Sie spezielle Aussaaterde
  • Ein Mini-Gewächshaus oder eine Wärmematte sind optional
  • Als Standort wählen Sie idealerweise ein helles Fensterbrett
  • Legen Sie die Samen etwa 1 cm tief in die Erde und drücken Sie diese leicht an
  • Danach sollten Sie alles gut angießen
  • Die Keimtemperatur liegt bei mind. 20°C

Tomaten pikieren

Etwa zwei Wochen nach der Aussaat erscheinen die ersten Keimlinge. Diese lässt man einige Zeit weiterwachsen bis sich das erste oder zweite Paar echter Blätter – die Keimblätter werden hier nicht berücksichtigt – gebildet hat. Wenn dies der Fall ist, sollten die Tomaten pikiert werden. Sie benötigen nun einen größeren Topf, um wachsen zu können und ein kräftiges Wurzelwerk auszubilden. Beim Pikieren von Tomaten empfiehlt es sich, vorsichtig zu arbeiten. Am besten nimmt man sich etwas Zeit und bringt Geduld mit. Zuerst werden die Pflänzchen aus der Erde gehoben. Das funktioniert am besten mit einem Pikierstab, der Schaft einer Gabel oder eines Löffels eignet sich aber auch gut. Besonders wichtig ist, dass weder Blätter noch Wurzeln der Keimlinge verletzt werden. Sobald die Jungpflanzen erfolgreich herausgehoben wurden, setzt man sie in einen größeren Topf mit etwa 8 bis 12 cm Durchmesser. Dabei sollten die Pflänzchen bis zum Ansatz der Keimblätter in der Erde verschwinden. Auch hier empfiehlt sich die Verwendung von nährstoffarmer Erde, da so das Wurzelwachstum gefördert wird. Das ist später essentiell für kräftige und gesunde Tomatenpflanzen mit einem hohen Ertrag.

Tomaten pikieren
Tomaten pikiert man am besten, nachdem sich das erste oder zweite Blattpaar gebildet hat

Hinweis: Wenn sich kurz vor dem Auspflanzen die unteren Blätter der Jungpflanzen gelblich verfärbt haben, kann sowohl Lichtmangel als auch eine Unterversorgung mit Nährstoffen die Ursache sein. Ist Lichtmangel durch einen sonnigen Standort ausgeschlossen, kann man die Tomate vorsichtig düngen.

Zusammenfassung Tomaten pikieren:

  • Etwa zwei Wochen nach der Aussat können Sie die Tomaten pikieren
  • Die Keimlinge sollten schon ein oder zwei echte Blattpaare gebildet haben
  • Mit Hilfe eines Pikierstabs oder Ähnlichem werden die Junpflanzen aus der Erde gehoben
  • Setzen Sie die Tomaten in Töpfe mit 8-12 cm Durchmesser und nährstoffarmer Erde
  • Die Pflanzen sollten bis zum Ansatz der Keimblätter in der Erde verschwinden

Tomaten auspflanzen

Im späteren Frühjahr wird es auf der Fensterbank meistens schon zu eng für die Tomaten. Sie wollen größere Töpfe oder direkt ins Beet ausgepflanzt werden. Allerdings sollte man beim Auspflanzen von Tomaten nicht zu vorschnell sein. Will man seine Tomatenpflanzen im Freiland kultivieren, sollte man mindestens bis nach den Eisheiligen (Mitte Mai) warten, da die Pflanzen keinen Frost vertragen. In einem Gewächshaus fühlen sich Tomaten allerdings schon Ende April wohl. Sind die Tage im April schon warm und sonnig, ist es auch möglich, die Pflanzen bereits tageweise ins Freie zu stellen. So härten sie ab und wachsen nach dem Auspflanzen direkt weiter. Dabei sollte man allerdings unbedingt darauf achten, dass die Tomaten keine direkte, intensive Sonne abbekommen. Dies kann bei den sensiblen Jungpflanzen zu einem Sonnenbrand führen. Auch wenn die Temperaturen zu kühl werden oder das Wetter sehr feucht ist, müssen die Pflanzen wieder ins Haus geholt werden.

Tomate in Topf auspflanzen
Im späten Frühjahr benötigen Tomaten einen größeren Topf und sollten umgepflanzt werden

Tomaten in die Erde pflanzen: Anleitung

Tomaten sind ein klassischer Vertreter der Starkzehrer und brauchen ausreichend Nährstoffe. Daher sollte die Erde für Tomaten mit Kompost aufgebessert werden. Auch Hornspäne oder Hornmehl eignen sich gut. Wie man Tomaten am besten düngt und mit Nährstoffen versorgt, können Sie auch hier in unserem Spezial-Artikel nachlesen. Generell bevorzugen Tomaten eine lockere Erde. Das Pflanzloch sollte mit etwa 30 cm recht tief ausgehoben werden. So wird die Wurzelmasse der Pflanzen erhöht, da Tomaten auch nachträglich an den Stängeln noch Wurzeln bilden.

Bei besonders hohen Tomatenpflanzen kann es sich lohnen, eine spezielle Pflanzmethode anzuwenden. Bei dieser werden die unteren Blattpaare einige Tage vor dem Auspflanzen entfernt. Graben Sie eine längliche Grube und legen Sie eine Pflanze horizontal herein. Biegen Sie das obere Ende vorsichtig in die Senkrechte und befestigen Sie es an einem Stab. Der entlaubte – nun unterirdische – Trieb bildet dann Wurzeln aus und  garantiert ein kräftiges Wachstum. Wählt man diese Pflanzmethode, kann man gegebenenfalls auch auf das spätere Ausgeizen verzichten, da die Pflanze ausreichend Nährstoffe über den vergrößerten Wurzelbereich aufnehmen kann.

Ist die Tomate schließlich erfolgreich ausgepflanzt, benötigt sie nur noch eine passende Wuchshilfe. Dafür eignet sich entweder ein Pflanzstab oder eine Schnur. Pflanzstäbe müssen bei einer reichen Ernte ein relativ hohes Gewicht tragen und sollten deshalb ausreichend robust sein. Besonders wüchsige Sorten und Fleischtomaten können den Stab schnell überlasten. Am besten eignet sich daher ein stabiler Bambusstab mit mindestens 1,5 m Länge oder der Ast einer Haselnuss. Seit einigen Jahren sind auch Spiralstäbe aus Metall gang und gäbe. Diese haben den Vorteil, dass die Tomaten durch die Spiralform seltener aufgebunden werden müssen. Beim Anbinden sollte man auf ausreichend Platz und Elastizität achten. Bindet man die Tomatentriebe zu fest an die Stange, können die Triebe später eingeschnürt werden. Dies hemmt in der Folge das Pflanzenwachstum und kann die Ernte beeinträchtigen.

Tomate auspflanzen
Im Beet benötigen Tomaten ein besonders tiefes Pflanzloch und eine Wuchshilfe [Foto: nito/ Shutterstock.com]

Zusammenfassung Tomaten auspflanzen:

  • Sobald kein Frost mehr herrscht, können Tomaten ausgepflanzt werden
  • Benutzen Sie Kompost oder Ähnliches für eine ausreichende Nährstoffversorgung
  • Heben Sie ein ausreichend tiefes Pflanzloch aus, damit sich viele Wurzeln bilden können
  • Besonders hohe Tomatenpflanzen können durch eine spezielle Pflanzmethode gestärkt werden
  • Tomaten benötigen eine Wuchshilfe (Pflanzstab oder Schnur)

Damit auch nach dem Auspflanzen der Tomaten nichts schiefgeht, haben wir hier 5 typische Fehler beim Anbau von Tomaten für Sie zusammengefasst und geben Tipps, wie man diese vermeiden kann.

Für aromatische Tomaten aus dem Garten, empfehlen wir folgende Produkte:
  • Floragard Bio Tomaten- & Gemüseerde: Torffreie Spezialerde mit Kompost zur optimalen Nährstoffversorgung für Tomaten im Gemüsebeet, Gewächshaus sowie Balkon und Terrasse.
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  • Plantura Bio-Tomatendünger: Ein hoher Kalium-Anteil sorgt für aromatisch duftende und schmackhafte Tomaten. Als organischer Dünger ist er für die langfristige Nährstoffversorgung von Tomaten und vielen anderen Gemüsearten hervorragend geeignet.
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