Tomaten: aussäen, pikieren und auspflanzen

Tomatenpflanzen findet man in vielen Gärten. Wir zeigen wie man Tomaten richtig aussät, anschließend pikiert und an den richtigen Standort auspflanzt.

 

Besonders wer das Erlebnis der Tomatenreife vom Samen bis zur geschmackvollen Frucht begleitet hat, sollte bei nächster Gelegenheit Tomaten selbst aussäen. Der Reiz die komplette Entwicklung über mehrere Monate zu beobachten, zieht viele Gartenfreunde in den Bann und ist auch besonders für Kinder spannend. So sieht der Nachwuchs, was hinter dem beliebten Gemüse steckt, das sonst stets aus dem Regalen des örtlichen Supermarktes stammt.

Tomatenaussaat: die richtigen Materialien rechtzeitig besorgen

Für ein erfolgreiches Aussäen braucht man einige „Zutaten“. Man nehme Torf-Anzuchttöpfe, die man meistens im Gartencenter oder auch im Baumarkt findet. Will man hier nicht unnötig Geld in die Hand nehmen, bietet sich auch ein Eierkarton an. Egal für welches Aussaatgefäß man sich entscheidet, eine spezielle Anzuchterde ist stets empfehlenswert. Diese nährstoffarme Erde fördert in den ersten Wochen ein gutes Wurzelwachstum. Auch benötigt man Stecketiketten oder eine andere Möglichkeit, die verschiedenen Sämereien zu beschriften. Ein wasserfester Stift ist hier besonders empfehlenswert. Will man die Keimung beschleunigen, kann man zu einem kleinen Aussaatgewächshaus, das für ein paar Euro im Internet erhältlich ist, greifen. Auch spezielle Wärmmatten können unter die Töpfe legt werden und sorgen dafür, dass die Keimlinge warme Füße haben. Will man aufs Budget achten, kann man auch den oberen Teil von Plastikflaschen abschneiden und als Kuppel über das Saatgefäß stülpen.

Für aromatische Tomaten aus dem Garten, empfehlen wir folgende Produkte:
  • Floragard Bio Tomaten- & Gemüseerde: Torffreie Spezialerde mit Kompost zur optimalen Nährstoffversorgung für Tomaten im Gemüsebeet, Gewächshaus sowie Balkon und Terrasse.
  • Cuxin Bio Tomatendünger: Kaliumreicher Bio-Spezialdünger für schmackhafte und gesunde Tomaten im Freibeet und Gewächshaus.
  • Anzuchttöpfe: Aus natürlichem Torf mit Spurennährstoffen für ein kontrolliertes Wachstum der Sämlinge.

 

Tomatensamen in die Erde setzen

Zwischen Ende Februar und Mitte März ist es dann soweit: Es kann mit der Aussaat begonnen werden. Die Tomatensamen bedeckt man etwa mit 1cm Erde und drückt diese ganz leicht an. Anschließend sollte etwas gewässert werden. Wichtig ist, dass die Erde stets leicht feucht ist. Ein Austrocknen vertragen die sensiblen Samen in diesem Stadium recht schlecht. Ist die Erde über Tage richtig nass, können die Samen faulen. Beides gilt es zu vermeiden. Als Standort wählt man am besten ein warmes und helles Fensterbrett. Hat man kein helles Fensterbrett zur Verfügung, kann man mit künstlicher Pflanzenbeleuchtung mit speziellen LEDs, die das für die Pflanze wichtige Farbspektrum der Sonne möglichst nahe abbilden, Abhilfe schaffen. Zum Keimen darf die Temperatur gerne etwas höher sein. 20°C sollten es aber mindestens sein.

Tomaten richtig pikieren

Pikieren von Tomatensämlingen im Tray

Tomaten pikiert man am besten nachdem sich das erste richtige Blattpaar ausgebildet hat. [Foto: Dwight SiplerCC BY 2.0]

Nach etwa zwei Wochen erscheinen die ersten Keimlinge. Diese lässt man einige Zeit weiterwachsen bis sich das erste oder das zweite Paar echter Blätter (die Keimblätter werden hier nicht berücksichtigt) gebildet hat. Dann heißt es: alles bereit machen zum Pikieren. Denn die kleinen Tomatenpflanzen benötigen einen größeren Topf, um zu wachsen und ein kräftiges Wurzelwerk auszubilden.

Hier muss vorsichtig gearbeitet werden. Am besten nimmt man sich für das Pikieren etwas Zeit. Versierte Hobbygärtner heben mit einem Pikierstab die Pflanzen aus der Erde. Man kann beispielsweise auch den Schaft einer Gabel oder eines Löffels verwenden. Es sollten weder die Blätter noch die Wurzeln verletzt werden. Hat man die Tomate angehoben, setzt man die Jungpflanze in einen größeren Topf mit etwa 8-12cm Durchmesser (bsp. P9). Die Pflanze wird bis zum Ansatz der Keimblätter in die Erde setzt. Auch hier sollte man noch auf eine nährstoffarme Erde achten. Dies fördert weiterhin das Wurzelwachstum, das später essentiell für kräftige und gesunde Tomatenpflanzen mit einem hohen Ertrag ist. Teilweise kann es vorkommen, dass kurz vor dem Auspflanzen die unteren Blätter der Jungpflanzen sich gelblich verfärben. Dies kann sowohl an einem Lichtmangel als auch ein einer Unterversorgung mit Nährstoffen liegen. Ist ersteres durch eine sonnige und helle Fensterbank ausgeschlossen, kann man die Pflanzen vorsichtig düngen.

 Tomaten nicht zu früh auspflanzen

Im späteren Frühjahr wird es auf der Fensterbank meistens schon zu eng für die Tomaten. Sie wollen raus ans Tageslicht und größere Töpfe oder direkt ins Beet ausgepflanzt werden. Allerdings sollte man hier nicht zu vorschnell sein. Will man Tomatenpflanzen im Freiland kultivieren, sollte man mindestens bis nach den Eisheiligen warten. Denn Frost vertragen Tomaten nicht. Nennt man ein Gewächshaus sein Eigen, kann man bereits Ende April die Pflanzen dorthin verpflanzen.

Sind die Tage im April schon schön warm und sonnig, ist es auch möglich, die Pflanzen bereits tageweise ins Freie zu stellen. So härten die Pflanzen bereits ab und wachsen nach dem Auspflanzen direkt weiter. Nur sollte man darauf achten, dass die Jungpflanzen keine direkte, intensive Sonne abbekommen. Dies kann bei den sensiblen Jungpflanzen zu einem üblen Sonnenbrand führen. Werden die Temperaturen zu kühl oder das Wetter sehr feucht/regnerisch, müssen die Pflanzen wieder ins Haus geholt werden.

Tomaten pflanzt man am besten tief ein

Da Tomaten ein klassischer Vertreter der Starkzehrer sind, muss man für ausreichend Nährstoffe sorgen. Die Gartenerde sollte generell mit Kompost aufgebessert werden. Auch Hornspäne oder Hornmehl tun den Pflanzen gut. Teilweise kann man auch etwas Mist beigeben. Das Pflanzloch sollte recht tief (~30cm) ausgehoben werden. Die Erde ist am besten lockerer Natur. Auch wenn man es von anderen Pflanzen nicht gewohnt ist: Tomatenpflanzen wurzeln auch nachträglich an den Stängeln. Um die Wurzelmasse zu erhöhen werden Tomatenpflanzen deshalb sehr tief gepflanzt. Teilweise schaut nur noch die obere Hälfte der Pflanze aus der Erde heraus.

Hat man bereits sehr hohe Tomatenpflanzen kann man sich auch überlegen, die unteren Blattpaare einige Tage vor dem Auspflanzen zu entfernen. Anschließend gräbt man eine längliche Grube und legt die Pflanze horizontal herein. Das obere Ende wird vorsichtig in die Senkrechte gebogen und an einem Stab befestigt. Der entlaubte (nun unterirdische) Trieb bildet dann Wurzeln aus und  garantiert ein sattes Wachstum. Wählt man diese Pflanzmethode, verzichten einige Tomatenexperten auf das spätere Ausgeizen, da die Pflanze ausreichend Nährstoffe über den nun vergrößerten Wurzelbereich aufnehmen kann.

Tomaten lieben Stabilität

Ein häufiger Anfängerfehler ist die Wahl des passenden Pflanzstabs. Tomaten brauchen Stabilität und müssen entweder an einer Schnur (vorwiegend im Erwerbsanbau praktiziert) oder eben an einem Stab aufgebunden werden. Wählt man letzteren nicht ausreichend stabil, kann dies später zu Problemen führen. Besonders wüchsige Sorten und Fleischtomaten mit einem hohen Gewicht können den Stab schnell überlasten. Am besten wählt man einen etwas robusteren Bambusstab mit mindestens 150cm oder einen Haselnussstecken. Seit einigen Jahren sind auch Spiralstäbe aus Metall gang und gäbe. Durch die Spiralform müssen die Tomaten seltener aufgebunden werden. Beim Anbinden sollte man auf ausreichend Platz und Elastizität achten. Bindet man die Tomatentriebe zu fest an die Stange, können die Triebe später eingeschnürt werden. Dies hemmt dann in der Folge das Pflanzenwachstum.

Tomaten aufbinden im Gewächshaus

Aufbinden von Tomaten in einem konventionellen Gewächshaus [Foto: timlewisnmCC BY-SA 2.0]

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Felix

Ich bin studierter Wirtschaftsingenieur, aber im Herzen schon immer ein begeisterter Hobbygärtner. Seit über zehn Jahren baue ich Obst und Gemüse im eigenen Garten an, dabei liegt meine Leidenschaft vor allem bei seltenen und besonderen Sorten.
Lieblingsobst: Rotfleischige Pfirsiche und Pluots (Kreuzung Aprikose und Pflaume)
Lieblingsgemüse: Palmkohl, Tomaten und Kardonen