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Tomaten-Nützlinge: So helfen sie bei der natürlichen Schädlingsbekämpfung

Im biologischen Tomatenanbau werden Nützlinge schon seit längerem erfolgreich eingesetzt. Wir verraten, wie Marienkäfer und Co helfen können, Schädlinge an Tomaten zu bekämpfen.

Schwebfliegenlarve auf einem Blatt
Nützlinge wie diese Schwebfliegenlarve können Schädlinge im Zaum halten [Foto: Muddy knees/ Shutterstock.com]

In der Natur halten sich Insekten gegenseitig in Schach und sorgen somit für ein natürliches Gleichgewicht. Dadurch kommt es kaum zu einer Überfülle an pflanzenschädlichen Insekten, die einen Bestand von Pflanzen gefährden könnten. Sowohl im privaten als auch gewerbsmäßigen Anbau lassen sich sogenannte Nützlinge gezielt einsetzen, die bestimmte Schädlinge auf natürliche Weise bekämpfen. Auf diese Weise erspart man sich den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und die oftmals giftigen Stoffe gelangen nicht in die Umwelt. Der Begriff „Nützling“ bezieht sich dabei lediglich auf den Nutzen der Tiere für den Menschen, nicht etwa auf den biologischen Wert der Insekten oder Tiere in der Natur.

Nützlinge gegen Blattläuse an Tomaten

Blattläuse (Aphidoidea) saugen Zuckersaft aus den Leitungsbahnen von Tomatenblättern und jungen Trieben, was oftmals zu Deformationen wie seltsam geknickten oder eingedrehten Blättern führt. Gegen Blattläuse kommen Marienkäfer (Coccinellidae), Räuberische Gallmücken (Aphidoletes aphidimyza) sowie Florfliegen (Chrysoperla carnea) und Schwebfliegen (Episyrphus baltiatus) zum Einsatz.

  • Marienkäfer und ihre orange-schwarz gestreiften länglichen Larven vertilgen täglich Dutzende Blattläuse. Die Larven schaffen bis zu ihrer Entwicklung nach etwa vier Wochen etwa 800 Blattläuse, die erwachsenen Käfer des bekannten Siebenpunkt-Marienkäfers (Coccinella septempunctata) vertilgen pro Tag bis zu 150 Blattläuse. Käuflich erwerben lassen sich zum Beispiel die Zweipunkt-Marienkäfer (Adalia bipunctata).
  • Räuberische Gallmücken legen in ihrem meist nur eine Woche langen Leben in der Nähe von Blattlauskolonien ihre Eier. Die orangen Larven schlüpfen nach drei bis sieben Tagen und beginnen sogleich, die lästigen Pflanzensauger selbst auszusaugen. Nach etwa zwei Wochen verpuppen sich die Larven und fallen von den Pflanzen. Nun muss eine neue Generation ausgebracht werden, sollte der Befall noch nicht vorbei sein.
  • Auch bei Florfliegen sind es nur die Larven, die sich an Blattläusen gütlich tun. Die sandfarbenen länglichen Tierchen besitzen große Mundwerkzeuge, mit denen sie in zwei bis drei Wochen etwa 500 Blattläuse je Larve verzehren.
  • Schwebfliegen tarnen sich als erwachsene Tiere mit wespenähnlichen Farben, besitzen aber keinen Stachel und ernähren sich nur von Blüten. Ihre Larven jedoch sind immer hungrige Gesellen und bis zum vegetarischen Leben als erwachsene Tiere fressen sie unermüdlich Blattläuse. In den zwei Wochen bis zur Verpuppung beseitigt eine Larve bis zu 700 Blattläuse.

In unserem Artikel zum Blattläuse-Bekämpfen erfahren sie, wie Sie Blattläuse schnell und sicher mit wirksamen Hausmitteln oder biologischen Mitteln wie unserem Plantura Bio-Schädingsfrei Neem loswerden.

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Nützlinge gegen Weiße Fliegen an Tomaten

Weiße Fliegen (Trialeurodes vaporariorum) treten oft in Massen im Gewächshaus auf. Sie legen ihre Eier gern an der Unterseite von Tomatenblättern. Ihre Larven werden auch Mottenschildläuse genannt, denn sie sind weißlich und sehr breit, eben schildförmig, wie der Name schon sagt. Schüttelt man die Pflanze, fliegen die beflügelten erwachsenen Tiere auf. Schlupfwespen (Encarsia formosa, Eretmocerus eremicus), Raubmilben (Amblyseius swirskii) und Raubwanzen (Macrolophus pygmaeus) sind Antagonisten der Weißen Fliege. Die Schlupfwespen legen ihre Eier auf die Mottenschildläuse, ihre Larven ernähren sich von der Laus und töten sie dadurch. Auch im gewerblichen Gartenbau ist die Schlupfwespe als sehr effektiver Nützling gegen die Weiße Fliege nicht mehr wegzudenken. Raubmilben sind sogenannte Schutzräuber, die erst gar keine Massenvermehrung von Schädlingen zulassen. Sie fressen zwar nicht so viele Läuse wie Schlupfwespenlarven, vermehren sich aber selbst auf den Pflanzen und bleiben bei genügend Beute so lange, bis sie nichts mehr zu fressen finden. Alle genannten Nützlinge können bestellt und nach der Lieferung sofort an den befallenen Pflanzen ausgebraucht werden.

Weiße Fliegen auf der Blattunterseite einer Pflanze
Weiße Fliegen sitzen auf der Blattunterseite vieler Gemüsearten [Foto: ULD media/ Shutterstock.com]

Nützlinge gegen Spinnmilben bei Tomaten

Die gefürchteten Spinnmilben (Tetranychus urticae) treten an Obstbäumen und Zierpflanzen, aber auch auf vielen Gemüsearten auf. Sie sind oft orange-rot gefärbt und stechen Pflanzenzellen an, die ausgesaugt und dann weißlich werden. Auf diese Weise entstehen fleckige Blattflächen und später auch Gespinste zwischen Blättern, die an Spinnweben erinnern. Die Räuberische Gallmücke (Feltiella acarisuga) hilft gegen Spinnmilben, der effektivste Gegenspieler ist aber die Raubmilbe (Phytoseiulus persimilis). Erwachsene Raubmilben vertilgen am Tag etwa fünf Spinnmilben und können sie langfristig in Schach halten. Auch die kleinste Marienkäfer-Gattung Stethorus, oder auch Kugelkäfer, mit nur etwa 1,2 Millimetern Länge bekämpft erfolgreich Spinnmilben, auch an Obstbäumen. Die kleinen Käfer sind gänzlich schwarz mit gelben Beinchen.

Tomaten-Blätter mit einem Spinnmilben-Befall
Spinnmilben können an Tomaten großen Schaden anrichten [Foto: Floki/ Shutterstock.com]

Nützlinge gegen Minierfliegen an Tomaten

Im heimischen Garten ist ein Befall mit Minierfliegen (Agromyzidae) eher selten. Die Larven dieser Insekten fressen sich zwischen Blattober- und Unterseite durch das Blatt und hinterlassen sichtbare, helle bis weiße, gebogen und diffus wirkende Fressgänge. Gegen diesen Schädling helfen ebenfalls Schlupfwespen der Art Dacnusa sibirica und Diglyphus isaea. Auch diese Schlupfwespen legen Eier in die Larven und lassen ihre eigenen Nachkommen den Rest erledigen.

Alle Nützlinge gegen die häufigsten Tomaten-Schädlinge in einer Tabelle

In der nachfolgenden Tabelle sehen Sie alle Tomaten-Schädlinge, ihre Symptome und die Gegenspieler zusammengefasst. Weil die deutschen Namen der Nützlinge meist nicht ausreichend präzise sind, finden Sie die lateinischen Bezeichnungen. Diese können Sie bei der Suche nach Nützlingen besser verwenden.

SchädlingSymptomNützling
BlattlausLäuse gut sichtbar; klebrige Blätter; eingedrehte Blätter; deformierte StängelMarienkäfer: Adalia bipunctata,
Gallmücke: Aphidoletes aphidimyza,
Florfliege: Chrysoperla carnea,
Schwebfliege: Episyrphus baltiatus
Weiße FliegeAufsteigende weiße Fliegen; deformierte BlätterSchlupfwespen: Encarsia formosa,
Eretmocerus eremicus,
Raubmilbe: Amblyseius swirskii,
Raubwanze: Macrolophus pygmaeus
SpinnmilbeFleckig weiß-grüne Blätter; Spinnweben; Rote MilbenGallmücke: Feltiella acarisuga,
Raubmilbe: Phytoseiulus persimilis
MinierfliegeWeiße Miniergänge im BlattinnerenSchlupfwespen: Dacnusa sibirica,
Diglyphus isaea

All diese Nützlinge können als Eier oder Larven im Handel erworben werden, empfehlenswerte Quellen finden Sie weiter unten im Text. Die Eier werden in verschiedenen Verpackungen geliefert und gleich nach der Ankunft gemäß der Herstellervorgabe im befallenen Pflanzenbestand platziert. Nach ein paar Tagen schlüpfen die Larven und machen sich ans Werk. Haben sie sich weit genug entwickelt, dann verpuppen sie sich und werden zu adulten Tieren. Nicht alle Nützlinge können problemlos überall genutzt werden. Eine Armada von Marienkäfern kann im Haus recht störend werden und Schlupfwespen neigen im Freiland dazu, einfach von der behandelten Pflanze wegzufliegen. Hier ist es also wichtig, die Hinweise der Anbieter von lebenden Nützlingen zu beachten.

Gemüsepflanze mit Minierfliegen-Befall
Minierfliegen fressen typische chaotische Gänge in Blätter [Foto: Thiti Sukapan/ Shutterstock.com]

Nicht nur tierische Helfer können die Tomate vor Schädlingen beschützen. Fasst man den Begriff „Nützling“ noch etwas weiter und bezieht auch Pflanzen ein, dürfen die Studentenblume (Tagetes sp.) und Ringelblume (Calendula officinalis) nicht fehlen. Pflanzt man diese schönen Zierpflanzen zusammen mit Tomaten an, schützen diese die Wurzeln der Tomate vor Nematoden. In unserem Artikel zur Mischkultur bei Tomaten erfahren Sie, welche Pflanzen die besten Nachbarn für Tomaten sind.

Tipp: Auch Hummeln (Bombus sp.) gehören zu den Nützlingen, denn diese werden schon bei Temperaturen tätig, bei denen sich noch keine Biene raustraut. Hummeln stellen sowohl im heimischen Garten als auch im Gewächshaus die Bestäubung der Tomaten sicher. Im Erwerbsgartenbau sind Hummeln als Bestäubungshilfe nicht mehr wegzudenken.

Bezugsquellen für Tomaten-Nützlinge

Einige Nützlinge findet man sogar in gut sortierten Gartencentern wie in Dehner Gartencentern. Die Auswahl dort ist oft jedoch stark beschränkt. Ein größeres Unternehmen in Deutschland ist die Sautter & Stepper GmbH aus Ammerbuch, die ein breites Spektrum von Nützlingen online unter nuetzlinge.de anbietet. Doch ebenfalls Gärtnereien wie Native Plants halten über ihren Online-Shop die Tierchen bereit. Man muss mit etwa 10 bis 15 Euro pro Packung rechnen. Der Preis zahlt sich allerdings schnell aus, da Spritzmittel ähnlich teuer sind und man diese sicherlich nicht gern im eigenen Garten verwendet. Viele Nützlinge fliegen nach ihrer Entwicklung zum erwachsenen Tier Blüten an und ernähren sich von Nektar. Mit einer blühenden Wildblumen-Wiese unterstützen Sie die Vermehrung der Nützlinge im eigenen Garten. In unserem Plantura-Shop finden Sie Saatgut für Bienenweiden und andere Blühmischungen, beispielsweise unseren Plantura Nützlingsmagnet.

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Weitere nützliche Tierchen gegen allerlei Schädlinge stellen wir Ihnen vor im Artikel „Nützlinge im Garten: 10 tierische Helfer, die Sie kennen sollten“.

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