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Tomaten und deren Schädlinge: Alles über Blattläuse, Nematoden & Co.

Tomaten dürfen in keinem Garten fehlen. Schädlinge wie Blattläuse, Nematoden, Spinnmilben und Weiße Fliegen können das Ernteglück mindern. Wir geben Tipps.

Marienkäfer frisst Blattläuse auf einer Pflanze
Marienkäfer und deren Larven fressen die Blattläuse. Sie sind als Nutzling gegen die lästigen Blattläuse besonders empfehlenswert. [Foto: Gilles San Martin – CC BY-SA 2.0]

Gleich vorweg: Sind die Tomatenpflanzen befallen, kann man mit einigen Tipps recht leicht, schnell und auf biologische Weise Abhilfe schaffen. Viele tierische Antagonisten der Tomate kann man mit Nützlingen bekämpfen. Deutlich schlimmer ist ein Befall der Tomatenpflanze mit Pilzkrankheiten. Wie Sie Ihre Tomate vor Krankheiten schützen können, erfahren Sie in unserem Spezial-Artikel.

Blattläuse

Die lästigen Blattläuse (Aphidoidea) kommen meistens im Frühsommer vor. Die kleinen Plagegeister saugen die Nährstoffe aus den Blättern und schwächen die Pflanze dadurch. Zudem können die Sauger den Mosaikvirus und andere Krankheiten übertragen und somit die Tomatenpflanze nachhaltig schädigen. Befallene Blätter rollen oder kräuseln sich bei starkem Befall, hiervon sind insbesondere junge Blätter betroffen. Honigtau, der von den Blattläusen ausgesondert wird, begünstigt den Befall mit Rußtau und lockt Ameisen an. Außerdem werden dadurch die Spaltöffnungen der Blätter verklebt und die Atmung eingeschränkt.

  • Vorbeugung:
    Blattläuse vermehren sich rasant. Pro Woche kann sich die Anzahl um etwa den Faktor 10 erhöhen. Erkennt man einen Befall, sollte man zeitnah handeln um eine Epidemie zu vermeiden. Vorbeugend sollte man die Pflanzen ausreichend gießen und düngen. Ein sonniger Standort führt zudem zu dickeren Blättern, diese können von den Läusen schwerer durchstochen werden. Kräftige Pflanzen sind immer eine gute Grundlage um Schädlingsbefall zu vermeiden.
  • Behandlung:
    Zwar gibt es einige Pflanzenschutzmittel im Gartencenter, aber es geht meistens auch deutlich preiswerter und biologischer. Beispielweise kann man in lauwarmen Wasser eine Seifenlauge anmischen und damit die Pflanze einmal am Tag für einige Zeit spritzen. Auch können präventiv Knoblauchzehen um die Tomatenpflanze gesetzt werden. Neemsamenschrot kann in den Boden eingearbeitet werden oder ebenfalls als Spritzmittel aufgebrüht werden. Experimentiert man gerne, bietet sich auch der Einsatz von Nützlingen. Gegen Blattläuse können Florfliegen, Marienkäfer-Larven oder auch die räuberische Gallmücke eingesetzt werden. Der Einsatz ist aber besonders in einem Gewächshaus oder ähnlichen geschlossenen Raum effektiv.

Folgende Artikel haben sich bei uns im Garten bewährt:

Spinnmilben

Spinnmilben treten besonders bei der Kultur im Gewächshaus auf. Chili und Paprika sind besonders anfällig für einen Befall, der schnell auf Tomaten übergreifen kann.

  • Vorbeugung:
    Spinnmilben befallen vorzugsweise geschwächte Tomatenpflanzen. Deshalb sollten die Tomaten stets ausreichend gegossen und gedüngt werden. Denn Trockenheit ist eines der Hauptprobleme, die einen Spinmilben-Befall begünstigen. Eine Mulchschicht um den Wurzelbereich herum, hilft die Feuchtigkeit im Erdreich konstant zu halten. Ist die Luft im Gewächshaus sehr trocken, sollten Sie die Luftfeuchtigkeit erhöhen. Dies vertragen Spinnmilben in der Regel eher schlecht. Dennoch sollte ausreichend gelüftet werden, da – besonders in kleineren Gewächshäusern. Denn einerseits kann die Luftfeuchtigkeit dort sehr hoch sein (Begünstigung von Pilzkrankheiten), andererseits können aber auch die starken Temperaturschwankungen die Pflanzen unter Stress setzen.
  • Bekämpfung:
    Stark befallene Blätter sollten Sie entfernen und entsorgen. Biologisch kann sie man mit einem Sud aus Neem behandeln oder mit Neemöl spritzen. Zwar gibt es auch diverse chemische Spritzmittel, allerdings kann unserer Meinung nach hierauf auch verzichtet werden. Denn die Spinnmilbe hat viele natürliche Feinde. Hierzu zählen die Raubmilbe und die Gallmücke. Diese Nützlinge kann man auch im Internet bestellen. Durch diese Methode kann man dem Spinnmilbenbefall schnell und auf natürliche Weise in den Griff kriegen.

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Weiße Fliege

Die Weiße Fliege müsste eigentlich Mottenschildlaus heißen. Denn zu dieser Gattung gehört der Schädling. Besonders die Arten Trialeurodes vaporariorum (gelblich, weiß bepudert) und Bemisia tabaci (ähnliches Erscheinungsbild, jedoch steiler angelegte Flügel) sorgen hier zu Lande für einen lästigen Befall. Die weiße Fliege legt ihre Eier insbesondere auf den Blättern ab. Trialeurodes vaporariorum erkennt man unter anderem daran, dass die Eier kreisförmig und meistens auf der Blattunterseite abgelegt werden. Wie bei Blattläusen fördern die Ausscheidungen des Schädlings die Bildung von Rußpilzen.

  • Vorbeugung:
    Die Weiße Fliege kann problemlos auch in kalten Wintern im Gewächshaus überleben. Deshalb ist eine gute Hygiene im Gewächshaus wichtig. Man sollte keine befallenen Pflanzen einschleppen, beziehungsweise befallene Pflanzen sofort isolieren. Ein konstanter Luftzug wird von der Weißen Fliege nicht sonderlich gut angenommen – ein weiterer Grund weshalb man in Gewächshäusern stets für eine gute Lüftung sorgen sollte.
  • Bekämpfung:
    Gott sei Dank gibt es diverse Nützlinge, die gegen die Weiße Fliege zum Einsatz kommen können. Hierzu zählen verschiedene Arten der Schlupfwespe, der Raubwanze sowie –milbe und der Marienkäfer. Es gibt sogar einen Pilz (Lecanicillium muscarium), der gezielt Schädlinge wie die Weiße Fliege befällt. Deshalb sollte man auch nicht primär zu einem chemischen Mittel greifen. Die Nützlinge erledigen ihre Arbeit meistens schnell und sehr zufriedenstellend. Will man nicht so lange warten, kann man auf gut verträgliche Mittel, wie Neudosan oder Neem Schädlingsfrei zurückgreifen.

Nematoden

Nematoden zählen zu den sogenannten Fadenwürmern. Sie kommen im Boden, Wasser und in lebenden Organismen als Parasiten vor. Die Fadenwürmer befallen die Wurzeln der Tomate und bereichern sich dort an deren Nährstoffen. Achtet man nicht auf die Fruchtfolge und baut am selben Standort regelmäßig eine bestimmte Pflanzenart an, können sich Nematoden massenhaft vermehren und den Pflanzen ernsthaft schaden. Zusätzlich können Nematoden auch Viren übertragen.

  • Vorbeugung:
    Eine Bekämpfung der verschiedenen Nematodenarten mit einem chemischen Pflanzenschutzmittel ist unpraktikabel. Meist gibt es auch gar keine zugelassenen Mittel. Werfen wir deswegen einen Blick auf die biologischen Möglichkeiten: So soll zum Beispiel der Anbau von Tagetes bei Nematodenbefall an Tomaten helfen. Die Tagetes produziert in ihren Wurzelzellen ein Nematizid – also ein Gift gegen Nematoden. Nähert sich eine Nematode einer Tageteswurzel und sticht sie an, so stirbt die Nematode kurze Zeit später durch das Gift ab. Doch die Lösung für das Problems ist das trotzdem leider nicht, denn es gibt ganz unterschiedliche Nematodenarten, die Tomatenpflanzen befallen. Es handelt sich bei Tomaten nämlich meist um gallenbildende Nematoden und genau diese machen einen großen Bogen um Tagetespflanzen. Ohne das Anstechen der Wurzel nimmt die Nematode kein Nematizid auf und wird somit auch nicht bekämpft. Bei vielen anderen Gemüsearten, die von sogenannten freilebenden Nematoden befallen werden, eignet sich Tagetes hingegen sehr gut. Wir empfehlen für die Bekämpfung von tomatenschädigenden Nematoden lieber eine konsequente Fruchtfolge oder den Einsatz von resistenten Sorten wie zum Beispiel: Caprese, Corianne, Ducati, Dolcevita, Matias, Picolino und Zebrino und die Unterlage Vigomax
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