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Gurken: Hintergründe, Anbau, Ernte & Konservierung

Gurken gehören zum Standardsortiment im Supermarkt. Wir zeigen wie Anbau, Ernte und Konservierung von Gurken im eigenen Garten gelingt.

selbstgebaute Rankhilfe mit einigen Gurken zwei Wochen vor der Ernte

Aufgebundene Gurken an selbstgebauter Rankhilfe. [Foto: Cristina.SanvitoCC BY 2.0]

Die Gurke (Cucumis sativus) zählt neben den Zucchini und den Melonen zur Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae). So verwundert es auch nicht, dass in Deutschland zunächst sowohl Gurken als auch Melonen unter dem Begriff „Gurke“ zusammengefasst wurden. Trotzdem scheint es klar zu sein, dass die beiden geschmacklich so unterschiedlichen Arten später begrifflich voneinander getrennt wurden.

Gurken sind aus den meisten Küchen nicht wegzudenken. Denn was wäre ein gemischter Salat ohne den frischen Geschmack von Gurken? Oder Zaziki ohne das grüne Gemüse? Undenkbar!  Ursprünglich entstammt die Gurke wohl aus Indien, wo auch andere Gemüsearten, wie die Aubergine, ihren Ursprung haben sollen. Überlieferungen zu Folge soll die Gurke bereits über 1000 Jahre v.Chr. von indischen Bauern kultiviert worden sein. Ihren Weg nach Europa fand sie über Persien ins heutige Italien. Bereits Kaiser Tiberius soll das erfrischende Gemüse sehr geschätzt haben. In Europa sind die Hauptanbaugebiete in Deutschland (0,5 Mio. Tonnen), den Niederlanden (0,25 Mio. Tonnen und Spanien (0,2 Mio. Tonnen). Deutschland, der größte Erzeuger von Gurken in Europa produziert im Vergleich zu China jedoch lächerlich wenig. Denn die Chinesen ernten mit etwa 28 Mio. Tonnen jedes Jahr ungefähr das 50-fache von der deutschen Produktion.

Synonyme: Gartengurke, Salatgurke, Gewürzgurke, Kukumer, Guckummer, Guggummere (CH), cucumber (engl.)

Gurken richtig anbauen

Gurken, verglichen mit anderen gängigen Gemüsearten aus der Familie Kürbisgewächse, kommen am besten mit einem kühlen Klima zurecht. Dies dürfte auch ein Grund sein, weshalb der Anbau von Gurken im eigenen Garten recht gut gelingt.

Ranke von Gurken Cucumis sativus

Ranke von Gurke in der Nahaufnahme. [Foto: Cristina]

Damit man möglichst viele aromatische Gurken ernten kann, sollte man das Saatgut vorziehen. Hier bietet sich die eigene Fensterbank oder ein beheiztes Gewächshaus an. Mitte April setzt man die Samen 1-2cm tief. Die Temperaturen sollten bei mind. 20°C liegen, da sonst der Keimprozess deutlich verlangsamt wird. Ebenso wichtig wie die richtige Temperatur ist ein heller Standort. Dunkle Fensterbänke können mit Pflanzenlicht zusätzlich beleuchtet werden. Mittlerweile gibt es im Internet sehr gute auf LED-Technik basierende Leuchten, die kaum Strom verbrauchen.

Versierte Hobbygärtner können die Gurke auch auf eine krankheitsresistente Unterlage veredeln. Dies erfordert jedoch Fingerspitzengefühl. Will man dennoch eine veredelte Gurke in seinen Garten pflanzen, sollte man Jungpflanzen aus einer Gärtnerei beziehen. Diese sind recht häufig veredelt. Fragen Sie einfach bei dem Verkäufer explizit nach veredelten Jungpflanzen.

erntereife Salatgurke im Folientunnel

Auch im Folientunnel gedeihen die Salatgurken besonders gut. [Foto: Jennifer C.CC BY 2.0]

Haben sich das erste reguläre Blattpaar (hierzu zählen nicht die Keimblätter) gebildet, können die Sämlinge vorsichtig in einem größeren Topf pikiert werden. Direkt nach den Eisheiligen Mitte Mai können die Jungpflanzen dann an ihren Standort ins Freie verpflanzt werden. Der Standort sollte windgeschützt und möglichst hell sein. Sonnige Plätze werden bevorzugt, aber auch halbschattige Standorte schaden der Pflanze nicht.

Vor der Pflanzung sollte sichergestellt sein, dass die Erde ausreichend viele Nährstoffe enthält. Übliche Gartenerde kann mit einer ordentlichen Gabe (300g/qm) an Kompost aufgebessert werden. Das Erdreich sollte möglichst locker sein. Je nach Gurkensorte braucht kann man mit einem Platzbedarf von einem halben bis einem Quadratmeter rechnen. Der Abstand zwischen den Pflanzen sollte mindesten 25-30cm betragen. Die Verwendung von schwarzer Mulchfolie kann den Ertrag deutlich steigern: Expertenmeinungen gehen von bis zu 40% aus. Denn die schwarze Mulchfolien absorbiert die Sonnenstrahlen und speichert die Wärme besonders gut.

Um ein buschiges Wachstum und einen hohen Ertrag anzuregen, kann man Entspitzen. Hierbei werden Spitzen der Jungpflanzen entfernt, so dass aber mindestens noch zwei Blattpaare stehen bleiben. Neben der Grunddüngung vor der Pflanzung, sollte man alle drei Wochen mit einem Volldünger düngen. Besonders im Hochsommer müssen Gurken regelmäßig gegossen werden. Denn wie sollen die Pflänzchen sonst genug Wasser haben, um die Gurkenfrucht auszubilden? Trockenheit quittiert die Pflanzen nicht nur mit einem bescheidenden Wachstum und Ertrag, sondern auch mit bitter schmeckenden Gurken.
Eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung finden Sie hier: Gurken anbauen: Aussaat, Pflege und Erntezeit.

Folgende Produkte haben sich bei uns im Garten bewährt:

  • Mulchfolie: Für einen biologisch aktiven Boden. Hält den Boden feucht warm und unkrautfrei.
  • Cuxin Naturdünger Gemüse: Organischer Grunddünger mit Langzeitwirkung für die umfassende Versorgung von Nährstoffe aller Gemüse.
  • Floragard Bio Tomaten- & Gemüseerde: Torffreie Spezialerde mit Kompost zur optimalen Nährstoffversorgung für Tomaten im Gemüsebeet, Gewächshaus sowie Balkon und Terrasse.

Gurken-Sorten

Wie beispielsweise bei Kürbissen ist die Sortenvielfalt bei Gurken ebenfalls enorm. Neben den grünschaligen Exemplaren gibt es weiß, gelb- und braunschalige. Die Formgebung reicht von kugelrund, über walzenartig bis hin zu schlangenförmig. In den Gewichtsklassen machen Mini-Gurken (<70g) den Auftakt, gefolgt von Einlege- und Gewürzgurken (80-150g), über klassische Salatgurken (200-400g) bis hin zu den sogenannten Schälgurken, die ein Gewicht von bis zu 4000g auf die Waage bringen.

Generell unterscheidet man sie in zwei unterschiedliche Typen: Salatgurke und Gewürzgurke. Der auch als Schlangengurke bezeichnete Typ wird deutlich häufiger angebaut. Bei diesem sind die Früchte lang und leicht gekrümmt; die Schale ist glatt und frei von Stacheln. Dieser Typ wird vorwiegend im Gewächshaus angebaut. Im Gegensatz hierzu wird der andere Gurkentyp häufig im Freiland angebaut. Diese können zwar auch frisch verarbeitet werden, doch meistens finden sie ihren Weg ins Gurkenglas. Gewürzgurken oder auch Gärtnergurken sind deutlich kürzer und haben eine festere Schale, die auch vereinzelt Stacheln aufweist.

Eine umfangreiche Sortenübersicht finden Sie hier: Gurken: die richtige Sorte zum Anbauen wählen.

Salat-/Schlangengurken:

  • Carosello Tondo di Manduria: bewährte Sorte aus Italien mit rundlich-ovalen Früchten; sehr wüchsig und robust; hervorragender Geschmack.
  • Chinese Slangen: Sorte für den Freilandanbau; kleines Kerngehäuse und hoher Fruchtfleischanteil.
  • Delikateß: bewährte Sorte (10-15cm), die sowohl frisch verzehr als auch eingelegt werden kann.
  • Johanna: bewährte, dickfleischige Salatgurke mit bis zu 35cm langen Früchten; guter Geschmack und hoher Ertrag.
  • Saladin (F1): moderne, ertragreiche Sorte (30-35cm) mit gutem Geschmack (entwickelt keine Bitterstoffe); resistent gegen die Gurkenkrätze und die Blattfleckenkrankheit.
  • Zitronengurke Lemon: altbewährte Gurkensorte mit gelben Früchten in kugelrunder Form; exzellenter Geschmack.

Gewürz-/Einlegegurken:

  • Bidretta (F1): Freilandsorte mit hohem Ertrag und robustem Wachstum; gute Resistenz gegen die Gurkenkrätze.
  • Charlotte (F1): robuste, moderne Einlegegurke mit besten Fruchteigenschaften: kernlos, bitterfrei und aromatisch.
  • Conny (F1): Weiterentwicklung der bekannten Sorte Bimbostar; sehr ertragreich und frühreif; gute Resistenzen gegen viele Widrigkeiten wie Mehltau, Mosaikvirus oder Gurkenkrätze sorgen für eine lange Ernteperiode; sehr gut für den Hobbyanbau im Freiland geeignet.
  • Crişan: türkische und frühreife Sorte mit stark gerippten Früchten; hoher Ertrag und geschmacklich hervorragend.
  • Eva: bewährte und gute Sorte für den Freilandanbau; geschmacklich hervorragend.
  • Geroy (F1): Einlegegurke mit sehr hohem Ertrag und schmackhaften, kleinen Früchten; sollte am besten an einer geschützten Stelle oder im Gewächshaus kultiviert werden.
  • Libelle (F1): sehr frühe Einlegegurke mit robustem Wuchs; resistent gegen Gurkenkrätze und den Gurkenmosaikvirus; kann sowohl im Beet als auch im Blumenkübel angebaut werden.
  • Piccolo Di Parigi: bewährte italienische Sorte mit festem Fruchtfleisch; ertragreich; gute Eignung für Salate und zum Einmachen.
  • Vorgebirgstrauben: robuste und gut wachsende Einlegegurke; ertragreich und aromatisch.
  • Zircon (F1): ertragreiche (ausschließlich weiblich blühende Gewürzgurke; robust und resistent gegen beide Mehltauarten; gut geeignet für den Anbau im Hobbybereich.

Neben den klassischen Salat- und Gewürzgurken gibt es auch noch die Sikkimgurke. Diese stammt aus Nordindien und wird auch als Netzgurke bezeichnet. Diese Art kann auch problemlos in unseren Breiten angebaut werden.

Ernte und Lagerung von Gurken

Ab Ende Juli kann im Freiland mit der Ernte begonnen werden. Eine Kultur im Gewächshaus kann den Erntezeitpunkt um bis zu vier Wochen verfrühen. Die Art der Verwendung bestimmt den Erntezeitpunk. Salatgurken oder Gewürzgurken für einen Salat werden eher früh und noch unreif geerntet. Lässt man Salatgurken reifen, muss man diese für den Salat schälen und eventuell auch das Innere mit den Kernen ausschaben. Reife Salatgurken können auch geschmort werden. Reife Gewürz- und Einlegegurken werden in der Regel zu Senfgurken verarbeitet.

Generell gilt: Pflückt man regelmäßig, fördert dies die Blütenbildung und sorgt für einen hohen Ertrag. Meistens kann man die Ernte zeitnah zu Salaten oder anderen Gerichten verarbeiten. Eine Lagerung in einem kühlen Kellerraum oder einem Kühlschrank, kann bis zu zwei Wochen lang gut gehen. Nach dieser Zeit werden die Gurken labbrig und können auch faulen. Besonders die kleineren Gewürz- und Einlegegurken kann man wie der Name bereits verrät, sehr gut in einem würzigen Essigsud gut einlegen. Somit bleiben die Gurken für viele Monate haltbar.

Inhaltsstoffe und Verwendung in der Küche

Auf Grund des geringen Kaloriengehalts von unter 15kcal pro 100g eignen sich Gurken für alle, die sich bewusst ernähren wollen oder eine Diät machen. Gurken sind zwar nicht sehr vitaminreich, aber besitzen einen recht hohen Wert an Kalium und Ballaststoffen. Besonders in der Schale stecken viel wertvolle Inhaltsstoffe, weshalb Gurken aus dem eigenen Garten möglichst nicht geschält werden sollten.

Die wohl klassischste Verwendungsform von Gurken ist der Gurkensalat. In Scheiben oder Würfel geschnitten geben die Früchte dem Salat eine herrlich frische Note. Gleiches gilt für die Verarbeitung von Gurken zu Zaziki. Ohne den frischen Geschmack von Gurken, hätte das griechische Gericht wohl nie diese enorme Beliebtheit erlangt. Ein Rezept, dass vielen nicht bekannt ist, nennt sich gefüllte Schmorgurke. Hierzu nimmt man am besten reifere und größere Gurken, schabt diese im Inneren aus und füllt den entstandenen Raum mit pikant angemachtem Wurzelgemüse oder einer Art von Bolognese. Auch das Einmachen darf natürlich nicht fehlen. Dabei legt man die Gurken in einer würzigen Essig- oder Salzlösung ein. Die kleine Freiland Gurken werden so über Monate haltbar. Für alle experimentierfreudigen Köche, kann man auch ein Gurken Kimchi ausprobieren.

Krankheiten und Schädlinge bei Gurken

Gurken sind für einige Krankheiten anfällig. Hierzu zählen der Gurkenmosaikvirus, die Gurkenwelke, Falscher und Echter Mehltau, sowie Insekten wie Spinnmilben, Blatt– und Schildläuse. Besonders letztere kann man mit Pflanzenschutz auf biologischer Basis gut in den Griff bekommen. Hat man im eigenen Garten schön öfters Erfahrungen mit Pilz- und Viruserkrankungen gemacht, sollte man auf moderne F1-Züchtungen mit guten Resistenzen zurückgreifen. Dies erspart viel Ärger, besonders da man im eigenen Garten nur äußerst ungern zu Pflanzenschutzmittel greifen will.

Wir empfehlen folgende Produkte:

Häufig melden sich Leser bei uns und fragen um Rat, was passiert, wenn die Fruchtansätze sich braun verfärben und nach einiger Zeit abfallen. Dies liegt in den allermeisten Fällen nicht an einem Schädling oder einer Krankheit. Vielmehr sind die Pflanzen mit Nährstoffen unterversorgt. Mit einer Grunddüngung vor der Pflanzung und regelmäßiger Flüssigdüngung kann man hiergegen vorbeugen. Sollte das Problem jedoch schon aufgetreten sein, kann eine zweimalige Blattdüngung, das Problem schnell lösen.

Dank gebührt den Photographen: Cristina, Jennifer C., sakura, poppet with a camera, Michael Stange, Forest and Kim Starr, MdAgDept, Joel Ignacio, innerquest23451, michelle und Berend Peter Hogen Esch.

Felix

Ich bin studierter Wirtschaftsingenieur, aber im Herzen schon immer ein begeisterter Hobbygärtner. Seit über zehn Jahren baue ich Obst und Gemüse im eigenen Garten an, dabei liegt meine Leidenschaft vor allem bei seltenen und besonderen Sorten.
Lieblingsobst: Rotfleischige Pfirsiche und Pluots (Kreuzung Aprikose und Pflaume)
Lieblingsgemüse: Palmkohl, Tomaten und Kardonen

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