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Hochbeet befüllen: Anleitung & Expertentipps

Hochbeete sind im Kommen. Nach dem Aufbauen geht es schnell an das Befüllen. Doch die verschiedenen Schichten richtig anzulegen, ist nicht ganz einfach.

Sobald das Hochbeet steht, geht es auch schon ans Befüllen

Hochbeete bieten neben dem bequemen und rückfreundlichen Gärtnern noch eine Reihe weiterer Vorteile: Sie sind schwer für Schnecken erreichbar, sie können auch an Orten mit weniger fruchtbarem Boden Gemüseanbau ermöglichen und sie machen es uns einfacher, Unkraut in Schach zu halten. Durch die Wärme, welche bei der Verrottung des Füllmaterials und durch die seitliche Sonnenbestrahlung entsteht, kann in Hochbeeten auch früher und ertragreicher geerntet werden. Erfolg und Ertrag stehen in enger Verbindung mit dem Inhalt des Hochbeets und liegen somit in Ihrer Hand. Wir zeigen Ihnen, was Sie beim Befüllen und Nachfüllen Ihres Hochbeets beachten müssen und wie Sie Fehler vermeiden können.

Die Schichten im Überblick

Ganz egal, ob das Hochbeet aus Holz, Stein oder irgendeinem anderen Material besteht, gilt es, beim Befüllen gewisse Materialien gut zu schichten. Auf diese Weise sollen den Pflanzen optimale Wachstumsbedingungen geschaffen werden. Die unterste Schicht (etwa 30 cm) dient als Drainage, damit sich im Beet kein Wasser staut. Dafür sind grobe Materialien wie zum Beispiel Äste und Zweige, Steine und Hackschnitzel gut geeignet. Vorhandene Hohlräume lassen Wasser besser abfließen und bieten Bodenlebewesen genug Sauerstoff.
Auf diese Drainageschicht werden nun weitere 20 bis 30 cm aus etwas feinerem Material wie beispielsweise Laub, Grasschnitt, Grassoden, grünem Küchenabfall oder gegebenenfalls Muttererde geschichtet. Sollten Sie beispielsweise ein Balkon-Hochbeet befüllen wollen und nicht selbst über die beschriebenen Materialien verfügen, können Sie entweder Gartenbesitzer danach fragen oder fertiges „Füllmaterial“ für Hochbeete ganz einfach online erwerben.

Als dritte Schicht folgt eine etwa 20 cm hohe Lage. Je nachdem, welche Stoffe zur Verfügung stehen, können Laub, grob zersetzter Kompost, Tiereinstreu, Grasschnitt, Stroh oder Ähnliches in dünnen Schichten aufeinander geschichtet werden. Für eine schnelle Zersetzung und somit ein kompakteres Beet kann auch reifer Kompost zwischen die anderen Materialien gegeben werden.
Den Abschluss bildet eine mindestens 20 cm dicke Schicht aus einem Gemisch von guter Muttererde, Pflanzerde und reifem Kompost. Diese Erdschicht darf auf keinen Fall zu dünn ausfallen, damit die Pflanzenwurzeln genügend Platz und Nährstoffe zur Verfügung haben.
Die empfohlenen Höhenangaben der Schichten sind natürlich je nach Größe des vorhandenen oder geplanten Hochbeets anzupassen.

Zusammenfassung der Schichten:

  • 4 Schichten bilden ein Hochbeet
  • Untere Schicht ~30 cm: Drainageschicht aus grobem Material (Äste, Steine etc.)
  • Füllschicht: 20-30 cm Laub, Grasschnitt, Küchenabfälle
  • Kompostschicht ~20 cm: Grob zersetzter Kompost, Tiereinstreu, Grasschnitt abwechselnd und jeweils dünnschichtig
  • Pflanzschicht ~20 cm: Hochwertiger Mutterboden oder handelsübliches Pflanzensubstrat
Hochbeet Aus Paletten befüllen Schichten

Das Hochbeet wird in mehreren Schichten befüllt (Anzeige: Herzlichen Dank an Floragard)

Bei den unteren Schichten sollte man bereits an den geplanten Verwendungszweck denken. Mediterrane Kräuter vertragen Staunässe eher schlecht und sollten in ein gut drainiertes Beet gepflanzt werden. Die beiden untersten Schichten sollten sich daher aus vielen groben und schlecht oder nicht zersetzbaren Materialen wie größeren Ästen oder Steinen, grobem Schotter oder Kies zusammensetzen. Bei einer geplanten, ausdauernden Bepflanzung des Beets (beispielsweise mit Blütenstauden) kann man das Absinken des Füllmaterials nicht so einfach beheben wie bei der Nutzung als Gemüsebeet. Deshalb sollte die unterste Schicht keine abbaubare Materie enthalten, sondern nur anorganische Stoffe wie groben Schotter, Kies oder Steine. Auf diese Schicht wird dann ein Gärtnerfließ gelegt, welches verhindert, dass die Erde der oberen Schicht mit dem Gieß- oder Regenwasser weggeschwemmt wird. Auch bei sehr hohen Hochbeeten (ab 80 cm), für die Gemüseanbau geplant ist, kann diese Vorgehensweise empfehlenswert sein. Bei den darauffolgenden Lagen wird genauso vorgegangen wie bereits beschrieben.

TIPP: Die einzelnen Schichten mit Vlies voneinander trennen, um zu verhindern, dass die Erde beim Bewässern oder bei Regen durch die gröberen Schichten hindurch gespült wird.

Folgende Produkte haben sich in unseren Hochbeeten bewährt:
  • Floragard Universal Hochbeet-Erde: Spezialerde ohne Torf zur Befüllung von Hochbeeten; keine verschiedenen Schichten nötig.
  • Floragard Kompost für Hochbeete: Premium Kompost mit idealer Zusammensetzung und Nährstoffen für Hochbeete.
  • Cuxin Hochbeet- & Kräuterdünger: Hochwertiger, Organisch-mineralischer und veganer Dünger auf pflanzlicher Basis für ein optimales Wachstum und eine reiche Ernte. Ideal für die Anwendung in Hochbeeten und für die Nährstoffversorgung von Kräutern.

Hochbeet befüllen: Anleitung

Ein Hochbeet sollte bestenfalls im Herbst, sonst im zeitigen Frühjahr, befüllt werden. So bleibt bis zum ersten Bepflanzen noch genügend Zeit zum Zersetzen und ersten Absinken des Beetinhalts. Sackt nämlich die Beetoberfläche während der Vegetationszeit ab, „stürzen“ die Pflanzen quasi ein. Einige Pflanzen wie Kartoffeln oder Kohlrabi haben kein Problem damit, anschließend einfach wieder mit Erde angehäuft zu werden. Andere Pflanzen mögen dies aber eher weniger. Das Befüllen im Herbst hat einen weiteren Vorteil: Das Hochbeet kann als eine Art Komposter zum Einsatz kommen. Die unteren Lagen können während der Wintermonate aus allerlei Gartenabfällen zusammengesammelt werden. Monatelang können tierlose Küchenabfälle und in moderaten Mengen Haustiereinstreu in das Hochbeet gegeben werden. Durch sofort einsetzende mineralische Zersetzung und durch die Hilfe viele kleiner Lebewesen kann das Beet unglaubliche Mengen organischer Materie schlucken. Auf diese Weise häuft sich wertvolles, nährstoffreiches Material im inneren des Beets an, welches durch Zersetzung im Laufe der Zeit den Pflanzen zur Verfügung gestellt wird. Bei Küchenabfällen sollte allerdings darauf geachtet werden, dass keine stark salzigen Lebensmittel ins Beet gelangen, denn salzhaltigen Boden vertragen die meisten Pflanzen nicht gut.

Hochbeet befüllen mit Ästen

Ein Hochbeet sollte bestenfalls im Herbst, sonst im zeitigen Frühjahr, befüllt werden

  • Herbst ist optimaler Zeitpunkt für Anlage eines Hochbeetes
  • Organische Bestandteile können über den Winter bereits zersetzt werden
  • Erstes Absinken des Füllmaterials vor der Bepflanzung, sodass noch unkompliziert aufgefüllt werden kann
  • Im Herbst kann das Hochbeet als eine Art „Komposter“ für anfallende Gartenabfälle verwendet werden

Vor dem Befüllen sollte über eine Auskleidung des Hochbeets nachgedacht werden. Bei hölzernen Hochbeeten kann Teich- oder Noppenfolie die Haltbarkeit des Holzes verlängern. Ebenso kann bei manchen Arten von Beetumrandungen, wie etwa bei Hochbeeten aus Euro-Paletten, das seitliche Ausdringen von Erde und Wasser durch eine Folie verhindert werden. Bei der Wahl der Folie ist unbedingt darauf zu achten, dass sie keine Weichmacher enthält. Das Anbringen kann zum Beispiel mithilfe eines Tackers an den Seiten des Beets erfolgen. Bei Noppenfolie sollte die Noppenseite am Holz zu liegen kommen, damit das Holz „durchlüftet“ bleibt. Selbstverständlich bleibt der Boden des Hochbeets frei von Folie, schließlich muss Wasser aus dem Beet ausdringen können.

Hochbeet Boden Teichfolie innen

Unkrautvlies und Teichfolie sollten in keinem Hochbeet fehlen

  • Hochbeet-Wände aus Holz? Wände mit Folie oder Noppenfolie auskleiden
  • Noppenfolie lässt Holz auch im Innenraum noch atmen (durch Lufträume zwischen den Polstern)
  • Boden nicht auskleiden, damit überschüssiges Wasser nach unten austreten kann

Das Befüllen an sich ist keine große Sache. Schicht für Schicht gibt man zuerst grobes und dann feineres Material in das Beet. Wenn das Beet noch nicht fertig gebaut ist, kann man das Befüllen auch bereits starten, wenn die Umrandung des Beets noch nicht fertig ist. Denn so muss das Füllmaterial nicht über die Hochbeetwand gehoben werden und geht leichter von der Hand. Auf jeden Fall ist darauf zu achten, dass die unteren Schichten nicht zu niedrig sind. Denn sonst wird zum Schluss viel mehr teure Pflanzerde und Kompost benötigt als eigentlich notwendig ist. Um zu vermeiden, dass die unteren Schichten zu dünn werden oder gleich beim ersten Niederschlag absinken, sollten die Füllmaterialien am besten feucht sein: Nicht nass, aber gut angefeuchtet, denn auf diese Weise setzt sich das Material gleich und die Höhe der Schichten kann besser eingeschätzt werden. Im Herbst sind die meisten Gartenreste meistens feucht genug. Falls nicht, kann jede Füllschicht kurz mit der Gießkanne überbraust werden.

Hochbeet aus Palettn befüllen und bepflanzen

Verwenden Sie feuchte Füllmaterialen, um Absinken zu reduzieren (Anzeige: Herzlichen Dank an Floragard)

  • Befüllen während des Hochbeetbaus ist arbeitserleichternd
  • Untere Schichten lieber etwas großzügiger und dicker als die oberen Schichten – das schont den Geldbeutel
  • Feuchte Füllmaterialien verwenden, das verringert das Nachsacken von Anfang an

Wenn das Beet im Herbst oder Winter befüllt wird, überprüft man im Frühjahr, ob die Füllung gesunken ist und füllt gegebenenfalls nochmals Pflanzsubstrat nach. Findet das Befüllen erst kurz vor dem Bepflanzen statt, sollten auf jeden Fall einige Regenfälle abgewartet oder mehrmals kräftig gegossen werden. So wird das Füllmaterial eventuell auch etwas absinken und man kann noch rechtzeitig vor dem Pflanzen oder Säen Erde und Kompost nachfüllen.

Expertentipps zum Befüllen: Fehler vermeiden

Es ist praktisch nicht zu verhindern, dass das organische Füllmaterial in einem Hochbeet im Laufe der Zeit schrumpft. Das feucht-warme Milieu des Hochbeets führt zu einer schnellen Verrottung und sehr fruchtbarer Erde. Doch mit der Verrottung ist eben auch immer ein Mengenverlust des organischen Materials verbunden, weshalb sich die Beetoberfläche ganz natürlich mit der Zeit absetzt. Vor allem wenn man das Beet erst im Frühjahr befüllt wird, sollte man folgende Maßnahmen erwägen, um eine Missernte durch ein schrumpfendes Hochbeet zu vermeiden:

  1. Nachträglich Erde anhäufen
    Bei der Wahl von Pflanzen, die eine nachträgliche Erdanhäufung vertragen, wie beispielsweise Kartoffeln, Tomaten oder Kohlrabi kann bei absinkender Erdoberfläche ohne Probleme einfach Erde nachgefüllt werden.
  2. Frühreifes Gemüse anbauen und nach der Ernte auffüllen
    Bei der Entscheidung für ein frühräumendes Gemüse im Frühling kann das Beet nach deren Ernte einfach nochmal mit Pflanzsubstrat nachgefüllt werden. Spinat, Salate oder Radieschen werden schnell reif und können dann komplett abgeerntet werden. Das Beet wird nachgefüllt und anschließend zum Beispiel mit Kürbissen, Sellerie oder Zucchini bepflanzt, die dann bis zum Herbst im Beet bleiben.
  3. Nicht- oder schlecht-zersetzbare Materialien auswählen
    Als letzte Alternative kann das Beet, ebenso wie ein Kräuter-Hochbeet, mit guter Drainage, also viel anorganischem, nicht zersetzbarem Material befüllt werden. Wenn die unteren beiden Schichten vermehrt aus Steinen, grobem Schotter, Splitt, Sand, Kies und Blähton bestehen, werden sich diese und folglich auch das gesamte Beet weniger stark absetzen. Allerdings sollte bei dieser Alternative bedacht werden, dass aus diesem Material kein fruchtbarer und nährstoffreicher Boden gebildet werden kann, wie es bei üblicher Schichtung des Füllmaterials geschieht. Vor allem stark zehrende Pflanzen wie Zucchini, Kürbisse oder Kohl stoßen mit ihrem Nährstoffbedarf hier schnell an ihre Grenzen.

Hat man bereits während der Vegetationszeit Probleme mit einem sich setzenden Beet, hat sich ein kontinuierliches Nachfüllen kleiner Mengen Erde eher bewährt als das Hinzugeben einer pflanzenerstickend großen Erd- oder Kompostmenge.

Weitere Inspiration zum Thema „Hochbeet“ findet Ihr auf unserer Pinterest-Seite

 

Theresa

Ich studiere Nutzpflanzenwissenschaften und habe schon immer gern gegärtnert, auch wenn mir die ersten Versuche als kleines Kind eher missglückten. Mit der Expertise aus meinem Studium gelingt mir jetzt fast alles – besonders spannend finde ich Themen wie Mischkultur, Hochbeete und Kompostierung.
Lieblingsobst: Kirschen, Zwetschgen und Birnen
Lieblingsgemüse: Brokkoli, Mangold und Erbsen

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