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Kartoffeln pflanzen: Erdäpfel selber anbauen

In Deutschland ist die Kartoffel auf Platz 1 der beliebtesten Gemüse. Wie Sie die Kartoffelpflanze selber anbauen und pflanzen können, erfahren Sie hier.

Kartoffel in herzform im Garten anbauen

Kartoffeln aus dem eigenen Garten schmecken einfach am besten! [Foto: Michael WeidkuhnCC BY-ND 2.0]

Viele Gartenbesitzer erinnern sich zurück an die Tage, in denen Oma noch Kartoffeln (Solanum tuberosum) geerntet und frisch zubereitet hat. Altbewährte Traditionssorten findet man heute im Supermarkt leider meist vergeblich und dass obwohl die Kartoffel nach wie vor zu den beliebtesten Gemüsearten zählt. Wer der Einheitsware aus dem Supermarkt aus dem Weg gehen möchte, der muss die gesunden Knollen direkt beim Bauern erwerben, die oft noch die guten alten Sorten auf den Feldern haben. Allerdings lassen sich Kartoffel auch sehr einfach im eigenen Garten anbauen – entweder im Beet oder auch im Container.

Kartoffeln anbauen: Der richtige Standort

Damit die Kartoffel gut wächst, sollten ihre Bodenansprüche erfüllt und der optimale Standort für den Anbau gewählt werden. Kartoffelpflanzen mögen einen lockeren, gut durchlässigen sowie nährstoffreichen Boden. Sandböden und sandige Lehmböden sind ideal. Aber auch in torfigen und sehr lehmigen Böden gedeiht die Kartoffel, solange das Wasser gut abfließen kann. Staunässe wird von ihnen nicht toleriert. Kalkhaltige Böden tolerieren die Pflanzen zwar, doch auf ein zusätzliches Kalken sollte dennoch tunlichst verzichtet werden. Generell sollten Kartoffeln am selben Standort erst wieder nach vier Jahren angebaut werden. Dies beugt bodenbürtigen Krankheiten vor.

Folgende Standort und Bodeneigenschaften sind für den Anbau von Kartoffeln gut geeignet:

  • Lockerer, durchlässiger und nährstoffreicher Boden
  • Nicht in Böden, die zu Staunässe neigen anbauen (sehr lehmige oder tonhaltige Böden)
  • Kalkhaltige Böden sind in Ordnung, aber auf keinen Fall zusätzliches Kalken erforderlich
  • Fruchtfolge einhalten und Standort im Beet von Jahr zu Jahr wechseln

Da es sich bei der Kartoffel um eine Pflanze mit einem relativ hohen Nährstoffbedarf handelt, ist es empfehlenswert, in der Fruchtfolge im Jahr vor dem Kartoffelanbau Leguminosen wie zum Beispiel Senf oder Erbsen anzubauen. Diese Pflanzen sind in der Lage, Luftstickstoff im Boden zu binden und so den Stickstoffgehalt im Boden zu erhöhen. Das spielt dem Anbau der Kartoffel im Folgejahr in die Karten.

Saatkartoffeln und Pflanzkartoffeln auswählen und kaufen

Worin unterscheiden sich eigentlich normale Speisekartoffeln von sogenannten Saat- oder Pflanzkartoffeln? Im Prinzip erst einmal gar nicht – und auch zwischen Saat- und Pflanz- besteht kein Unterschied. Sollen Kartoffeln vermehrt werden (vor allem im großen Stil in der Landwirtschaft), müssen die Saat- beziehungsweise Pflanzkartoffeln vom Züchter erworben werden. Die Kartoffelknollen, aus denen eine neue Kartoffelpflanze emporwächst, fällt nämlich unter das Saatgutgesetz. Das bedeutet, die Knollen, welche für die Vermehrung gedacht sind, müssen kontrolliert vertrieben werden. Das sichert einerseits dem Züchter, dass seine Sorte nicht ohne sein Einverständnis vermehrt wird und zudem, dass nur gesunde Kartoffelknollen zur Vermehrung in Umlauf geraten. Die Saatkartoffeln bestimmter ausgewählter Sorten können im spezialisierten Landhandel erworben werden. Bei einem Hobbygärtner kann natürlich versehentlich auch mal eine Kartoffel aus dem Sack mit Speisekartoffeln in die Erde fallen und dort neue Tochterknollen ausbilden. Allerdings wird es sich dabei nicht um Pflanzmaterial handeln, das auf Krankheitserreger, die im Anbau Probleme bereiten könnten, getestet wurden.

Kartoffeln vorkeimen

Will man auf Spritzmittel verzichten, sollte man zu frühreifen Kartoffeln greifen. Diese können geerntet werden, bevor die Kraut- und Knollenfäule ihr Unwesen treibt. Setzkartoffeln können auch vier bis fünf Wochen (Anfang März) vor dem Auspflanzen auf einer hellen und warmen Fensterbank vorgekeimt werden. Diese Methode sorgt für eine zwei bis drei Wochen frühere Ernte und ermöglicht auch das Anbauen von Sorten mit einem mittleren Reifezeitpunkt, ohne Probleme mit der unliebsamen Kraut- und Knollenfäule zu bekommen. Wurden die Kartoffeln vorgetrieben, ist jedoch darauf zu achten, dass die Triebe beim Auspflanzen in die Erde nicht abbrechen.

  • Vorkeimen der Kartoffeln ab Anfang März möglich
  • Ermöglicht frühere Ernte
  • Kann hilfreiche Methode im Kampf gegen die unliebsame Kraut- und Knollenfäule sein
  • Vorsicht beim Auspflanzen der vorgetriebenen Kartoffelknollen: Keine Triebe abbrechen!

Kartoffeln setzen und teilen

Aus eins mach zwei: Kartoffelknollen können auch geteilt werden. Dies muss jedoch vor dem Vortreiben passieren. Am besten teilt man Kartoffeln mit einem scharfen Messer. Wichtig ist, dass beide Hälften Augen haben. Aus diesen Augen werden sich später dann die Triebe bilden. Teilt man die Knollen rechtzeitig, hat die Kartoffel vor dem Auspflanzen lange genug Zeit, damit die Wunde verheilt und sich keine Krankheitserreger einnisten können.

Anfang April bis Anfang Mai kann man die Knollen der Kartoffel setzen – auch als Kartoffeln legen oder Kartoffeln stecken bekannt. Zu diesem Zeitpunkt sollte der Boden trocken und locker sein. Vorgekeimte Knollen werden mit dem Trieb nach oben gesetzt. Die Pflanztiefe beträgt 6 und 10cm; der Pflanzabstand 30 und 40cm. Der Reihenabstand kann zwischen 60 und 80cm gewählt werden.

Kartoffeln anhäufeln

Sobald sich das Laub der Kartoffel bereits einigermaßen entwickelt und eine Größe von ungefähr 20cm erreicht hat, ist es Zeit, die Kartoffelpflanzen etwas mit Erde anzuhäufeln. Das soll dazu dienen, den Ertrag zu steigern und die Knollen zu schützen. Die Ertragssteigerung ist möglich, da sich durch die angehäufelte Erde auch am Spross der Kartoffel Wurzeln ausbilden und somit die Wasser- und Nährstoffaufnahme erhöht wird. Folgendermaßen geht man am besten beim Anhäufeln von Kartoffeln vor:

  • Richtiger Zeitpunkt zum Anhäufeln: Wenn die Triebe eine ungefähre Größe von 20 cm erreicht haben
  • Um die Kartoffelpflanze umliegende Erde mit einer Harke in Richtung Kartoffelpflanze auf einen Haufen zusammenziehen
  • Erde um die Kartoffelpflanze anhäufeln, sodass die Sprossen bedeckt werden und nur noch die Triebspitzen herausschauen
  • Unkraut entfernen und so Konkurrenz um Nährstoffe und Wasser unterbinden
  • Anhäufeln kann gegebenenfalls wiederholt werden

Kartoffeln im Topf pflanzen und richtig düngen

Kartoffeln können natürlich auch im Topf angebaut werden. Es ist wichtig darauf zu achten, dass das für den Anbau im Topf verwendete Substrat die gleichen Eigenschaften aufweist wie der Standort im Beet. Die verwendeten Töpfe sollten zudem eine angemessene Größe haben. Ein 10 Liter Eimer ist ein gutes Maß und könnte auch als Pflanzgefäß verwendet werden. Neben Kartoffeln im Eimer sind auch Kartoffeln im Pflanzsack denkbar. Im Prinzip unterscheidet sich der Anbau nicht vom Anbau der Kartoffeln im Topf, außer dass dank pfiffiger Vorrichtungen die Ernte am Saisonende leichter fallen kann. Folgende Aspekte sind beim Anbau von Kartoffeln in Pflanzgefäßen auf Balkon oder Terrasse zu beachten:

  • Ausschließlich Gefäße mit ausreichendem Volumen wählen (mindestens 10 L)
  • Drainage-Löcher im Boden sind für das Abfließen überschüssigen Gießwassers wichtig
  • Das untere Drittel des Gefäßes mit durchlässigen Materialien wie Kies oder Blähton befüllen
  • Das nächste Drittel mit handelsüblicher Blumenerde auffüllen
  • Pflanzkartoffeln auf die Erde setzen
  • Das letzte Drittel des Pflanzgefäßes mit Blumenerde auffüllen
  • Substrat mäßig angießen und von nun an gleichmäßig feucht halten

Das obere Drittel des Pflanzgefäßes kann auch nach und nach mit den austreibenden Sprossen der Kartoffelpflanze angehäufelt werden, um so ebenfalls die Wurzelbildung an den Sprossen zu fördern.

Kartoffelblüte in violett im Beet

Früher wurden Kartoffeln wegen ihrer wunderschönen Blüten angebaut [Foto: Chris Parfitt]

Auch wenn es sich bei der Kartoffel um eine Pflanze mit relativ hohem Nährstoffbedarf handelt, benötigt sie dennoch keine zusätzliche Düngung. Mit der Pflanzung kann man jedoch unbesorgt etwas organischen Langzeitdünger wie Hornspäne oder Knochenmehl zugeben. Das schadet mit Sicherheit nicht und kann den Kartoffeln zum Ende der Vegetationsperiode noch einen zusätzlichen und ertragsfördernden Schub geben.

Folgende Produkte haben sich bei uns im Garten bewährt:

  • Potato-Pot: Kinderleichtes Anbauen & Ernten von Kartoffeln im Garten, auf der Terrasse oder Balkon. Beobachten Sie das Wachstum der Kartoffeln durch das 2in1 Topfsystem.
  • Floragard Bio Tomaten- & Gemüseerde: Torffreie Spezialerde mit Kompost zur optimalen Nährstoffversorgung für Tomaten im Gemüsebeet, Gewächshaus sowie Balkon und Terrasse.
  • Cuxin Organischer Dünger Kartoffeln: Spezialdünger für Kartoffeln für eine langanhaltende Versorgung mit organischen Nährstoffen. Der hohe Kaliumgehalt sorgt für feste und wohlschmeckende Kartoffeln, die sich lange lagern lassen. Für den biologischen Landbau geeignet.

Kartoffeln ernten und lagern

Je nach Sorte heißt es ab Ende Juli bis in den Oktober hinein: Kartoffelernte. Besonders die mittel- und spätreifen Sorten sind jedoch häufig von der sogenannten Krautfäule (Phytophthora infestans) betroffen. Es gibt zwar diverse konventionelle und biologische Mittel, jedoch sollte man unserer Meinung nach im heimischen Garten auf solche Mittelchen verzichten. Am besten wählt man frühreife Sorten, um dem Pilzbefall entgegenzuwirken. Spätere Sorten sollte man definitiv vorkeimen und so den Erntezeitpunkt verfrühen. Gegen Ende der Saison befällt die Krautfäule das Blattwerk, welches in Folge abstirbt. Meistens ist dies weniger schlimm als es sich anhört. Nachdem das Grün abgestorben ist, sollten die Knollen noch mindestens drei Wochen im Boden verbleiben. Die Schale verdickt dann und härtet aus. Dies ist besonders wichtig, wenn beabsichtigt wird, die Kartoffeln zu lagern. Danach können die Knollen vorsichtig mit einer Grabgabel an das Tageslicht befördert werden. Und das möglichst ohne die Knollen zu verletzen. Ist das oberirdische Kartoffelkraut stark von der Krautfäule befallen, kann es ratsam sein, die Pflanzenteile zu verbrennen. Im Kompost können sich die Sporen des pilzlichen Pflanzenschädlings nämlich auch prima ausbreiten. In schlechten Jahren kann es passieren, dass sich die Krautfäule auf die Knolle überträgt und diese befällt. In diesem Fall sollten die Kartoffeln möglichst lange im Boden verbleiben und erst vor dem ersten Bodenfrost geerntet werden. Für die Vermehrung sind die befallenen Kartoffelknollen jedoch keinesfalls mehr zu verwenden.

Folgendermaßen ist bei der Kartoffelernte vorzugehen:

  • Orientierungspunkt für den richtigen Erntezeitpunkt: Das Eintrocknen des Kartoffellaubes
  • Je nach Sorte tritt das Ende Juli bis Oktober ein
  • Knollen für drei Wochen nach dem Absterben des Krautes noch im Boden verweilen lassen und so die Aushärtung der Schale begünstigen
  • Dann Grabgabel ansetzen und Knollen vorsichtig ans Tageslicht befördern
  • Sind oberirdische Pflanzenreste mit Krautfäule befallen, möglichst nicht im Kompost entsorgen
  • Knollen gegebenenfalls bis nach dem ersten Frost im Boden belassen (bei Befall der Knollen mit Kraut und Knollenfäule)

Sicherlich sollen jedoch nicht alle Kartoffeln umgehend nach der Ernte verzehrt werden. Allerdings ist nicht jede Sorte gleich gut für die Lagerung geeignet. Besonders die frühen Kartoffelsorten stellen keine Lagerungs-Wunder im Kartoffelsortiment dar. Unabhängig davon ist es jedoch wichtig, die Erdäpfel an einem dunklen und kühlen, aber stets frostfreien Ort zu lagern. Eine dunkle Nische im Keller bietet sich hier wohl am besten an. Dann können die eigens im Garten angebauten Kartoffeln eventuell sogar für den ganzen Winter ausreichen.

David

Ich bin Student der Gartenbauwissenschaften und zudem gelernter Zierpflanzengärtner. Das Thema Anbau lässt mich seit meiner Kindheit einfach nicht los: Egal, ob auf der kleinen Stadtfensterbank oder im großzügigen Garten - Gärtnern muss ich auch in meiner Freizeit immer und überall.
Lieblingsobst: Himbeeren
Lieblingsgemüse: Brokkoli

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