skip to Main Content

Kletterhortensie: Unsere Tipps zum Pflanzen, Pflegen & Vermehren

Alles zur Kletterhortensie: Vom Pflanzen über das Vermehren und verschiedene Sorten. Mit Experten-Hinweisen zu Giftigkeit und Pflege der Kletterhortensie.

Kletterhortensie wächst an Hausfassade
Die Kletterpflanze lässt Fassaden zum grünen Hingucker werden [Foto: SariMe/ Shutterstock.com]

Kletterhortensien (Hydrangea petiolaris) erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Das ist kein Wunder, denn der Selbstklimmer ist nicht nur pflegeleicht, sondern verträgt auch Forst, schattige Plätze und sorgt auf vielseitige Weise für eine blühende Dekoration – beispielsweise als Begrünung von Fassaden, als bunter Sichtschutz oder als sommergrüne Bienenweide.

Kletterhortensien: Eigenschaften und Besonderheiten

Die Kletterhortensie ist genauso wie Efeu (Hedera helix) oder Wilder Wein (Vitis vinifera subsp. Sylvestris) ein sogenannter Selbstklimmer. Das bedeutet, dass sie ohne Rankhilfe mit Hilfe von Haftwurzeln bis zu zehn Meter auf rauer Oberfläche in die Höhe klettern kann. Die Kletterschönheit kann aber nicht nur in die Höhe wachsen, sondern ist in ihrem Wachstum äußerst vielfältig. Ist beispielsweise keine Klettermöglichkeit vorhanden, kann sie auch bodenbedeckend, freistehend bis zu etwa zwei Meter oder um Baumstämme herum kultiviert werden.

Die ursprünglich aus Taiwan, Korea und Japan stammende Pflanze ist in unseren Breiten mittlerweile gut etabliert. Fassaden werden durch die Kletterhortensie zum echten Blickfang, jedoch brauchen Sie etwas Geduld, denn erst nach fünf bis acht Jahren Standzeit beginnt die Kletterpflanze das erste Mal zu blühen. Die Blütenstände erscheinen in Form von flachen, bis zu 25 Zentimeter großen Schirmrispen. Diese bestehen aus kleinen, zwittrigen vier- bis fünfzähligen Blüten und den randständigen, sterilen, circa drei Zentimeter großen Schaublüten in weißer Farbe. Die Blüten zeigen sich zwischen Juni und Juli und ziehen mit ihrem süßlichen Duft wichtige Insekten wie Hummeln, Bienen oder Schmetterlinge an.

Nicht nur für die Blüten nimmt sich die Kletterhortensie Zeit, auch ihr Wuchs geht vorerst langsam vonstatten. In den ersten Jahren fällt ihre Wüchsigkeit geringer aus, später kann sie jedoch bei guten Standortbedingungen pro Jahr bis zu einem Meter wachsen. Die Blätter der sommergrünen Zierpflanze sind dunkelgrün, gegenständig angeordnet und weisen eine rundlich bis eiförmige Form auf. Eine Besonderheit der Kletterhortensie ist, dass sie sowohl Frost als auch Schatten verträgt. So kann sie perfekt an Standorten eingesetzt werden, die für viele andere Pflanzen nicht infrage kommen.

Kletterhortensien-Blüte zieht Insekten an
Die duftenden Blüten ziehen viele Insekten an [Foto: EQRoy/ Shutterstock.com]

Kletterhortensien-Sorten

Aktuell ist die Auswahl verschiedener Sorten der Kletterhortensie noch sehr übersichtlich. Nachfolgend finden Sie die Hauptsorten, die momentan auf dem Markt zu finden sind.

Hauptsorten der Kletterhortensie:

  • Miranda‘: Etwa 3 m hohe, cremeweiß blühende Sorte; grüne Blätter, die pastellgelb umrahmt sind
  • Cordifolia‘: Cremefarbige Blüten mit herzförmigen Blättern; kleinerer, langsamer Wuchs bis zu 2 m Höhe
  • Silver Lining‘: Wuchs bis zu 3 m Höhe, hellgrüne Blätter mit weiß-silbriger Umrandung, weiße Blüte
  • Semiola‘: Neuzüchtung, die in milden Wintern ihre Blätter behält; kupferrote Triebe und weiße Blüten

Hinweis immergrüne Kletterhortensien: Bei den meisten Kletterhortensien-Sorten beginnen sich die Blätter im Herbst in leuchtendes Gelb zu verfärben bevor sie abfallen. Mittlerweile gibt es jedoch auch immergrüne Sorten. Dazu zählt zum Beispiel die oben genannte Sorte ‘Semiola’. Diese Neuzüchtung behält in milden Wintern ihre Blätter und ist vor allem durch ihre kupferroten Jungtriebe besonders schön anzusehen.

Kletterhortensie mit gelben Blättern an der Wand
Viele Sorten haben im Herbst leuchtend gelbe Blätter [Foto: photowind/ Shutterstock.com]

Kletterhortensien pflanzen: Standort und Vorgehen

Beim Pflanzen der Kletterhortensie ist vor allem der Standort und das richtige Vorgehen entscheidend.

Wo sollte man Kletterhortensien pflanzen?

Kletterhortensien können an ganz unterschiedlichen Standorten gepflanzt werden, denn sie vertragen sowohl schattige als auch sonnige Plätzchen. Die Kletterpflanze wurzelt am liebsten in humosen, durchlässigen, feuchten Böden, die keine Verdichtungen aufweisen und einen sauren bis neutralen pH-Wert haben. Wenn möglich, empfiehlt es sich, die Kletterhortensie an einem windgeschützten Standort zu platzieren.

Tipp: Haben Sie Ihre jungen Hortensien gerade frisch ausgepflanzt, ist es wichtig, darauf zu achten, dass die Pflanzen nicht an besonders sonnigen Plätzen stehen, da sich sonst die Blätter einen Sonnenbrand holen können. Auch gegenüber Spätfrösten sind die jungen Hortensien in dieser Phase leicht empfindlich.

Anleitung: So pflanzen Sie Ihre Kletterhortensie

Mit großer Wahrscheinlichkeit befindet sich die Kletterhortensie vor dem Auspflanzen in dem Topf, in dem sie auch vorkultiviert wurde. Wenn der Topfinhalt trocken ist, bietet es sich an, ihn vor dem Auspflanzen für circa 10 Minuten in ein Wasserbad zu stellen. So kann sich der Wurzelballen schon vorab richtig mit Wasser vollsaugen. Danach können Sie die Pflanze aus dem Topf lösen und in das vorher vorbereitete Pflanzloch setzen.

Das Pflanzloch sollte dabei doppelt so tief und breit wie der Pflanztopf sein. Achten Sie darauf, dass der Boden unterhalb gut gelockert ist und sich keine Staunässe bildet – diese verträgt die Kletterhortensie nämlich gar nicht gut. Jetzt bietet es sich außerdem an, die ausgehobene Erde mit Kompost und Hortensiendünger anzureichern. Unser Plantura Bio-Hortensiendünger liefert durch seine Langzeitwirkung nachhaltig alle wichtigen Nährstoffe, die die Hortensie zum Wachsen braucht, ohne dabei auf tierische Inhaltsstoffe – wie beispielsweise Schlachtabfälle – zurückzugreifen.

Loch mit Schaufel graben
Vor dem Auspflanzen muss ein Pflanzloch gegraben werden [Foto: Lubsan/ Shutterstock.com]

Die Pflanze wird dann mit der ausgehobenen Erde so tief eingepflanzt, wie sie auch zuvor im Topf stand. Danach ist es wichtig, die Pflanze großzügig zu wässern und die Erde richtig einzuschlämmen. Auch in den nächsten Tagen und Wochen sollte besser öfter überprüft werden, ob der Boden noch feucht ist. Um sicherzugehen, dass so wenig Gießwasser wie möglich verloren geht, können Sie auch um die Pflanze einen Gießring errichten. Wenn Sie vorhaben, mehrere Kletterhortensien auszupflanzen, sollte zwischen den Kletterhortensien oder auch zu anderen Kletterpflanzen ein Abstand von 0,6 Metern gewahrt werden. Ausgepflanzt werden kann generell das ganze Jahr über, am besten geeignet ist jedoch das zeitige Frühjahr.

Hinweis Kletterhilfe: Prinzipiell können Kletterhortensien mit Hilfe ihrer Haftwurzeln eigenständig verschiedenste Untergründe erklimmen. Experten raten jedoch trotzdem, eine Kletterhilfe anzubieten, vor allem an windexponierten Standorten oder bei sehr glatten Untergründen. Bei verputzten Hauswänden ist eine Kletterhilfe außerdem ratsam, um die Wand vor den Haftwurzeln, die direkt in den Putz eindringen, zu schützen. Dafür sollten Sie am besten die Kletterhilfe im Abstand von 10 bis 15 Zentimeter zur Hauswand platzieren.

Tipp: Kletterhortensien werden im Alter nicht nur sehr groß, sondern auch sehr schwer. Achten Sie deshalb darauf, dass Ihr Gerüst dauerhaft wetterbeständig und stabil ist. Das Holz der Robinie beispielsweise ist sowohl hart als auch zäh und somit sehr gut als Kletterhilfe für die Kletterhortensie geeignet.

Kurzsammenfassung: Wie werden Kletterhortensien gepflanzt?

  • Bei Trockenheit Container für 10 Minuten in Wasserbad stellen
  • Pflanzloch doppelt so breit und tief wie der Pflanztopf ausheben
  • Ausgehobene Erde mit Kompost und Hortensiendünger anreichern
  • Hortensie mit Aushub einpflanzen
  • Gründlich wässern und Erde einschlämmen
  • Bei Bedarf Gießring errichten
  • Pflanzabstand: 0,6 m

Kletterhortensien im Kübel

Auch auf der Terrasse oder dem Balkon eignet sich die Kletterhortensie als blühender Sichtschutz – dafür muss die Pflanze nur in einen ausreichend großen Kübel gepflanzt werden. Hier gilt: Je größer, desto besser. Außerdem sollte das Gefäß im Boden Löcher aufweisen, damit überschüssiges Wasser abfließen kann. Das ist wichtig, denn die Kletterhortensie muss oft gegossen werden und verträgt keine Staunässe. Für einen guten Wasserabfluss ist es außerdem möglich, im Boden des Kübels eine Schicht aus grobkörnigem Material wie Perlit anzulegen. Damit die Pflanze in die Höhe wachsen kann, sollte ihr auch eine Rankhilfe gegeben werden. Dafür eignet sich beispielsweise ein Spalier aus stabilem Holz.

Kletterhortensien pflegen

Kletterhortensien sind robust und nur wenig pflegebedürftig. Wie alle Hortensien brauchen sie jedoch ausreichend Feuchtigkeit und Nährstoffe.

Junge Kletterhortensie an Pfahl rankend
Damit die Kletterhortensie wächst und gedeiht, bedarf sie der richtigen Pflege [Foto: Victoria Ashman/ Shutterstock.com]

Kletterhortensien gießen

Kletterhortensien sollte nicht austrocknen, weshalb Sie bei fehlendem Niederschlag zusätzlich bewässern sollten. Am besten lässt sich mit der Fingerprobe überprüfen, ob das Substrat bereits zu trocken ist. Vor allem in Kübel gepflanzte Kletterhortensien können schnell austrocknen und sollten deshalb öfter kontrolliert werden. Beim Gießen ist es ratsam, das Wasser von unten zu verteilen – so bleiben Blätter und Blüte trocken, was dem Falschen Mehltau vorbeugt.

Tipp: Damit der Boden länger feucht bleibt, können Sie um Ihre Pflanze eine Mulchschicht beispielsweise aus Laub, Rasenschnitt oder grobem Kompost anlegen.

Kletterhortensien schneiden

Vor allem in den ersten Jahren müssen Kletterhortensien prinzipiell nicht geschnitten werden. Durch ihren langsamen Wuchs reicht es, Totholz und vertrocknete Blüten zu entfernen. Erst später bietet sich ein Verjüngungsschnitt an. Gerät die Kletterpflanze jedoch vorher außer Form oder trägt zu viel Gewicht auf einer Seite, kann es sein, dass Sie schon früher einmal zur Schere greifen müssen. Wollen Sie außerdem zusätzlich auch einen normalen Pflegeschnitt durchführen, ist es ratsam, dies im Frühjahr oder Herbst zu tun.

Wie Sie beim Schneiden von Kletterhortensien am besten vorgehen, erfahren Sie hier.

Kletterhortensien düngen

Hortensien lieben reichhaltige Böden. Besonders für ihre üppigen Blüten brauchen sie ausreichend Nährstoffe. Dafür bietet es sich an, zwischen Mai und August spezielle Hortensiendünger in den Boden einzuarbeiten. Unser Plantura Bio-Hortensiendünger unterstützt die Kletterhortensie genau mit der Nährstoffzusammensetzung, die sie braucht: Viel Kalium, Stickstoff sowie zusätzlich Magnesium und Eisen. So kann die Pflanze kräftige Blätter und Blüten ausbilden.

Kletterhortensien vermehren

Ein weiterer Pluspunkt der Kletterhortensie ist, dass sie ganz leicht vermehrt werden kann. Die Vermehrung kann im Frühsommer entweder über Absenker oder Stecklinge erfolgen. Einen Ableger erhalten Sie, indem Sie einen Trieb, der sich bereits in Bodennähe befindet, Richtung Boden absenken und ihn dort fixieren. Der Trieb bildet nun Luftwurzeln, die dann mit humoser Erde leicht abgedeckt werden müssen. Für diese Methode ist es wichtig, dass die Mutterpflanze gut etabliert ist, da sie den Ableger in der Übergangsphase mit Wasser und Nährstoffen versorgt.

Wenn Sie die Kletterhortensie über Stecklinge vermehren wollen, suchen Sie sich weiche, einjährige Triebe, die Sie dann auf circa 15 Zentimeter Länge abschneiden. Die Spitze des Triebes wird entfernt und die Blätter werden auf die Hälfte eingekürzt, damit der Steckling weniger Flüssigkeit verliert. Der Steckling wird in feuchtes, nährstoffarmes Substrat gesteckt und sollte nach wenigen Wochen Wurzeln ausbilden. Ab September kann der Steckling nun in einen eigenen Topf gepflanzt werden. Wichtig ist, dass die Pflanze über den Winter an einem frostfreien Ort platziert wird. Im Frühjahr kann sie dann in einen größeren Topf umgepflanzt werden und im Folgejahr nach draußen umziehen.

Kletterhortensie unter Schnee
Im Winter muss der Steckling vor Frost geschützt werden [Foto: KPG Payless2/ Shutterstock.com]

Sind Kletterhortensien giftig?

Bei Hortensien gilt generell, dass sie sowohl bei Tieren wie beispielsweise Hunden, Katzen, Hamstern oder Kaninchen als auch bei Menschen im Falle eines Verzehrs zu Beschwerden führen können. Die Beschwerden zeigen sich dabei in unterschiedlichen Symptomen wie Schwindel, Kreislaufproblemen, Beklemmungen bis hin zu Atemnot. Besteht eine Allergie, kann sogar bereits der Hautkontakt zu einer Reaktion des Körpers führen. Deswegen sollten vor allem kleine Kinder beaufsichtigt und aufgeklärt werden, dass die schönen Blüten lediglich der Dekoration dienen. Die Blüten und Blätter schmecken jedoch so bitter, dass sie meist weder von Tier noch Mensch in größere Mengen verzehrt werden. Weitere Informationen zur Giftigkeit von Hortensien erfahren Sie hier.

Wollen Sie noch mehr über die romantischen Blühsträucher erfahren? Dann finden Sie in unserem Hortensien-Artikel alles, was Sie schon immer wissen wollten.

Erhalten Sie unsere Garten-Post

Jetzt für unsere kostenlose Garten-Post anmelden und tolle Garten-Tipps sowie Inspirationen regelmäßig ins Email-Postfach bekommen.

Back To Top