logo

Koriander: Die Asiatische Petersilie im Überblick

Vom Koriander können sowohl Blätter als auch Samen geerntet werden. Wir fassen alles Wichtige über das Gewürz für Sie zusammen.

Koriander hat nicht nur ein fabelhaftes Aroma, auch die Blüte wertet Ihr Beet optisch auf [Foto: SakSa/ Shutterstock.com]

Die Anfänge der Berühmtheit vom echten Koriander (Coriandrum sativum) liegen schon mehrere Jahrtausende in der Vergangenheit. Bei Ausgrabungen wurden Koriandersamen in der Grabstätte von Tutanchamun gefunden. Seine Ursprünge hat das einjährige Kraut im Mittelmeerraum. Mittlerweile wird der Doldenblütler (Apiaceae) allerdings weltweit angebaut und ist das am meisten verwendete Gewürzkraut auf der ganzen Welt. Doch aufgrund des unangenehmen Geruchs der unreifen Samen, der an das Sekret von Wanzen erinnert, wird Koriander auch als Wanzenkraut bezeichnet.

Mit Abreifen und Trocknen nach der Ernte entwickeln die Samen jedoch das charakteristische würzige Aroma. Das ebenfalls als Gewürz verwendbare Blattwerk des Korianders besitzt jedoch eher einen scharfbitteren Geschmack und Geruch. Bei der Schmackhaftigkeit des Koriander-Laubes scheiden sich jedoch die Geister: So manch einer kann das Kraut so gar nicht ausstehen, was sogar genetisch bedingt ist. Die Abneigung gegen Geruch und Geschmack der Koriander-Blätter kann mit Durchhaltevermögen und Selbstbeherrschung aber abgewöhnt werden. Ist Ihnen die Unverträglichkeit von Koriander fremd und Sie möchten dem Gewürz einen Platz in Ihrem Garten vermachen? Dann erfahren Sie alles Wichtige hier – von der Aussaat bis zur Ernte und Lagerung.
Synonyme: Arabische/Asiatische Petersilie, Gartenkoriander, Wanzenkraut

Koriander im Garten anbauen

Standort

Der echte Koriander kann sowohl im Freiland als auch im Topf angebaut werden. Dabei sollte zwar ein sonniges, aber auch zeitweise schattiges Plätzchen ausgewählt werden. Der Boden ist ideal, wenn er durchlässig und nicht allzu schwer ist. Sandige Lehmböden sind prädestiniert für den Anbau von Koriander. Für die Kultur im Topf ist handelsübliche Blumenerde ausreichend. Aber sparen Sie nicht an der Erde. Getreu einer Gärtner-Weisheit: Erde gut, alles gut.
Sie wollen nun Koriander im Garten anpflanzen? Wir haben für Sie eine ausführliche Anbauanleitung erstellt.

Korianderpflanzen in einem Topf
Der Anbau im Topf oder Balkonkasten funktioniert einwandfrei [Foto: PPMeth/ Shutterstock.com]

Vermehrung

Das einjährige Kraut wird über Aussaat vermehrt. Der Samen kann bereits ab Ende März ins Freiland ausgebracht werden. Denn auch die Jungpflanzen vertragen schon etwas Frost. Wichtiger ist jedoch die nötige Keimtemperatur von 5 bis 25 °C sicherzustellen. Das kann man mit einer Folie, die über die Aussaatstelle ausgelegt und mit Steinen befestigt wird, bewerkstelligen. Sobald sich jedoch die ersten Keimlinge zeigen, muss die Folie heruntergenommen werden. Der Koriandersamen keimt unabhängig vom Licht. Das heißt, dass er beruhigt mit etwas Erde zum Schutz vor Austrocknung bedeckt werden kann. Wird das Laub des echten Korianders geerntet, wird im kommerziellen Anbau in mehreren Sätzen ausgesät, um eine kontinuierliche Ernte der Blätter sicherzustellen.

Gießen und Düngen

Vor allem im Jungpflanzenstadium muss der Koriander sorgfältig mit Wasser versorgt werden. Staunässe ist zu vermeiden. Trockenstress würde jedoch zum stressbedingten Durchschießen der Triebe und einer verfrühten Notblüte führen. Das wiederum würde weniger Blattmasse zum Ernten bedeuten. Um die Nährstoffversorgung zu gewährleisten, bietet es sich an, mit Vorbereitung des Saatbettes, etwas organisches Material wie Dung oder Kompost mit einzuarbeiten. Auch einen vornehmlich organischen Bio-Dünger wie unseren Plantura Bio-Universaldünger mit Langzeitwirkung können Sie hervorragend verwenden. Bei der Kultur im Topf genügt es, ungefähr alle vier Wochen mit einem Volldünger nach zu düngen. Auch dieser kann organisch sein.

Plantura Bio-Universaldünger
Plantura Bio-Universaldünger
Effektive Langzeitwirkung, gut für den Boden, unbedenklich für Mensch, Tier & Natur

Pflanzenschutz

Echter Koriander ist besonders anfällig für Echten Mehltau (Erysiphaceae). Dieser ist an dem weißen Schimmelrasen auf der Blattoberfläche zu erkennen. In jedem Fall sollte dann von der Ernte und dem Verzehr des Laubes abgesehen werden. Als vorbeugende Maßnahmen, um den Befall mit echtem Mehltau zu vermeiden, kann der Abstand zwischen den Pflänzchen weiter gewählt werden. Ebenso ist es förderlich, die Pflanzen nicht zu spät abends zu gießen, sodass sie vor Eintritt der Nacht noch abtrocknen können. Ganz wichtig: Die befallenen Pflanzen nicht auf dem Kompost entsorgen, mit dem zukünftig der Boden aufbereitet werden soll. So würde der Pilz über den Kompost weitergetragen werden.
Sie wollen mehr erfahren, wie Sie Ihren Koriander vermehren und optimal pflegen? Schauen Sie doch mal hier vorbei: Koriander: Vermehren und pflegen.

Koriander: Sorten und ähnliche Arten

Zu der Gattung Coriandrum gehören nur zwei Arten. Neben dem echten Koriander gibt es noch die Art Coriandrum tordylium, welche vor allem in Vorderasien verbreitet ist. Der Vietnamesische Koriander (Persicaria odorata) ähnelt dem echten Koriander in Duft und Geschmack. Eine enge Verwandtschaft besteht zwischen den beiden Kräutern jedoch nicht. Einen klaren Vorteil hat der Vietnamesische Koriander gegenüber dem Wanzenkraut: Er ist mehrjährig und winterhart.

Neben dem Samen kann bekanntlich auch das Laub des Korianders verwendet werden. Im Geschmack ersetzen sie sich jedoch nicht. Während die Samen würzig-holzig schmecken, trumpft das Koriander-Blattwerk mit einem bitter-scharfen Geschmack auf. Mittlerweile sind Sorten auf dem Markt, die speziell nach ihrer Eignung als Blattkoriander gezüchtet wurden:

  • Caribe: besonders robuster Blattkoriander mit hohem Ertrag.
  • Marino: sehr würziger Blattkoriander.

Auch für die Verwendung der Koriander-Samen gibt es eine kleine Sortenauswahl:

  • Confetti: Sorte mit feingeteiltem Laub; sehr dekorativ.
  • Jantar: nussig schmeckender Koriander aus dem Osten.
  • Thüringer: traditionelle Sorte; besonders appetitanregend.
Korianderblätter liegen auf einem Tisch
Die Korianderblätter halten sich im Kühlschrank für einige Tage [Foto: KatyaPulina/ Shutterstock.com]

Geerntet werden die Samen des Korianders je nach Wetter im Juli und August. Wie Sie dabei richtig vorgehen, erfahren Sie in unserem Spezial-Artikel zum Thema “Koriander ernten und lagern“.

Koriander: Inhaltsstoffe und Verwendung

Die für den Geschmack der Koriandersamen ätherischen Öle bilden sich teilweise erst mit der Trocknung der Samen aus. Deshalb ist die Trocknung nach der Ernte für ein volles Aroma sehr wichtig. Die scharfbittere Note von den Koriandersamen wird zu Pulver gemahlen und in diversen deftigen Gerichten, Gemüse sowie in Teigwaren verwendet. Außerdem ist das Pulver Teil diverser Gewürzmischen wie zum Beispiel Curry-Pulver oder Lebkuchengewürz.

Die Samen können ebenso als Tee aufgegossen werden. Wobei seine wohltuende Wirkung bei Verdauungsbeschwerden und zur Krampflösung geringer ausfällt als bei den Doldenblütengewächsen Fenchel (Foeniculum vulgare) und Kümmel (Carum carvi). Außerdem wird das appetitanregende aus dem Samen des echten Korianders gewonnene Öl als Duftstoff in der Parfümindustrie verwendet.

In einer traditionellen Knoblauchsoße aus der Spanischen Küche, der Mojo verde, sorgt das Korianderlaub für die grüne Färbung. Vor allem aber wird das Kraut des Korianders in der Küche Asiens und Süd-Amerika verwendet. Das scharfbittere Aroma des Laubes ist jedoch nicht jedermanns Sache und unterscheidet sich grundlegend von Geruch und Geschmack des Samens.

Erhalten Sie unsere Garten-Post

Jetzt für unsere kostenlose Garten-Post anmelden und tolle Garten-Tipps sowie Inspirationen regelmäßig ins Email-Postfach bekommen.

Back To Top