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Arnika: Anpflanzen & Verwendungsmöglichkeiten der Blume

Viele kennen die klassische Arnika-Salbe oder -Tinktur als natürliches Heilmittel. Wir zeigen, wie man die Arnika-Blume im Garten anpflanzt, wie man die Samen gewinnt und wie man Arnika anwenden kann.

Echte Arnika-Pflanzen
Die Blüten der Echten Arnika leuchten goldgelb [Foto: Kwanbenz/ Shutterstock.com]

Die Echte Arnika (Arnica montana) ist uns vor allem als Heilpflanze bekannt. Darüber hinaus hat die auch als Berg-Wohlverleih bezeichnete Art mit ihren gelb leuchtenden Blütenkörbchen einen besonderen Zierwert.

Arnika: Herkunft und Eigenschaften

Die Echte Arnika (Arnica montana) ist eine Art der Gattung Arnica in der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Ihr natürliches Verbreitungsgebiet umfasst bergige Regionen wie die Alpen, das Erzgebirge und die Pyrenäen und zieht sich bis in den Balkan, das Baltikum sowie nach Südskandinavien. In einigen europäischen Ländern ist die Wildform vom Aussterben bedroht.

Arnika wächst als mehrjährige, krautige, circa 30 – 60 Zentimeter hohe Staude. Sie bildet unterirdische Rhizome aus. Aus diesen treiben die grünen, fein behaarten Triebe, an denen ebenfalls behaarte, gegenständig angeordnete Blätter erscheinen. Sie besitzen eine frischgrüne Farbe und eine lanzettliche Form. Neben den Laubblättern bildet die Pflanze an der Basis etwas längere, in einer Rosette wachsende Basalblätter aus. Die Arnika-Blüten sind bis zu 8 Zentimeter groß und goldgelb gefärbt.

Biene auf Arnika
Die gelben Blütenkörbchen bieten Insekten viel Nahrung [Foto: Julian Popov/ Shutterstock.com]

Arnika-Blume: Wann ist die Blütezeit?

Die gelben Blüten der Arnika-Blume öffnen sich zwischen Juni und September. Sie haben eine Größe von bis zu 8 Zentimetern. Die einzelnen Blütenblätter der Blütenkörbchen sind wie Sonnenstrahlen angeordnet und dreifach gezahnt.

Arnika-Sorten

Neben der Echten Arnika (Arnica montana) gibt es etwa 30 weitere Arnika-Arten, die ebenfalls sehr schön blühen und in unseren Gärten gedeihen. Ein Beispiel ist die Art Arnica chamissonis ssp. foliosa, auch Amerikanische Arnika genannt. Sie bildet etwas kompaktere Blüten als die Echte Arnika aus.

Blüten der Arnika
Die Blüten der Amerikanischen Arnika sind etwas kompakter als die der Echten Arnika [Foto: mizy/ Shutterstock.com]

Arnika anpflanzen

Vor allem in Natur- oder Bauerngärten sowie in Steingärten ist die leuchtend gelbe Arnika ein besonderer Hingucker. Wenn der richtige Standort gefunden ist, können die Arnika-Pflanzen ausgepflanzt beziehungsweise die Samen ausgesät werden.

Der richtige Standort und Zeitpunkt beim Arnika-Anbau

Arnika-Pflanzen bevorzugen vollsonnige, magere Standorte wie ehemalige Moorgebiete oder Magerwiesen. Der Boden sollte eher sandig und durchlässig sein und einen sauren pH-Wert haben. Auf einen hohen Kalkgehalt reagiert Arnika sehr empfindlich. Daher sollte man das Substrat mit Torf, Nadeln, Traubentrester, Rindenhumus oder saurem Urgesteinsmehl ansäuern.

Der richtige Zeitpunkt für die Pflanzung von Arnika-Pflanzen ist der Spätsommer.

Arnika im Beet pflanzen:

  • Als Substrat eignet sich eine nährstoffarme, lockere Erde, wie unsere Plantura Bio-Kräuter- & Aussaaterde, gemischt mit Sand (Mischungsverhältnis 1:1). Durch die hohe Luftkapazität dieser Erde gedeiht die Arnika auch in zu festen und dichten Gartenböden sehr gut
  • Zum Ansäuern sollte etwas Nadelstreu, Rindenhumus oder Traubentrester untergemischt werden
  • Pflanzabstand: 25 cm

Arnika im Topf pflanzen:

  • Als Substrat eignet sich eine ausgewogene, torffreie Pflanzerde, wie unsere Plantura Bio-Universalerde, die für die Arnika mit Sand gemischt sein sollte (Mischungsverhältnis 1:1). Im Topf ist eine etwas nährstoffreichere Erde nötig, da der Arnika sonst kein Nährstoff-Depot zur Verfügung steht
  • Nadelstreu, Rindenhumus oder Traubentrester eignen sich, um den pH-Wert des Substrats zu senken
  • Topfgröße: Mindestens 30 cm Durchmesser und ebenso tief
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Arnika vermehren

Nach der Blüte entwickeln sich die Samen der Echten Arnika. Diese sind mit kleinen Schirmchen ausgestattet. Sofern die Staude im Garten die passenden Keimbedingungen vorfindet, verbreitet sie sich ganz von selbst über ihre Samen. Wenn man die Vermehrung besser kontrollieren möchte, kann man die Arnika-Samen auch ernten und anschließend an der gewünschten Stelle im Garten oder im Topf auf dem Balkon oder der Terrasse aussäen. Da die Samen sehr leicht sind, sollte man sie gut andrücken. Die Echte Arnika zählt zu den Lichtkeimern, weshalb man sie nur hauchdünn oder am besten gar nicht mit Substrat bedecken sollte.

Alternativ zur direkten Aussaat im Freiland, die ab Ende März bis Mitte Mai möglich ist, können ab Februar auch Jungpflanzen im Haus vorgezogen werden. Als Substrat eignet sich eine Aussaaterde, wie zum Beispiel unsere Plantura Bio-Kräuter- & Aussaaterde. Diese sollte angesäuert und mit Sand gemischt werden, um einen niedrigen pH-Wert und eine gute Durchlässigkeit sicherzustellen. Füllen Sie einige Anzuchtgefäße mit dem Keimsubstrat und verteilen Sie die Samen darauf. Da die Arnika-Samen für die Keimung Licht benötigen, sollten sie nicht mit Substrat bedeckt werden. Stellen Sie die Gefäße an einen hellen, geschützten Ort, beispielsweise auf eine Fensterbank, nicht jedoch in die pralle Sonne. Halten Sie das Substrat feucht. Ab Ende Mai (nach den Eisheiligen) können die Jungpflanzen dann an den gewünschten Ort im Garten oder auf dem Balkon umgepflanzt werden.

Tipp: Um die Keimrate zu erhöhen, kann man das Arnika-Saatgut stratifizieren. Dazu mischt man die Samen mit etwas Sand und legt sie für etwa 4 bis 6 Wochen bei 4 bis 8 °C in den Kühlschrank. Durch den Kältereiz keimen die Samen im Anschluss zuverlässiger.

Pflegen der Arnika

Nach der Pflanzung sollten die Arnika-Pflanzen gegossen werden. Darüber hinaus bedarf die Staude keiner besonderen Pflege. Nur in langanhaltenden Trockenperioden freut sie sich, wenn sie ab und zu etwas Wasser bekommt. Arnica montana sollte nicht gedüngt werden, da sie empfindlich auf einen zu hohen Nährstoffgehalt des Bodens reagiert. Arnika-Pflanzen im Topf sollten jedoch gelegentlich umgetopft werden, um frische Erde und ein paar Nährstoffe einzubringen.

Die Arnika ist eine winterfeste Pflanze. Im Winter sterben die oberirdischen Pflanzenteile ab und in den unterirdischen Rhizomen werden Reservestoffe eingelagert. Die Rhizome dienen als Überdauerungsorgane. Im nächsten Frühjahr treiben aus ihnen wieder neue Blütentriebe.

Tipp: Um zu vermeiden, dass der pH-Wert des Bodens steigt, sollten Sie zum Gießen stets angesäuertes Gießwasser verwenden. Indem Sie zum Beispiel etwas Torf zum Gießwasser hinzugeben und es für ein paar Stunden stehen lassen, fällt der pH-Wert des Wassers in den sauren Bereich ab. Alternativ eignet sich auch ein Schuss (Apfel-)Essig.

Arnika: Verwendung & Inhaltsstoffe

Der richtige Zeitpunkt zum Ernten heilkräftiger Arnika-Blüten liegt zwischen Anfang Juli und Ende August. Nach der Ernte können die Blüten getrocknet werden. Möchte man auch die Arnika-Wurzeln ernten, sollte man nach der Pflanzung etwa drei Jahre warten, bevor man die Wurzeln ausgräbt.

Die Echte Arnika wird schon seit dem 18. Jahrhundert als Heilpflanze eingesetzt. Die Arnika-Blüten enthalten Helenaline und Dihydrohelenaline, die eine antimikrobielle und entzündungshemmende Wirkung haben. Ab einer bestimmten Konzentration wirken diese und andere Inhaltsstoffe jedoch toxisch. Arnika ist also giftig, wenn man sie falsch verwendet. Aus diesem Grund ist Arnika für die innere Anwendung nicht mehr offiziell zugelassen. Auch geringe Konzentrationen der Inhaltstoffe in Tees mit Arnika-Blüten können bereits Vergiftungen hervorrufen.

getrocknete Arnika-Blüten
Aus getrocknete Arnika-Blüten können Tinkturen für die äußerlichen Anwendung hergestellt werden [Foto: WalterWeiss/ Shutterstock.com]

Darüber hinaus enthält die Arnika-Pflanze Flavonoide, Triterpendiole und weitere Stoffe, die äußerlich angewendet entzündungshemmende Eigenschaften haben, gleichzeitig jedoch auch allergische Reaktionen hervorrufen können.

Im Handel werden verschiedene Präparate mit Arnika angeboten, die sich teilweise auch selbst herstellen lassen. Arnika-Tinkturen, -Aufgüsse und -Salben können äußerlich angewendet zur Behandlung von Prellungen, Blutergüssen, Verstauchungen sowie bei rheumatischen Muskel- und Gelenkschmerzen verwendet werden. Auch an Tieren ist eine Anwendung möglich.

Weitere Informationen zu anderen Heilpflanzen, die sich prima im eigenen Garten anbauen lassen, finden Sie in unserem Spezialartikel über die 10 besten Heilpflanzen aus dem eigenen Garten.

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