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Barbarakraut: Aussaat, Pflege & Verwendung der Winterkresse

Barbarakraut kann wirklich jeder anbauen – die heimische Winterkresse ist anspruchslos und begnügt sich auch mit einem Topf als Zuhause. Außerdem ist sie gesund und vielseitig nutzbar.

Blüte der Winterkresse
Winterkresse besitzt leuchtend gelbe Blüten mit je vier Blütenblättern [Foto: Mr. Meijer/ Shutterstock.com]

Winterkresse wird wegen ihres hohen Vitamingehaltes schon seit Langem in der Naturheilkunde eingesetzt. Das unauffällige Kraut ist im Anbau anspruchslos und eignet sich auch für Gärtner-Anfänger ideal. Alles, was Sie zur Aussaat, Pflege und Verwendung des Barbarakrauts wissen müssen, erfahren Sie hier.

Barbarakraut: Herkunft und Eigenschaften

Das Gewöhnliche Barbarakraut (Barbarea vulgaris) wird auch Barbarakresse oder Winterkresse genannt. Die Pflanzen gehören zur großen Kreuzblütler-Familie (Brassicaceae), die unter anderem auch Rauke (Eruca sativa), Rettich (Raphanus sativus) und Kohl (Brassica ssp.) umfasst. Die Winterkresse ist in fast allen Teilen der Welt in den gemäßigten Breiten anzutreffen. Ihren Namen verdankt das Barbarakraut vermutlich der Heiligen Barbara, der am 4. Dezember gedacht wird. Denn das Kraut ist auch dann noch grün und essbar.

Praktischerweise stellt das Kraut kaum Ansprüche an seine Umgebung: Winterkresse wächst auf Wiesen, an Wegrändern, Böschungen, Flussufern und vielen weiteren Standorten. Die zweijährigen Pflanzen sind im ersten Jahr rosettenförmig. Erst im zweiten Jahr wachsen sie zu einer Höhe von 30 bis 90 cm heran und blühen. Das Barbarakraut bildet im zweiten Jahr zwischen Mai und Juli viele zusammengesetzte Blütenstände, die aus gelben Einzelblüten mit vier Blütenblättern bestehen. Werden die Blüten befruchtet, entstehen im Herbst längliche Schoten mit mehreren Samen. Die Blätter der Winterkresse sind mehrfach gefiedert, mit mehreren Teilblättern pro Stiel. Sie können für Salate oder gekochtes Blattgemüse verwendet werden und schmecken leicht scharf.

Wilder Barbarakraut-Strauch
Barbarakraut ist in der Natur an vielen Orten zu finden [Foto: oroch/ Shutterstock.com]

Tipp: Wenn Sie Winterkresse in der Natur sammeln, sollten Sie auch die Wegrauke (Sisymbrium officinale) kennen, um eine Verwechslung zu vermeiden. Sie sieht dem Barbarakraut besonders während der Blüte ähnlich. Die Wegrauke gilt allerdings als leicht giftig. Ihre Blätter sind lanzenförmig und etwas gefiedert. Sie sehen ähnlich wie Rucola-Blätter aus.

Wegrauke
Die Wegrauke sieht dem Barbarakraut zum Verwechseln ähnlich [Foto: Irina Borsuchenko/ Shutterstock.com]

Winterkresse säen: So funktioniert es

Winterkresse wird am einfachsten aus Samen gezogen. Sie können Jungpflanzen im Haus vorziehen, das Barbarakraut keimt aber auch im Freiland sehr gut. Das Kraut wächst an fast allen Standorten, jedoch besonders gut an einem halbschattigen bis sonnigen Platz mit nährstoffreicher, ausreichend feuchter Erde. Die Samen können von März bis Oktober gesät werden. Je früher Sie das Barbarakraut säen, desto früher können auch die schmackhaften Blätter geerntet werden. Wenn die Samen im Frühjahr ausgebracht werden, lassen sich die Pflanzen noch im selben Jahr ernten. Bei einem sandigen oder sehr tonhaltigen Boden empfiehlt es sich, Anzuchterde in die oberen 10 cm Boden einzuarbeiten. Pro Quadratmeter brauchen Sie etwa 30 Liter Erde. Unsere Plantura Bio-Kräuter- & Anzuchterde ist eine gute, wasserspeichernde Grundlage und noch dazu komplett torffrei.

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Winterkresse zählt zu den Lichtkeimern. Zum Keimen muss das Saatgut auf der Erde aufliegen und angedrückt werden. Ist eine passende Stelle gefunden, sollten Sie auf einen Abstand der Samen von etwa 15 cm achten. Nach dem Verteilen des Saatguts muss nur noch kräftig angegossen werden. Gehen Sie hierbei vorsichtig vor, um die Samen nicht wegzuspülen.

Blätter einer jungen Winterkresse
Barbarakraut wächst im ersten Jahr als Rosette [Foto: Jojoo64/ Shutterstock.com]

Tipp: Wenn die Winterkresse an einem sehr sonnigen und heißen Standort steht, werden die Blätter bitterer im Geschmack. Für ein mildes Ergebnis sollten Sie das Barbarakraut also eher an einem halbschattigen Platz anbauen.

Die wichtigsten Pflegemaßnahmen

Die Winterkresse braucht kaum Pflege und ist generell recht robust. Nur Erdflöhe können junge Pflanzen erheblich schädigen. Wie Sie Erdflöhe erkennen und bekämpfen, erfahren Sie in diesem Artikel. Stehen die Jungpflanzen im Beet zu eng, kann Ausdünnen hilfreich sein. Ziehen Sie dafür die Exemplare, die zu eng stehen, einfach aus der Erde, damit sich die übrigen besser entwickeln können. Während der Keimphase sollte das Substrat dauerhaft feucht gehalten werden. Ausgewachsene Pflanzen müssen nur bei längerer Trockenheit gegossen werden. Im ersten Jahr benötigt das Barbarakraut meist keine zusätzlichen Düngergaben. Während des zweiten Standjahrs empfiehlt sich eine Düngung im Frühjahr mit einem organischen Langzeitdünger. Unser Plantura Bio-Universaldünger eignet sich zum Beispiel gut dafür und setzt Nährstoffe über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten frei.

Barbarakraut-Blätter
Die Blätter der Winterkresse sind mehrfach gefiedert [Foto: Beroner/ Shutterstock.com]

Tipp: Im Frühjahr und bei Trockenheit können junge Winterkresse-Pflanzen durch Erdflöhe durchlöcherte Blätter bekommen. Den Boden mit einer Schicht Mulch feucht zu halten, beugt dem vor – mehr dazu erfahren Sie in unserem Schädlings-Artikel.

Echtes Barbarakraut ernten und lagern

Die Blätter der Winterkresse können fast das ganze Jahr über geerntet werden. Sogar Anfang Dezember kann das scharf-würzige Grün noch verwendet werden. In ein feuchtes Tuch eingeschlagen lassen sie sich maximal zwei Tage im Kühlschrank lagern. Für das beste Aroma sollten die Blätter nur frisch verarbeitet werden. Während der Blütezeit im zweiten Jahr haben sie einen leicht bitteren Geschmack. Pflücken Sie zum Ernten einzelne Blätter, die aus der Rosette wachsen. Achten Sie darauf, nicht zu viele auf einmal zu entfernen, damit die Pflanze weiter Photosynthese betreiben kann. Nach der Blüte entwickeln sich Schoten mit mehreren Samen. Diese können ebenfalls geerntet und ähnlich wie Senf verwendet werden. Sammeln Sie dafür die trockenen Schoten im Herbst ab und öffnen diese über einer Schüssel, um alle Samen aufzufangen.

Übrigens: Beim Anbau von Barbarakraut im Gewächshaus können das ganze Jahr über verschiedene Pflanzenteile geerntet werden.

Barbarakraut: Wirkung und Verwendung

Alle Pflanzenteile des Barbarakrauts sind genießbar, also nicht giftig für Menschen und Haustiere. Die Pflanzen werden schon lange Zeit in der Naturheilkunde eingesetzt, vor allem wegen des hohen Gehaltes an Vitamin A und C. Darüber hinaus enthalten Barbarakraut-Blätter Bitterstoffe, welche die Verdauung fördern. Winterkresse kann in der Küche vielseitig eingesetzt werden: Die Blätter passen roh in einen Salat, werden als Dip verarbeitet oder zusammen mit Spinat angedünstet. Die Samen können ebenfalls verarbeitet werden.

Getrocknete Winterkresse
Winterkresse wird in der Naturheilkunde eingesetzt [Foto: Matt Benoit/ Shutterstock.com]

Neben dem Barbarakraut gibt es noch weitere essbare Pflanzen mit würzig-scharfem Geschmack. Kapuzinerkresse ist ähnlich leicht im Anbau und begeistert gerade Kinder mit ihren essbaren Blüten. Wie Sie Kapuzinerkresse anbauen, erfahren Sie in diesem Artikel.

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