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Beifuß anpflanzen, ernten & verwenden

Beifuß hat aufgrund seiner vielseitigen Verwendung einige Namen wie Gänse-, Besen-, Weiber- oder Sonnwendkraut. Wir zeigen, wie man Beifuß anpflanzen, selbst aus dem Garten ernten und verwenden kann.

Blätter von Beifuß
Beifuß ist ein Heil- und Würzkraut, das seit langem bekannt ist [Foto: pisitpong2017/ Shutterstock.com]

Aufgrund seiner Heilwirkung wird Beifuß (Artemisia) schon seit der Antike eine große Bedeutung zugeschrieben. Aber mit Beifuß holen Sie sich nicht nur eine bloße Nutzpflanze, sondern eine pflegeleichte und vielseitige Zierpflanze in Ihren Garten.

Beifuß: Blüte, Herkunft und Eigenschaften

Beifuß (Artemisia) ist eine weltweit verbreitete und auch bei uns heimische Pflanze, seine genaue Herkunft ist jedoch unbekannt. Die meisten Arten der zu den Korbblütlern (Asteraceae) gehörenden Gattung sind mehrjährige, leicht verholzende Stauden. Manche von diesen verbreiten einen sehr intensiven Duft verbreiten, der nicht bei allen beliebt ist. Beifuß ist leicht zu ziehen und wächst rasch, sodass er je nach Art Wuchshöhen von bis zu 2 m erreichen kann. Wenn man ihn in seinen Garten holt, sollte man jedoch aufpassen, denn er beginnt schnell zu wuchern und so den Garten für sich einzunehmen. Mit seinen oft silbrig glänzenden, gefiederten und manchmal behaarten Blättern und den orange-gelblichen Blüten begeistert Beifuß nicht nur als Zierpflanze, sondern auch als Gewürz- und Heilpflanze.

gelbliche Blüten von Beifuß
Ab dem späten Frühjahr zeigt der Beifuß seine vielen kleinen, gelblichen Blüten [Foto: sonja toben/ Shutterstock.com]

Verwechslungsgefahr bei Beifuß: Bei einigen Pflanzen kann es zu Verwechslungen mit Beifuß kommen. So ähnelt er vielen anderen Arten der Gattung Artemisia, zum Beispiel Wermut (A. absinthium).
Des Weiteren ist der Beifuß in Wuchs, Erscheinungsbild und Blattform der Beifuß-Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia) sehr ähnlich, was sich schon an ihrem Namen zeigt. Die Beifuß-Ambrosie kommt ursprünglich aus Nord-Amerika, entwickelt sich aber auch hierzulande immer mehr zum Problemunkraut, da ihre Pollen stark allergieauslösend wirken und sie auch in der Landwirtschaft als Unkraut auftritt. Die Unterscheidung zwischen Beifuß und Beifuß-Ambrosie gelingt leicht anhand der Blätter, da sie bei der Beifuß-Ambrosie beidseitig grün statt einseitig silbrig sind.

Unkraut Beifuß-Ambrosie
Die Beifuß-Ambrosie – ein dem Beifuß sehr ähnlich sehendes Problemunkraut [Foto: Mala Iryna/ Shutterstock.com]

Beifuß-Arten und -Sorten

Die Gattung Artemisia umfasst über 250 Arten. Einige Beifuß-Arten sollen hier kurz vorgestellt werden.

Gewöhnlicher Beifuß (A. vulgaris): Bei uns heimische, bis zu 1,20 m hohe Art des Beifußes; angeblich verdauungsfördernde Eigenschaften; Verwendung als Gewürz für fette Speisen.

Einjähriger Beifuß (A. annua) auch Chinesischer Beifuß: Eine der wenigen nicht winterharten Beifuß-Arten, die bei uns meist nicht zur Blüte kommt; rasch wachsend; Höhe bis zu 2 m; eignet sich mit seinem dichten Blattwerk für temporäre Hecken; hat vor einigen Jahren Aufsehen erregt, da er einen Wirkstoff gegen Malaria enthält.

Zwerg-Silber-Beifuß (A. Schmidtiana): Wird nur ungefähr 20 cm hoch; kissenartiger Wuchs und filigrane, silbrige Blätter; ein wunderbarer Begleiter dunkellaubiger Zierpflanzen.

Steppen-Beifuß (A. ludviciana): Beifuß-Art, die ursprünglich aus Nordamerika stammt, wo ihn schon Indianer für ihre Zeremonien verwendeten, da er sich aufgrund seines starken Duftes gut zum Räuchern eignet; in Europa vor allem Verwendung als Zierpflanze, zum Beispiel in mediterranen Gärten.

Zwerg-Silberbeifuß
Der Zwerg-Silberbeifuß passt in fast jeden sonnigen Steingarten [Foto: JIANG TIANMU/ Shutterstock.com]

Tipp: Zu den 250 Arten der Gattung gehören auch einige weitere bekannte Stauden, die wegen ihres Duftes und der Optik in vielen Gärten angepflanzt werden. Dazu gehören zum Beispiel Estragon (A. dacunculus), Echter Wermut (A. absinthium) oder der sogenannte Cola-Strauch (A. abrotanum var. maritima), der intensiv nach Cola riecht.

Beifuß anpflanzen: Aussaat, Standort und Vorgehen

Im Freiland wird Beifuß am besten ab Mai ausgesät. Er stellt relativ wenige Ansprüche an den Standort, bevorzugt aber sonnige, gut durchlässige und nährstoffreiche Stellen. Haben Sie einen sehr tonigen, festen Boden, hilft organisches Material und viel Sand, um den Boden zu lockern und die Durchlässigkeit zu verbessern. Bei sehr dichten Böden kann es sogar nötig sein, den Boden zum Beispiel mit einer Grabgabel tiefgründig zu lockern, um Staunässe zu vermeiden. Um organisches Material und Nährstoffe einzubringen empfiehlt sich zum Beispiel unsere Plantura Bio-Universalerde, da sie den stickstoffliebenden Pflanzen optimale Startbedingungen ermöglicht. Bei der Herstellung der torffreien Erde wird im Vergleich zu herkömmlichen Erden zudem bis zu 60% weniger CO2 freigesetzt. Wichtig ist, die Erde gut mit dem Sand und dem vorhandenen Boden zu mischen.

Da Beifuß schnell und groß wächst, sollten 2 bis 3 Samen mit einem Abstand von 70 cm ausgesät werden. Nach einigen Wochen lässt man dann nur noch das stärkste Pflänzchen stehen. Beifuß ist ein Lichtkeimer, weshalb er nur leicht mit Erde bedeckt werden sollte.

Nahaufnahme eines Beifuß
Am besten wird Beifuß im Mai gesät oder gepflanzt [Foto: BonNontawat/ Shutterstock.com]

Tipp: Auch auf der Fensterbank kann Beifuß ab Anfang März vorgezogen werden. Dafür die einzelnen Samen einfach in kleine, mit Erde gefüllte Anzuchttöpfe geben und nur leicht mit Erde bedecken. Bei einer optimalen Keimtemperatur von 18 bis 23 °C sollten sich nach circa vierzehn Tagen die ersten Keimlinge zeigen. Ab Mitte Mai können die Pflänzchen dann an ihren finalen Standort gesetzt werden.

Die richtige Pflege: Ist Beifuß winterhart?

Bis auf Artemis annua sind die Arten des Beifußes winterhart. Jedoch stirbt über den Winter der gesamte oberirdische Teil der Beifußpflanze ab, sodass im Spätherbst alles, was nicht gefällt, abgeschnitten werden kann. Im Frühjahr treibt Beifuß dann wieder aus dem Wurzelstock aus.

Beifuß düngen:
In der Regel muss Beifuß nicht gedüngt werden. Als Anzeiger stickstoffreicher Böden wächst er aber kräftiger, wenn er ausreichend mit diesem Hauptnährelement versorgt ist. Daher können stickstoffbetonte Dünger, wie zum Beispiel unser Plantura Bio-Universaldünger, Abhilfe schaffen und den Wuchs verstärken. Da er vornehmlich Rohstoffe organischen und nicht mineralischen Ursprungs enthält, trägt der Bio-Universaldünger zusätzlich zu einer guten Bodenstruktur bei und wirkt Verdichtungen entgegen.

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Beifuß gießen:
Gegossen werden muss der Beifuß nur während langen, heißen Trockenperioden, da er grundsätzlich an trockene Standorte angepasst ist.

Tipp: Um flächendeckendes Ausbreiten zu verhindern, kann man die Blüten des Beifußes ernten, bevor sie sich öffnen. So können sich die Samen nicht verteilen.

Beifuß ernten und verwenden

Geerntet werden meist die geschlossenen Blüten zu Beginn der Blütezeit des Beifußes zwischen Juni und Juli. Ältere Blüten und Blätter enthalten deutlich mehr Bitterstoffe. Beifuß kann sowohl frisch als auch getrocknet verwendet werden. Um ihn haltbar zu machen, erntet man ca. 40 – 60 cm lange Zweige mit Blüten und hängt sie zum Trocknen an einen warmen, luftigen Ort.

Verwendung findet Beifuß heutzutage größtenteils als Küchenkraut. Er enthält die ätherischen Öle Kampfer, Cineol und Thujon, die keim- und pilzhemmend wirken und ist reich an Bitterstoffen. Das schützt ihn zum einen vor Fraßfeinden, zum anderen unterstützen sie unsere Verdauung, weshalb Beifuß oft als Gewürz zu fettreichen Speisen, wie dem klassischen Gänsebraten gegeben wird. Aber die Verwendung beschränkt sich nicht darauf. Mit seinem bitteren und aromatischen, würzigen Geschmack können die jungen Blätter des Beifußes als Salatbeilage oder die Blüten als Bestandteil mediterraner Kräutermischung verwendet werden. Eine häufige Anwendung als Hausmittel ist zum Beispiel die Zubereitung eines einfachen Beifußtees gegen Magenbeschwerden. Dafür wird 1 Teelöffel getrockneten Beifuß mit einer Tasse kochendem Wasser übergossen und 1 – 2 Minuten ziehen gelassen.

geernteter Beifuß
Beifuß enhält Bitterstoffe, die der Verdauung wohltuen [Foto: KatharinaRau/ Shutterstock.com]

Tipp: Wie bereits erwähnt gilt Beifuß seit der Antike als wichtiges Heilkraut. Über die Jahrhunderte hinweg wurden ihm die verschiedensten Wirkungen zugeschrieben. So wurde er zum Beispiel als Arznei bei Geburten und Frauenleiden oder zum Schwangerschaftsabbruch angewendet. Das erklärt auch den lateinischen Namen, der auf Artemis zurückgeht, die die Geburtshelferin unter den griechischen Göttern war. Die Kelten sprachen Beifuß magische Eigenschaften zu, weshalb sie sich zur Sonnwendfeier damit zum Tanz gürteten.

Ist Beifuß giftig?

So lange die verzehrte Menge gering ist, ist er für die meisten Menschen unschädlich und wirkt krampflösend und schmerzlindernd. Da Beifuß aber das ätherische Öl Thujon enthält, das als gesundheitsschädlich gilt, kann es bei zu hoher Dosierung unter anderem zu Erbrechen kommen. Schwangere sollten daher auf die Verwendung von Beifuß sicherheitshalber komplett verzichten. Allergisch auf Beifuß können Menschen reagieren, die eine Allergie gegen Korbblütler haben. Tiere sind an den eher derben, harten Stängeln in aller Regel uninteressiert. Und selbst wenn sie es mal versuchen, auch für Tiere sind geringe Mengen nicht schädlich.

Falls Sie mehr Pflanzen der Gattung Artemisia kennen lernen wollen, können Sie zum Beispiel in unserem Artikel über Wermut weiterlesen.

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