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Brunnenkresse: Experten-Tipps zum Anbauen der gesunden Kresse

Brunnenkresse ist nicht nur gesund, sondern als Verfeinerung in der heimischen Küche sehr beliebt. Alles zum Anbauen von Brunnenkresse finden Sie hier.

Ein Bündel Brunnenkresse auf einem Tisch
Brunnenkresse war lange in Vergessenheit geraten – Zeit, das aromatische Kraut neu zu entdecken [Foto: NAPORITAN/ Shutterstock.com]

Erinnern Sie sich an Ihre Kindheit und den kleinen Wassermann? Dann ist Ihnen sicher auch die Brunnenkresse (Nasturtium) ein Begriff. Doch nicht nur bei Wassermanns kommt das gesunde Kraut auf den Tisch, auch für uns Menschen ist die Brunnenkresse eine wahre Bereicherung auf dem Speisezettel.

Der Name „Brunnenkresse“ trägt einen Hauch von Märchenhaftem in sich – und vielleicht auch einen Hauch von Vergangenem, denn heutzutage ist die schmackhafte Pflanze leider kaum noch bekannt. Zu Unrecht, denn das wilde Kraut ist ungleich aromatischer und würziger als die altbekannte Gartenkresse (Lepidium sativum).

Brunnenkresse: Herkunft und Eigenschaften

Trotz der Namensverwandtschaft ist die Verwandtschaft zur Gartenkresse eher weitläufig. Zwar gehören beide Arten zur Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae), was sich unschwer an ihren vier kreuzförmig angeordneten Blütenblättern erkennen lässt. Dennoch verbindet sie nichts näher. Gemeinsam ist ihnen jedoch ihr scharf-würziger Geschmack.

Als Wildkraut entlang von Bachläufen und Quellen war Brunnenkresse in Europa einst weit verbreitet und gerade unter naturverbundenen Kindern eine schmackhafte Wegzehrung für Zwischendurch auf langen Wanderungen. Heute ist das gegen Verschmutzung empfindliche Kraut nicht mehr gar so häufig anzutreffen, dafür jedoch weltweit verbreitet.

Bodenkresse wächst in einem Bach
Der natürliche Lebensraum der Brunnenkresse in Europa wird immer knapper und so verschwindet das Gewächs nach und nach aus unseren Gewässern [Foto: COULANGES/ Shutterstock.com]

Die Pflanze braucht viel Feuchtigkeit und wächst im seichten Wasser der Uferbereiche, ist also eine Wasserpflanze. Die grünen Stängel mit den fleischigen Blättern schwimmen im Wasser oder ragen daraus hervor. Auch im Winter behält die Pflanze ihre Farbe, weshalb sie gerade zur kalten Jahreszeit oft das einzige frische Grün auf dem Teller ist.

Die beliebtesten Brunnenkresse-Sorten

Zur Gattung der Brunnenkressen (Nasturtium) gehören zwei in Europa heimische Arten. Gemeinhin wird unter Brunnenkresse die Echte Brunnenkresse (Nasturtium officinale), auch bekannt unter dem Namen „Wasserkresse“, verstanden. Diese Art ist groß und ihre Stängel werden bis zu 90 Zentimeter lang. Eine Form dieser Art ist die Rote Brunnenkresse (Nasturtium officinale f. rubrum) mit ihren roten Blättern. Kleiner und kompakter ist die Kleinblättrige Brunnenkresse (Nasturtium microphyllum). Auch die unfruchtbare Kreuzung aus beiden Arten, die Braune Brunnenkresse (Nasturtium x sterile), kommt in der Natur vor. Ihre Blätter tragen zur kalten Jahreszeit eine bronzeartige Färbung.

Zusätzlich zu den Brunnenkresse-Arten lassen sich noch verschiedene Züchtungen auf dem Markt finden.

  • Echte Brunnenkresse (Nasturtium officinale): Große Wuchsform.
  • Rote Brunnenkresse (Nasturtium officinale f. rubrum): Form der Echten Brunnenkresse.
  • Kleinblättrige Brunnenkresse (Nasturtium microphyllum): Kompakte Wuchsform, kleinblättrig.
  • Braune Brunnenkresse (Nasturtium x sterile): Unfruchtbare Kreuzung aus Echter und Kleinblättriger Brunnenkresse.

Brunnenkresse kaufen

Auch wenn Brunnenkresse heutzutage landwirtschaftlich kaum noch von Bedeutung ist, können Sie sie doch als Pflanze oder Samen problemlos im Handel finden. Kräuterfeld bietet Brunnenkresse-Pflanzen in Bioqualität an, ebenso wie die Biogärtnerei Christian Herb. Samen bekommen Sie sogar von bekannten Herstellern wie etwa Kiepenkerl oder Bingenheimer. Eine große Auswahl an verschiedenen Brunnenkressen hält die Gärtnerei Rühlemann’s bereit.

Wasserkresse wird auf einem Bauernmarkt verkauft
In England erfreut sich Brunnenkresse nach wie vor großer Beliebtheit und ist auf so manchem Bauernmarkt zu finden [Foto: Duangdaw/ Shutterstock.com]

Brunnenkresse anbauen

Einst wurde Brunnenkresse im großen Stil von Landwirten angebaut. Besonders um Erfurt hat sich eine wahre Brunnenkresse-Kultur entfaltet, von der aber mittlerweile nicht viel übrig geblieben ist. Der Anbau ist etwas umständlich, da die Pflanze stetig frisches Wasser erfordert. Dennoch lässt sich Brunnenkresse auch im eigenen Garten und sogar auf dem Balkon anbauen.

Wann und wo Brunnenkresse anpflanzen?

Das Wichtigste für den Anbau der Brunnenkresse ist Wasser. Haben Sie einen Bachlauf im Garten, dann haben Sie besonderes Glück, denn auf diese Weise haben Sie quasi den natürlichen Lebensraum der Brunnenkresse direkt vor der Haustür. Andernfalls sollten Sie versuchen, dem Naturstandort möglichst nahezukommen. Das lässt sich beispielsweise durch einen Wassergraben, aber auch in Topfkultur verwirklichen. Hauptsache die Pflanze hat immer klares, kaltes und sauerstoffreiches Wasser zur Verfügung.

Zur Not jedoch lässt sich das feuchtigkeitsliebende Gewächs sogar an feuchten Stellen im Garten anbauen.

Die Brunnenkresse mag es eher sonnig bis halbschattig, mit praller Sommersonne kann das Gewächs aber nicht viel anfangen. Gewässer, die die Pflanze in der Natur besiedelt, liegen meist in einem kühlen Tal oder einer Senke.

Wann Sie Ihre Brunnenkresse anpflanzen, hängt von der Art der Pflanzung ab. Aussäen können Sie das aromatische Gewächs entweder um den Monat März oder aber im frühen August. Einfacher ist jedoch das Setzen von Stecklingen, das Sie im Sommer durchführen können.

  • Anbau in und an Gewässern, in Topfkultur oder an sehr feuchten Stellen
  • Sonniger bis halbschattiger Standort, keine pralle Sonne
  • Aussaat im März oder August
  • Stecklingsvermehrung im Sommer
Brunnenkresseanbau in einer Klinge
Auch heute noch wird Brunnenkresse in so genannten Klingen angebaut [Foto: COULANGES/ Shutterstock.com]

Das richtige Vorgehen beim Anbauen von Brunnenkresse

Vor dem Anbau sollten Sie zunächst einmal nach einem passenden Standort im Garten Ausschau halten. Idealerweise wäre dies ein bereits bestehendes Gewässer wie ein Bachlauf oder ein Teich mit Wasserzirkulation. Ist beides nicht vorhanden, können Sie selbstverständlich einen wasserdurchfluteten Graben eigens für die Brunnenkresse anlegen – doch das ist eine Menge Arbeit. Hierbei kommt es besonders auf einen Zu- und einen Abfluss an. Einfacher ist da schon die Kultur im Topf.

Hierzu setzen Sie die junge Brunnenkresse in ein Pflanzgefäß, am besten eine Schale. Diese stellen Sie nun in ein größeres Übergefäß, welches Sie mit Wasser so hoch auffüllen, bis die Erde der Schale etwa einen Zentimeter unter Wasser steht. Somit wächst die Brunnenkresse stets im Wasser. Dieses müssen Sie jedoch alle zwei Tage wechseln, damit das Wasser immer frisch und kühl bleibt und auch ausreichend Sauerstoff beinhaltet.

Ist der Standort feucht und schattig, können Sie das Gewächs sogar ganz ohne Überflutung kultivieren. Brunnenkresse darf jedoch niemals ganz austrocknen.

Ob nun im Topf oder am Rande eines Gewässers – die Aussaat oder Anzucht erfolgt erst einmal ohne viel Wasser, sondern mit ausreichend Feuchtigkeit. Erst wenn die Stecklinge bewurzelt sind oder die Keimlinge eine ausreichende Größe erlangt haben, werden sie umgepflanzt beziehungsweise geflutet. Die Spitzen der Pflanze sollten jedoch noch aus dem Wasser herausschauen.

Als Substrat eignet sich ein Gemisch aus Gartenerde, Sand und etwas Kompost. Je nach Standort ist diese Mischung allerdings anzupassen. Im Teich etwa sollten Sie keinen Kompost zugeben, da sonst Algen leichtes Spiel haben. Im Beet und auch im Topf hingegen ist humusreiche Erde mit einer schönen Portion Kompost anzuraten. Während im wassergesättigten Topf Sand die Durchlüftung gewährleistet, sollten Sie diesen im Beet besser weglassen, da sonst das Wasser allzu schnell versickert.

Wasserkresse im Beet
An sehr feuchten Standorten kann Brunnenkresse auch im Beet gepflanzt werden – die Kresse darf jedoch niemals austrocknen [Foto: Vanatchanan/ Shutterstock.com]

Es gilt also für das Anbauen von Brunnenkresse:

  • Im Teich: Garten- beziehungsweise Teicherde mit etwas Sand
  • Im Beet: Gartenerde mit einer Portion Kompost
  • Im Topf: Gartenerde mit etwa 30 % Sand und einer Portion Kompost

Brunnenkresse pflegen

Einmal gepflanzt ist die Pflege der Gartenkresse unkompliziert. Ist sie zu einem Bewohner Ihres Teiches oder Baches geworden, brauchen Sie eigentlich nur noch zu ernten. Da das Gewächs mehrjährig ist und sich unter den richtigen Bedingungen gut vermehrt, müssen Sie sich auch um den Fortbestand der Brunnenkresse keine Sorgen machen.

Im wassergefüllten Topf sieht das Ganze schon anders aus. Es ist wichtig, dass Sie alle zwei Tage das Wasser wechseln, denn sonst verarmt das Wasser an Sauerstoff, den die Wurzeln doch so dringend brauchen. Außerdem wird das Wasser trüb und reichert sich mit Nährstoffen an. Wasserkresse benötigt immer sauberes und frisches Wasser. Abgesehen davon ist für die Pflanze möglicherweise ein Kälteschutz vonnöten. Zwar ist Brunnenkresse im Grunde an unsere Temperaturen angepasst, doch größere Gewässer und Bachläufe frieren nicht durch, ein kleines Gewässer im Kübel allerdings schon. Packen Sie das Gefäß also gegebenenfalls in Vlies.

Ein großer Pluspunkt der Brunnenkresse ist, dass sie nicht gedüngt zu werden braucht.

Wichtig sind also folgende Punkte beim Pflegen der Brunnenkresse:

  • Stets feucht halten
  • In Topfkultur alle zwei Tage Wasser wechseln
  • Im Kübel eventuell Winterschutz
  • Nicht düngen

Brunnenkresse ernten

Die Ernte der grünen Blätter und Triebe erfolgt von September an bis etwa Mai, wenn die Pflanze zu blühen beginnt. Den ganzen Winter über kann das Gewächs beerntet werden. Dazu brauchen Sie nur einzelne Triebe zurückzuschneiden. Seien Sie jedoch nicht zu radikal und lassen Sie das Gewächs immer wieder zu Kräften kommen.

Prinzipiell sollten jedoch nur aus fließenden Gewässern grüne Pflanzenteile geerntet werden. Gibt es keine Wasserzirkulation oder wird das Wasser nicht regelmäßig ausgetauscht, können sich Bakterien an der Pflanze anlagern. So oder so ist es selbstverständlich wichtig, dass die geernteten Pflanzenteile sorgsam gewaschen werden.

Abgesehen von Blättern und Stängeln sind auch Blüten zum Verzehr geeignet und ebenfalls die Samen lassen sich nutzen.

Weiße Blüten der Brunnenkresse
Die Blüten und Knospen der Brunnenkresse sind eine wunderschöne Dekoration für Suppen und Salate [Foto: tamu1500/ Shutterstock.com]

Brunnenkresse: Krankheiten und Schädlinge

Wie beinahe jede Pflanze hat auch die Brunnenkresse ihre Widersacher. Leicht auszumachen sind Schnecken, die sich gern an den aus dem Wasser ragenden Pflanzenteilen gütlich tun. Auch Blattläuse (Aphidoidea) sind hier hin und wieder anzutreffen. Erstere sollten Sie einfach absammeln. Letztere hingegen lassen sich mit Wasser gut abspülen. In größeren Gewässern können Wildenten zum Problem werden. Dann helfen nur Netze oder farbige Bänder.

Abgesehen von den Vertretern der Tiere ist auch der Falsche Mehltau-Pilz (Peronospora parasitica) auf der Brunnenkresse ab und an zu finden.

Gelbe Blätter bei der Brunnenkresse?

Bekommt die Brunnenkresse gelbe Blätter, dann stimmt irgendetwas nicht. Zuerst einmal ist das Wichtigste zu prüfen: Hatte das Gewächs immer ausreichend Wasser? Mit Wassermangel und Trockenheit kommt die nässeliebende Pflanze nämlich gar nicht zurecht.

Eine weitere Ursache könnte ein Wurzelproblem sein. Sauerstoffmangel oder Schädlinge im Wurzelbereich können zu einem Absterben der Wurzeln führen.

Brunnenkresse blüht nicht

Die Blüte der Brunnenkresse erscheint jedes Jahr etwa im Mai. Bei frisch ausgesäten Pflanzen kann es vorkommen, dass sie zu diesem Zeitpunkt noch zu jung für die Blüte sind. Diese Pflanzen werden erst im nächsten Jahr zu blühen beginnen.

Brunnenkresse: Inhaltsstoffe und Verwendung in der Küche

Die würzige Schärfe verdankt die Brunnenkresse dem Senfölglykosid Gluconasturtiin. Viele Vertreter der Kreuzblütler tragen Senfölglykoside in sich. So kommt etwa der Kohl (Brassica) zu seinem typisch kohlartigen Geruch. Der Geschmack dieses Senfölglykosids macht Brunnenkresse zu einer idealen Verfeinerung von Suppen und Salaten, aber auch von Kräuterquark und Aufstrichen. Die Blüten lassen sich hervorragend als Deko arrangieren. Die kleinen Samen der Pflanze hingegen verleihen in getrockneter Form einem selbstgebackenen Brot frische Würze.

Salat mit Brunnenkresse
Brunnenkresse ist nicht nur gesund, sondern wird unter Feinschmeckern als beste Kresse-Art gehandelt [Foto: Charlotte Lake/ Shutterstock.com]

Da Brunnenkresse auch im Winter frisch geerntet werden kann, ist sie zur kalten Jahreszeit ein wichtiger Lieferant von Vitamin A und C. Zudem enthält sie Eisen, Iod und Folsäure. Brunnenkresse ist nicht nur ein gesundes Gewürz, sondern auch aus der Pflanzenheilkunde bekannt. Sie gilt als appetit- und stoffwechselanregend und wird gar als Aphrodisiakum angewendet. Doch Vorsicht bei fortgeschrittener Schwangerschaft, denn Brunnenkresse kann in zu großer Menge wehentreibend wirken.

Sollte Ihnen der Anbau der Brunnenkresse zu aufwendig sein, finden Sie hier unseren Artikel zur Gartenkresse, der pflegeleichteren, aber ebenso schmackhaften Verwandten der Brunnenkresse.

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