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Currykraut: Der mediterrane Underdog

Currykraut ist hierzulande nicht allzu bekannt. Wir fassen für Sie alles Wichtige über das Currykraut für Sie zusammen.

Currykraut im Garten anpflanzen
Fast könnte man Currykraut mit Rosmarin verwechseln [Foto: Embajada de los Estados Unidos en Uruguay]

Das Currykraut (Helichrysum italicum) gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) und der Name dieses Küchenkrautes ist auch Programm: Dank der ätherischen Öle sorgen die nadelförmigen Blätter des Korbblütlers für einen markanten Duft, der an die berühmte Currypulver-Gewürzmischung erinnert. Das Currykraut selbst ist jedoch nicht in der gleichnamigen Gewürzmischung enthalten. Vor allem nach einem Regenschauer ist der Geruch des Currykrautes besonders intensiv. Seine Herkunft hat der Korbblütler im Mittelmeerraum. So reicht sein natürliches Verbreitungsgebiet vom südlichen Europa, über den Bosporus bis in den Norden und Westen von Afrika. Bei uns in Mitteleuropa ist das mehrjährige Gewürzkraut noch nicht seit allzu langer Zeit bekannt. Dabei hat es durch seine silbrig-grauen Blätter und die gelben Blüten, die es von Juni bis September schmücken, einen großen Zierwert. Neben der Würze, die das Currykraut in die Küche bringt, kann es sogar auch noch als Heilkraut nützlich sein. Wie dieses pflegeleichte Kraut am besten im eigenen Garten gedeiht, zeigen wir Ihnen hier!
Synonyme: Italienische Strohblume

Currykraut: Anbau im eigenen Garten

Standort

Currykraut – auch als Italienische Strohblume bekannt – mag es sonnig. Deshalb bevorzugt es auch einen sonnigen bis vollsonnigen Standort. Seine Ansprüche an den Boden sind sehr gering. So wächst das Gewürzkraut auch problemlos auf Böden mit geringem Humusanteil – sofern diese eine gute Wasserführung aufweisen. Staunässe sollte nämlich im Anbau des Currykrautes unbedingt vermieden werden. Ist der Boden im eigenen Garten also zu lehmig und somit zu vernässend, so kann mit der Einarbeitung von Sand nachgeholfen werden. Hervorragend geeignet ist eine durchlässige Kräutererde wie unsere torffreie Plantura Bio-Kräuter- & Aussaaterde.

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Grundsätzlich kann Currykraut auch im Topf kultiviert werden. Doch sollte man das Gefäß groß genug auswählen. Der immergrüne Halbstrauch wächst sehr buschig und erreicht eine Höhe von bis zu 70 cm. Dementsprechend gut muss er mit Wasser und Nährstoffen versorgt werden. Das ist mit einem größeren Gefäßvolumen beim Anbau im Topf meist einfacher, angenehmer und erfolgversprechender zugleich. Sie wollen Currykraut nun auch in Ihrem Garten anpflanzen? Dann schauen Sie doch bei unserer Anleitung zum Anbau von Currykraut vorbei!

kugelförmiges Currykraut im Topf anpflanzen
Currykraut lässt sich auch gut im Topf anpflanzen und in Form schneiden [Foto: cultivar413CC BY 2.0]

Vermehren

Im Handel werden meist fertig produzierte Currykräuter angeboten. Vereinzelt kann man jedoch auch Saatgut ausfindig machen, um das würzigen Currykraut selbst zu vermehren. Wie bei vielen mediterranen Kräutern bietet es sich auch für das Currykraut an, Jungpflanzen ab Mitte Februar im Warmen auf einem hellen Fensterbrett vorzuziehen. Optimal sind für den Lichtkeimer Bedingungen mit viel Licht und mindestens 18 °C. So dauert es ungefähr 10 bis 14 Tage, bis die ersten Keimlinge sichtbar werden. Doch ins Beet sollten die Jungpflanzen erst nach den Eisheiligen Mitte Mai, sobald kein Frost mehr droht. Zwischenzeitlich werden die zierlichen Keimlinge vereinzelt und umpikiert – das sorgt für einen kräftigeren und schöneren Wuchs der Pflanzen. Die Italienische Strohblume kann im Sommer auch über Stecklinge vermehrt werden. Die als Stecklinge dienenden Triebe dürfen grundsätzlich keine Blüte oder Blütenknospe besitzen. Das würde den Bewurzelungserfolg verringern. Vier Wochen dauert es in etwa, bis die Bewurzelung der Stecklinge erfolgt.

Gießen und Düngen

Auch in den Gieß-Ansprüchen des Currykrautes spiegeln sich dessen mediterranen Wurzeln wieder. So kann es auch längere Trockenperioden mit sparsamen Wassergaben überstehen. Vor allem wenn im Topf angebaut wird, ist jedoch Acht darauf zu geben, dass der Wurzelballen des Krautes nicht zu trocken wird. So sollte vor allem an heißen Tagen gegossen werden – am besten in den Morgen- oder Abendstunden und lieber etwas öfter etwas weniger gießen als beim einmaligen Gießen den halben Garten zu überschwemmen. Staunässe ist zudem in jedem Fall zu vermeiden.

Wird das Currykraut nur einjährig angebaut, so kommt es sehr gut ohne zusätzliche Düngegaben durch das Jahr. Soll das Gewürzkraut jedoch überwintert werden, so muss mit Extranährstoffen nachgeholfen werden. Findet die Italienische Strohblume im zweiten Anbaujahr nach dem Winter erneut einen Platz im Beet, so ist es ratsam, etwas vornehmlich organischen Bio-Dünger wie unseren Plantura Bio-Universaldünger in den Boden einzuarbeiten, wenn das Pflanzbeet vorbereitet wird. Auch in der Topfkultur bietet es sich an, das Kraut im Frühjahr umzutopfen und mit einer Ladung frischem Substrat gemischt mit Bio-Universaldünger zu beglücken. Das ist für die ausreichende Versorgung des Currykrautes vollkommen ausreichend.

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Pflegen und Überwintern

Das Currykraut ist mehr oder weniger winterhart. Doch sollte man auf Nummer sichergehen und den Korbblütler frostgeschützt durch den Winter bringen. Topfpflanzen werden am besten an einen frostfreien aber hellen Ort gestellt. Ein Wintergarten wäre optimal. Exemplare im Beet können einfach mit Reisern, Laub oder Vlies schützend abgedeckt werden.
Mehr zur richtigen Pflege finden Sie unter Currykraut pflegen: Gießen, schneiden, überwintern.

Currykraut: Arten und Unterarten

Die Sortenvielfalt ist beim Currykraut quasi nicht vorhanden. Das Kraut ist schlicht noch zu unbekannt, sodass es sich für die Züchter bislang noch nicht lohnt, sich der italienischen Strohblume in aufwendiger Züchtungsarbeit anzunehmen. Allerdings gehört Helichrysum italicum zu einer Gattung mit mehr als 600 Arten. Zudem bringen sechs Unterarten schon ein wenig natürliche Variation in die Welt des Currykrautes.

Currykraut im Garten anpflanzen Teppich
Currykraut bildet einen wunderschönen Teppich [Foto: Dun.canCC BY 2.0]
  • Helichrysum italicum subsp. italicum: gewöhnliches Currykraut, das im gesamten natürlichen Verbreitungsgebiet anzutreffen ist.
  • Helichrysum italicum subsp. microphyllum: Mircophyllum heißt kleinblättrig; dementsprechend eine Unterart, die durch ihre besonders kleinen nadelförmigen Blätter auffällt.
  • Helichrysum italicum subsp. serotinum: sogenannter Zwerg-Currystrauch; Unterart, aus der sich gut Bonsai-Pflanzen erziehen lassen.

Die oberen drei Unterarten sind durchaus bekannt und im Fachhandel – meist als Pflanzen – zu finden. Weniger bekannt und verbreitet sind die drei Unterarten Helichrysum italicum subsp. picardii, Helichrysum italicum subsp. pseudolitoreum und Helichrysum italicum subsp. siculum.

Currykraut: Richtig ernten und lagern

Ernten

Von größtem Interesse sind die Blätter des Currykrautes, die hohe Gehalte der ätherischen Öle enthalten. Diese werden am besten geerntet, indem man ganze Triebe abschneidet. Das ersetzt zudem den Formschnitt, denn da das Currykraut ein im unteren Teil verholzender Halbstrauch ist, muss regelmäßig geschnitten werden. Dadurch verhindert man, dass der verholzte Teil der Pflanze, in dem sich keine würzigen Blätter mehr befinden, zu mächtig wird. Um die beste Ausbeute in der Intensität der ätherischen Öle zu erzielen, sollte man vor der kräftezehrenden Blüte geerntet werden. Für einen Erkältungslindernden Tee können jedoch auch die Blüten der Italienischen Strohblume von Interesse sein. Diese werden dann vor dem Vertrocknen abgeerntet.

Lagern

Natürlich werden Kräuter am besten erntefrisch verwendet. Aber auch im Herbst und Winter will man nicht auf die Würze aus dem eigenen Garten verzichten. Genauso ist es mit dem Currykraut, welches sich in Geschmack und Aroma prima konservieren lässt.

  • Currykraut trocknen: von dieser Methode des Haltbarmachens ist abzuraten. Durch den Trocknungsprozess gehen zu viele ätherische Öle verloren.
  • Currykraut einfrieren: Durch das Einfrieren lässt sich die Italienische Strohblume prima länger haltbar machen. Doch sollten die Blätter als Ganzes am Trieb eingefroren und nicht zuvor kleingehackt werden.
  • Currykraut einlegen: Currykraut kann auch prima in Öl eingelegt werden und gibt dann seinen Geschmack an das Öl ab. Auch hier werden die ganzen Zweige verwendet.

Currykraut: Inhaltsstoffe und wie Sie es in der Küche verwenden

Dass Currykraut verdankt seinen Namen dem an das Currypulver erinnernden Geschmack. Dabei ist das Kraut selber gar nicht Bestandteil der berühmten Gewürzmischung aus Kurkuma, Koriander, Kreuzkümmel und Pfeffer. Das Kraut ist allerdings genauso vielfältig in der Küche zu Reis- und Nudelgerichten oder Fleischgerichten mit Lamm oder Geflügel einsetzbar. Dabei können die nadelartigen Blätter kleingehackt werden oder an den Trieben mitgekocht werden. Die ganzen Triebe sollten vor dem Verzehr aber entfernt werden. Werden sie mitgegessen, kann es zu Magenbeschwerden kommen. Beim Hacken der Blätter ist von Nachteil, dass sich schnell ein bitterer Geschmack durchsetzt. Deshalb friert man auch die ganzen Triebe ein und zerhackt sie nicht zuvor.

gelbe Blüte Currykraut im Garten
Aus der Blüte lässt sich ein wohltuender, erkältungslindender Tee zubereiten [Foto: Keith WilliamsonCC BY 2.0]

Bereits die alten Griechen und Römer wussten von der Heilkraft des Currykrautes. Und auch heute wird die Italienische Strohblume durchaus noch zur Wundheilung, als antibakterielles und entzündungshemmendes Mittel oder bei Hautproblemen eingesetzt. So sind als Tee aufgegossene Blüten des Currykrautes wohltuend bei Erkältungen. Durch Destillation kann reines Öl aus dem Currykraut – sogenanntes Immortellenöl – gewonnen werden, welches bei Prellungen und Verstauchungen eingerieben werden kann. Das Öl darf jedoch in keinem Fall verzehrt werden, denn so kann es zu Vergiftungserscheinungen kommen. Ansonsten kann das Currykraut jedoch bedenkenlos verwendet werden und ist auch für liebgewonnene Vierbeiner, wie Katze Hund und Meerschweinchen ungefährlich.

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