skip to Main Content

Der Gartensalbei: das heilende Gewürz aus dem eigenen Garten

Unsere nördlichen Breiten sind nicht die Heimat des Salbeis, dennoch gibt es viele Gründe, warum dieses Heilkraut in unseren Gärten Wurzeln schlagen sollte.

dunkelvioletter Salbei

Besonders dekorative Neuheit: dunkelvioletter Salbei! [Foto: Missy CorleyCC BY 2.0]

Salbei (Salvia officinalis) ist Vertreter der Familie der Lippenblütengewächse, der noch einige weitere berühmte Kräuter wie Minze und Basilikum angehören. Bereits der Gattungsname Salvia, der vom Lateinischen „salvere“ – „gesund sein“ abzuleiten ist, lässt die wohltuende Wirkung vermuten. Doch nicht nur aufgrund seiner Heilkraft, sondern auch wegen seiner attraktiven blauvioletten Blüte in den Monaten Mai bis Juli, hat der im mediterranen Mittelmeerraum beheimatete Salbei in unsere nördlicher gelegenen Gärten Einzug erhalten. Bereits im Mittelalter rieb man sich zum Schutz vor der Pest mit einer Essig-Tinktur ein, in der Salbei-Blätter eingelegt wurden. Als Heilpflanze war das Kraut, aufgrund seiner reichhaltigen Inhaltsstoffe schon in der Antike bekannt und wurde gezielt kultiviert. Um Salbei erfolgreich anzubauen, sollte man jedoch einige Kleinigkeiten beachten.
Synonyme: Königssalbei, Salver, Gartensalbei

Salbei anbauen und vermehren

Der im unteren Teil verholzende Halbstrauch, welcher eine Höhe von 20 bis 60 cm erreichen kann, bevorzugt einen sonnigen Platz im Garten. Was das Substrat angeht, ist Salbei sehr anspruchslos. Ein wasserdurchlässiges, aber nährstoffreiches Substrat begünstigt sowohl im Blumenbeet als auch in der Kultur in Gefäßen zwar das Wachstum des Salbeis. Trotzdem: Der Gartensalbei kommt auch mit sehr mageren Böden gut zurecht.

Am erfolgversprechendsten kann das beliebte Heilkraut durch die Teilung des Salbei-Stockes vermehrt werden. Jedoch bekommt man bei dieser Vermehrungsform relativ wenige Nachkommen aus einer Mutterpflanze. Die Teilung des Stockes sollte entweder im zeitigen Frühjahr (März) oder direkt nach der Blüte erfolgen (August).

Salbei mit Namensschild aus Holz

Am erfolgversprechendsten kann das beliebte Heilkraut durch die Teilung des Salbei-Stockes vermehrt werden

Der Gartensalbei lässt sich ebenfalls gut über Stecklinge vermehren. Im Mai oder Juni können junge Neuaustriebe von 5 bis 8 cm Länge mit mindestens drei Blattpaaren geschnitten werden. Es sollte darauf geachtet werden, dass die Triebe nicht bereits beginnen zu verholzen oder eine Blütenknospe an der Triebspitze besitzen. Das erhöht die Kraft des Stecklings, um Wurzeln ausbilden zu können. Stecklinge sollten die erste Zeit in einem kleinen Anzuchthäuschen platziert werden. Das schafft ein Umfeld mit einer erhöhten Luftfeuchtigkeit. Diese ist wichtig, damit der Wasserbedarf des Stecklings deutlich herabgesetzt wird. Aufgrund der fehlenden Wurzeln kann er nämlich kein Wasser aufnehmen und bei einer zu geringen Luftfeuchtigkeit würde der Steckling somit vertrocknen. Nach dem Beginn der Wurzelbildung kann der Steckling bald aus dem Anzuchthäuschen herausgenommen werden.

Wir von Plantura empfehlen für Kräuter folgende Produkte:
  • Floragard Bio Kräuter- & Aussaaterde: Hochwertige Spezialerde zur Anzucht von Pflanzen oder Kultivierung von Kräuter. Die feine und lockere Struktur sorgt für eine gute Wasseraufnahme, eine sichere Keimung und ein kräftiges Wachstum.
  • Floragard Kompost-Erde: Spezialerde aus unkrautfreiem Edelkompost und ausgesuchten Torfqualitäten. Sie versorgt Ihre Pflanzen lang anhaltend und gleichmäßig mit allen wichtigen Nährstoffe und der hohe Humusgehalt macht leichte und schwere Böden fruchtbar.
  • Plantura Bio Universaldünger: 100% bio-zertifiziert und tierfreie Inhaltsstoffe. Für robuste Pflanzen und schmackhaftes Obst, Gemüse & Kräuter. Begünstigt ein gesundes sowie aktives Bodenleben und ist schonend für Haus- und Gartentiere.

Bei einer Vermehrung von Salbei über Samen, sollte diese ebenfalls im Frühjahr vorgenommen werden. Wie bei fast allen Aussaaten ist hier zu beachten, dass der quellende Samen gut feucht gehalten wird und mit einer dünnen, vor Austrocknung schützenden Substratschicht bedeckt ist. Entscheiden Sie sich für eine Vermehrung des Gartensalbeis über Aussaat, sollten Sie darüber nachdenken, die Keimlinge bereits ab März im Warmen vorzuziehen. So können die Jungpflanzen ab Mai gestärkt ins Freie gepflanzt werden und blühen im gleichen Jahr bereits früher und üppiger als bei einer Direktsaat im Freien, die für Anfang Mai empfohlen wird.

Salbeitriebe mit Knospen kurz vor Blüte

Knospige Triebe kurz vor der Blüte. [Foto: Isaac Wedin]

Während der Hauptwachstumszeit, das heißt nach dem Austrieb und bis zur Blüte, sollte ein- bis zweiwöchentlich mit einem Vollnährstoffdünger gedüngt und auf eine ausgewogene Bewässerung geachtet werden. Aber Vorsicht: Wird zu viel gedüngt, kann dies dazu führen, dass der Salbei nicht in die Blüte kommt, sondern das ganze Jahr über lediglich an Blattmasse zulegt. Um einem unkontrollierten Verholzen des Salbeis entgegenzuwirken, sollte das Beschneiden der Pflanze in Erwägung gezogen werden. Als gutes Mittelmaß zwischen zu viel und zu wenig hat sich hier ein permanenter, aber moderater Schnitt gegen einen einmaligen Radikalschnitt durchgesetzt.

Trotz einer relativ ausgeprägten Frosthärte des Salbeis sollte präventiv ein Schutz vor der Kälte vorgenommen werden. So bietet es sich an, im Garten gepflanzte Exemplare mit Laub oder Tannenzweigen zu bedecken und in Töpfen kultivierte Pflanzen in Fließ oder Jute einzupacken oder aber doch einfach ins Haus zu stellen. Hinsichtlich des vor Frostschäden oder sogar –ausfällen schützenden Winterquartiers gilt für den Gartensalbei jedoch: So lang wie nötig, so kurz wie möglich.

Salbei im Frost Blätter gefrostet

Salbei im Beet sollte zumindest abgedeckt werden, um ihn vor Frost zu schützen [Foto: Yato Kenshin/ Shutterstock.com]

Beliebte Salbei-Sorten

Charakteristisch für Salvia officinalis sind die grünlich-grauen, pelzigen Blätter. Was jedoch Farbe und Musterung der Blätter angeht, gibt es eine vielfältige und farbenreiche Sorten-Variation, die jedoch häufig leider auf Kosten der Frosthärte geht. Die Gattung Salvia ist sehr artenreich, hier stellen wir Ihnen aber nur die Sorten des Gartensalbeis vor. Hier finden Sie eine noch größere Salbeivielfalt.

junge und violette Triebe des Salbeis

Salbei mit violett gefärbten Jungtrieben. [Foto: Garden GrrrlCC BY 2.0]

  • Culinaria: klassisch grünlich-grau blättriger Salbei; sehr frostresistent; beliebt als Gewürz in der Küche.
  • Icterina: besonderer Zierwert durch gelb-grün-gemusterte Blätter; relativ frostempfindlich.
  • Kew Gold: goldgelbe Blätter und malvenfarbige Blüte; relativ frostempfindlich.
  • Tricolor: graugrüne Blätter mit cremefarbenen Akzenten; Besonderheit sind rosa bis purpurne Bereiche bei den Blättern der Jungtriebe.
  • Variegata: Sorte mit violetter Blüte, aber mit auffällig gelbgrün gemustertem Blatt.
  • Würzburg: fällt vor allem durch seinen kompakten Wuchs auf; eignet sich deshalb für die Kultur im Topf besonders gut.
gelb-grün panaschierter Salbei

Gelb-grün panaschierter Salbei sieht nicht nur dekorativ aus, sondern schmeckt auch bestens. [Foto: Garden GrrrlCC BY 2.0]

Ernte & Lagerung von Salbei

Die Blätter können von der Salbei-Pflanze bereits ab dem Frühjahr laufend geerntet werden. Dabei dürfen auch ganze Jungtriebe entfernt werden. Es sollte jedoch darauf geachtet werden, dass nicht zu viele auf einmal entnommen werden – dies würde der Pflanze zu viel Kraft kosten und die Energienachlieferung für weiteres Wachstum wäre dadurch zu sehr beschränkt. Geerntet werden sollte bis nach der Blüte. Das Nachwachsen von Blättern und Trieben wird im Anschluss an die Blüte des Salbeis eingestellt und außerdem verlieren die Blätter an Aroma – er verfällt in eine Ruhephase. Dieser Ruhephase könnte mit dem frühzeitigen Entfernen der Blütenknospen entgegengewirkt und zur weiteren Blattmasseproduktion angehalten werden. Jedoch ist dies weniger erstrebenswert, da Pflanzen generell in ihrem natürlichen Wachstumsrhythmus gehalten werden sollten.

Eine Lagerung ist nicht zwingend erforderlich, denn Salbei kann auch sehr gut frisch verwendet werden. Durch eine zügige, aber schonende Trocknung kann die Verwendbarkeit der Blätter jedoch deutlich verlängert werden. Prädestiniert für den Trocknungsvorgang von Salbei ist es, zusammengebundene Salbeisträuße mit der Triebspitze nach unten von der Decke herunterhängen zu lassen.

Folgende Produkte eignen sich ideal zur schonenden Ernte und Lagerung:
  • Ernteschere: Besonders schlanke, extra leichte und handliche Schere. PVC-ummantelte Kälteschutzgriffe und verankerter Feder für bequemes Arbeiten.
  • Kräuterschere: Kräuterschere mit 5 Klingen-Paaren zum Schneiden und Zerkleinern von frischen Garten- und Küchenkräutern.
  • Trockennetz: Ideal zum Trockenen von Kräutern mit hochwertigen Ergebnissen.

Inhaltsstoffe und Verwendung von Salbei

Als markantes Gewürz in der Küche wird Salbei eine große Beliebtheit zuteil. Aber vor allem aufgrund seiner vielseitigen Verwendung als Heilkraut sticht der violett blühende Lippenblütler heraus. Das hat Salvia officinalis seinen enthaltenden ätherischen Ölen sowie Gerb- und Bitterstoffen zu verdanken. Als Tee aufgebrühte Blätter sollen lindernde Wirkung bei Entzündungen im Zahnfleisch, Mund und Rachen haben. Ebenso könne der Verzehr von Salbeitee einer übermäßigen Schweißabsonderung entgegenwirken und bei Magen- und Darmbeschwerden allgemein wohltuend wirken.

Dem ätherischen Öl des Salbeis wird außerdem nachgesagt, eine desinfizierende und krampflösende Wirkung zu besitzen. Allerdings sollte der Genuss von Salbei nicht in übermäßigem Maße erfolgen, da die Gerb- und Bitterstoffe so eher zur Belastung für den Magen werden könnten. Ebenso können die im ätherischen Öl enthaltenen Thujone bei einer Überdosierung eine giftige Wirkung entwickeln. Das sollte den Salbei jedoch nicht aus unserer Küche verbannen. Durch seine charakteristische Würze fügt sich dieses Heilkraut insbesondere in den Geschmack der italienischen Küche perfekt ein – egal ob Pasta, Gnocchi oder Fleischgerichte.

Salbei Tee mit frischen Blättern Glas auf Holz

Selbstgemachter Salbei-Tee ist ideal gegen Erkältungen [Foto: natalia bulatova/ Shutterstock.com]

Schädlinge und Krankheiten des Salbeis

Als größte Herausforderung gilt es, die jungen Triebe des Salbeis vor Schneckenfraß zu schützen. Bei einer zu vernässenden oder zu stark schwankenden Bewässerung ist die Wurzelhalsfäule (Phytophthora) häufig anzutreffen. Der Befall mit diesem Pilz äußert sich zunächst in einer Welke einzelner Pflanzenteile und endet meistens mit dem Absterben der gesamten Pflanze. Schädliche Insekten können im Freiland nicht beobachtet werden, wird der Salbei jedoch im Innenraum gehalten, so besteht eine Anfälligkeit für Blattläuse, Rote Spinnmilben und Weiße Fliegen.

Back To Top