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Dill: Das Gurkenkraut im Portrait

Der Dill ist ein altbewährtes Kraut in der Küche und besitzt sogar heilende Wirkung. Hier erfahren Sie alles Wissenswerte – vom Anbau bis zur Verwendung.

frischer Dill im Bund

Trotz seiner filigranen Erscheinung hat Dill ein wunderbares intensives Aroma [Foto: missbossyCC BY 2.0]

Dill (Anethum graveolens) gehört zur Familie der Doldenblütengewächse (Apiaceae). Das besondere an der Gattung der Dille: Anethum graveolens ist ihre einzige Art. Somit wird sie als eine sogenannte monotypische Gattung bezeichnet. Der Dill wird noch in drei einzelne Sippen untergliedert. Die bekannteste ist dabei der Gartendill (Anethum graveolens var. hortorum). Dieser ist überwiegend in den heimischen Gärten und im kommerziellen Anbau vorzufinden. Der Dill kann auf eine lange Geschichte des gezielten Anbaus zurückblicken. Beheimatet in Nordafrika und Vorderasien, wurde er bereits im Alten Ägypten als Gewürzpflanze mit heilender Wirkung angebaut. Von dort begab er sich schon vor mehr als 5000 Jahren auf den Weg nach Europa und wurde nachweislich für die Verfeinerung von Speisen verwendet. Doch Dill macht sich nicht nur zu Gewürzgurken und Fischgerichten gut. Schließlich ist Dill vom Isländischen „dilla“, was wörtlich „beruhigen“ bedeutet, abzuleiten. Wir stellen Ihnen das filigrane Gewürzkraut vor – von „A“ wie Aussaat bis „V“ wie Verwendung.

Dill selber anbauen

Standort
Im eigenen Garten steht der Dill auf einen sonnigen Standort. Es sollte keine dauerhafte Staunässe herrschen. Deshalb sind Lehmböden, die einen gewissen drainierenden Anteil an Sand oder Kies aufweisen perfekt für den Anbau von Dill. Im kommerziellen Anbau wird Dill auch im Gewächshaus angebaut. Dabei stehen die Pflanzen sowohl im gewachsenen Boden als auch in Töpfen. Sogar eine Kultur ganz ohne Erde in sogenannten hydroponischen Systemen ist möglich. Entscheidet man sich dafür, den Dill in einem Topf für Terrasse oder Balkon zu kultivieren, so sollte ein Gefäß ausgewählt werden, das vor allem hoch genug ist. Dill bildet nämlich eine tiefreichende Pfahlwurzel aus. Zudem wird die Pflanze bis zu 60 cm hoch und hat vor allem im Topf einen dementsprechenden Wasserbedarf. Damit das Gurkenkraut nicht zu häufig und schnell an warmen Sommertagen den Kopf hängen lässt, ist ein großzügigeres Substratvolumen im Topf ratsam.

Dill im Beet anbauen ernetreif

So üppig kann Dill auch in Ihrem Beet wachsen [Foto: Magnus BråthCC BY 2.0]

Vermehrung
Dill wird ausschließlich über Aussaat vermehrt. Ab April kann der Samen direkt ins Freiland ausgebracht werden. Dabei sollten die einzelnen Samen nicht allzu dicht an dicht ausgebracht werden. So kann man sich gegebenenfalls ein aufwendiges Ausdünnen ersparen, um den einzelnen Pflanzen bei zu dichtem Stand wieder ausreichend Platz für die Entfaltung zu schaffen. Natürlich kann Dill auch ab März im Haus vorgezogen und im Mai dann mit Wuchsvorsprung ausgepflanzt werden. Bei Temperaturen um 15 °C dauert es ungefähr drei Wochen, bis die ersten Keimlinge zu sehen sind.

Obwohl Dill ein sogenannter Lichtkeimer ist, sollte im Freiland das Saatgut mit etwas Erde bedeckt werden. Das verringert die Gefahr, dass der feine Samen vom Wind fortgetragen wird. Der Keimling entwickelt sich anfangs nur sehr langsam. Das zieht eine relativ große Verunkrautung im Beet nach sich. Zu Anfang heißt es also fleißig zupfen, was nicht dahin gehört. Das einjährige Kraut sät sich an Ort und Stelle selbst aus, wenn man es abblühen lässt. Allerdings sollte man lieber jedes Jahr den Standort wechseln, da durch den wiederholten Anbau an der gleichen Stelle das Risiko mit typischen Krankheitserregern gesteigert wird.
Eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung finden Sie in unserem Artikel Dill anbauen: Das Gurkenkraut aus dem eigenen Garten.

Gießen und Düngen
Das Gurkenkraut bevorzugt eine gleichmäßige Wasserversorgung. Stark schwankende Substratfeuchten steigern die Wahrscheinlichkeit des Befalls mit Wurzelpilzen. Deshalb sollte vor allem an heißen Tagen auch beim Anbau im Beet schon einmal der Griff in Richtung Gießkanne gehen. In Sachen Nährstoffen ist der Dill vor allem aufgrund seiner relativ kurzen Standzeit mehr als pflegeleicht. Bei der Kultur im Beet ist es absolut ausreichend, vor der Aussaat etwas organischen Dünger unterzumischen. In der Topfkultur sucht man entweder ein hochwertiges, aufgedüngtes Substrat aus, oder aber düngt gelegentlich über das Gießwasser. Eine zu üppige Nährstoffversorgung würde lediglich zu weichen Trieben und übermäßigem Wuchs in die Höhe führen. Weniger ist beim Dill also mehr.

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Pflanzenschutz
Auch der Dill wird von Krankheiten und Schädlingen heimgesucht, die für Vertreter der Familie der Doldenblütler typisch sind. So können manche Viren zu verkümmerten Wuchs führen. Tierische Plagegeister sind Nematoden im Wurzelraum sowie Blattläuse und die Minierfliege. Aber es sind vor allem die pilzlichen Pathogene, die dem Gurkenkraut zu schaffen machen. Durch die sogenannte Auflaufkrankheit sind schon direkt nach der Aussaat große Ausfälle an Keimlingen zu verzeichnen. Dabei sorgt eine Kombination aus mehreren pflanzenschädlichen Pilzen für das plötzliche umfallen der zarten Pflänzchen. Außer die Aussaat gleichmäßig feucht, aber trocken zu halten und die befallenen Pflanzen zu selektieren, kann man hier nicht viel unternehmen. Vertreter der Pilzgattung Fusarium können das Gewürzkraut auch noch zu einem späteren Zeitpunkt in der Kultur zur Strecke bringen. Da diese Schädlinge im Boden erhalten bleiben, sollte im nächsten Jahr vor allem bei einem Befall in jedem Fall der Standort für den Dill gewechselt werden.

Dill-Sorten

Die Art des Dills (Anethum graveolens) wird noch untergliedert. Der bekannteste Vertreter ist die Varietät Anethum graveolens var. hortorum, der Gartendill. Weiter gibt es noch den sogenannten Ackerdill (Anethum graveolens var graveolens) sowie die Subspezies des Indischen Dills (Anethum graveolens subsp. sowa), die sich vom Gartendill lediglich durch geringer ausgeprägtes Aroma unterscheidet.
Mehr Informationen finden Sie in unserer Sortenübersicht.

In den Reihen des vielerorts angebauten Gartendills sind einige Sorten auf dem Markt zu finden. Wir stellen die Charakteristika der wichtigsten Vertreter vor:

  • Bouquet: Feinblättrige Sorte, die kompakt wächst.
  • Dukat: Grünlaubige Sorte, die aufgrund ihres hohen Gehaltes an ätherischen Ölen ein starkes Aroma aufweist.
  • Ella: kompakt wachsende Sorte; kann direkt in den Topf für Terrasse und Balkon ausgesät werden.
  • Elefant: Besonders blattreich und durch späte Blüte mit langer Erntezeit.
  • Hercules: Besonders ertragreich durch kräftiges Wachstum und späte Blüte.
  • Mammut: alte Sorte, die stark wachsend und besonders kräftig im Aroma ist.
  • Sperli´s Brevi: Blattreiche Sorte, die ausgesprochen gute Eigenschaften für den Anbau im Topf aufweist.
  • Vierling: Starkwachsend; mit auffällig schönen Blütenständen und deshalb auch als Zierpflanze und Schnittblume geeignet.

Dill ernten und lagern

Ernte
Hauptaugenmerk beim Anbau vom Dill liegt auf den jungen, frischen Trieben. Deshalb sollte vor der Blüte, die in unseren Breiten je nach Aussaattermin von Mai bis Oktober erscheint, geerntet werden. Um dauerhaft frisch ernten zu können, bietet sich eine Aussaat in mehreren zeitversetzten Blöcken an. Bis zur Ernte dauert es sechs bis maximal neun Wochen. Dill ist eine sogenannte Langtagpflanze. Das heißt, dass die Tage mindestens eine bestimmte Anzahl an Stunden lang sein müssen, damit die Pflanze den Reiz zur Blütenbildung erhält. Um eine zu frühzeitige Blüte zu vermeiden, wird das Gewürzkraut deshalb vor allem in wärmeren Regionen des Südens vornehmlich im Winter und zeitigen Frühjahr angebaut. Während der Wachstumsphase kann bereits je nach Bedarf frisch geerntet werden. Dann werden bis zu 15 cm lange Triebe einfach abgeschnitten. Ab einer Größe von 30 cm bietet es sich an, die ganze Pflanze zu ernten und gegebenenfalls konservierend zu verarbeiten. Aber man kann den Dill auch zur Saatgutgewinnung abblühen lassen. Ganz nebenbei können auch noch die Samen für die Verwendung interessant sein.

Lagerung
Am aromatischsten ist natürlich die erntefrische Verwendung von Dill. Werden die zarten Triebspitzen jedoch bei relativ hoher Luftfeuchte um den Gefrierpunkt gelagert, so können sie noch bis zu drei Wochen nach der Ernte verwendet werden. Wie für Kräuter üblich, kann man auch den Dill einfach Lufttrocknen und steht so über einen längeren Zeitraum ohne großen Aromaverlust in der Küche zur Verfügung. Soll dem Gurkenkraut jedoch nicht die Feuchtigkeit entzogen werden, um es zu konservieren, kann man die frische Ernte auch einfach einfrieren und bei Bedarf portioniert entnehmen.

Erfahren Sie mehr in unserem Artikel Dill: Ernten, lagern und verwenden.

Dill: Verwendung und Inhaltsstoffe

Meist werden nur die Spitzen der Triebe vom Dill verwendet. Diese sind am intensivsten im Aroma. Dieses verdankt der Dill übrigens seinen ätherischen Ölen, deren Mammutanteil das keimhemmende Carvon ausmacht. Beliebt sind die zarten Triebe zum Beispiel zu diversen Fischspezialitäten. Ebenso macht es sich in jedem würzigen Salatdressing gut und auch Fleischgerichte können damit verfeinert werden. Aber auch Gewürzgurken aus dem Glas wären nur halbe Gewürzgurken ohne das Gurkenkraut. Man kann übrigens auch die Blütendolden des Dills dem Essigsud zugeben, um das Aroma zu verfeinern. Weiter werden die Treibspitzen als Tee aufgegossen und als magenberuhigendes Getränk angewandt. Ebenso wirkt Dillwasser, welches aus eingelegten Samen gewonnen wird, förderlich für die Verdauung. Früher war das aus den Samen gewonnene Öl ein beliebtes Allzweckmittel, auf das bereits Paracelsus im späten Mittelalter zählte.

Dill hat also durchaus ein Platz im Garten verdient. Vor allem Fischgourmets sollten auf das Aroma des schnellwachsenden Gewürzkrautes aus dem eigenen Anbau nicht verzichten.

eingelegte Gurken im Glas mit Dill

Der Klassiker: Zum Einlegen von Gurken darf Dill nicht fehlen! [Foto: Rebecca SiegelCC BY 2.0]

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