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Engelwurz: Pflanzen, Pflege und Wirkung der Angelikawurzel

Die Engelwurz oder auch die Angelikawurzel überzeugt nicht nur durch die vielfältige Heilwirkung einiger Arten, sondern auch durch ihr ansprechendes Aussehen. Als Staudenpflanze ergänzt sie jeden kreativen Garten harmonisch.

Angelica archangelica
Mit über 2 m Höhe überragt die Engelwurz die anderen Pflanzen im Beet [Foto: woff/ Shutterstock.com]

Vor allem aus der Wurzel der Echten Engelwurz (Angelica archangelica var. sativa) werden wertvolle Wirkstoffe extrahiert, die zum Beispiel bei Störungen des Verdauungstrakts helfen. Wie Sie die imposante Staude in Ihrem Garten kultivieren und welche weiteren positiven Heilwirkungen die Pflanze hat, erfahren Sie in diesem Artikel.

Angelikawurzel erkennen: Eigenschaften und Herkunft

Die Engelwurz, auch als Angelikawurzel, Engelbrustwurz, Erzengelwurz und Heiliggeistwurzel bekannt, ist in ganz Eurasien heimisch. Viele Arten sind auch in Nordamerika zu finden. An Flussufern, in Gräben und auf feuchten Wiesen hat man die größte Chance, die Engelwurz in der Natur aufzuspüren.

Die Echte Engelwurz, auch Arznei-Engelwurz (A. archangelica var. sativa) genannt, ist in hiesigen Gärten am meisten zu finden. Die zwei- bis vierjährige Staude wird 50 cm bis stattliche 2,50 m groß und besitzt einen hohlen Stängel, der einen Durchmesser von bis zu 10 cm erreicht. An seinem Ende bilden sich große, kugelige, weiß-grünliche bis gelbliche Doldenblüten aus. Die Blätter der Engelwurz sind dreifach gefiedert und können passend zur mächtigen Staude sehr groß werden: Die unteren Blätter erreichen eine Größe von bis zu 90 cm.

Angelika-Pflanze
Die Echte Engelwurz hat viel medizinisches Potenzial, das aber noch nicht gut erforscht ist [Foto: Fanfo/ Shutterstock.com]

Im ersten Standjahr blüht die Angelikawurzel meist noch nicht, denn die Pflanze konzentriert sich erst einmal darauf, ein üppiges Blattwerk auszubilden. Im zweiten Jahr kann man von Juni bis August die großen Dolden mit ihren unzähligen kleinen Blüten bewundern, die einen süßen Duft verströmen und zahlreiche Bestäuber anlocken. Nach dem Verblühen stirbt die Pflanze in der Regel ab und sorgt durch Selbstaussaat für Nachwuchs im nächsten Jahr. An passenden Standorten kann es aber auch vorkommen, dass sie mehrjährig wächst.

Verwechslung von Engelwurz:

Beim Sammeln der Echten Engelwurz in der Natur kann es zur Verwechslung mit der Wald-Engelwurz (Angelica sylvestris) kommen, die jedoch über keine Heilwirkung verfügt. Die Wald-Engelwurz ist kleiner, schlanker und die Blütenfarbe ist eher rötlich. Eine gefährlichere Verwechslung ist die mit dem Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum), denn dieser ist stark phototoxisch und verursacht bei Berührung der Blätter in Verbindung mit Sonnenlicht schmerzhafte Quaddeln und Blasen. Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal ist die Blütenfarbe, die beim Riesen-Bärenklau rein weiß ist. Sie erkennen die heimische Engelwurz an den leicht grünlichen Blüten.

Riesenbärenklau
Mit dem weiß blühenden Riesenbärenklau darf die Engelwurz besser nicht verwechselt werden [Foto: akslocum/ Shutterstock.com]

Die schönsten Arten

Von der Engelwurz sind etwas hundert Arten bekannt, wovon nur etwa die Hälfte in Europa heimisch ist. Hier finden Sie eine Liste der schönsten Angelika-Arten:

Arznei-Engelwurz oder Echte Engelwurz (Angelica archangelica): Sie ist wohl die bekannteste Art in unseren Breiten und wird vor allem für ihre Heilwirkung geschätzt. Die bis zu 2,50 m hohe Staude hat weiß-grünliche bis gelbliche, große Blütenstände.

Tipp: Eine Sorte der Arznei-Engelwurz mit besonders hohem Wirkstoffgehalt ist Angelica archangelica ‘Solveig’, eine Selektion der Bayerischen Landesanstalt für Bodenkultur und Pflanzenbau (BLBP).

Rote Engelwurz (Angelica gigas): Die Rote Engelwurz ist auch unter dem Namen Große Engelwurz bekannt – eine etwas extravagantere Staude für den Garten, denn die Blütendolden und Stängel erstrahlen in kräftigem Dunkelrot.

Roter Engelwurz
Die Rote Engelwurz lockt eine Vielzahl von Insekten an [Foto: guentermanaus/ Shutterstock.com]

Chinesische Engelwurz (Angelica sinensis): Diese Art ist in China unter dem Namen Dong Quai bekannt und ist ein wichtiger Bestandteil der TCM (Traditionelle Chinesische Medizin). Optisch ist sie der heimischen Arznei-Engelwurz sehr ähnlich und auch die medizinische Anwendung ist vergleichbar. Sie lässt das Blut besser zirkulieren und wird daher bei Menstruationsausfällen und Blutarmut eingesetzt.

Wald-Engelwurz (Angelica sylvestris): Die Wald-Engelwurz ist etwas kleiner, feiner und weniger üppig, ihr wird auch keine Heilwirkung zugeschrieben. Aus den dunkelroten Knospen öffnen sich rosafarbene Blüten. Die Blätter dieser Art sind sehr dunkel, erscheinen fast schwarz. Aufgrund dieser Färbung wird sie auch Purpur-Engelwurz genannt.

Wald-Engelwurz
Die rosafarbenen Blüten der Wald-Engelwurz werden mit dem Verblühen immer heller [Foto: Hhelene/ Shutterstock.com]

Engelwurz pflanzen: Standort, Aussaat und Vorgehen

Bei der Kultivierung von Engelwurz im eigenen Garten sollte ein sonniger bis halbschattiger Standort gewählt werden. Der Engelwurz gefällt ein frischer bis feuchter, humoser und sehr nährstoffreicher Boden. Sorgen Sie am besten mit frischer Komposterde für eine optimale Bodenvorbereitung, besonders wenn Ihr Gartenboden eher sandig ist. Eine torffreie Komposterde wie unsere Plantura Bio-Komposterde ist beispielsweise durch ihren hohen Nährstoffgehalt und die hohe Wasserspeicherfähigkeit perfekt für die hungrige und durstige Angelica geeignet.

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Besonders schön lässt sich die Engelwurz einzeln gepflanzt als Strukturelement im Garten verwenden. Sie macht sich perfekt als Leitstaude in Ihrem Staudenbeet.
Die Pflanzung ist gegenüber der Aussaat zu bevorzugen, damit sich die Angelika schnell im Garten etabliert. Sie können die Engelwurz entweder schon als Jungpflanze kaufen oder im Haus vorziehen. Fangen Sie damit von Februar bis April an. Die Pflanzung erfolgt dann ab Mitte April, aber auch eine Spätpflanzung im August ist möglich. Beachten Sie, dass die Staude sehr ausladend werden kann, lassen Sie also einen Abstand von mindestens einem Meter zwischen den Pflanzen, damit sie sich nicht gegenseitig überwuchern, sondern optimal entwickeln.

Für eine intensivere Produktion der Angelikawurzel kann diese auch in Reihen ausgesät werden. Die Aussaat erfolgt Ende August in 1 bis 2 cm Tiefe. Legen Sie dabei alle 100 cm bis zu fünf Samenkörner in die Aussaatrille und drücken Sie die Erde darüber gut an. Mit dem Blühen der Engelwurz ist im Folgejahr nun noch nicht zu rechnen.

Engelwurz-Jungpflanzen
Bei den Jungpflanzen wird die Verwandtschaft zum Sellerie besonders deutlich [Foto: Ji_Doh/ Shutterstock.com]

Tipp: Achten Sie darauf, dass an Ihrem gewählten Standort in den letzten Jahren keine anderen Doldenblütler gewachsen sind, um Schädlingsdruck und eine Anreicherung von Krankheitserregern zu vermeiden. Dazu gehören beispielsweise Möhren (Daucus carota subsp. Sativus), Sellerie (Apium graveolens), Petersilie (Petroselinum crispum), Kümmel (Carum carvi) und Fenchel (Foeniculum vulgare).

Die richtige Pflege

Die Wasser- und Nährstoffversorgung der Engelwurz im Garten sollte ihrem natürlichen Standort an Flussufern und sumpfigen Wiesen nachempfunden werden. So gestaltet sich die optimale Pflege für die Angelikawurzel:

  • Gießen: Die Engelwurz liebt es feucht. Sorgen Sie vor allem bei einem trockenen Boden für ausreichend Gießwasser.
  • Düngen: Wie oben schon erwähnt hat die Angelikawurzel einen hohen Nährstoffbedarf und sollte daher von Mai bis zum Blütezeitpunkt circa alle 2 Wochen mit dem Gießwasser gedüngt werden. Mischen Sie dazu beispielsweise unseren Plantura Bio-Blumen- & Balkondünger unter das Gießwasser und Sie werden mit einer üppigen Blüte belohnt.
  • Jäten: Bei noch jungen Engelwurz-Pflanzen sollten Sie regelmäßig Unkraut jäten, um den Pflanzen einen konkurrenzarmen Start zu ermöglichen. Bedecken die großen Blätter einmal den Boden, wird das Jäten nicht mehr nötig sein.
  • Schneiden: Für ein buschiges Wachstum schneiden Sie die Triebspitzen der Engelwurz im Jungstadium einige Male zurück.
Arznei-Engelwurz
Die Doldenblüte entfaltet sich aus einer großen Knospe [Foto: riet bloemen/ Shutterstock.com]

Tipp: Um sich Arbeit zu erleichtern, kann um die Pflanze auch eine Mulchschicht aus Grünschnitt oder Rindenmulch gehäuft werden. Das hält außerdem die Feuchtigkeit im Boden, was die Angelikawurzel mit besserem Wachstum quittiert.

Engelwurz als Heilpflanze: Wirkung und Verwendung

Besonders den Wurzeln der Engelwurz werden vielfältige Heilwirkungen zugeschrieben und sind seit 2001 im Deutschen Arzneibuch monografiert. Um die meisten Inhaltsstoffe zu erhalten, wird die Wurzel kurz vor der Blüte ausgegraben und gereinigt. Getrocknet oder frisch kann man die Angelikawurzeln als Tee aufgießen und bei Magen-Darm-Beschwerden trinken. Der Engelwurz-Tee wirkt appetitanregend, hilft bei Völlegefühl und Blähungen und hat dazu eine krampflösende Wirkung. Engelwurz schmeckt sehr würzig, etwas süßlich, aber auch scharf und bitter. Den Wurzeln und auch anderen Pflanzenteilen werden weitere vielfältige Heilwirkungen zugeschrieben. Allerdings wird noch viel Forschung nötig sein, um diese Wirkungen zu verifizieren.

Angelikawurzeln für Tee
Tee aus getrockneten Angelikawurzeln helfen einem unruhigen Magen [Foto: Heike Rau/ Shutterstock.com]

Auch in der Küche ist die Engelwurz einsetzbar: Kandierte Stängel und Wurzelstückchen werden zu einer magenfreundlichen Süßigkeit. Noch junge Blätter und Stiele können im Salat zu verwendet werden. Die Stängel lassen sich außerdem wie Staudensellerie nutzen oder in Konfitüren und kreativen Chutneys verarbeiten. Oder wie wäre es mit einem Engelwurz-Stielmus?

Ist Engelwurz giftig?

Achtung! Der Pflanzensaft der Engelwurz kann in Verbindung mit UVA-Strahlen der Sonne Hautentzündungen hervorrufen. Von einem ausgiebigen Sonnenbad nach dem Kontakt mit Angelikawurz ist also abzuraten. Auch bei Pflegemaßnahmen, zum Beispiel beim Schneiden in der Sonne, sollten besser Handschuhe getragen werden.

Echter Engelwurz
Der Pflanzensaft der schönen Angelika birgt die Gefahr einer Hautreizung [Foto: Jody./ Shutterstock.com]

Engelwurz wird als leicht giftig eingestuft, konsumieren Sie also nicht zu große Mengen auf einmal. Vor allem Schwangere und Stillende sollten besser auf die Pflanze verzichten.

Eine weitere wunderschöne Staude mit Heilwirkung für Ihren Garten ist zum Beispiel die Schafgarbe. Lesen Sie in unserem Artikel, welche die schönsten Schafgarbe-Arten und -Sorten sind.

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