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Färberkamille: Aussaat, Verwendung & Giftigkeit

Die gelben Blüten der Färberkamille sind nicht bloß schön anzuschauen – sie bieten auch Bienen reichlich Nektar und werden nebenbei zum Färben von Wolle verwendet.

Färber-Hundskamille
Die Färberkamille blüht wunderbar gelb [Foto: Nick Pecker/ Shutterstock.com]

Die Färberkamille (Anthemis tinctoria) benötigt kaum Pflege. Wir zeigen, an welchen Standorten die Färberkamille gut wächst und wie man sie im Garten anpflanzt. Außerdem geben wir einen kurzen Überblick über die schönsten Sorten.

Färberkamille: Herkunft und Eigenschaften

Die Färberkamille (Anthemis tinctoria) wird auch Färber-Hundskamille genannt, denn sie gehört zur Gattung der Hundskamillen (Anthemis) – nicht zu den Kamillen (Matricaria). Dennoch sieht sie der Echten Kamille (Matricaria chamomilla) bis auf die Blütenfarbe sehr ähnlich. Mit bis zu 80 cm Höhe wird sie zwar etwas größer, bildet aber ähnlich schmal gefiederte Blätter aus, die auf der Unterseite grau-filzig behaart sind.

Wie für die Familie der Korbblütler (Asteraceae) typisch, sind die winzigen Röhren- und Zungenblüten in einem dichten Blütenstand angeordnet. Die Röhrenblüten im Inneren bilden zusammen mit den Zungenblüten am Rand die Korbblüte. Die Zungenblüten heißen so, weil sie ein verlängertes Blütenblatt besitzen. Das sind bei der Färberkamille die gelben Randblütenblätter.
Die Blütezeit der Färberkamille beginnt im Juli und dauert bis in den September an. Ihre sattgelben Blüten werden gerne von Insekten aufgesucht. Doch die Färberkamille ist nicht nur für Bienen nützlich, sondern wurde früher auch von den Menschen zum Färben von Stoffen verwendet. Zudem verströmt sie den herrlichen, für Kamille typischen Duft.

In Teilen Europas und Asiens ist die Färberkamille heimisch. In vielen nördlichen Regionen wurde sie als Neophyt eingeschleppt. In Deutschland gilt sie als heimische Wildstaude und wird gern als Zierpflanze im Garten genutzt.

Färberkamille
Der Blütenstand ist aus vielen winzigen Einzelblüten zusammengesetzt [Foto: Lena Maximova/ Shutterstock.com]

Ist Färberkamille mehrjährig? Ja, die Färberkamille ist mehrjährig und treibt im nächsten Frühjahr wieder aus.

Die schönsten Sorten

Von der Färberkamille gibt es auch einige Sorten, die zum Beispiel unterschiedliche Wuchshöhen, Laub- oder Blütenfarben aufweisen als die Wildform. Damit es nicht zur Verwechslung mit Sorten der Echten Kamille kommt, kann man stets die Laubblätter genauer unter die Lupe nehmen: Diese besitzen bei der Färberkamille eine graufilzige Unterseite.

  • Helle Färberkamille ‘Sauce Hollandaise’: Mit ihren cremeweißen Zungenblüten sieht diese Sorte fast so aus wie die Echte Kamille.
helle Färberkamille
Sorten wie ‘Sauce Hollandaise’ sind heller gefärbt [Foto: Alex Manders/ Shutterstock.com]
  • Zwerg-Färberkamille ‘Dwarf Form’: Die Zwergform bleibt mit 30 – 40 cm etwas kleiner als die Wildform.
  • Graue Färberkamille ‘Susanna Mitchell’: Diese Sorte bildet ebenfalls cremeweiße Blüten, besitzt zusätzlich aber noch graugrünes Laub.
  • ‘Grallagh Gold’: Diese Sorte entwickelt Blüten in sattem Goldgelb.
  • ‘Kelwayi’: Die Blüten dieser Sorte sind eher zitronengelb.
Färberkamille-Blüten
Die Sorte ‘Kelwayi’ blüht zitronengelb [Foto: Apugach/ Shutterstock.com]

Aussaat der Färberkamille: Standort, Zeitpunkt und Co.

Mit der Färberkamille holt man sich eine recht anspruchslose, dekorative Pflanze in den Garten. Sie kann ganz leicht ausgesät werden und stellt keine hohen Ansprüche. Auf einige Aspekte sollte jedoch Wert gelegt werden. Neben einem eher trockenen, nährstoffarmen Untergrund benötigt die Färberkamille einen Standort in der Sonne, um gut zu wachsen. Sie gedeiht auch auf anderen Böden – jedoch werden bei hohem Nährstoff- und Feuchtegehalt kaum Blüten, sondern nur Blätter gebildet.
Ideal passt die Färberkamille in Steingärten, besonders die niedrigen Sorten, oder in Töpfe und Pflanzkästen in sonniger Lage.

Zwischen April und Mai erfolgt die Aussaat der Färberkamille direkt ins Beet. Eine Voranzucht im Haus ist nicht notwendig. Sehr karge Böden sollten Sie zur Verbesserung der Standbedingungen ein wenig aufzuwerten. Dafür nutzt man zum Beispiel unseren Plantura Bio-Bodenaktivator. Er unterstützt ein aktives Bodenleben, sodass eine lockere Struktur entsteht. Auf den vorbereiteten Boden werden die Samen gestreut, leicht angedrückt und angegossen. Die Samen des Lichtkeimers sollten kaum mit Erde bedeckt werden. Der Pflanzabstand beträgt etwa 50 cm. Das heißt: Es kommen vier Exemplare auf einen Quadratmeter. Beim Aussäen kann man jedoch etwas großzügiger sein und die erfolgreich gekeimten Pflanzen später pikieren. Bei passenden Bedingungen sieht man meist schon nach zwei Wochen die ersten Keimlinge.

Plantura Bio-Bodenaktivator
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Tipp: Im Jahr der Aussaat wird zunächst nur eine Blattrosette gebildet. Erst im folgenden Jahr erscheinen dann auch die gelben Blüten der Färberkamille.

Die richtige Pflege

Die Färberkamille ist in der Pflege noch genügsamer als bei der Standortwahl. Die anspruchslose Pflanze muss in der Regel weder gedüngt noch gegossen werden. Lässt sie in einem langen, trockenen Sommer die Köpfe hängen, sollte ein wenig Wasser gegeben werden. Jedoch schadet ihr ein nasser Boden weitaus mehr als Trockenheit.
Verwelkte Blüten können abgeschnitten werden, damit sich die Blütezeit verlängert. Im September schneidet man die Färberkamille großzügiger zurück zur Vorbereitung auf den Winter. Durch den Schnitt wird keine Energie mehr in die Blüten- und Samenbildung investiert, stattdessen werden kräftige Bodentriebe gebildet. So treibt die Färberkamille im nächsten Frühjahr wieder aus.
Alternativ lässt man die Blüten stehen und setzt auf die Selbstaussaat der Färberkamille nach erfolgreicher Bestäubung und Fruchtbildung.

Färberkamille auf sonnigem Standort
Ein heller, sonniger Standort ist für die Färberkamille ideal [Foto: Thorsten Schier/ Shutterstock.com]

Ist die Färberkamille winterhart?

Die Färberkamille ist winterhart und toleriert Temperaturen unter – 20 °C. Durch einen beherzten Rückschnitt im September übersteht sie unsere Winter in der Regel problemlos. Dafür schneidet man alle Triebe bis auf eine Handbreit über dem Boden ab. Um die Färberkamille vor Frost zu schützen, kann noch eine Mulchschicht, zum Beispiel aus Laub, über den Trieben ausgebracht werden.

Tipp: Die abgeschnittenen Blütentriebe Färberkamillen halten sich über längere Zeit und können hervorragend als Schnittblumen in der Vase eingesetzt werden.

Samen der Färberkamille
Ein Rückschnitt der Färberkamille im September vor dem Ausreifen der Samen erhöht die Winterhärte [Foto: Nahhana/ Shutterstock.com]

Wirkung und Verwendung der Färberkamille

Als Färberpflanze findet die Färberkamille vor allem Verwendung im Färben von Stoff und Wolle. Damit sie die Farbe gut aufnehmen können, müssen die Stoffe mit einer Beize wie Kaliumaluminiumsulfat vorbehandelt werden. Die gelbe Farbe aus der Färber-Hundskamille erhält man durch das Auskochen der Blüten. Es sind verschiedene Farbnuancen von sonnen- bis zitronengelb möglich. Der Farbstoff, der hauptsächlich für die gelbe Farbe verantwortlich ist, heißt Luteolin. Man kann die Blüten auch als Dekoration für Speisen und Tees verwenden, denn die Färberkamille ist essbar. Im Gegensatz zur Echten Kamille wird der Färberkamille jedoch keine Heilwirkung nachgesagt.

geerntete Färberkamille
Die Blüten verwendet man zum Färben von Wolle und Stoff [Foto: Thijmen Piek/ Shutterstock.com]

Ist die Färberkamille giftig?

Nein, die Färberkamille ist weder für Haustiere noch für Kinder giftig. Sie kann sogar in der Küche verwendet werden. Allerdings wird hier meist die Echte Kamille bevorzugt.

Eine weitere Heil- und Würzpflanze ist die Römische Kamille (Chamaemelum nobile), die weder zur Gattung der Kamillen noch zur Gattung der Hundskamillen zählt.

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