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Gänsefingerkraut: Pflanzen, Wirkung & Verwendung als Heilpflanze

Das Gänsefingerkraut hat viele Eigenschaften, die es zu einer wertvollen Pflanze für unsere Gärten macht. Es kann jedoch auch als unbeliebtes Wildkraut im Rasen auftauchen.

Gänsefingerkraut
Die Gänsefingerkraut-Blüten leuchten goldgelb [Foto: Lyubov_Nazarova/ Shutterstock.com]

Es ist zwar etwas unscheinbar, aber das Gänsefingerkraut (Potentilla anserina) läuft uns recht häufig über den Weg. In der Pflanze steckt mehr, als man beim ersten Hinsehen erwartet. Die Heilpflanze ist pflegeleicht und kann an vielen Standorten wachsen. Wir zeigen hier, wie man das Gänsefingerkraut pflanzt und in der Küche verwendet.

Gänsefingerkraut: Blüte, Herkunft und Eigenschaften

Das Gänsefingerkraut (Potentilla anserina) gehört zu unseren heimischen Wildkräutern und ist in der gemäßigten Zone der Nordhemisphäre verbreitet. Man findet das Rosengewächs (Rosaceae) bei uns oft auf Wiesen, an Seeufern oder am Wegesrand. Die ausdauernde, krautige Pflanze wächst mit ihren langen Ausläufern, den sogenannten Stolonen, kriechend über den Boden. Sie wird dementsprechend nicht besonders hoch und erreicht nur Höhen zwischen 5 und 15 cm. An den rötlichen Trieben werden immer wieder Blattrosetten gebildet, die in den Boden wurzeln. Die Laubblätter sind gefiedert und durch ihre fein behaarte, silbrige Unterseite sehr charakteristisch. Die Pflanze trägt daher auch weitere Namen wie Silberblatt, Anserine oder Gänserich.
Im Mai beginnt für das Gänsefingerkraut die Blütezeit. Die fünfzähligen, gelben Blüten sieht man bis in den September hinein. Hervorzuheben sind noch die besondere Tritt- und Schnittverträglichkeit sowie die Salztoleranz des Gänsefingerkrauts, weshalb es beispielsweise gut an Straßenrändern wachsen kann. Dies macht es zusammen mit seiner Staunässeverträglichkeit zu einer durchsetzungsfähigen Pflanze an Standorten, die für viele andere Gewächse problematisch sind.

Gänsefingerkraut-Blätter
Von unten haben die Blätter einen silbrigen Glanz [Foto: Edita Medeina/ Shutterstock.com]

Tipp: Da es viele Unterarten des Gänsefingerkrauts gibt, wird es heute zur besseren Übersicht teilweise auch der Gattung Argentina zugeordnet und so von anderen Fingerkräutern abgegrenzt. Es ist deshalb auch unter dem Namen Argentina anserina bekannt.

Anpflanzen und pflegen

Häufig ist Potentilla anserina schon im Rasen zu finden. Man kann das Gänsefingerkraut aber auch anpflanzen, da es sich im Beet hervorragend als begehbarer Bodendecker eignet. Es ist ideal für nasse, verdichtete oder wechselfeuchte Flächen. Der Standort sollte halbsonnig oder sonnig sein, das Substrat am besten nährstoffreich, feucht und dicht. Das Gänsefingerkraut ist ein Indikator für Staunässe, denn es wächst vor allem auf dauerhaft feuchten Böden. Tonreiche Lehmböden werden bevorzugt. Sehr durchlässige Substrate sind hingegen eher ungeeignet, können aber mit der Einarbeitung von viel Tonmehl angepasst werden. Nährstoffarme Böden bereiten Sie am besten ein wenig vor, indem Sie Langzeitdünger in die Erde einarbeiten. Für das Gänsefingerkraut eignet sich zum Beispiel unser Plantura Bio-Universaldünger, denn er bringt alle Nährstoffe für die Pflanze mit und hält lange vor. Durch seinen hohen Anteil organischer Inhaltsstoffe wird zudem das Bodenleben angeregt. Eine Nachdüngung ist nur erforderlich, wenn die Blätter des Gänsefingerkrauts blass werden oder wenn die Pflanze im Topf wächst.

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Als Lichtkeimer sollten die Samen des Gänsefingerkrauts bei der Aussaat nur maximal einen Zentimeter tief im Boden stecken. Potentilla anserina kann entweder im Herbst ins Freiland gesät oder zwischen Januar und März auf der Fensterbank vorgezogen werden. Die Erde sollte gleichmäßig feucht gehalten werden. Nach 10 bis 21 Tagen sollten sich Keimlinge zeigen, die Sie dann ab Mitte Mai nach draußen setzen können. Alternativ kann man fertige Jungpflanzen kaufen. Außerdem findet man das Gänsefingerkraut als häufiges Rasenunkraut vielleicht einfach in der näheren Umgebung.

Im Sommer sollten Sie das Gänsefingerkraut reichlich gießen, denn die Pflanze bevorzugt einen feuchten Untergrund. Auch wenn Staunässe entsteht, ist das für das Gänsefingerkraut kein Problem. Drei oder vier trockene Tage verträgt Potentilla anserina ebenfalls problemlos.

Gänsefingerkraut mit Ausläufern
Das Gänsefingerkraut bildet lange, kriechende Ausläufer, die Stolone [Foto: Todd Boland/ Shutterstock.com]

Tipp: Seinen Namen hat das Gänsefingerkraut vor allem deshalb, weil es hohe Stickstoffgehalte verträgt. Es kommt nämlich besonders häufig auf Gänseweiden vor, wo durch deren Kot sehr viel Stickstoff zur Verfügung steht.

Gänsefingerkraut im Rasen bekämpfen?

Häufig, aber nicht immer, findet man Gänsefingerkraut auch unerwünscht im Rasen. Aber auf welchen Böden wächst Gänsefingerkraut? Man trifft die Pflanze häufig auf verdichteten Untergründen, die feucht und auch mal staunass sind. Viele andere Pflanzen, und ganz besonders der Rasen, kommen mit diesen Bedingungen nicht zurecht. Das Gänsefingerkaut kann sich somit ausbreiten. Ebenso verträgt Potentilla anserina salzhaltige Böden.
Da Potentilla anserina mit seinen gelben Blüten ein hübscher Farbtupfer im Rasen ist, als Futterpflanze für Bienen dient und sogar in der Heilkunde Verwendung findet, gibt es eigentlich keinen Grund, das Gänsefingerkraut im Rasen zu bekämpfen. Zudem ist es trittfest, weshalb ein regelmäßiges Betreten des Rasens kein Problem für die Pflanze darstellt.
Wer dennoch nicht mit dem Gänsefingerkraut im Garten leben möchte, sollte die Pflanze samt Wurzeln ausgraben. Die entstandenen Lücken können Sie anschließend zum Beispiel mit unserer Plantura Rasen-Reparatur ausbessern. Dies verhindert eine erneute Ausbreitung des Gänsefingerkrauts und lässt den Rasen wieder schön üppig aussehen. Alternativ können Sie den Boden für die Pflanze unattraktiv machen. Dies kann zum Beispiel durch Aerifizieren erfolgen. Hierbei wird der Boden gelockert und durchlüftet, was dem Gänsefingerkraut seinen Standortvorteil nimmt.

Gänsefingerkraut im Rasen
Durch seinen bodendeckenden Wuchs kann es im Rasen auch schon mal zum Problem werden [Foto: agatchen/ Shutterstock.com]

Ernte, Wirkung und Verwendung von Gänsefingerkraut

Alle Pflanzenteile vom Gänsefingerkraut finden Verwendung in der Küche, am schmackhaftesten ist allerdings die Wurzel. Man kann sie zum Beispiel klein schneiden und anbraten und dann ähnlich nutzen wie eine Pastinake, die dem Gänsefingerkraut auch geschmacklich ähnelt. Die Blätter schmecken eher säuerlich, können aber ebenso gut verwendet werden, zum Beispiel in Suppen und Salaten. Inhaltsstoffe in den Blättern wie Flavonoide und Gerbstoffe helfen bei Verdauungsbeschwerden und verleihen dem Gänsefingerkraut seine heilende Wirkung. Ein Gänsefingerkraut-Tee wird zum Beispiel bei Durchfall oder Magenschmerzen eingesetzt. Dafür benötigt man etwa einen Teelöffel getrocknete Blätter, die man zehn bis zwölf Minuten im heißen Wasser ziehen lässt.
Um die Gänsefingerkraut-Blätter zu ernten, ist die Zeit vor der Blüte zwischen Mai und August ideal. Die Wurzel erntet man etwas später, im September.

Gänsefingerkraut-Tee
Ein Gänsefingerkraut-Tee hilft bei Magen-Darm-Beschwerden [Foto: ElenVik/ Shutterstock.com]

Ist Gänsefingerkraut essbar oder giftig?

Wie oben beschrieben ist das Gänsefingerkraut essbar und kann sich positiv auf die Verdauung auswirken. Weder für Menschen noch für Tiere wie Hunde, Katzen oder Pferde ist das Gänsefingerkraut giftig. Dennoch gilt, wie bei allen Heilpflanzen, dass man das Wildkraut nicht dauerhaft und in großen Mengen zu sich nehmen sollte, ansonsten kann es beim Verzehr von Gänsefingerkraut zu Nebenwirkungen wie Magenschmerzen kommen. Menschen mit Reizmagen sollten das Gänsefingerkraut meiden.

Das aufrechte Fingerkraut, auch Tormentill oder Blutwurz genannt, kann man leicht mit dem Gänsefingerkraut verwechseln. Die Pflanzen sind nah verwandt und vor allem die Blüten sehen sich sehr ähnlich. Wie man Blutwurz erntet, pflanzt und pflegt, erfahren Sie in unserem Artikel.

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