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Gundermann: Wertvolle Heilpflanze oder Unkraut im Rasen?

Mit dem Vorurteil, dass Gundermann Unkraut sei, räumen wir auf. Wie Sie die krautige Pflanze dekorativ einsetzen und welchen Nutzen für die Gesundheit und in der Küche sie bietet, erfahren Sie bei uns.

Gundermann
Gundermann ist mehr als ein Wildkraut: Er ist auch zierend und begrenzt als Heilkraut einsetzbar [Foto: Przemyslaw Muszynski/ Shutterstock.com]

Der Gundermann (Glechoma hederacea) wird durch seinen schnellen Wuchs und die rasche Ausbreitung oft als unerwünschtes Beikraut abgetan. Doch man kann sich die Eigenschaften der Pflanze zu Nutze machen und sie als grüne Zierpflanze im Winter auf den Balkon stellen oder einen Gundermann-Tee aufgießen.

Gundermann: Herkunft und Eigenschaften

Gundermann kommt ursprünglich aus Europa, wurde aber durch den Menschen verschleppt und ist seither über die gemäßigten Breiten verteilt und damit ebenfalls in Asien, Nordamerika und Neuseeland anzutreffen. Die zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) gehörende Pflanze ist auch als Gundelrebe, Gundelrebenkraut, Gundermannkraut oder Erdefeu bekannt. Das Gundelrebenkraut ist wintergrün und mehrjährig. Er wächst auf nahezu jeder Bodenart, sofern diese ausreichend feucht ist.

Den Gundermann erkennen Sie an der kriechenden Wuchsform des wurzelnden Stängels und an seinen aufrechten, bis circa 20 cm in die Höhe wachsenden Trieben. Die runden Gundermann-Blätter sind am Rand leicht eingekerbt und paarweise angeordnet. Die Blütenkelche werden bis zu 7 mm lang und haben meist eine blauviolette, manchmal auch eine rosafarbene und weiße Färbung. Sie erscheinen etwa von April bis Juli. Für Insekten bieten die bunten Blüten viel Nektar, was die Pflanze besonders bienenfreundlich macht.

Gepunktete Gundermann-Blüte
Die Blüten des Gundermanns sind auffällig gemustert oder einfarbig [Foto: Goran Lakovic/ Shutterstock.com]

Verwechslung von Gundermann: Gundermann ist eigentlich gut von anderen Pflanzen unterscheidbar. Am leichtesten mit Gundermann zu verwechseln ist der Kriechende Günsel (Ajuga reptans) mit einem kleineren und zierlicheren Wuchs sowie glänzenden Blättern. Deutlicher lassen sich die Pflanzen in der Blütezeit unterscheiden: Der Kriechende Günsel blüht nur von April bis Mai und damit deutlich kürzer als der Gundermann.

Ajuga reptans
Ajuga reptans sieht dem Gundermann ein wenig ähnlich [Foto: Khalangot Sergey L/ Shutterstock.com]

Gundermann pflanzen: Standort, Aussaat und Co.

Mögliche Standorte des Gundermanns sind vielfältig und reichen von Laubwäldern über Ackerränder bis hin zu Gärten. Der Gundermann fühlt sich vor allem an einem sonnigen bis absonnigen Standort am wohlsten. Ein optimaler Boden wäre humos, nährstoffreich und kalkhaltig, außerdem ausreichend feucht. Halbschatten oder lichter Schatten eignet sich gut für die Gundelrebe.

Der Gundermann kann zwischen September und Oktober direkt ins Beet oder Pflanzgefäß gesät werden. Dazu werden die Gundermann-Samen breitwürfig verteilt, leicht mit Erde bedeckt, mit einer feinen Brause angegossen und bis zur Keimung feucht gehalten. Für die Kultur im Topf, ebenso wie für die Vorkultur des Gundermanns, eignet sich eine hochwertige Pflanzerde, deren Drainagefähigkeit durch die Beigabe von Blähton oder grobem Kies verbessert werden kann. Beispielsweise bietet unsere Plantura Bio-Universalerde dank ihres hohen Kokos- und Holzfasergehaltes die Möglichkeit, Wasser zu speichern. Sie enthält gleichzeitig alle Nährstoffe, die für ein gesundes Aufkeimen und Wachstum des Gundermanns nötig sind.

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Alternativ kann der Gundermann zwischen Januar und Mitte März in Vorkultur gezogen und im Frühjahr ausgepflanzt werden. Vorgezogene Jungpflanzen sind nicht erhältlich. Sollten Gundermann-Pflanzen bereits im Garten vorhanden sein, können Wurzeltriebe abgeschnitten und in Wasser gelegt werden, bis sie neue Wurzeln ausbilden. Die bewurzelten Triebe können schließlich ausgepflanzt werden. Für einen dichten Wuchs können sie enger als bei der Aussaat, mit einem Pflanzabstand von etwa 20 cm und einem Reihenabstand von ebenfalls 20 cm, gesetzt werden.

Tipp: Die bunte Sorte Glechoma hederacea ‘Variegata’ mit weiß panaschierten Blättern macht sich hervorragend als wintergrüne Zierpflanze auf dem Balkon. Auch als Hängepflanze eignet sich der Gundermann hervorragend.

Gundermann mit panaschierten Blättern
Glechoma hederecea ‘Variegata’ bietet wegen der panaschierten Blätter einen besonderen Zierwert [Foto: mizy/ Shutterstock.com]

Die richtige Pflege

Die Pflege des Gundermanns ist unkompliziert. Im Beet benötigt er lediglich während längerer Trockenperioden etwas Wasser, die Erde sollte stets etwas feucht sein und nur bei Bedarf gegossen werden. Gundermann im Topf sollte hin und wieder gegossen werden, damit die Pflanze nicht austrocknet.

Für langfristig guten Wuchs ist allerdings eine regelmäßige Nährstoffversorgung nötig. Vor allem im kleinen Erdvolumen eines Topfes lohnt es sich, zweimal jährlich mit einem Langzeitdünger zu düngen. Beispielsweise eignet sich unser vornehmlich organischer Plantura Bio-Universaldünger, der die Pflanze mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt und gleichzeitig dank seines hohen organischen Anteils ein aktives Bodenleben fördert. So müssen Sie den Gundermann seltener umtopfen, weil die Fruchtbarkeit der Pflanzerde erhalten bleibt. Durch die Zusammensetzung des Bio-Düngers aus natürlichen Rohstoffen werden bei der Produktion außerdem Ressourcen gespart und die Umwelt geschont.

Weitere Pflege, wie etwa ein regelmäßiger Schnitt, sind beim Gundermann nicht nötig, aber möglich. Breitet sich der Gundermann zu stark aus, kann er durch gezieltes Jäten einzelner Pflanzen gut in Schach gehalten werden.

Gundermann mit Frost
Schnee und Frost machen dem Gundermann in unseren Breiten nichts aus [Foto: Trixcis/ Shutterstock.com]

Ist Gundermann winterhart? Ja, die Gundermann-Pflanze ist winterhart. Gundermann kann im Winter gut draußen auf dem Balkon oder unbedeckt im Beet stehen gelassen werden, denn er toleriert Temperaturen zeitweise bis in den zweistelligen Minusbereich.

Gundermann als Unkraut im Rasen

Gundermann wächst sehr schnell und verbreitet sich sowohl durch Selbstaussaat als auch durch die am Boden kriechenden Wurzeln. Das Kraut schadet nur indirekt, indem es mit dem Rasen um Wasser, Licht und Nährstoffe konkurriert.

Gundermann im Rasen
Nicht überall, wo der Gundermann wächst, ist er auch gewollt [Foto: Thijs de Graaf/ Shutterstock.com]

Was hilft gegen Gundermann im Rasen? Um den Gundermann zu bekämpfen, helfen regelmäßiges Jäten und Mähen sowie die Beseitigung des Rasenschnitts, da so das Versamen und das erneute Aufkeimen unterbunden werden. Großflächig verbreiteter Gundermann sollte sorgsam ausgestochen werden, bevor der Rasen erneut angesät wird. Dabei sollten vor allem die langen Triebe so lange regelmäßig entfernt werden, bis die Pflanze vollständig bekämpft ist. Der beste Zeitpunkt für eine Bekämpfung ist im zeitigen Frühjahr, noch bevor der Gundermann zur Blüte kommt. Samende Wildkräuter sollten Sie keinesfalls über den heimischen Kompost entsorgen, da die Samen die Kompostierung ohne Probleme überstehen und durch die Verteilung des Komposts in den gesamten Garten gebracht werden können.

Biene neben Gundermann-Blüten
Wegen seiner Nektarproduktion ist der Gundermann eine beliebte Pflanze bei Bienen und Insekten [Foto: Eva Major/ Shutterstock.com]

Vom Einsatz selektiver Pflanzenschutzmittel gegen zweikeimblättrige Pflanzen wie den Gundermann raten wir stets ab, da es dadurch zu langfristigen Schäden kommen kann: Sie sind potenziell schädlich für boden- und rasenbewohnende Insekten und können Rasenprobleme wie Filz und Moos begünstigen. Selektive Pflanzenschutzmittel in Bio-Qualität sind leider nicht erhältlich.

Tipp: Wächst der Rasen an manchen Stellen des Gartens etwas weniger dicht, eventuell unter Bäumen, so ist es durchaus eine Überlegung wert, Gundermann dort zu behalten oder sogar auszusäen. Denn seine kriechende Wuchsform und schnelles Wachstum machen Gundermann zu einem hervorragenden Bodendecker.

Gundermann-Tee
Aus getrocknetem Gundermann kann man einen gesunden Tee aufgießen [Foto: Cora Mueller/ Shutterstock.com]

Ist Gundermann giftig oder essbar?

Kann man Gundermann roh essen? Ja, Gundermann ist roh essbar. Er ist allerdings wegen des enthaltenen Glechomins vermutlich leicht giftig für Menschen. Glechomin ist noch nicht besonders gut erforscht, kann bei übermäßiger Aufnahme aber Übelkeit auslösen. Gundermann eignet sich dank seines leicht bitteren Aromas als Gewürz oder Salatbeigabe, sollte aber nicht in Massen verzehrt werden.

Für welche Tiere ist Gundermann giftig? Weidetiere wie Pferde oder Rinder und Nagetiere – vor allem Meerschweinchen, Hamster und Kaninchen – vertragen den Gundermann nicht. Einige sekundäre Inhaltsstoffe des Gundermanns können für diese Tiere stark toxisch wirken, größere Mengen können auch beim Menschen schwach giftig wirken und zu Übelkeit führen.

Gundermann-Trieb
Für Gundermann als Salatbeigabe werden die Triebe einfach mit den Fingern abgeknipst [Foto: Lipatova Maryna/ Shutterstock.com]

Gundermann ernten

Die Ernte von Gundermann bietet sich ab Anfang Mai an. Dazu können junge Triebe oder einzelne Blätter und Blüten mit einer kleinen, scharfen Gartenschere abgeschnitten oder behutsam mit den Fingern abgeknipst werden. Es sollte nur immer so viel geerntet werden, wie die Pflanze verträgt: Lassen Sie immer ausreichend Triebe für ein weiteres, gesundes Wachstum stehen. Dabei sind die Triebe, Blätter sowie die Gundermann-Blüten essbar. Getrocknet lässt sich der Gundermann gut lagern und zu einem späteren Zeitpunkt zu einem Tee aufkochen, wenn es einmal an frischem Gundermann mangelt.

Verwendung und Wirkung von Gundermann

Bereits seit dem 12. Jahrhundert wird der Gundermann als Heil- und Küchenpflanze verwendet. Die enthaltenen ätherischen Öle, die beim Zerreiben der Blätter freigesetzt werden, sollen Entzündungen hemmen und bieten gleichzeitig zahlreiche Nutzungsmöglichkeiten in der Küche: Als Gewürz, für grünes Pesto und als Salatbeigabe ist er sehr beliebt. Weil sein minzeartiger, etwas bitterer und scharfer Geschmack eher stark ist, sollte er sparsam verwendet werden. Dabei regt der Gundermann den Stoffwechsel an und soll der Volksmedizin nach bei chronischen Blasen- und Nierenerkrankungen helfen können. Aufgebrüht als Tee wird dem Gundermann eine lindernde Wirkung bei zahlreichen Beschwerden wie Leberproblemen, Abszessen, Tumoren und Augenproblemen nachgesagt.

Gundermann als Heilpflanze
Gundermann wird wegen seiner ätherischen Öle bereits seit dem 12. Jahrhundert als Heilpflanze verwendet [Foto: Lipatova Maryna/ Shutterstock.com]

Denken Sie jetzt über den Gundermann in der Küche und als Heilkraut nach? Bei uns finden Sie für einen spannenden Wildkräuter-Salat weitere essbare Bodendecker für Ihren Garten.

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