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Hauhechel: Pflanzen, Arten & Wirkung als Heilpflanze

Die Hauhechel ist eine bienenfreundliche Staude für den Garten und wird seit Jahrtausenden aufgrund ihrer Heilwirkung geschätzt. Wir stellen den blütenreichen, hübsch anzusehenden Strauch genauer vor.

Ononis
In der Natur findet man die Hauhechel vor allem auf Magerwiesen [Foto: Orest lyzhechka/ Shutterstock.com]

Als wahrer Wildbienenmagnet sollte die Hauhechel (Ononis) in Ihrem Garten nicht fehlen. Vor allem an sandigen und sonnigen Standorten gedeiht die Dornige Hauhechel. Wie Sie den kleinen Strauch mit den vielen Blüten in Ihrem Garten kultivieren, welche Arten es gibt und wie die Pflanze als Heilkraut verwendet wird, erfahren Sie in diesem Artikel.

Hauhechel: Herkunft und Eigenschaften

Die Gattung der Hauhecheln (Ononis) gehört zu den Leguminosen und ist damit in derselben Pflanzenfamilie wie zum Beispiel die Erbse (Pisum sativum) und die Gartenbohne (Phaseolus vulgaris) anzusiedeln. Die circa 88 Hauhechel-Arten kommen vor allem im Mittelmeerraum vor, besonders häufig sind sie in Marokko und Spanien zu entdecken. In Mitteleuropa heimisch sind nur drei Arten: Die Dornige Hauhechel (O. spinosa), die Rundblättrige Hauhechel (O. rotundifolia) und die Gelbe Hauhechel (O. natrix). Am häufigsten ist die Dornige Hauchhechel, auch Weiberkrieg, Eindorn oder Stachelkraut genannt. Da diese als einzige in Deutschland gut kultivierbar ist, ist sie der Hauptgegenstand dieses Artikels.

Hauhechel-Blüte
An der Blütenform lässt sich die Verwandtschaft zu anderen Hülsenfrüchtlern erkennen [Foto: Przemyslaw Muszynski/ Shutterstock.com]

Die Dornige Hauhechel (Ononis spinosa subsp. spinosa) ist ein mehrjähriger, 10 bis 80 cm hoher Halbstrauch. Das heißt, dass die Triebe in Bodennähe schwach verholzen und dass die Hauhechel nach dem Winter aus diesen verholzten Trieben wieder austreibt. Die roten Stängel bilden einen schönen Kontrast zu den dunkelgrünen Blättern, sind nur am Grund verholzt und mit ihren spitzen Dornen namensgebend für diese Hauhechel-Art. An den Stängeln sitzen wechselständig angeordnet die dreiteilig gefiederten Blätter. Die Blüten der Hauhechel zeigen sich von April bis September und sitzen als mäßig dichte Blütentrauben in den Blattachseln. An den Blüten lässt sich die Verwandtschaft zur Erbse erkennen, denn die Hauhechel besitzt wie Erbsen und Bohnen Schmetterlingsblüten.

Rispenförmige Hauhechel-Blütenstände
Einige Arten haben einen rispenförmigen Blütenstand, so wie Ononis alopecuroides [Foto: Zoya El/ Shutterstock.com]

Die rosafarbenen Blüten der Dornigen Hauhechel verströmen während der Blütezeit einen sehr süßen, fast unangenehmen Duft und locken damit viele Bienen an: 15 verschiedenen Wildbienenarten dient die Dornige Hauhechel als Pollenquelle. Doch nicht nur Bienen gefällt die Hauhechel. Sie ist auch die wichtigste Futterquelle für die Raupe des Hauhechel-Bläulings (Polymmatus icarus), eines seltenen Schmetterlings. Im Anschluss an die Blüte bilden sich kleine, behaarte, nierenförmige Hülsenfrüchte. Besonders bezeichnend für die Dornige Hauhechel ist die bis zu 60 cm tiefe Pfahlwurzel, die in der Naturheilkunde als Medizin verwendet wird.

Die schönsten Arten und Sorten

  • Dornige Hauhechel (Ononis spinosa): Der dornige Strauch wirkt im Frühjahr vielleicht etwas rau, doch von Juni bis September wird dieser Eindruck durch die Vielzahl der rosafarbenen Blüten gebrochen.
dornige Hauhechel
Die Dornen der Dornigen Hauhechel sitzen in den Blattachseln und dienen als Schutz vor Fraßfeinden [Foto: Svetoslav Radkov/ Shutterstock.com]
  • Gelbe Hauhechel (Ononis natrix): Entsprechend ihres Namens ist auch die Blütenfarbe der Gelben Hauhechel. Der bis 70 cm hohe Halbstrauch wird ausschließlich als Zierpflanze in mediterranen Gärten verwendet. An den noch geschlossenen Blüten lassen sich roten Adern erkennen, die sich auf der Unterseite der Blütenblätter befinden. Die Gelbe Hauhechel wächst nur auf trockenen, kalkhaltigen, warmen und durchlässigen, am liebsten steinigen Böden. Daher ist der Anbau nur an bestimmten Stellen sinnvoll.
Gelbe Hauhechel
Wie fast allen Ononis-Arten macht auch der Gelben Hauhechel ein sandiger Boden nichts aus [Foto: LifeCollectionPhotography/ Shutterstock.com]
  • Kriechende Hauhechel (Ononis spinosa subsp. procurrens): Auch als Ononis repens bezeichnet, ist die Kriechende Hauhechel eine Unterart der Dornigen Hauhechel und eine echte Bienenweide: Zehn Wildbienen-Arten sammeln in ihren rosafarbenen Blüten Pollen. Wie der Name schon sagt, eignet sich die Kriechende Hauchechel als unkomplizierter Bodenbecker, am besten auf steinigen, trockenen und durchlässigen Böden in vollsonniger Lage.
Kriechende Hauhechel
Die Kriechende Hauhechel kann im Garten als Bodenbedecker bei eher trockenen Böden eingesetzt werden [Foto: Peter Turner Photography/ Shutterstock.com]
  • Rundblättrige Hauhechel (Ononis rotundifolia): Auch diese Art wächst als kleiner Strauch und blüht rosa. Im Unterschied zu ihren Artgenossen verfügt sie über löffelförmige Blätter. Außerdem fühlt sich die Rundblättrige Hauhechel auch im Halbschatten wohl – im Gegensatz zu ihren Artgenossen, die es vollsonnig mögen. Trocken und durchlässig sollte der Boden aber trotzdem sein.
  • Bocks-Hauhechel (Ononis spinosa subsp. hircina): Ebenfalls eine Unterart der Dornigen Hauhechel ist die Bocks-Hauhechel, die auch unter dem Namen Ononis arvensis und Acker-Hauhechel bekannt ist. Unter Landwirten gilt sie als widerspenstiges Unkraut. Die rosafarbenen Blüten verströmen einen starken Duft.

Hauhechel pflanzen und pflegen

Die Dornige Hauhechel fühlt sich an sonnigen und trockenen Standorten wohl. Damit die Hauhechel gut gedeiht, sollte der Boden durchlässig, mager und humos sein. Ein schwach lehmiger Sand wäre optimal. Aber auch steiniger und kiesiger Untergrund macht der Hauhechel nichts aus. Mischen Sie am besten eine nährstoffarme und lockere Erde der vorhandenen Gartenerde bei, um die Standortbedingungen für die Hauhechel zu verbessern. Dafür eignet sich beispielsweise unsere Plantura Bio-Kräuter- & Aussaaterde. Die lockere und luftige Struktur macht sie zu einem idealen Substrat für die Hauhechel. Zusätzlich beinhaltet die Erde etwas Kalkdünger, welcher für ein gutes Wachstum benötigt wird. Ist der Gartenboden besonders schwer, empfiehlt es sich, zusätzlich noch Sand oder Blähton beizumischen, um eine optimale Drainage zu gewährleisten. Das gilt auch bei Kübelpflanzungen. Staunässe wird von der Hauhechel nämlich nicht vertragen. Ist der Boden eher sauer, sollten Sie den ausgewählten Standort mit zusätzlichem Kalkdünger versorgen, um optimale Wachstumsbedingungen zu schaffen.

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Die Hauhechel kann entweder per Aussaat oder per Pflanzung im Garten etabliert werden. Die Aussaat erfolgt im Herbst. Säen Sie lieber zu viel als zu wenig aus, denn die Erfolgschancen der Keimung im nächsten Frühjahr sind nicht allzu hoch. Dafür kann es aber sein, dass einige Samen erst im Folgejahr keimen. Die Aussaat sollte gleichmäßig feucht gehalten werden und die jungen Pflänzchen erstmal im Halbschatten heranwachsen. Da die Aussaat etwas Geduld und Fingerspitzengefühl erfordert, ist die Pflanzung der Hauhechel üblicher: Von März bis Oktober werden die jungen Stauden in einem Abstand von 50 cm eingesetzt. Auf einem Quadratmeter finden bis zu vier Exemplare Platz.

Tipp: Die Hauhechel eignete sich hervorragend zur Begrünung von trockenen Südböschungen.

Hauhechel im Staudenbeet
Die Hauhechel ist eine blütenreiche Ergänzung für Ihr Staudenbeet [Foto: photoPOU/ Shutterstock.com]

Wie andere Stauden auch, sollte man die Hauhechel nach der Vegetationsperiode bis einige Zentimeter über dem Boden zurückschneiden. Diesen Arbeitsschritt können Sie im Winter nach dem Abblühen vornehmen. Es empfiehlt sich aber, bis zum Märzanfang zu warten, denn die kleinen Hülsenfrüchte der Hauhechel dienen so manchen Vögeln den Winter über als Nahrung.

Tipp: Die Hauhechel geht wie alle anderen Hülsenfrüchtler im Boden eine Symbiose mit Knöllchenbakterien ein und kann so Stickstoff aus der Luft fixieren. Daher braucht sie keine zusätzliche Düngung. Achten Sie jedoch auf einen ausreichenden Kalkvorrat im Boden.

Ernte, Verwendung und Wirkung von Hauhechel

Die Dornige Hauhechel wurde schon bei den alten Römern als Heilpflanze verwendet. Die meisten Inhaltsstoffe enthält die kräftige Pfahlwurzel der Hauhechel. Diese kann im Spätsommer bis Herbst ausgegraben und dann zum Trocknen aufgehängt werden. Präparate aus der Hauhechelwurzel gelten als wassertreibend. Das heißt die Wasserausscheidung über die Nieren wird erhöht und schädliche Keime werden schneller aus dem Harnsystem ausgeschieden. Dementsprechend wird beispielsweise ein Tee aus der Hauhechelwurzel bei Blasenentzündungen eingesetzt. Dafür werden die klein geschnittenen Hauhechelwurzeln mit kochendem Wasser übergossen. Der Behälter, in dem der Aufguss zubereitet wird, sollte gut abgedeckt werden, um das Verdampfen der medizinisch wirksamen Bestandteile zu verhindern.

Hauhechel-Tee
Die getrocknete Wurzel der Dornigen Hauhechel wirkt als Tee gegen Blasen- und Nierenbeschwerden [Foto: Luis Echeverri Urrea/ Shutterstock.com]

Die Niere reinigt unser Blut, das heißt Schadstoffe werden herausgefiltert und die Bildung neuer roter Blutkörperchen wird angeregt. Die Hauhechel wird zur Verbesserung der Nierenfunktion eingesetzt. In der Naturheilkunde werden der Blutreinigung und der damit verbundenen Entschlackung vielfältige positive Effekte zugesagt, unter anderem eine Anregung der Verdauung und eine Verbesserung der allgemeinen Gesundheit.

Die jungen Triebe der Hauhechel können von April bis Juni geerntet werden, die Blätter bis in den Oktober hinein. Das Grün ist mild im Geschmack und kann beispielsweise einem Salat beigemischt werden.

Achtung: Menschen, die unter Ödemen (Wasseransammlungen) leiden, die durch eine Herzschwäche verursacht sind, sollten Präparate aus der Dornigen Hauhechel vermeiden!

Weitere Sträucher, die Bienen wie die Hauhechel mögen, finden Sie in unserem Artikel zu insektenfreundlichen Stauden und Sträuchern.

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