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Käsekraut: Pflanzen, Pflege & Verwendung

Hier in Deutschland fristet das Käsekraut noch eher ein Nischendasein, während es in anderen Teilen der Welt schon seit langer Zeit als Heil- und Würzkraut bekannt ist. Jedoch kann das Käsekraut vielseitig eingesetzt werden und ist leicht zu pflegen.

Käsekraut
Käsekraut kann einfach und unkompliziert als Würz- und Zierpflanze angebaut werden [Foto: Beautiful lotus/ Shutterstock.com]

Schon der Name zeigt, dass es sich beim Käsekraut (Paederia lanuginosa) um eine besondere Pflanze handelt, deren Geschmack an Camembert oder gut gereiften Bergkäse erinnert. So bietet sich das einfach zu ziehende, stark wüchsige Kraut ausgezeichnet für experimentierfreudige Hobbygärtner und -köche an. Doch nicht nur in der Küche kann Käsekraut Verwendung finden, es eignet sich zum Beispiel auch als Zierpflanze für Pflanzampeln oder einjährige Hecken. In diesem Artikel finden Sie Tipps zu Anbau, Pflege und Verwendung von Käsekraut.

Käsekraut: Herkunft und Eigenschaften

Das zur Familie der Rötegewächse (Rubiceae) gehörende Käsekraut stammt ursprünglich aus Vietnam, wo es eines der wichtigsten Küchenkräuter ist. Die dort La Mo Long genannte Pflanze wird zum Würzen vieler Gerichte – vor allem aber eiweißreicher, schwer verdaulicher Speisen – verwendet. Fühlt sich das tropische Kraut wohl, wächst es stark und kann in einem Jahr bis zu 2 m lange Sprossen bilden.
Die Blätter, die in jungem Alter noch zartgrün sind, färben sich mit der Zeit an der Unterseite violett, sodass sich La Mo Long auch hervorragend als Zierkraut, zum Beispiel für Pflanzampeln, anbietet. Im Sommer zeigt Paederia lanuginosa ab Juni seine hübschen rosa Blüten mit weißem Rand. Wichtig zu beachten ist auch: Der stark würzige Duft und der Geschmack der Blätter entfalten sich erst beim Schneiden, im Garten ist die Pflanze noch völlig geruchslos.

Käsekraut-Blätter
Mit zunehmendem Alter färben sich die Blätter des Käsekrauts auf der Unterseite violett [Foto: Beautiful lotus/ Shutterstock.com]

Käsekraut pflanzen: Standort und Vorgehen

Käsekraut ist zwar mehrjährig, braucht aber sehr warme Temperaturen, weshalb sich eine Kultur im Topf anbietet. So kann das Kraut entweder ganzjährig als Zimmerpflanze gehalten werden oder den Sommer auf Balkon und Terrasse verbringen. Des Weiteren mag Käsekraut viel Licht, Nährstoffe und Wasser. Staunässe sollte aber unbedingt vermieden werden. Wählen Sie für die Kultur am besten einen Topf mit 15 bis 20 cm Durchmesser, den Sie mit einem nährstoffreichen Substrat, wie zum Beispiel unserer Plantura Bio-Universalerde, füllen.
Gießen Sie die Pflanze gut an und sorgen Sie auch in der darauffolgenden Zeit des Anwachsens dafür, dass das La Mo Long immer gut mit Wasser versorgt ist. Natürlich können Sie Käsekraut auch im Garten anpflanzen. Der beste Zeitpunkt ist im Frühjahr, wenn die Temperaturen warm genug sind – also ab ungefähr Ende April. Da das Kraut aber Temperaturen unter 15 °C nicht verträgt, muss es im Herbst rechtzeitig wieder ins geschützte Warme gebracht werden.

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Da Paederia lanuginosa, wie bereits beschrieben, stark wüchsig ist, sollte man schon bei der Standortwahl darauf achten, dass man der Pflanze eine Rankhilfe bieten kann. Alternativ kann man sie auch hängend, zum Beispiel in einer Ampel, anbauen.

Käsekraut als Hecke
Da Käsekraut so stark wächst, wird es in Vietnam auch oft für Hecken verwendet [Foto: Beautiful lotus/ Shutterstock.com]

Pflege des Käsekrauts

Paederia lanuginosa benötigt nicht viel Zuwendung. Da die Pflanze so schnell wächst, sollte sie regelmäßig gegossen und nachgedüngt werden, um eine reiche Ernte an zarten Blättern zu garantieren. Zum Düngen eignet sich beispielsweise unser Plantura Bio-Blumen- & Balkondünger. Er hat einen hohen Stickstoffgehalt, der zur Unterstützung des starken vegetativen Wachstums von Käsekraut beiträgt. Außerdem besteht er zu 100% aus natürlichen Inhaltsstoffen pflanzlichen Ursprungs und enthält zusätzlich Mikroorganismen, die das Wurzelwachstum fördern.

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Ein tiefer Rückschnitt von Zeit zu Zeit fördert den Austrieb junger, zarter Sprosse. Beachten Sie aber auch, dass regelmäßiges Zurückschneiden zwar das vegetative Wachstum fördert, aber auch bewirkt, dass die Blüte sich nach hinten verschiebt. Spätestens am Ende der Vegetationsperiode, also im Herbst, sollte die La Mo Long Pflanze zurückgeschnitten werden, um sie bereit für die Überwinterung zu machen.

Wenn Sie Ihre Käsekrautpflanze den Sommer über draußen hatten, sollte sie spätestens im frühen Herbst, bevor die Temperaturen nachts unter 15 °C fallen, wieder ins Haus geholt werden. Dort sollte sie an einem hellen Ort überwintert werden. Je höher die Temperatur, desto stärker wächst La Mo Long auch noch im Haus und desto öfter muss gegossen werden. Für eine einfache, pflegeleichte Überwinterung bieten sich daher Temperaturen von ungefähr 18 °C an.

Wurzelkraut des Käsekrauts
Sieht der Wurzelballen ihres Käsekrauts so aus, sollten Sie ihm einen neuen Topf gönnen [Foto: Andrii Spy_k/ Shutterstock.com]

Bevor Käsekraut im Frühling wieder auf den Balkon oder die Terrasse umziehen darf, bietet es sich an, das Wurzelwerk der Pflanze zu kontrollieren. Hat der Wurzelballen bereits das ganze Substrat durchwurzelt, ist es an der Zeit, seinem Käsekraut einen neuen Topf und frisches Substrat zu gönnen. Am besten füllen Sie ein etwas größeres Gefäß zum Beispiel mit unserer Plantura Bio-Universalerde. Dann heben Sie die Käsekrautpflanze aus ihrem bisherigen Zuhause, lockern den Wurzelballen mit den Händen etwas auf, setzen die Pflanze in den frischen Topf und gießen sie gut an. So kann das Käsekraut gut gestärkt in die neue Wachstumssaison starten.

La Mo Long wird gerne von Thripsen befallen, gegen den Sie aber zum Glück nicht machtlos sind. Wie Sie die kleinen Plagegeister wieder loswerden, wird genauer in unserem Artikel Thripse bekämpfen beschrieben.

Thripse
Thripse können es unter anderem auch auf La Mo Long abgesehen haben [Foto: Tomasz Klejdysz/ Shutterstock.com]

Ernte und Verwendung

Geerntet werden können die Blätter das ganze Jahr über. Dabei gilt: Je jünger und zarter, desto besser schmecken sie. Sobald die Blätter geschnitten werden, entfaltet sich ihr stark würziger Geschmack, von dem viele erzählen, dass er sie an Käse erinnert. Andere ordnen ihn zwischen Kohlrabi und Rettich ein. Einig ist man sich in jedem Fall darin, dass die Blätter stark würzig, mit einer leichten Schärfenote schmecken.
Die Blätter enthalten viele schwefelhaltige Verbindungen, die die Verdauung von Proteinen unterstützen. Deshalb werden sie in Vietnam meist für das Würzen von Fleischgerichten, Ei oder Tofu verwendet. Ein einfaches Rezept ist zum Beispiel „Ran voi trung ga“, bei dem die zerschnittenen Blätter mit Eiern und Salz verquirlt und dann mit Zwiebeln angebraten werden. Hier in Deutschland findet das Kraut als natürlicher, kalorienarmer und veganer „Käseersatz“ immer größere Beliebtheit. Egal ob auf Pizza, in Salaten oder für würzige Brotaufstriche – Käsekraut lädt zum Experimentieren ein.
Auch verschiedene Heilwirkungen werden Paederia lanuginosa zugeschrieben. So soll es zum Beispiel bei Arthritis und Rheuma, Nierensteinen oder Magen-Darm-Krankheiten helfen.

Omelett mit Käsekraut
Käsekraut kann Eierspeisen wie Omelett das gewisse Extra verleihen [Foto: Tatiana Volgutova/ Shutterstock.com]

Ist Ihnen Käsekraut noch nicht außergewöhnlich genug? In unserem Artikel über verrückte Kräuter für das Hochbeet stellen wir Ihnen einige weitere besondere Kräuter vor, die sich auch außerhalb des Hochbeets gut kultivieren lassen.

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