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Kapernstrauch: Pikante Kapern aus dem Garten

Kapern kann man natürlich einfach kaufen. Doch auch die Anzucht und Pflege des Echten Kapernstrauches im eigenen Garten ist mit etwas Geschick möglich.

Kaoernstrauch im Garten mit weißen Blüten

Mit etwas Geschick können Sie Kapern auch im eigenen Garten anpflanzen [Foto: David EickhoffCC BY 2.0]

Beim Echten Kapernstrauch (Capparis spinosa) handelt es sich um eine Gewürzpflanze aus der Familie der Kaperngewächse (Capparaceae). Beheimatet ist der Kapernstrauch im mediterranen Mittelmeerraum. Seine Winterhärte lässt deshalb auch zu wünschen übrig und er eignet sich nicht für den ganzjährigen Anbau im Freien. Die pikanten Kapern sagen nicht jedem geschmacklich zu. Doch was verwendet man eigentlich zum Würzen, wenn die Kapern in den Topf wandern. Es sind nicht die Früchte, sondern die Blütenknospen des Kapernstrauches, die die pikante Würze verleihen. Deshalb erfolgt die Kapern-Ernte auch schon vergleichsweise früh im Gartenjahr. Andernorts werden auch die Früchte oder Blätter des Kapernstrauches verwendet. Wie der Anbau des mediterranen Gewürzes auch bei uns im eigenen Garten glücken kann, erfahren Sie hier.

Kapernstrauch selbst anbauen – Schritt für Schritt

  1. Standort: In Sachen Standort unterscheidet sich der Kapernstrauch nicht von seinen mediterranen Mitgewächsen, die überwiegend einen trockenen und kalkhaltigen Boden bevorzugen. Staunässe ist zwingend zu vermeiden. Der Boden sollte also möglichst durchlässig sein, der Standort sonnig bis halbschattig.
  2. Vermehrung und Anzucht: Sowohl die Vermehrung über Aussaat als auch die Stecklingsvermehrung des Kapernstrauches gestalten sich schwierig. Die Aussaat kann ab Februar bis Ende April erfolgen, muss aber zwingend im Haus vorgenommen werden. Die Samen benötigen nämlich Temperaturen von 20 °C, um zu keimen. Die Samen des Kapernstrauches können jedoch nicht unbehelligt ausgesät werden. Zuvor ist eine Behandlung des Saatgutes erforderlich, damit die sogenannte Keimruhe, welche die Keimung des Samens unterbindet, gebrochen wird. Folgendermaßen ist vor uns während der Aussaat von Kapernsamen vorzugehen:
    • Kapernsamen für einen Tag bei körperwarmen Wasser vorquellen
    • Vorgequollene Samen für zwei Monate feucht (z.B. in Plastiktüte) im Kühlschrank lagern
    • Kapernsamen nach der Kaltlagerung wieder in warmen Wasser quellen
    • Vorbehandeltes Saatgut aussäen und vor Austrocknung schützen
      Kapernstrauch Blüte

      Die Blüte ist atemberaubend schön [Foto: Tracie HallCC BY-SA 2.0]

Selbst nach dieser aufwendigen Vorbehandlung des Saatgutes, die im Fachjargon auch als Stratifikation bezeichnet wird, kann es noch bis zu drei Monaten dauern, bis die Samen keimen.
Die Sommer-Vermehrung des Kapernstrauches über Stecklinge gestaltet sich auch eher schwierig und ist somit keine wirkliche Alternative. Die Bewurzelung der Stecklinge des Kapernstrauches kann lange auf sich warten lassen oder bleibt sogar ganz aus.

  1. Gießen und düngen: Der Kapernstrauch ist ein sehr genügsames Gewächs und es müssen keine aufwendigen Dünge- und Gießmaßnahmen vorgenommen werden. Auf trockenem Untergrund fühlt sich der Kapernstrauch wohl, sodass er sich sogar für den Anbau im Steingarten anbietet. Dementsprechend ist er auch im Beet oder im Topf nicht häufig zu gießen. Gelegentliche Wassergaben im Bedarfsfall bei Trockenheit sind ausreichend. Und auch eine Düngung genügt, wenn überhaupt, einmalig im Gartenjahr. Dann sollte sie im Frühjahr mit Beginn des Wachstums (Mai) vorgenommen werden.
  2. Überwinterung: Der Kapernstrauch ist vom mediterranen Klima verwöhnt. Deshalb mag er es nicht allzu kalt. Mit Temperaturen um die -5 °C kommt er zurecht. Deshalb sollten vorsorglich Maßnahmen zur Überwinterung vorgenommen werden. Am besten wird er an einem hellen aber frostfreien Standort platziert. Gelegentlich muss er gegossen werden, um nicht gänzlich auszutrocknen. Eine Düngung ist in den Wintermonaten jedoch absolut nicht erforderlich.
  3. Schneiden: Um den Kapernstrauch in Form zu halten, empfiehlt sich ein regelmäßiger Schnitt. Dieser kann entweder im Herbst vor dem Einräumen oder im Frühjahr vor dem Neuaustrieb erfolgen. Dabei kann der Kapernstrauch unbehelligt bis auf ein Drittel der ursprünglichen Trieblänge heruntergeschnitten werden.
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Kapern richtig ernten und lagern

Kapern ernten

Bei den Kapern gibt es eine Besonderheit: Es sind nicht wie bei den meisten Gewürzen die Früchte oder Blätter vom größten Interesse, sondern im Falle des Kapernstrauches sind die noch geschlossenen Blütenknospen die Objekte der Begierde. In mühsamer Handarbeit müssen diese im Frühjahr, bevor sie sich öffnen, einzeln vom Strauch gepflückt werden. Und bei den geernteten Kapern ist die Größe entscheidend. Kleine Kapern sind aromaintensiv und deshalb deutlich begehrter und teurer als große Kapern.

Kapern lagern

Kapern werden nicht erntefrisch verwendet. Sie müssen sogar nachbehandelt werden, um in der Küche genossen werden zu können. Nach der Ernte werden sie mindestens einen Tag lang getrocknet, jedoch nicht in der direkten Sonne. Am besten erfolgt der Trocknungsprozess an einem dunklen aber trockenen Ort. Werden die getrockneten Kapern dann in Weinessig oder eine Salzwasserlake eingelegt, können sie nach circa zwei Wochen in der Küche verwendet werden.

Kapern in Glas eingelegt

Getrocknete Kapern werden in Weinessig oder Salzwasserlake eingelegt [Foto: timlewisnmCC BY-SA 2.0]

Kapern verwenden

Die wichtigste Devise für Kapern: Umso kleiner sie sind, desto besser sind sie im Geschmack. Die pikanten Blütenknospen des Kapernstrauches finden vor allem in der mediterranen Küche großen Anklang. Bei der Verwendung in der Küche sind jedoch ein paar Kleinigkeiten zu berücksichtigen:

  • Um den reinsten Kapern-Geschmack genießen zu können, sind die in Salz eingelegten Kapern denen in Weinessig eingelegten vorzuziehen.
  • In Salz eingelegte Kapern vor dem Kochen oder Verzehr für einige Minuten in einer Schale mit Leitungswasser entsalzen.
  • Kapern erst kurz vor Vollendung des Gerichtes zugeben und kurz mitgaren – so bleibt das Aroma am besten erhalten.
  • Kapern können auch ungekocht verzehrt werden.

Hierzulande sind Kapern teuer. Deshalb greift so mancher gelegentlich auf einen Kapernersatz zurück. Dazu eignen sich beispielsweise die Blütenknospen von Löwenzahn oder Kapuzinerkresse.

In der südlichen Küche finden neben den begehrten Blütenknospen des Kapernstrauches auch noch seine Blätter und Früchte Verwendung. Sie sind jedoch bei weitem nicht so beliebt wie die klassischen Kapern selbst.

David

Ich bin Student der Gartenbauwissenschaften und zudem gelernter Zierpflanzengärtner. Das Thema Anbau lässt mich seit meiner Kindheit einfach nicht los: Egal, ob auf der kleinen Stadtfensterbank oder im großzügigen Garten - Gärtnern muss ich auch in meiner Freizeit immer und überall.
Lieblingsobst: Himbeeren
Lieblingsgemüse: Brokkoli

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