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Kapuzinerkresse: Die unkomplizierte Exotin

Die Kapuzinerkresse ist eine exotische Schönheit und hat einen scharfen, aromatischen Geschmack. Wir informieren Sie über Anbau, Sorten, Pflege und Verwendung der Kapuzinerkresse.

Kapuzinerkresse an Holzwand im Garten

Die Kapuzinerkresse bildet einen wunderschönen, blütenreichen Saum [Foto: SANLYN/ Shutterstock.com]

Die Kapuzinerkresse (Tropaeolum), auch bekannt als Kapuzinerblume oder Indische Kresse, wird aufgrund ihrer Kälteempfindlichkeit häufig einjährig kultiviert. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, wie Sie die dekorative Pflanze selbst anbauen, welche Sorten für Garten und Topf empfehlenswert sind und wie Sie die schmackhaften Blüten der Kapuzinerkresse in der Küche verwenden können.

Kapuzinerkresse: Herkunft und Geschichte

Innerhalb des Pflanzenreichs bilden die Kapuzinerkressen eine eigene Familie, doch in deutschen Gärten sind vor allem die Große Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) und die Kleine Kapuzinerkresse (Tropaeolum minus) anzutreffen. Diese werden im Handel meist beide unter der Bezeichnung Kapuzinerkresse angeboten. Kapuzinerkresse stammt ursprünglich aus Südamerika und gelangte im 17. Jahrhundert durch niederländische Handelsschiffe nach Europa, wo sie rasch zu einer beliebten Zierpflanze wurde. Den Namen Kapuzinerkresse erhielt sie durch ihre Blüten, deren Form an die Kapuzen der Kapuzinermönche erinnert. Auch wenn durch den kresseartigen Geschmack der Kapuzinerkresse vermutlich schnell eine Verwandtschaft mit der bekannten Gartenkresse vermutet wird, sind diese beiden Kräuter nicht miteinander verwandt.

Kapuzinerkresse-Sorten für den Anbau

Der Anbau unterschiedlicher Kapuzinerkresse-Sorten hat seinen eigenen Reiz, denn die Blüten leuchten in den schönsten Farben – von zartem Rosa und Pastellgelb, über kräftiges Rot und Orange, bis hin zu samtigem Dunkelrot. Es gibt sogar Sorten, die Blüten in unterschiedlichen Farben an einer Pflanze zeigen. Beim Samenkauf spielt auch die Art eine große Rolle – während die Große Kapuzinerkresse 1 bis 3 Meter lange Ranken bildet, bleibt die Kleine Kapuzinerkresse (wie der Name vermuten lässt) eher klein und buschig im Wuchs.

Kapuzinerkresse-Sorte Phoenix

Die Kapuzinerkresse-Sorte ‘Phoenix’ fällt durch ihre gefransten Blätter auf [Foto: Ole Schoener/ Shutterstock.com]

Beliebte Sorten der Kapuzinerkresse im Überblick:

  • ‘Banana Split’: Attraktive, bananengelbe Blüten und ein überhängender Wuchs machen diese Sorte zur perfekten Topfpflanze auf Terrasse und Balkon.
  • ‘Black Velvet’: Diese Sorte besticht durch ihre samtigen, schwarzroten Blüten.
  • ‘Phoenix’: Eine echte Augenweide: Die Blüten der Sorte ‘Phoenix’ bezaubern mit gelben, roten und apricotfarbenen Tönen und einer außergewöhnlichen Form mit gefransten Blütenblättern.
  • ‘Variegated Queen’: Ihren Titel trägt diese Sorte nicht umsonst, denn ihr Anblick ist wirklich königlich! ‘Variegated Queen’ besitzt weiß-grün gesprenkeltes Laub und die Farbpracht der Blüten reicht von strahlendem Sonnengelb bis hin zu kräftigem Rot.

Eine größere Auswahl verschiedener Arten und Sorten der Kapuzinerkresse finden Sie in diesem Artikel.

Kapuzinerkresse anpflanzen

Der Anbau von Kapuzinerkresse im Garten oder auf dem Balkon ist unproblematisch, da die Exotin bei richtiger Standortwahl hervorragend mit wenig Pflege auskommt. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Kapuzinerkresse im Topf pflanzen und was es bei der Aussaat zu beachten gilt.

Der richtige Standort für Kapuzinerkresse

Gut gedeiht Kapuzinerkresse auf humusreichen, durchlässigen Böden, denn Staunässe mag sie überhaupt nicht. Zudem liebt sie sonnige bis halbschattige Lagen. Durch ihren hohen Wasseranteil ist die Kapuzinerkresse selbst gegenüber milden Minustemperaturen empfindlich und wird daher in Deutschland einjährig kultiviert. Schon die ersten Nachtfröste verwandeln die bunte Blütenpracht innerhalb kürzester Zeit in ein Gewirr aus abgestorbenen Pflanzenteilen.

Kapuzinerkresse im Topf anpflanzen

Auch für den Anbau im Topf oder Balkonkasten ist die Kapuzinerkresse hervorragend geeignet. Verwenden Sie als Substrat am besten normale Gartenerde, der Sie etwas Sand untermischen. Außerdem sollte man darauf achten, dass das Pflanzgefäß genügend Abflusslöcher hat, um Staunässe zu vermeiden. Grundsätzlich gedeiht die Kapuzinerkresse im Topf an jedem Standort, wer eine reiche Blütenpracht möchte, sollte allerdings auf ausreichend Sonne achten.

Kapuzinerkresse im Topf angebaut

Kompaktere Sorten der Kapuzinerkresse eignen sich hervorragend für den Anbau im Topf [Foto: Julie Vader/ Shutterstock.com]

Tipp: Die meisten Sorten der Kapuzinerkresse wachsen ausufernd mit langen Trieben, die entweder am Boden kriechen oder Kletterhilfen beranken. Für die Anzucht im Topf kann es daher sinnvoll sein, auf kompakt wachsende Sorten zurückzugreifen.

Kapuzinerkresse aussäen

Aufgrund ihrer tropischen Herkunft ist Kapuzinerkresse sehr empfindlich gegenüber Kälte. Daher sollte die Saat im Freiland erst nach den Eisheiligen erfolgen, um die letzten Nachtfröste sicher zu vermeiden. Die Samen werden ca. 2 cm tief mit einem Abstand von 10 cm gesät. Alternativ können auch alle 20 cm drei Körner zusammen in die Erde gebracht werden. Samen können übrigens ganz einfach im Herbst von den eigenen Pflanzen gewonnen werden.

Wer bereits früher mit der Anzucht starten will, kann drinnen bereits Pflanzen der Kapuzinerkresse vorziehen. Doch gerade bei stark rankenden Sorten sollte nicht zu früh mit der Aussaat begonnen werden, damit die kräftig austreibenden Jungpflanzen nicht die ganze Wohnung als Lebensraum in Beschlag nehmen.

Vorgezogene Kapuzinerkresse

Die kälteempfindliche Kapuzinerkresse kann problemlos im Haus vorgezogen werden [Foto: we.are.headed.north/ Shutterstock.com]

Kapuzinerkresse pflegen

Trotz ihren südamerikanischen Wurzeln hat sich die Kapuzinerkresse bei passendem Standort als pflegeleicht und unkompliziert erwiesen. Auf humusreichen Böden müssen die Pflanzen nur leicht mit vornehmlich organischem Dünger gedüngt werden, denn zu viele Nährstoffe sorgen dafür, dass sie ins Blatt schießen und nur wenige Blüten hervorbringen. Sehr gut geeignet ist unser Plantura Bio-Blumendünger mit Langzeitwirkung, der seine Nährstoffe langsam und schonend freisetzt. So besteht keine Gefahr, dass die Kapuzinerkresse ins Blatt schießt und kaum Blüten bildet. Auf einen Rückschnitt kann man getrost verzichten. Die Kapuzinerkresse verträgt allerdings einen beherzten Griff zur Schere, wenn Sie die rankende Pflanze etwas eindämmen möchten. Weitere Informationen zum Thema Kapuzinerkresse anbauen finden Sie in unserem Spezial-Artikel.

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Kapuzinerkresse ernten und lagern

Die Blätter der Kapuzinerblume können während der gesamten Anbauperiode geerntet werden. Ab Beginn der Blütezeit im Juni bis zu den ersten Frösten im Herbst bringen die Pflanzen Unmengen von farbenfrohen Blüten und Samenkapseln hervor, die ebenfalls essbar sind.

Die reiche Ernte von Blättern, Blüten und Samenkapseln ruft danach, verarbeitet zu werden! Doch das Konservieren der köstlichen Würze gestaltet sich schwierig, da Blüten und Blätter sich weder zum Trocknen noch zum Einfrieren eignen. Allerdings gibt es die Möglichkeit, Knospen und unreife Samenkapseln wie Kapern einzulegen, Kräuteressig oder leckeres Pesto aus den Blättern herzustellen, das sich im Kühlschrank einige Wochen lang aufbewahren lässt.

Samenkapseln und Blüten der Kapuzinerkresse

Neben den dekorativen und schmackhaften Blüten können auch die unreifen Samenkapseln der Kapuzinerkresse geerntet werden [Foto: Nozdracheva Galina/ Shutterstock.com]

Inhaltsstoffe und Verwendung von Kapuzinerkresse

Ihren scharfen, kresseähnlichen Geschmack verleihen der Kapuzinerkresse Senfölglucoside. Deren heilende Wirkung gegenüber Bakterien, Viren und Pilze ist unbestritten; 2013 wurde die Große Kapuzinerkresse sogar zur Arzneipflanze des Jahres gewählt. Häufig kommt das Pflanzenextrakt zur Vorbeugung von Harnwegsinfekten und Erkältungen zum Einsatz. Doch die Pflanze enthält noch weitere gesunde Inhaltsstoffe – darunter Vitamin C, Carotinoide, Flavonoide und Schwefel. Am besten schmeckt Kapuzinerkresse frisch gepflückt – beispielsweise in Kräuterbutter und -Quark, als würzige Salatzutat oder als essbare Blütendekoration. Eine besondere Delikatesse sind die mit Frischkäse gefüllten Blüten. Auch die größeren Blätter lassen sich wie Weinblätter befüllen.

Kapuzinerkresse: Krankheiten und Schädlinge

Zwei Schädlinge, die der exotischen Schönheit gefährlich werden können, sind die hungrigen Raupen des Großen Kohlweißlings und Blattläuse. Diesen Umstand versuchte man sich in der Vergangenheit im Gemüsegarten zunutze zu machen: Als „Blattlausfänger“ sollte Kapuzinerkresse die Schädlinge von anderen gefährdeten Pflanzen fernhalten. Erfolg bringt diese Methode allerdings nur in Ausnahmefällen, da sich die unterschiedlichen Schädlingsarten auf ganz bestimmte Wirtspflanzen spezialisiert haben und sich von diesen nicht einmal durch die saftigen Triebe der Kapuzinerkresse abbringen lassen.

Blattlausbefall an Kapuzinerkresse

Damit die Blattläuse nicht die Überhand gewinnen, sollten Sie schnell handeln [Foto: Jozef Klopacka/ Shutterstock.com]

Gegen einen Blattlausbefall helfen häufig einfache Hausmittel, wie das regelmäßige besprühen mit Seifenlauge. Stark befallene Triebe können entfernt werden. Wie bei allen Pflanzen, die irgendwann auf dem Teller landen sollen, sind giftige Spritzmittel dagegen nicht das Mittel der Wahl. Ein biologisches und unbedenkliches Mittel zur erfolgreichen Bekämpfung von Schädlingen wie Blattläusen ist unser Plantura Bio-Schädlingsfrei Neem. Es basiert auf dem 100% pflanzlichen und natürlichen Wirkstoff Neem und wird als Spritzmittel angewendet. Bienen und andere Nützlinge werden dabei nicht gefährdet.

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