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Kapuzinerkresse: Die unkomplizierte Exotin

Sie ist eine exotische Schönheit und scharf im Geschmack. Wir informieren Sie über Anbau, Sorten, Pflege und Verwendung der Kapuzinerkresse.

Kapuzinerkresse Saum mit Blüten im Garten

Die Kapuzinerkresse bildet einen wunderschönen, blütenreichen Saum [Foto: Andy WrightCC BY 2.0]

Herkunft und Geschichte

Innerhalb des Pflanzenreiches bilden die Kapuzinerkressen eine eigene Familie, doch in deutschen Gärten sind vor allem die Große Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) und die Kleine Kapuzinerkresse (Tropaeolum minus) anzutreffen. Diese werden im Handel meist beide unter der Bezeichnung Kapuzinerkresse angeboten. Kapuzinerkresse stammt ursprünglich aus Südamerika und gelangte im 17. Jahrhundert durch niederländische Handelsschiffe nach Europa, wo sie rasch zu einer beliebten Zierpflanze wurde. Den Namen Kapuzinerkresse erhielt sie durch ihre Blüten, deren Form an die Kapuzen der Kapuzinermönche erinnert.  Auch wenn durch ihren kresseartigen Geschmack vermutlich schnell eine Verwandtschaft mit der bekannten Gartenkresse vermutet wird, sind diese beiden Kräuter nicht miteinander verschwägert.
Synonyme: Kapuzinerblume, Indische Kresse, engl. Nasturtium

Kapuzinerkresse anbauen

Gut gedeiht Kapuzinerkresse auf humusreichen, durchlässigen Böden, denn Staunässe mag sie überhaupt nicht gern leiden. Zudem liebt sie sonnige bis halbschattige Lagen. Durch ihren hohen Wasseranteil ist Kapuzinerkresse selbst gegenüber milden Minustemperaturen empfindlich und wird daher in Deutschland einjährig kultiviert. Schon die ersten Nachtfröste verwandeln die bunte Blütenpracht innerhalb kürzester Zeit in ein Gewirr aus abgestorbenen Pflanzenteilen.

Die meisten Sorten der Kapuzinerkresse wachsen ausufernd mit langen Trieben, die entweder am Boden kriechen oder zur Verfügung stehende Kletterhilfen beranken. Für die Anzucht im Topf kann es daher sinnvoll sein, auf kompakt wachsende Sorten zurückzugreifen.

Aussaat
Aufgrund ihrer tropischen Herkunft ist Kapuzinerkresse sehr empfindlich gegenüber Kälte. Bereits leichte Minustemperaturen können den Pflanzen den Garaus machen. Daher sollte die Saat im Freiland erst nach den Eisheiligen erfolgen, um die letzten Nachtfröste sicher zu vermeiden. Die Samen werden ca. 2 cm tief mit einem Abstand von 10 cm gesät. Alternativ können auch alle 20 cm drei Körner zusammen in die Erde gebracht werden. Samen können übrigens ganz einfach im Herbst von den eigenen Pflanzen gewonnen werden. Wer bereits früher mit der Anzucht starten will, kann drinnen bereits Pflanzen vorziehen. Doch gerade bei stark rankenden Sorten sollte nicht zu früh mit der Aussaat begonnen werden, damit die kräftig austreibenden Jungpflanzen nicht die ganze Wohnung als Lebensraum in Beschlag nehmen.

Pflege
Trotz ihren südamerikanischen Wurzeln hat sich die Kapuzinerkresse bei passenden Standort als pflegeleicht und unkompliziert erwiesen. Auf humusreichen Boden müssen die Pflanzen nur leicht mit organischem Dünger gedüngt werden, denn zu viele Nährstoffe sorgen dafür, dass sie ins Blatt schießen und nur wenige Blüten hervorbringen. Auch auf einen Rückschnitt kann man getrost verzichten, doch kann ein beherzter Griff zur Schere ihren Ausbreitungsdrang auf Wunsch etwas in Zaum halten.
Sie wollen Ihren Garten auch mit Kapuzinerkresse zieren? Dann schauen Sie doch bei unserer Anbauanleitung vorbei.

Folgende Produkte haben sich bei uns im Garten bewährt:

  • Cuxin Hochbeet- & Kräuterdünger: Hochwertiger, Organisch-mineralischer und veganer Dünger auf pflanzlicher Basis für ein optimales Wachstum und eine reiche Ernte. Ideal für die Anwendung in Hochbeeten und für die Nährstoffversorgung von Kräutern.
  • Floragard Bio Kräuter- & Aussaaterde: Hochwertige Spezialerde zur Anzucht von Pflanzen oder Kultivierung von Kräuter. Die feine und lockere Struktur sorgt für eine gute Wasseraufnahme, eine sichere Keimung und ein kräftiges Wachstum.
  • Anzuchttöpfe: Aus natürlichem Torf mit Spurennährstoffen für ein kontrolliertes Wachstum der Sämlinge.

Sorten der Kapuzinerkresse

Der Anbau unterschiedlicher Sorten hat seinen eigenen Reiz, denn die Blüten leuchten in den schönsten Farben – von zartem Rosa und Pastellgelb, über kräftiges Rot und Orange, bis hin zu samtigem Dunkelrot. Es gibt sogar Sorten, die Blüten in unterschiedlichen Farben an einer Pflanze zeigen. Beim Samenkauf spielt auch die Art eine große Rolle – während die Große Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) ein bis 3 Meter lange Ranken bildet, bleibt die Kleine Kapuzinerkresse (Tropaeolum minor) (wie der Name vermuten lässt) eher klein und buschig im Wuchs. Letztere ist somit besonders gut für den Anbau im Topf geeignet.
Eine größere Auswahl finden Sie in unserer Sortenübersicht.

  • Banana Split: Attraktive, bananengelbe Blüten und ein überhängender Wuchs machen diese Sorte zur perfekten Topfpflanze auf Terrasse und Balkon.
  • Black Velvet: Diese Sorte besticht durch ihre samtigen, schwarzroten Blüten.
  • Phoenix: Phoenix ist echte Augenweide: Ihre Blüten bezaubern mit gelben, roten und apricot-farbenen Tönen und einer außergewöhnlichen Form mit gefransten Blütenblättern.
  • Variegated Queen: Ihren Titel trägt diese Sorte nicht umsonst, denn ihr Anblick ist wirklich königlich! Sie besitzt weiß-grün gesprenkeltes Laub und die Farbpracht der Blüten reicht von strahlendem Sonnengelb bis hin zu kräftigem Rot.

Ernte und Lagerung von Kapuzinerkresse

Die Blätter können während der gesamten Anbauperiode geerntet werden. Ab Beginn der Blütezeit im Juli bis zu den ersten Frösten im Herbst bringen die Pflanzen Unmengen von farbenfrohen Blüten und Samenkapseln hervor, die ebenfalls essbar sind.

Die reiche Ernte von Blättern, Blüten und Samenkapseln ruft danach, verarbeitet zu werden! Doch das Konservieren der köstlichen Würze gestaltet sich schwierig, da Blüten und Blätter sich weder zum Trocknen noch zum Einfrieren eignen. Allerdings gibt es die Möglichkeit, Knospen und unreife Samenkapseln wie Kapern einzulegen, Kräuteressig oder leckeres Pesto aus den Blättern herzustellen, das sich im Kühlschrank einige Wochen lang aufbewahren lässt.

Kapuzinerkresse Samen und Knospen einlegen wie Kapern

Unreife Samen und Knospen lassen sich wie Kapern einlegen [Foto: graibeardCC BY-SA 2.0]

Inhaltsstoffe und Verwendung von Kapuzinerkresse

Ihren scharfen, kresseähnlichen Geschmack verleihen der Kapuzinerkresse Senfölglucoside. Deren heilende Wirkung gegenüber Bakterien, Viren und Pilze ist unbestritten; 2013 wurde die Große Kapuzinerkresse sogar zur Arzneipflanze des Jahres gewählt. Häufig kommt das Pflanzenextrakt zur Vorbeugung von Harnwegsinfekten und Erkältungen zum Einsatz. Doch die Pflanze enthält noch weitere gesunde Inhaltsstoffe – darunter Vitamin C, Carotinoide, Flavonoide und Schwefel.
Am besten schmeckt Kapuzinerkresse frisch gepflückt – beispielsweise in Kräuterbutter und -Quark, würzige Salatzutat oder als essbare Blütendekoration. Eine besondere Delikatesse sind die mit Frischkäse gefüllten Blüten. Auch die größeren Blätter lassen sich wie Weinblätter befüllen.

Krankheiten und Schädlinge der Kapuzinerkresse

Zwei Schädlinge, die der exotischen Schönheit gefährlich werden können, sind die hungrigen Raupen des Großen Kohlweißlings und Blattläuse. Diesen Umstand versuchte man sich in der Vergangenheit im Gemüsegarten zunutze zu machen: als „Blattlausfänger“ sollte Kapuzinerkresse die Schädlinge von anderen gefährdeten Pflanzen fernhalten. Erfolg bringt diese Methode allerdings nur in Ausnahmefällen, da sich die unterschiedlichen Schädlingsarten auf ganz bestimmte Wirtspflanzen spezialisiert haben und sich von diesen nicht einmal durch die saftigen Triebe der Kapuzinerkresse abbringen lassen.

Kapuzinerkresse Blattläuse Blattlausbefall

Handeln Sie schnell, bevor die Blattläuse die Überhand erlangen [Foto: F DelventhalCC BY 2.0]

Gegen einen Blattlausbefall helfen jedoch bereits einfache Hausmittel, wie das regelmäßige besprühen mit Seifenlauge. Stark befallene Triebe können problemlos entfernt werden. Wie bei allen Pflanzen, die irgendwann einmal auf dem Teller landen sollen, sind giftige Spritzmittel dagegen nicht das Mittel der Wahl.

Steffi

Ich studiere momentan im schönen Weihenstephan Agrarwissenschaften. Neben dem Gärtnern (ich baue vor allem Gemüse und Kräuter an) schlägt mein Herz auch besonders für die Tierwelt. Egal, ob Hund, Meerschwein, Igel oder Biene – alle sollen sich in meinem Garten wohlfühlen.
Lieblingsobst: Wassermelonen und Himbeeren
Lieblingsgemüse: Kartoffeln

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