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Knoblauchsrauke: Standort, Essbarkeit & Verwendung von Alliaria petiolata

Schon seit tausenden Jahren wird die Knoblauchsrauke als Heil- und Küchenkraut eingesetzt. Das aromatische Kraut ist aber keine Zwiebelpflanze und hinterlässt deshalb keinen typischen Geschmack und Geruch im Mund.

Alliaria petiolata
Die Knoblauchsrauke ist ein altbekanntes Würz- und Heilkraut [Foto: Karen D Wade/ Shutterstock.com]

Im Wald, an Schattenplätzen und am Rand von Gärten oder Wegen ist das Knoblauchkraut (Alliaria petiolata) häufig anzutreffen. In der Küche ist es vielseitig einsetzbar, denn die Blätter schmecken leicht nach Pfeffer und Knoblauch. Sie können schon ab März geerntet werden. Hier erfahren Sie, wie der Anbau im Garten gelingt und worauf Sie bei der Pflege der Knoblauchsrauke achten müssen.

Knoblauchsrauke: Blüte, Herkunft und Eigenschaften

Die Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata) ist eine zwei- bis mehrjährige, krautige Pflanze aus der Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae). Das Küchen- und Heilkraut ist auch unter den Namen Knoblauchkraut, Lauchkraut oder Knoblauchhederich bekannt. Beheimatet sind die Pflanzen in ganz Europa, Zentralasien und Nordafrika und kommen als invasive Art auch in Nord- und Südamerika vor. Häufig wächst die Knoblauchsrauke im schattigen Laubwald, auf stickstoffreichem Boden. Das Knoblauchkraut wird 20 bis 100 cm groß und besitzt eine tiefgründige Pfahlwurzel. Die wechselständig angeordneten Blätter können durchaus 10 cm im Durchmesser haben und sind am Rand gekerbt. Die niedrig liegenden Blätter sind fast rund mit einer markanten Einkerbung, höher wachsende Blätter laufen spitz zu. Beim Zerreiben entsteht ein typischer Geruch, der an Knoblauch erinnert, und dem Kraut seinen Namen gibt. Zwischen April und Juli erscheinen in Trauben viele kleine, weiße, vierzählige Blüten. Im Frühling und Sommer dienen sie vielen Insekten sowie heimischen Schmetterlingen als Nektarquelle. Im Sommer entwickeln sich aus den Blüten längliche Schoten, die mehrere kleine, schwarze Samen enthalten.

Knoblauchsrauke mit Schmetterling
Die Blüten der Knoblauchsrauke locken auch heimische Schmetterlinge an [Foto: Christian Musat/ Shutterstock.com]

Verwechslungsgefahr bei der Knoblauchsrauke: Die Knoblauchsrauke ist schwer zu verwechseln. Die Blätter der Knoblauchsrauke riechen beim Zerreiben leicht nach Knoblauch, Senf und Pfeffer. Gundermann (Glechoma hederacea) hat nur eine ähnliche Blattform, jedoch sind die Blätter wesentlich kleiner.

Knoblauchsrauke pflanzen: Standort und Vorgehen

Knoblauchkraut bevorzugt einen schattigen bis halbschattigen Standort und gedeiht gut neben Bäumen, Sträuchern und Hecken. Der Boden sollte durchlässig, humos und nährstoffreich sein und einen neutralen pH-Wert besitzen. Saure Erde muss mit Kalk gedüngt werden, um den pH-Wert anzuheben. Wenn Ihr Boden sehr lehm- oder sandhaltig ist, empfehlen wir, ihn mit einer hochwertigen Pflanzerde aufzubessern. Unsere Plantura Bio-Universalerde zum Beispiel versorgt das Kraut mit allen nötigen Nährstoffen und speichert ausreichend viel Wasser – und das komplett torffrei.

Sie können die Knoblauchsrauke als Samen direkt aussäen oder Jungpflanzen verwenden. Die Pflanzen sind Kaltkeimer und benötigen Kälteeinwirkung, um keimfähig zu werden. Deswegen eignet sich das Knoblauchkraut nicht zum Vorziehen auf der Fensterbank. Die Samen sollten zwischen Oktober und Februar direkt ins Freiland gesät werden.

Knoblauchkraut
Sagt der Knoblauchsrauke der Standort zu, erhält sie sich von allein [Foto: Eileen Kumpf/ Shutterstock.com]

Knoblauchsrauke aussäen:

  • Bereiten Sie das Beet oder den Topf für die Aussaat vor: Alle Pflanzen werden entfernt und sehr sandige oder tonige Böden mit viel nährstoffreicher Pflanzerde oder Kompost verbessert. Bereits für die Keimung sollte ein schattiger Platz gewählt werden.
  • Damit die Stelle im Frühling noch gefunden wird, sollte der Ort markiert werden.
  • Verteilen Sie nun die Samen mit einem Abstand von etwa 15 x 15 cm. Die Samen sollten etwa 1 cm tief liegen und vollständig bedeckt sein.
  • Das Saatgut muss nicht angegossen werden und keimt im folgenden Frühling.

Tipp: Das Knoblauchkraut eignet sich auch zum Anbau im Kübel. Dafür wird der Topf mit einer lockeren und nährstoffreichen Pflanzerde, wie unserer Plantura Bio-Universalerde, gefüllt. Dann werden die Samen ausgesät. Der Topf sollte im Winter einfach im Freien stehen gelassen werden. Ab März empfiehlt es sich, das Substrat feucht zu halten.

Schattiger Standort der Knoblauchsrauke
Die Knoblauchsrauke wächst gerne an einem schattigen Standort [Foto: Jay Ondreicka/ Shutterstock.com]

Die richtige Pflege

Im Herbst und im Frühjahr sollte die Fläche von Beikräutern befreit werden, die in Konkurrenz mit den Knoblauchsrauken stehen. Halten Sie den Boden ab März dauerhaft feucht. Während langen Trockenperioden müssen die Pflanzen gegossen werden. Im zweiten Standjahr und den Folgejahren ist eine Gabe eines organischen Düngers von Vorteil, da Knoblauchsrauke besonders viel Stickstoff benötigt. Unser Plantura Bio-Universaldünger ist stickstoffbetont und setzt die Düngewirkung über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten frei. Arbeiten Sie den Dünger im Frühjahr etwas in die Erde ein.

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Vermehrung der Knoblauchsrauke

Wenn die Knoblauchsrauke einmal im Garten wächst, vermehrt sie sich dort von selbst. Nach dem zweiten Jahr bilden sich Samen. Diese werden dann im Umkreis verteilt und fangen in den Folgejahren an zu wachsen. Zu Beginn sind es meist noch wenige Pflanzen, doch nach wenigen Jahren wird die Fläche voll vom Knoblauchhederich eingenommen. Um gezielt die Samen zu ernten, müssen Sie die Schoten abnehmen, um anschließend an die Samenkörner im Inneren zu kommen. Wenn sie ihre Farbe von Grün zu Braun ändern, können sie mit einer Schere abgeschnitten werden. Die Schoten werden im Anschluss über einer Schüssel geöffnet und gesammelt. Nach ein paar Tagen der Trocknung an der frischen Luft können die Samen in einem dunklen Gefäß an einem kühlen Ort gelagert werden.

Knoblauchsrauke im Garten
Im Garten vermehren sich die Knoblauchkraut-Pflanzen von alleine [Foto: Apugach/ Shutterstock.com]

Ist die Knoblauchsrauke essbar?

Alle Teile der Knoblauchsrauke sind essbar. Am einfachsten ist die Verwendung der Blätter, die ab März geerntet werden können. Junge sind hierbei aromatischer als alte. Die Wurzeln können ebenfalls verzehrt werden. Die Samen schmecken am intensivsten. Der Geschmack der Knoblauchsrauke erinnert an Knoblauch, Senf und Pfeffer.

Verwendung und Nebenwirkungen der Knoblauchsrauke

Die Blätter, Samen und Wurzeln des Knoblauchkrauts wurden schon sehr lange in der Naturheilkunde als Tee oder Salbe eingesetzt. Die Pflanzen enthalten unter anderem Senfölglykoside, Saponine und ätherische Öle, die schleimlösend und antibakteriell sind. In der Küche werden die Blätter vielseitig eingesetzt. So verfeinert die Knoblauchrauke Salate, Dips, Pestos und viele weitere Speisen. Die Blätter und Wurzeln sollten jedoch nicht getrocknet werden, da hierbei der Geschmack verloren geht. In Zeiten, als Gewürze unbezahlbar waren, war das wildwachsende Kraut eine beliebte Alternative zum Würzen. In der Volksmedizin wurde die Knoblauchsrauke bei einer Vielzahl von Beschwerden als Tee oder Salbe eingesetzt.

Übrigens: Der Verzehr der Knoblauchsrauke hinterlässt keinen unangenehmen Mundgeruch wie Knoblauch oder Zwiebeln.

Pesto aus Knoblauchsrauke
Aus Knoblauchkraut lässt sich leckeres Pesto zubereiten [Foto: Madeleine Steinbach/ Shutterstock.com]

Wenn Sie einen intensiveren Knoblauchgeschmack bevorzugen, können Sie Bärlauch anpflanzen. Er ist ein naher Verwandter des echten Knoblauchs mit würzig-schmackhaften Blättern, die an einem halbschattigen und feuchten Standort gut gedeihen.

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