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Kräuter zum Einschlafen: Schlaffördernde Pflanzen für Tees & Co.

Die Pflanzenwelt hat viel zu bieten. Neben anderen Funktionen enthalten einige Pflanzen aus dem Garten Inhaltsstoffe, die beruhigend wirken, beim Einschlafen helfen und für einen tieferen Schlaf sorgen.

Getrocknete Kamillen- und Lavendelblüten
Aus vielen Kräutern, die auch im Garten zu finden sind, kann man Einschlaftees selber machen [Foto: teatian/ Shutterstock.com]

Viele Menschen haben immer wieder mit Schlafproblemen zu kämpfen. Doch bevor man direkt auf Medikamente zurückgreift, kann man es zunächst mit natürlichen Methoden versuchen – beispielsweise mit Pflanzen aus dem eigenen Garten. Da stellen sich schnell die Fragen, welche Kräuter beruhigend wirken, welcher Tee beim Einschlafen hilft und welchen Tee man vor dem Schlafengehen trinken kann. In diesem Artikel haben wir Pflanzen für einen besseren Schlaf zusammengestellt, die sich zum Beispiel zum Herstellen von Schlaftees oder Kräuterkissen eignen.
Natürlich können Schlafprobleme verschiedenste Ursachen haben und von vielen Faktoren beeinflusst werden. Deshalb sollte man sich nicht nur auf Kräuter mit beruhigender Wirkung verlassen. Bei länger anhaltenden Schlafproblemen ist ärztliche Hilfe unerlässlich.

Baldrian

Baldrian (Valeriana officinalis) ist wohl eines der bekanntesten Kräuter für einen guten Schlaf. Von Hauptinteresse ist hier die Wurzel, welche wirksame ätherische Öle und andere Wirkstoffe in hoher Konzentration enthält. Diese haben eine beruhigende Wirkung, weshalb Baldrian gut zum Einschlafen verwendet werden kann. Hinzu kommt, dass Baldrian relativ einfach im eigenen Garten angebaut werden kann. Man sollte die Wurzel jedoch erst ab dem zweiten Jahr ernten. Dann lässt sich Baldriantee leicht selbst machen. Zur Herstellung eines Tees zum Einschlafen werden die getrockneten Wurzeln geraspelt und mit heißem Wasser übergossen. Die Wirkstoffe des Baldrians gehen aber nur sehr langsam in die Flüssigkeit über. Deshalb wird die Wirksamkeit erhöht, wenn man die Wurzel zum Beispiel zunächst 12 Stunden lang in einer Tasse mit kaltem Wasser einweicht, das Ganze dann erwärmt und die Wurzelstückchen entfernt.

Baldrian auf Wiese
Baldrian macht im Garten einiges her, verwendet werden aber vor allem die Wurzeln [Foto: Snufkin_79/ Shutterstock.com]

Hopfen

Wir Deutschen kennen Hopfen (Humulus lupulus) vor allem als eine der wichtigsten Zutaten zum Bierbrauen. Doch auch abseits dessen kann Hopfen auf vielerlei Weise verwendet werden. Die Wirkung eines Hopfentees ist zum Beispiel beruhigend und verbessert die Schlafqualität. Hopfen im eigenen Garten anzubauen, lohnt sich also. Denn so kann man den schlaffördernden Hopfentee frisch selbst machen. Dafür wird ein Teelöffel der Zapfen zerrieben, in einen Teefilter gegeben und mit einer Tasse heißem Wasser übergossen. Nach einer Ziehzeit von 10 bis 15 Minuten kann der Tee getrunken werden. Um den sehr bitteren Geschmack etwas abzumildern, kann der Hopfen auch gut mit Zitronenmelisse gemischt werden. Beim Anbau sollte man darauf achten, einen sonnigen Standort auszuwählen und die Pflanzen regelmäßig zu gießen und zu düngen. Dafür ist unser Plantura Bio-Universaldünger bestens geeignet. Er weist eine dreimonatige Langzeitwirkung auf und ist im biologischen Landbau anwendbar. Geerntet werden können die Hopfen-Dolden dann ab Ende August. Durch anschließendes Trocknen kann man ihre Haltbarkeit deutlich verlängern.

Hopfen
Hopfen kann Schlaf positiv beeinflussen [Foto: Vaclav Mach/ Shutterstock.com]

Echtes Johanniskraut

Das Echte Johanniskraut (Hypericum perforatum) ist eine seit langem bekannte, bei uns heimische und verbreitete Heilpflanze. Da es relativ anspruchslos und leicht zu pflegen ist, lässt sich Johanniskraut im eigenen Garten anbauen. So kann man die Blüten zum Herstellen eines Johanniskrauttees gegen Schlafstörungen oder als Einschlafhilfe selbst ernten. Wichtig ist, die ab Juni sammelbaren, oberirdischen Pflanzenteile frisch zu verwenden, damit sie ihre volle Wirkung in Einschlaftees entfalten können. Übergießen Sie zum Herstellen eines Schlaftees eine Handvoll des gesäuberten Krauts mit einer Tasse heißem Wasser und lassen Sie es für circa 10 Minuten ziehen. Dann kann der Tee abgeseiht und getrunken werden. Zusätzlich eignet sich Johanniskraut mit seinen gelben Blüten als Zierpflanze und ist ein wahrer Insektenmagnet.

Johanniskraut-Tee zum Schlafen
Die Blüten des Echten Johanniskrauts eignen sich gut zum Herstellen eines Schlaftees [Foto: Mike_O/ Shutterstock.com]

Tipp: Oft findet man Johanniskraut auch wild in der Natur. Hiervon sollten Sie aber besser die Finger lassen, denn auf den ersten Blick kann Johanniskraut leicht mit dem giftigen Jakobskreuzkraut verwechselt werden. Jenes hat sich in den letzten Jahren stark in Deutschland ausgebreitet.

Kamille

Die Heilwirkung der Echten Kamille (Matricaria chamomilla) ist seit Jahrhunderten bekannt. Vor allem soll sie bei Magenbeschwerden helfen, doch auch zum Einschlafen kann Kamille verwendet werden. Da die ätherischen Öle in heißem Wasser besser gelöst werden, ist Kamillentee schlaffördernd. Verwendet werden hauptsächlich Kamillenblüten, die nach der Kamillenernte zunächst getrocknet werden. Dann kann man sie bis zu einem Jahr lagern, ohne dass die Blüten ihre Wirkung zum Beispiel in Schlaftees verlieren. Um einen Kamillentee zum Schlafen herzustellen, übergießen Sie einfach 2 bis 3 Teelöffel der getrockneten Blüten mit heißem Wasser und lassen Sie es für ungefähr 10 Minuten ziehen.

Wiese mit Kamille
Eines der bekanntesten beruhigenden Kräuter zum Einschlafen ist Kamille [Foto: Bjoern Wylezich/ Shutterstock.com]

Lavendel

Lavendel (Lavandula angustifolia) ist als Zier- und Gewürzpflanze bereits in vielen Gärten zu finden. Doch dank der enthaltenen ätherischen Öle wie Linalool kann Lavendel auch beim Einschlafen helfen. In der Natur bevorzugt Lavendel einen sonnigen Standort mit durchlässigen und mageren Böden. Deshalb eignet sich für die Kultur im Topf beispielsweise unsere Plantura Bio-Kräuter- und Aussaaterde. Eine direkte Auswirkung von Lavendel auf die Schlafqualität wurde bis jetzt noch nicht nachgewiesen. Aber durch seine beruhigende Wirkung kann Lavendel bei Schlafstörungen, die zum Beispiel stress- oder angstbedingt sind, helfen. Soll Lavendel als Einschlafhilfe verwendet werden, bietet sich die Verwendung eines Lavendelkissens zum Schlafen an. Denn schon der Duft des Lavendels kann beim Einschlafen helfen. Aber auch ein Tee aus Lavendel unterstützt das Einschlafen. Für beides kann man gut die zwischen Juni und August geernteten und getrockneten Lavendelblüten verwenden. Für einen Schlaftee geben Sie 2 gehäufte Teelöffel davon in ein Teesieb, übergießen diese mit heißem Wasser und lassen sie für 8 bis 10 Minuten ziehen.

Lavendel-Strauch
Lavendelblüten kann man sowohl zum Herstellen eines Schlaftees als auch für duftende Kissen verwenden [Foto: Studio Barcelona/ Shutterstock.com]

Zitronenmelisse

Auch die Zitronenmelisse (Melissa officinalis) ist ein bei uns schon lange bekanntes und verwendetes Heilkraut. Die Wirkung eines Zitronenmelissentees ist angstlösend, entspannend und entkrampfend. So verbessert Melissentee den Schlaf allgemein und sorgt für eine kürzere Einschlafzeit. Wollen Sie Zitronenmelissentee selbst machen, müssen Sie nur einige frische oder getrocknete Blätter mit heißem Wasser überbrühen und ein paar Minuten ziehen lassen. Eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen wird eine Tasse des zubereiteten Melissentees genossen.

Zitronenmelisse im Garten
Zitronenmelisse kann leicht im Garten angebaut und zum Beispeil für Schlaftees verwendet werden [Foto: Katarzyna Mazurowska/ Shutterstock.com]

Tipp: Die Wirkung einiger der bisher genannten Kräuter zur Beruhigung ist in Kombination noch besser. So bietet sich zum Beispiel ein Schlaftee aus Melisse, Baldrian und Hopfen an.

Passionsblume

Die aus den Tropen stammende Fleischfarbene Passionsblume (Passiflora incarnata) wird von indigenen Völkern schon lange als Heilpflanze verwendet. Mittlerweile hat die schöne Blume den Sprung zu uns geschafft und kann zumindest den Sommer über auch in unseren Gärten angebaut werden. Einige Inhaltsstoffe der Passionsblume können direkt auf das Nervensystem wirken, wo sie vor allem eine sedative Ruhe bewirken. Dies macht sie zu einer Pflanze für besseren Schlaf. Viele der anderen angebotenen Passionsblumen eignen sich allerdings nur als Zierpflanzen. Will man sich die Passionsblume aufgrund ihrer beruhigenden Eigenschaft holen, sollte man Blumen der Art Passioflora incarnata kaufen. Von dieser kann das getrocknete Kraut zum Beispiel zum Herstellen eines Einschlaftees verwendet werden. Für eine Tasse Passionsblumentee benötigen Sie ungefähr 1 bis 2 Teelöffel getrocknete und zerriebene Passionsblumenblüten, die Sie mit heißem Wasser übergießen und etwa 10 Minuten ziehen lassen.

Blüte der Passionsblume
Passionsblumen haben mehr als nur wunderschöne Blüten zu bieten [Foto: Nathan Holland/ Shutterstock.com]

Schafgarbe

Die Schafgarbe (Achillea) ist nicht vordergründig wegen ihrer schlaffördernden Wirkung bekannt. Trotzdem wird sie vor allem in der Frauenheilkunde bei Schlafbeschwerden eingesetzt. Sie lindert zudem Schmerzen, zum Beispiel während der Menstruation. Zur Herstellung eines beruhigenden Tees zum Einschlafen können die Blüten und die oberen Teile des Krauts geerntet und getrocknet werden. Dann kann man je nach Bedarf einen Teil davon kleinschneiden, mit heißem Wasser übergießen und ungefähr 10 Minuten ziehen lassen. 1 Teelöffel reicht dabei für 200 ml Flüssigkeit.

Wilde Schafgarbe
Schafgarbe wird vor allem in der Frauenheilkunde bei Menstruations- und Schlafproblemen verwendet [Foto: Yavdat/ Shutterstock.com]

Steinklee

Auch dem Steinklee (Melilotus officinalis) wird aufgrund der in ihm enthaltenen Cumarine eine schlaffördernde Wirkung nachgesagt. Man kann das frische Kraut für Schlaftee verwenden oder man stellt ein beruhigendes Kräuterkissen aus getrocknetem Steinklee her. Beides kann beim Einschlafen helfen. Zum Herstellen eines Tees werden 1 bis 2 Teelöffel mit 200 ml Wasser übergossen und 5 bis 10 Minuten ziehen gelassen. Seien Sie jedoch vorsichtig, denn Cumarin kann schnell toxisch wirken. Bei der eigenen Herstellung von Tee ist schlecht einzuschätzen, wie viel man davon zu sich nimmt. Ein positiver Nebeneffekt ist, dass Sie sich mit Steinklee eine reich blühende Pflanze in den Garten holen, die zu den bienenfreundlichen Pflanzen zählt.

gelber Steinklee
Steinklee kann frisch oder getrocknet für Kräutertees zum Einschlafen verwendet werden [Foto: Alex Egorov/ Shutterstock.com]

Fenchel

Die Samen des Fenchels (Foeniculum vulgare) wirken beruhigend und helfen bei Verdauungsbeschwerden. Wer also von Problemen mit Magen und Darm von einem guten, erholsamen Schlaf abgehalten wird, kann es einmal mit Fencheltee zum Schlafen versuchen. Will man die Pflanzen dafür selbst im Garten anbauen, sollte man jedoch bei der Wahl der Fenchelsorte aufpassen. Geeignet ist Gewürzfenchel (Foeniculum vulgare var. dulce), der keine Knolle bildet und speziell für die Samengewinnung gezüchtet wurde. Um einen Fencheltee herzustellen, reicht ein Teelöffel Fenchelsamen für 200 ml Wasser. Geben Sie die Fenchelsamen in ein Teesieb oder einen Filter, den Sie mit heißem Wasser übergießen. Nach einer Ziehzeit von 6 bis 8 Minuten kann der Tee getrunken werden.

Gewürzfenchel-Pflanze
Die Samen des Gewürzfenchels können geerntet und für beruhigende Schlaftees verwendet werden [Foto: shihina/ Shutterstock.com]

Hanf

Auch Tee mit Hanf (Cannabis sativa) soll beim Schlafen helfen. Hier muss man jedoch aufpassen. Denn der Anbau von Hanf ist in Deutschland grundsätzlich untersagt. Nur Landwirten ist es unter strengen Auflagen erlaubt. Man kann aber die Blätter kaufen und zum Aufgießen eines Tees verwenden. Da viele Inhaltsstoffe im Hanf schlecht wasserlöslich sind, empfiehlt es sich, etwas Fetthaltiges, zum Beispiel einen Schuss Milch, mit in den Tee zu geben.

Blätter einer Hanfpflanze
Die Wirkung von Hanftee auf den Schlaf kann positiv sein, selbst anbauen darf man ihn jedoch nicht [Foto: shamiss/ Shutterstock.com]

Achtung: Der übermäßige Verzehr einiger der hier genannten Kräuter zum Einschlafen kann zu Nebenwirkungen wie Kopfweh oder Übelkeit führen. Informieren Sie sich vor der Einnahme daher weitergehend. Besprechen Sie die Einnahme bei Unsicherheiten mit Ihrem Arzt.

Alles Wichtige zur Ernte von Kräutern und was es dabei zu beachten gibt, haben wir in einem gesonderten Artikel für Sie zusammengefasst.

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