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Löwenzahn: Pflanzen, Pflegen & Ernten des vermeintlichen Unkrauts

Löwenzahn ist mehr als ein lästiges Unkraut, denn er kann auch in der Küche Anwendung finden. Wir zeigen, wie man Löwenzahn erfolgreich pflanzt und erntet.

Löwenzahn
Der Löwenzahn ist viel mehr als nur ein lästiges Unkraut im Garten [Foto: BAO-Images Bildagentur/ Shutterstock.com]

Wer freut sich nicht, wenn im Frühjahr die ersten gelben Blüten auf den Feldern erscheinen und ein wunderbares Bild eröffnen. Wir zeigen Ihnen, was man mit diesem Kraut alles anstellen kann und was man noch alles wissen sollte über den Wiesen-Löwenzahn (Taraxacum officinale).

Löwenzahn

Die Pflanzengattung Löwenzahn (Taraxacum) ist auf der ganzen Welt verbreitet und es existieren unzählige Löwenzahnarten, die man an ihren Korbblüten in den verschiedensten Gelbtönen erkennen kann. Außer dem Wiesen-Löwenzahn gibt es zum Beispiel noch den Gehörnten Löwenzahn (Taraxacum ceratophorum), den Tiroler Löwenzahn (Taraxacum tirolense), den Löss-Löwenzahn (Taraxacum serotinum) und noch viele weitere Arten. Der Löwenzahn wird in unseren Breiten oft auch Pusteblume genannt und ist sogar ein beliebtes Tattoo- und Dekorationsmotiv geworden.

Löwenzahn: Herkunft und Eigenschaften

Für die folgenden Bemerkungen beziehen wir uns auf die Artengruppe des Wiesen-Löwenzahns oder des Gewöhnlichen Löwenzahns (Taraxacum officinale) sowie auf seine Eigenschaften. Dieser Löwenzahn hat auch den Beinamen „Ginseng des Westens“ – weitere Namen für den Löwenzahn sind Milchblume, Kuhblume oder Hundeblume. Seit dem 16. Jahrhundert ist das Kraut bereits für seine Wirkungen bekannt. Damals wurde es „gebenedeite Arznei“ genannt.

Biene auf Löwenzahn
Auch bei Insekten ist der Löwenzahn sehr beliebt [Foto: Klimek Pavol/ Shutterstock.com]

Der Löwenzahn gehört zu der Familie der Korbblütler (Asteraceae) und ist auf der ganzen Welt verbreitet. Man findet ihn auf allen Kontinenten, die in der gemäßigten Zone liegen. Typisch für den Löwenzahn sind seine gelben Blüten und die stark gezähnten Blätter, die rosettenförmig angeordnet sind. Unterirdisch ist der Löwenzahn mit einer starken Pfahlwurzel ausgestattet, der Stängel ist hohl und enthält viel Milchsaft, der unschöne Flecken hinterlassen kann. Ein Löwenzahn kann 5 bis 30 Zentimeter hoch werden und eine Pflanze kann bis zu 3000 Samen pro Jahr produzieren und verbreiten.

Der Löwenzahn ist zudem sehr beliebt bei Insekten, zum Beispiel bei Bienen (Apiformes). Um ein Kilogramm Honig zu produzieren, müssen die Bienen rund 125.000 Löwenzahnblüten besuchen und dort den Nektar sammeln – eine Spitzenleistung der Bienen, die wir beim Genießen unseres nächsten Honigbrotes nicht vergessen sollten. Das Kraut ist sehr stickstoffliebend und verbreitet sich daher stark auf Wiesen, die mit Jauche und Gülle gedüngt werden. Der Löwenzahn blüht in der Zeit von April bis Juli und man kann ihn auch als Heilkraut sowie als Gewürzkraut in der Küche verwenden.

Als Heilkraut kann Löwenzahn gegen folgende Beschwerden eingesetzt werden:

  • Appetitlosigkeit
  • Blähungen
  • Entzündungen
  • Verdauungsprobleme
  • Verstopfung
  • Völlegefühl

Außerdem regen die enthaltenen Bitterstoffe die Galle und Leber an, weshalb Löwenzahn zum Entgiften verwendet werden kann. Nicht wenige machen im Frühjahr Kuren zur Entgiftung und Vitalisierung mit Löwenzahn. Auch wird die Verdauung angeregt und damit die Aufnahme von gewissen Nährstoffen wie Eisen oder Vitamin B12 angeregt und gefördert.

Löwenzahn im Topf
Der Löwenzahn kann auch als Heilkraut gegen verschiedene Beschwerden verwendet werden [Foto: Nadia Brusnikova/ Shutterstock.com]

Löwenzahn kaufen

Tees, Gewürzmischungen und andere Produkte, die Löwenzahn enthalten, erhält man in Apotheken und Drogerien. Saatgut für den Garten sind auch schon in einigen Gärtnereien und Fachgeschäften zu finden, was uns das eigene Anziehen von Löwenzahn sehr erleichtert.

Löwenzahn pflanzen

Da der Löwenzahn immer öfter auf dem Speiseplan steht, bauen viele Gärtner den Löwenzahn gezielt in Ihrem Garten an. Der Anbau ist schließlich sehr einfach – Sie müssen nur ein paar Dinge beachten. Dazu gehört, dass der Löwenzahn nährstoffreiche und gut belüftete Standorte bevorzugt. Der Ort sollte am besten sonnig sein, damit die Pflanze optimal wächst, aber auch in halbschattigen Bereichen Ihres Gartens fühlt sich der Löwenzahn wohl. Ausgesät wird er von März bis Mai, aber Sie können ihn auch im Herbst von September bis Oktober aussäen. Da der Löwenzahn ein Lichtkeimer ist, sollten Sie die Samen nicht zu tief aussäen – eine Tiefe von einem Zentimeter reicht völlig aus.

Löwenzahn vermehren

Wie sich der Löwenzahn selbst vermehrt und verbreitet, weiß fast jedes Kind, denn die Pusteblumen können sich ideal selbst verbreiten – dazu brauchen sie nur etwas Wind. Die Samen werden vom Wind weggetragen und durch die spitze Form der Samen bohren sie sich perfekt in den Boden ein, wenn sie dort auftreffen.

Pusteblume
Der Wind verbreitet die Samen des Löwenzahns [Foto: Brian A Jackson/ Shutterstock.com]

Sie können die Samen also ganz leicht selbst aus dem Samenstand lösen, bevor sich der Löwenzahn eigenständig durch den Wind aussät,  und für einen gezielten Anbau verwenden. Lagern Sie die Samen trocken und dunkel oder säen Sie den Löwenzahn sofort in Ihren Garten an die gewünschte Stelle aus. Sie können den Löwenzahn zwar auch im Frühjahr schon vorziehen, aber prinzipiell eignet sich der Löwenzahn ideal zur direkten Aussaat in die Erde. Es ist wichtig, die Samen nach der Aussaat feucht zu halten und sie nicht zu tief zu säen. Die Keimtemperatur beträgt 15 bis 20 °C und die Keimung dauert zwei bis vier Wochen.

Löwenzahn pflegen

Eine besondere Pflege benötigt der Löwenzahn nicht. Da er ja für manche Gärtner nur ein Unkraut ist, kann man davon ausgehen, dass er nicht viel Zuwendung braucht, um zu gedeihen. Der Löwenzahn bevorzugt zwar stickstoffreiche Standorte, doch ansonsten ist keine zusätzliche Düngung vonnöten. Jedoch kann man den Löwenzahn selbst als Dünger verwenden, indem man eine Jauche aus den Löwenzahnpflanzen zubereitet. Weiter unten finden Sie eine Rezeptur für das richtige Zubereiten einer solchen Löwenzahnjauche.

Löwenzahn ernten

Ob Sie nun wildwachsenden oder selbst angebauten Löwenzahn verwenden möchten – Folgendes gilt es, bei der Ernte von Löwenzahn beachten. Sie können dabei die Blüten, die Blätter und die Wurzeln des Löwenzahns verwenden und sammeln. Die Blätter des Löwenzahns sollten noch vor der Blüte geerntet werden, wenn sie noch ganz jung sind – das ist in den Monaten April und Mai der Fall. Sobald der Löwenzahn in Blüte steht, bekommen die Blätter einen bitteren Geschmack und sind im Salat nicht mehr schmackhaft. Die Wurzeln können aber auch im Herbst geerntet und gestochen werden.

Geernteter Löwenzahn
Die Blätter des Löwenzahn sollten noch vor der Blüte geerntet werden [Foto: David Klimo/ Shutterstock.com]

Wenn Sie den Löwenzahn nicht anbauen, sondern einfach auf Wiesen sammeln, sollten Sie folgende Punkte unbedingt beachten:

  • Nicht auf frischen gedüngten Wiesen sammeln, da sich noch Reste von Gülle oder Jauche auf dem Löwenzahn befinden
  • Nicht neben stark befahrenen Straßen sammeln, da dieser Löwenzahn oft durch die Abgase belastet ist

Tipp: Bei der Ernte sollten Sie alte Kleidung tragen, die auch schmutzig werden darf, denn der Milchsaft des Löwenzahns kann hässliche braune oder gelbe Flecken hinterlassen, die man nicht mehr wegbekommt – auch auf den Fingern können solche Verfärbungen auftreten.

Löwenzahn: Inhaltsstoffe und Verwendung

Der bitter schmeckende Löwenzahn enthält zahlreiche wirkungsvolle Stoffe. Im Folgenden stellen wir Ihnen nur einen kleinen Auszug seiner Wirkstoffe vor:

  • Bitterstoffe
  • Flavonoide
  • Karotinoide
  • Vitamine
  • Mineralstoffe (bis zu 5 % Kalium)
  • Inulin

Diese Inhaltsstoffe sind für die unterschiedlichen Wirkungen des Löwenzahns verantwortlich, denn man sagt dem Löwenzahn eine stoffwechselfördernde und harntreibende Wirkung nach. Man verwendet Löwenzahn bei Appetitlosigkeit, Gallenflussstörungen, Verdauungsbeschwerden, Blähungen, Völlegefühl, Rheuma, Hautleiden, Nierengrieß, Anämie und zum Durchspülen der Harnwege.

Löwenzahn mit Wurzel
Man kann vom Löwenzahn Blüten, Blätter und Wurzeln verwenden [Foto: Madeleine Steinbach/ Shutterstock.com]

Da der Löwenzahn harntreibend wirkt, sollten Sie Tees oder andere Speisen mit Löwenzahn nicht abends einnehmen, denn sonst wird Ihnen keine ruhige Nacht bevorstehen. Pro Tag sollten Sie maximal 10 bis 15 Gramm Blätter mit Wurzeln zu sich nehmen, was ungefähr drei Tassen Tee entspricht.

Rezepte zur Verwendung von Löwenzahn:

  • Löwenzahntee: 1 bis 2 Teelöffel (1,5 – 3 g) Löwenzahnblätter und -wurzeln mit einer Tasse Wasser aufkochen und nach 10 Minuten den Tee abgießen. Dieser Tee wirkt harntreibend und verdauungsfördernd und sollte vor den Mahlzeiten getrunken werden.
  • Löwenzahnsirup: Zwei bis drei Handvoll Löwenzahnblüten in 0,5 Liter Wasser aufkochen und bei schwacher Hitze köcheln lassen. Nach 15 Minuten seihen Sie die Mischung ab und fügen 400 g Zucker hinzu. Kochen Sie die Mischung noch einmal auf und fügen Sie einen Teelöffel Zitronensäure dazu. Der Sirup kann dann in Flaschen gefüllt werden und wirkt blutreinigend.
  • Löwenzahntinktur: Sie benötigen 3 bis 4 Löwenzahnwurzeln, die Sie gründlich abbürsten und waschen sollten und dann in kleine Stücke schneiden. Geben Sie die Löwenzahnwurzelstücke in ein weites Glasgefäß und übergießen Sie sie mit 0,5 Litern Alkohol – dafür eignet sich beispielsweise 40-prozentiger Korn. Verschließen Sie das Gefäß, stellen Sie es an einen sonnigen Ort und warten Sie 3 Wochen. Danach seihen Sie die Tinktur ab. Man kann diese Tinktur nach dem Essen zur Verdauungsförderung trinken.
  • Löwenzahnwein: Zur Anregung des Appetits und Verdauungsregulierung kann Löwenzahntee getrunken werden. Dafür benötigen Sie eine Handvoll Löwenzahnblüten und übergießen diese mit 0,5 Litern Weißwein. Geben Sie diese Mischung für einen Tag an einen kühlen Ort und seihen Sie den Wein dann ab.
Löwenzahntee
Aus Löwenzahn kann man einen verdauungsfördernden Tee herstellen [Foto: Maren Winter/ Shutterstock.com]

Sie sehen, dass man den Löwenzahn nicht nur als Salat verwenden kann, der auch gerne „Röhrlsalat“ genannt wird, sondern man kann ebenfalls viele anregende und förderliche Mittelchen aus dem Löwenzahn gewinnen. Aber wir können den Löwenzahn nicht nur verspeisen, sondern daraus auch Pflanzenstärkungs- und Pflanzenpflegemittel herstellen.

Anleitung Pflanzenjauche aus Löwenzahn:

  • Löwenzahnjauche : Sie benötigen 1,5 bis 2 kg Löwenzahnpflanzen, die in 10 Litern Wasser angesetzt und für 2 Wochen vergärt werden. Man kann diese Jauche unverdünnt oder in einer Verdünnung von 1:5 verwenden. Die Löwenzahnjauche kann als Dünger für Tomaten (Solanum lycopersicum), Blumenkohl (Brassica oleracea var. botrytis) oder Kopfkohl  (Brassica oleracea convar. capitata) verwendet werden. Außerdem kann Löwenzahnjauche das Kompostieren unterstützen und auch bei Obstbäumen und Beerensträuchern die Qualität der Früchte verbessern sowie das Wachstum regulieren.
  • Löwenzahntee: Für den Löwenzahntee benötigen Sie 15 bis 20 g getrocknetes Löwenzahnkraut, das mit 1 Liter kochendem Wasser überbrüht wird. Lassen Sie den Tee ziehen und verwenden Sie ihn unverdünnt. Man setzt den Löwenzahntee wie die Löwenzahnjauche ein, besonders für die Verbesserung der Früchte von Beeren, Fruchtgemüsen und Obst.

Löwenzahn entfernen

Falls Sie sich dennoch dazu entschieden haben, dem Löwenzahn in Ihrem Garten  den Kampf anzusagen, möchten wir Ihnen verschiedene Methoden zum Entfernen von Löwenzahn vorstellen. In unserem Spezial-Artikel haben wir Ihnen die besten Methoden zum Entfernen von Löwenzahn zusammengetragen und verraten die wirksamsten Tipps und Tricks. Dazu zählen Methoden zum Entfernen von Löwenzahn sowie auch vorbeugende Maßnahmen, damit es gar nicht erst zu einem vermehrten Auftreten kommt. Hier finden Sie alle Informationen dazu.

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