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Majoran: Würziges Aroma aus dem eigenen Garten

Majoran kann als kräftiges Gewürz vielfältig in der Küche eingesetzt werden. Hier erfahren Sie alles, was man über das Kraut wissen muss.

Majoran im Topf

Majoran gehört zu den beliebtesten Küchenkräutern [Foto: Larry HoffmanCC BY 2.0]

Majoran (Origanum majorana) ist ein Lippenblütler (Lamiaceae), der eng verwandt mit dem Oregano ist (Origanum vulgare). Dennoch gibt es einige Eigenschaften, durch die sich der Majoran vom klassischen Pizzakraut unterscheidet. Während Oregano durch seine weitesgehende Winterhärte über mehrere Jahre angebaut werden kann, weicht der Majoran zumeist vor den kalten Temperaturen aus dem Garten. Das in Kleinasien beheimatete Kraut fand schon frühzeitig den Weg nach Mitteleuropa. Bei den Griechen symbolisierte der Majoran Glückseligkeit und diente als Halsschmuck für Brautpaare. Im Mittelalter wurde dem Kraut nicht nur Heilwirkung bei Magenbeschwerden und Wunden, sondern auch im Falle psychischer Beschwerden und Sprachstörungen zugewiesen. Hierzulande wird es auch Wurstkraut genannt, da es in vielen Rezepturen für Würste als klassische Geschmackskomponente dient. In unseren Regionen sind die Temperaturen für einen überwinternden Anbau jedoch meist nicht förderlich. Alles Weitere, was beim Anbau des Majorans zu beachten ist, erfahren Sie detailliert im Folgenden, sodass einer reichhaltigen Ernte nichts mehr im Wege steht.
Synonyme: Bratenkräutel, Gartenmajoran, Meiran, Wurstkraut

Anbau: Majoran im eigenen Garten

Standort
Seiner ursprünglichen Herkunft (Zypern und Anatolien) entsprechend, bevorzugt der Majoran sonnige Standorte. Wie für die meisten Kräuter aus mediterraneren Regionen, sollte der Boden durchlässig sein. Bei zu schweren Böden (Lehm, Ton) ist es ratsam, mit Sand oder Bimsgestein aufzulockern. Auch das regelmäßige Einarbeiten organischer Substanz wie Kompost oder Mist zu Jahresbeginn kann das Auflockern schwerer Böden fördern.
In unserer Anbauanleitung finden Sie alle wichtigen Tipps und Tricks für Ihr Kräuterbeet.

Schmetterling auf Majoranblüte

Auch Falter und Schmetterlinge besuchen gerne die Blüten des Majorans [Foto: Alastair RaeCC BY-SA 2.0]

Vermehrung
Majoran kann schnell und einfach durch Aussaat vermehrt werden. Dabei kann man die Sämlinge am besten in der Vorkultur auf der Fensterbank aufziehen und anschließend (ab Mitte Mai) ins Freiland auspflanzen oder im Topf in den Garten stellen. Hierfür ist der Monat März am besten als Aussaattermin geeignet. Soll der Samen dennoch direkt ins Freiland ausgebracht werden, so kann es zu frostbedingten Ausfällen führen, wenn das Saatgut vor den Eisheiligen Mitte Mai ins Beet gestreut wird. Die Keimung erfolgt relativ schnell nach 15 bis 20 Tagen, wenn konstante Temperaturen um 18 °C herrschen. Außerdem ist zu beachten, dass es sich bei Majoran um einen Lichtkeimer handelt. Deshalb den Samen nur andrücken und nicht mit Substrat abdecken. Das kann die Keimung deutlich verzögern oder sogar gänzlich verhindern.

Gießen und Düngen
Trockenperioden ist der Majoran grundsätzlich gewöhnt. Eine gleichmäßige und gute Wasserversorgung fördert jedoch das Wachstum. Vor allem in der Jungpflanzenphase in den Anzuchttöpfchen auf der Fensterbank, ist Trockenheit des Substrates zu vermeiden. Andererseits darf es auch nicht zu Staunässe kommen, was wiederum die Infektion mit lebensbedrohlichen Wurzelpilzen begünstigt.
Werden die Pflanzen ins Beet ausgepflanzt, ist außer der vorbereitenden Einarbeitung organischer Dünger wie Kompost oder Dung im Frühjahr, keine Düngung vorzunehmen. Bei der Kultur im Topf kann gelegentlich während des Hauptwachstums im Sommer mit einem handelsüblichen Volldünger gedüngt werden. Zu häufiges Düngen geht jedoch auf Kosten des Aromas.

Folgende Produkte haben sich bei uns im Garten bewährt:

  • Naturen Bio Pferdedung: Anwendungsfertiger, geruchsarmer Stallmist in Pellets mit bis zu 6 Monaten Langzeitwirkung; ohne chemische Zusätze und verwendbar im ökologischen Landbau.
  • Floragard Bio Kräuter- & Aussaaterde: Hochwertige Spezialerde zur Anzucht von Pflanzen oder Kultivierung von Kräuter. Die feine und lockere Struktur sorgt für eine gute Wasseraufnahme, eine sichere Keimung und ein kräftiges Wachstum.
  • Anzuchttöpfe: Aus natürlichem Torf mit Spurennährstoffen für ein kontrolliertes Wachstum der Sämlinge.

Pflegen
Majoran ist ansonsten relativ pflegeleicht. Eine ansprechende Wuchsform kann mit dem Ernteschnitt aufrecht gehalten werden. Soll das Gewürzkraut auch in unseren Breiten mehrjährig kultiviert werden, so muss das unbedingt bei der Sortenwahl beachtet werden. Die winterharten Sorten sind jedoch meist deutlich weniger intensiv im Aroma.

Noch mehr Wissenswertes, wie Sie Majoran richtig pflegen, finden Sie hier.

Biene auf Majoranblüte

Bienen besuchen gern die die Majoranblüte [Foto: stanzeCC BY 2.0]

Majoran: Sorten und ihre Eigenschaften

Die ursprüngliche Form des Majorans ist zwar mehr oder weniger winterhart, doch verhältnismäßig schwach im Aroma. Deshalb werden hierzulande zumeist intensiver schmeckende Züchtungen angebaut, welche jedoch nicht im Beet zu überwintern sind. Wir stellen Ihnen verschiedene Sorten mit ihren charakteristischen Eigenschaften vor:

  • Deutscher Majoran‘: auffälliger länglicher Blütenstand in Form einer Ähre; weniger starke Bildung von Blattmasse.
  • Französischer Majoran‘: ertragreich und stark verzweigend mit kurzem, gedrungenem Blütenstand.
  • Gentile‘: mehrjährig aber frostempfindlich; gut geeignet zum Trocknen.
  • Italienischer Majoran‘: robuste Sorte mit kräftigen Aroma und relativ dunklem Laub.
  • Marjolaine‘: einjährig, aber gut geeignet für den Anbau im Topf.
  • Tetrata‘: frühreife Sorte mit dunkelgrünem Laub.

Letztlich ist für jeden Garten eine passende Sorte zu finden, die den Spagat zwischen den beiden Ansprüchen Aromaintensität und Winterhärte gerecht wird.

Majoran: ernten und lagern

Bei der Ernte des Majorans ist der Zeitpunkt entscheidend. Wird vor oder zu Beginn der kräftezehrenden Ausbildung der Blüten geerntet, so kann der beste Gehalt an den geschmackgebenden ätherischen Ölen erzielt werden. Der Majoran blüht übrigens von Juni bis September, sodass bereits Anfang Juni der Zeitpunkt der Haupternte sein sollte. Dabei werden die Triebe circa 10 cm oberhalb der Erdoberfläche abgeschnitten. Das fördert die Verzweigung der Pflanze und es bleibt noch etwas Blattmasse zur Energiegewinnung stehen. Die zierende Blüte wird natürlich deutlich hinausgezögert, wenn die gesamte Pflanze abgeerntet wird. Beim Majoran handelt es sich also um ein sehr schnell wachsendes Kraut: Bereits drei Monate nach der Aussaat kann reichhaltig geerntet werden.

Trocknen von Majoran

Getrockneter Majoran ist mehrere Jahre haltbar [Foto: partyytirapCC BY 2.0]

Neben dem erntefrischen Gebrauch von Majoran eignet sich das Kraut auch gut für die Lagerung. Die Blätter können nach dem Kleinhaken einfach eingefroren werden. Je nach Bedarf kann dann fast ohne Aromaverlust ganzjährig von den eigenen Vorräten gezehrt werden. Können kleine Einbußen in der Geschmacksintensität verkraftet werden, so ist auch das Trocknen der ganzen Triebe eine adäquate Konservierungsmethode. Nach zwei Wochen an einem trockenen Ort aufgehängt, sind die anschließend gerebelten Majoran-Blätter luftdicht verschlossen mehrere Jahre verwendbar. Des Weiteren lässt sich prima und einfach ein Majoranöl herstellen. Die frischen Triebe werden einfach in ein Gefäß mit Olivenöl gegeben. Das würzige Kräuteröl kann dann für Salatdressings oder zum Anbraten verwendet werden.

Mehr zum Thema Ernte & Lagerung finden Sie hier.

Verwendung des Majorans

Das charakteristische Aroma des Majorans findet in der Küche großen Anklang. Vor allem in der Zubereitung von Fleischspezialitäten ist es nicht wegzudenken. Nicht umsonst wird er auch als Wurstkraut bezeichnet. Je nach Sorte und Erntezeitpunkt sollte Majoran aufgrund seiner teils enormen Würzkraft verhalten Verwendung finden. Neben fleischigen Speisen passt er auch prima zu Kartoffeln und deftigen Eintöpfen. Außerdem ist er Mitglied des wohl berühmtesten Kräuterpotpourris der „Kräuter der Provence“.
Neben der geschmackvollen Durchschlagskraft in der Küche, hat sich der Majoran auch als Heilkraut bewiesen. Als Salbe fördert er die Wundheilung, als Tee hilft er bei Magenbeschwerden und Erkältungen. Die Verwendung von Majoran zu medizinischem Zweck sollte jedoch nicht länger als zwei Wochen am Stück vorgenommen werden. Aufgrund der intensiven ätherischen Öle könnten so sonst Kopfschmerzen verursacht werden.

Wenn es dem Majoran auch an Standhaftigkeit im Winter fehlt – einen Platz im Beet oder im Topf auf der Terrasse hat das Gewürz- und Heilkraut dennoch mehr als verdient.

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