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Minze: Das aromatische Heilkraut im eigenen Garten

In Deutschland zählt die Minze zu den beliebtesten Kräutern. Hier erfahren Sie alles über Anbau, Pflege und Ernte der Minze aus dem Küchengarten.

Zur Gattung der Minzen (Mentha) zählen mehr als zwanzig verschiedene Arten. Als Lippenblütler (Lamiaceae) sind Minzen mit anderen berühmten Gartenkräutern wie Rosmarin (Rosmarinus officinalis), Thymianen (Thymus) oder dem echten Lavendel (Lavandula angustifolia) verwandt. Beheimatet sind sie alle in Gebieten auf der nördlichen Halbkugel, in denen gemäßigtes Klima wie in unseren Breiten herrschen. Bei Minzen handelt es sich um krautige Pflanzen, die allerdings mehrjährig sind. Die Blätter der Minze fallen durch einen intensiven Geruch auf. Dieser kann unterschiedlichste aromatische Richtungen abdecken. Bereits vor mehr als tausend Jahren wurden verschiedene Minze-Arten gezielt angebaut, um sie als Gewürz zu verwenden oder zu einem Tee aufzubrühen. Das Tolle ist, dass es sich bei der Minze um eine sehr dankbare Pflanze handelt. Schon mit wenig gärtnerischem Geschick gedeiht sie prächtig im eigenen Garten.

Minze anbauen

Standort

Minze freut sich im Allgemeinen über einen warmen und sonnigen Standort. Direkte und heiße Mittagssonne ist aber zu meiden. Ob der Standort in einem Beet liegt und das Gewächs somit ausgepflanzt oder aber im Topf auf Terrasse oder Balkon kultiviert wird, interessiert die mehrjährige Gewürzpflanze dabei nicht. Der Boden (beziehungsweise das Substrat) sollte beim Anbau im Topf durchlässig und locker sein. Kalkhaltiger und nährstoffreicher Boden fördert zudem das Wachstum der Minze.

Pfefferminze im Garten

An ihren Standort stellt Minze keine großen Ansprüche [Foto: Songsak P/ Shutterstock.com]

Minze vermehren

Es bieten sich verschiedene Möglichkeiten, um Minzen zu vermehren.

Natürlich ist Saatgut verschiedener Minze-Arten erhältlich. Die Saat kann im zeitigen Frühjahr vorgezogen oder ab Anfang Mai ins Freiland ausgebracht werden. Bei Raumtemperatur keimen die ersten Samen bereits nach ein bis zwei Wochen. Damit die keimenden Samen nicht austrocknen, sollten sie mit etwas Substrat bedeckt und gut (aber vorsichtig) angegossen werden. Des Weiteren bilden Minzen unterirdische Sprossteile, sogenannte Rhizome aus. Trennt man diese auslaufenden Rhizome aus, kann man diese als eigenständige Pflanzen heranziehen. Die abgetrennten Ausläufer werden in neues Substrat oder an Ort und Stelle gepflanzt und im Anschluss gut angegossen.

Pfefferminze Vermehrung über Stecklinge

Die einfachste Form der Vermehrung gelingt über Stecklinge [Foto: SuzetteCC BY 2.0]

Eine weitere schnelle und erfolgversprechende Variante, um die Minze zu vermehren, ist die Vermehrung über Stecklinge. Am besten werden hierfür die Triebspitzen der Minze entnommen. Die sogenannten Kopfstecklinge werden im Frühjahr in spezielles Substrat zur Stecklingsvermehrung gesteckt und bei hoher Luftfeuchtigkeit innerhalb zwei bis drei Wochen bewurzelt. Wir von Plantura empfehlen folgende Produkte:
  • Floragard Bio Kräuter- & Aussaaterde: Hochwertige Spezialerde zur Anzucht von Pflanzen oder Kultivierung von Kräuter. Die feine und lockere Struktur sorgt für eine gute Wasseraufnahme, eine sichere Keimung und ein kräftiges Wachstum.
  • Floragard Kompost-Erde: Spezialerde aus unkrautfreiem Edelkompost und ausgesuchten Torfqualitäten. Sie versorgt Ihre Pflanzen lang anhaltend und gleichmäßig mit allen wichtigen Nährstoffe und der hohe Humusgehalt macht leichte und schwere Böden fruchtbar.
  • Cuxin Hochbeet- & Kräuterdünger: Hochwertiger, Organisch-mineralischer und veganer Dünger auf pflanzlicher Basis für ein optimales Wachstum und eine reiche Ernte. Ideal für die Anwendung in Hochbeeten und für die Nährstoffversorgung von Kräutern.

Minze gießen und düngen

Minzen sollten im Sommer – insbesondere beim Anbau im Topf – nicht austrocknen. Regelmäßiges Gießen ist Pflicht und kann selbst erforderlich sein, wenn die Pflanzen im Beet stehen. Staunässe ist allerdings unbedingt zu vermeiden, um nicht den Befall mit gefährlichen Wurzelpilzen zu provozieren.

Pfefferminze mit Dünger im Beet

Einmal im Monat düngen reicht völlig aus [Foto: Mila Atkovska/ Shutterstock.com]

Und auch in Sachen Nährstoffe sollte die Minze wohlwollend versorgt werden. Es bietet sich an, während des Hauptwachstums im Sommer mit einem Vollnährstoffdünger nach zu düngen. Wird jedoch zu viel gedüngt, kann dies auf Kosten des Aromas der Minze gehen. Einmal im Monat zu düngen, ist dabei das optimale Mittelmaß.

Minze pflegen

Minze ist absolut schnell wachsend. Deshalb muss sie in jedem Fall durch einen Rückschnitt in Zaum gehalten werden, um die Wuchsform und Aromaintensität zu bewahren. Dabei ist es relativ egal, wann und wie stark der Schnitt erfolgt. Minze ist sehr robust und regeneriert sich sehr gut von der Schnittmaßnahme. Auch was kalte Temperaturen angeht, ist Minze sehr robust. An sich ist kein besonderer Schutz erforderlich. Um jedoch auf Nummer sicher zu gehen, kann man die Minze auch vor Frost schützen. Einerseits können die im Herbst absterbenden Pflanzenteile erst im Frühjahr zurückgeschnitten und den Winter über noch als wärmender Schutz belassen werden. Zusätzlich können Sie die Pflanze mit Zweigen oder Laub abdecken. Pflanzen im Topf können auf der Terrasse mit Gartenvlies eingewickelt und so gewärmt werden.

Folgende Produkte bereiten Ihre Kräuter auf den Winter vor:
  • Floragard Kompost-Erde: Spezialerde aus unkrautfreiem Edelkompost und ausgesuchten Torfqualitäten. Sie versorgt Ihre Pflanzen lang anhaltend und gleichmäßig mit allen wichtigen Nährstoffe und der hohe Humusgehalt macht leichte und schwere Böden fruchtbar.
  • Jutesack/-decke: Zuverlässiger Schutz vor Kälte und Frost aus 100 % Jute. Dekoratives Naturgewebe mit langer Lebensdauer.
  • Gardena Gartenschere: Gartenschere mit geschliffenen, antihaftbeschichteten Messer und ein Untermesser aus rostfreiem Edelstahl sowie ergonomisch geformte Griffe.

Minze-Sorten: Unbegrenzte Vielfalt

Zwanzig bis dreißig verschiedene Arten sind in der Gattung der Minzen von Natur aus vertreten. Die verschiedenen Arten sind jedoch sehr gut miteinander vermehr- und kreuzbar. So entstehen auf natürlichem Wege schon diverse Minze-Hybriden mit unterschiedlichsten charakteristischen Eigenschaften. Wir stellen sowohl Klassiker als auch Exoten unter den Minzen kurz vor:

  • Ackerminze (Mentha arvensis)
    Gegenüber anderen Minze-Arten weist die Ackerminze eine Besonderheit hinsichtlich der Anordnung ihrer Blüten auf. Während diese für gewöhnlich eine sogenannte Scheinähre am Sprossende ausbilden, erscheinen bei der Ackerminze die Blütenstände in den Achseln normaler Blätter.
Ackerminze Blüte nahaufnahme

Die Blüten der Ackerminze sind zart und leicht violett gefärbt [Foto: Superior National ForestCC BY 2.0]

  • Ananasminze (Mentha rotundifolia variegata)
    Die Ananasminze zählt zu den fruchtigen Minze-Arten. Das fruchtige Aroma geht auf Kosten des Mentholgehaltes. Aufgrund ihrer panaschierten Blätter – das heißt, dass diese in einem weiß-grünen Muster gefärbt sind – ist sie nicht nur ein aromatisches Kraut, sondern auch eine zierende Pflanze. Allerdings ist sie deshalb auch etwas empfindlicher und kann frostige Temperaturen nicht so gut ab wie andere Minze-Arten.
Ananasminze

Die Ananasminze schmeckt tatsächlich nach Ananas [Foto: ChWeiss/ Shutterstock.com]

  • Bachminze (Mentha aquatica)
    Sie ist auch als Wasserminze bekannt. Das ist schon an dem „aquatica“ im botanischen Namen zu erkennen. Sie fühlt sich überall dort wohl, wo es nass, sumpfig oder feucht ist. Doch der exquisite bevorzugte Standort ändert nichts an der Heilwirkung der Wasserminze im Vergleich zu anderen Minze-Arten.
Bachminze Blüte am Wasser

Vielleicht finden Sie bei Ihrem nächsten Spaziergang auch eine Bachminze [Foto: Andreas RocksteinCC BY-SA 2.0]

  • Bergamottminze (Mentha x piperita citrata)
    Diese Minze-Hybride ist vor allem aus der vornehmen englischen Küche bekannt. Ein klarer Vorteil ist die besonders ausgeprägte Frosthärte.
  • Grapefruitminze (Mentha suaveolens x piperita) Genau wie die Ananasminze gehört die Grapefruitminze zu den Frucht-Minzen. Das fruchtig-frische Aroma der Grapefruit darf in dieser Reihe der Minzen natürlich nicht fehlen. Im Vergleich ist diese Minze ein sehr spät austreibender Vertreter. So kann man mit einer Grapefruitminze im Garten die Zeit bis zur Blüte, die das Aroma deutlich verringert, hinauszögern und länger bis in den Sommer hinein das aromatische Blattmaterial ernten.
  • Grüne Minze (Mentha spicata)
    Die Grüne Minze ist ein sehr milder, weniger scharfer Vertreter der Minzen. Sie ist sogar eher etwas süßlich im Geschmack. Sie ist im Anbau weit verbreitet und ihr Aroma findet in vielen Produkten, die zu einem frischen Atem verhelfen sollen, Verwendung.
Grüne Minze im Garten nah

Die Blätter der Grünen Minze sind eher mild im Geschmack [Foto: Forest and Kim StarrCC BY 2.0]

  • Mojito-Minze (Mentha nemerosa)
    Ihr eigentlicher Trivialname im Deutschen lautet Hemmingway-Minze. Aufgrund ihrer Beliebtheit in Zubereitung des gleichnamigen Cocktails wird diese Hybride auch als Mojito-Minze bezeichnet. Die winterharte Staude eignet sich hervorragend zum Anbau im Topf und ist somit jederzeit in der Küche griffbereit.
  • Pfefferminze (Mentha × piperita)
    Auch die berühmte Pfefferminze ist keine Wildart der Minze, sie ist ebenfalls aus der Kreuzung zweier Arten hervorgegangen. Der hohe Gehalt an dem ätherischen Öl Menthol lässt die Pfefferminze zu einer besonders aromatischen und intensiven Minze-Art werden. Die daraus resultierende antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung lässt die Pfefferminze als Tee aufgebrüht zu einem Klassiker bei Erkältungen werden.
Pfeffrminze Pflanze

Pfefferminze zählt zu den beliebtesten Kräutern [Foto: SUJITRA CHAOWDEE/ Shutterstock.com]

  • Poleiminze (Mentha pulegium)
    Die Poleiminze ist zwar auch wuchskräftig, allerdings wächst sie nicht wie die meisten Verwandten in die Höhe, sondern kriecht über den Boden.
  • Rossminze (Mentha longifolia)
    Aus dem botanischen Namen dieser Minze-Art kann man schon erahnen, dass sie auch „langblättrige Minze“ genannt wird. Die typisch behaarten Blätter der Minze sind in diesem Falle vergleichsweise lang aber nicht sonderlich breiter. Je nach Herkunft der langblättrigen Minze werden noch diverse Unterarten innerhalb dieser Art unterschieden.
  • Rundblättrige Minze (Mentha suaveolens)
    Genau wie die zuvor beschriebene Rossminze zeichnet sich die rundblättrige Minze durch die charakteristische Form der Blätter aus. Allerdings sind sie in diesem Falle eher breit und rundlich als lang.

Minze richtig ernten

Minze ist im Aroma am intensivsten, sofern sich noch keine Blüten ausgebildet haben. Der Frühsommer ist deshalb der beste Zeitpunkt für die Ernte. Denn dann haben die Minzepflanzen auch schon wieder ausreichend Blattmasse nach dem Winterschlaf entwickelt. Die Triebe können einfach bodennah abgeschnitten werden, da Minze sehr gut und schnell wieder austreiben kann.

Minze ernte mit Schere

Mit einer speziellen Ernteschere lassen sich einzelne Triebe leicht abschneiden [Foto: StacieCC BY-SA 2.0]

Natürlich kann man auch einzelne Blätter abernten. Eine letzte große Ernte kann vor den ersten Frösten im Herbst eingefahren werden. Dann bietet es sich auch besonders an, die letzte Ernte zu lagern und länger haltbar zu machen.

Minze aufbewahren und frisch halten

Wird die geerntete Minze in ein feuchtes Küchentuch eingeschlagen und in den Kühlschrank gelegt, kann man die Verwendbarkeit bereits um einige Tage verlängern. Das Einfrieren der Minze empfiehlt sich nicht, da das Kraut dadurch sehr stark an Aroma einbüßt. Um Minze für einen längeren Zeitraum verwendbar zu machen, bietet es sich an, die Minze zu trocknen.

Minze getrocknete Blättter in der HAnd

Gut getrocknete Minze ist für mehrere Monate als Gewürz und Heilkraut verwendbar [Foto: hanif66/ Shutterstock.com]

Dazu werden die geernteten Triebe der Minze zusammengebunden und kopfüber aufgehängt und an einem möglichst trockenen Ort luftgetrocknet. Ein dunkler Ort ist für die Trocknung der Minze ebenfalls von Vorteil, da durch die Abgeschiedenheit vom Sonnenlicht weniger an Aroma eingebüßt wird. Gut getrocknete Minze ist für mehrere Monate als Gewürz und Heilkraut verwendbar und kann so durch den Winter ohne frische Ernte bis in das nächste Frühjahr führen.

Minze: Inhaltstoffe und Verwendung

Wie der Gattungsname Mantha bereits bekräftigt, zeichnet die Minze das ätherische Öl „Menthol“ aus. Für das intensive und vielfältig ausgeprägte Aroma ist die Minze bekannt. So kann man die aromatischen Blätter erntefrisch zum Tee aufbrühen. Dabei wird auf die bekannte Pfefferminze als wohltuendes Heilkraut beispielsweise bei Unwohlsein in der Bauchregion oder bei Erkältungen zurückgegriffen. Außerdem kann aus den Blättern ein Destillat hergestellt werden. Das konzentrierte ätherische Öl ist beispielsweise zum Einreiben verspannter Muskulatur und zur Inhalation geeignet. Doch das konzentrierte Öl sollte nicht in reiner Form verwendet und von Schwangeren gemieden werden.

Minze wird auch für einige kulinarische Highlights verwendet: Minzcreme von dunkler Schokolade umgeben ist für viele ein Leckerbissen. Und auch in der Welt des Alkohols ist die Minze beliebt: Als Pfefferminzschnaps oder im Cocktail-Klassiker Mojito ist die aromatische Minze natürlich auch zu genießen.

David

Ich bin Student der Gartenbauwissenschaften und zudem gelernter Zierpflanzengärtner. Das Thema Anbau lässt mich seit meiner Kindheit einfach nicht los: Egal, ob auf der kleinen Stadtfensterbank oder im großzügigen Garten - Gärtnern muss ich auch in meiner Freizeit immer und überall.
Lieblingsobst: Himbeeren
Lieblingsgemüse: Brokkoli

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