skip to Main Content

Petersilie: der Klassiker in der Küche

Sie ist das beliebteste Küchenkraut der Deutschen – die Petersilie. Damit sie erfolgreich im eigenen Garten wächst, sind einige Tricks zu beachten.

Petersilie im Garten im Topf anpflanzen

Auch in einem schönen Tontopf können Sie Petersilie anpflanzen [Foto: weisserstierCC BY 2.0]

Die Blattpetersilie (Petroselium crispum ssp. crispum) gehört genau wie die eng verwandte Knollenpetersilie (Petroselium crispum ssp. tuberosum) zu der Familie der Doldengewächse (Apiacea). Diesen Artikel widmen wir jedoch ausschließlich dem im Mittelmeerraum beheimatetem Star – der Blattpetersilie. Bekannt ist sie vor allem wegen ihrer Verwendung zum Garnieren jeglicher Gerichte. Hier bevorzugen die einen die glattblättrige Petersilie, während andere lieber Petersilie mit krausen Blättern zum Verzieren und Würzen verwenden. Die Variation der Blattform soll den Petersilienfan dabei vordergründig vor einer folgenschweren Verwechslung schützen: Die glattblättrige Petersilie sieht der Hundspetersilie (Aethusa cynapium) sehr ähnlich. Der Verzehr dieser Giftpflanze kann jedoch in schlimmen Fällen bis zur Atemlähmung führen. Deshalb widmeten sich bereits Mönche im Mittelalter der Züchtung einer krausblättrigen Petersilie, welche sich nun einer großen Beliebtheit in Garten und Küche erfreut.
Synonyme: Peterle, Petersil, Peterli, Silk

Anbau der Blattpetersilie

Bei der Standortwahl für das zweijährige Kraut sind einige Dinge zu beachten: So sollte die Petersilie keinesfalls direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden. Außerdem wird ein nährstoff- und humusreicher Boden bevorzugt. Dieser sollte zwar lehmig, aber dennoch locker und gut entwässert sein. Staunässe sollte strikt vermieden werden, da ansonsten das Wachstum stoppt und die Pflanzen vergilben. Außerdem muss darauf geachtet werden, dass der Standort regelmäßig gewechselt wird. Wo im Vorjahr Petersilie angebaut wurde, sollte nun weder Petersilie noch ein anderer Vertreter der Doldengewächse (z.B. die Mohrrübe) wachsen. Doldenblütler sind nämlich hochgradig selbstunverträglich. Deshalb sollte mindestens vier bis fünf Jahre abgewartet werden, bis an dem gleichen Standort erneut Petersilie kultiviert wird.

Die Blattpetersilie wird über Aussaat vermehrt. Sobald der Boden nach dem Winter frei von Frost ist, kann die Aussaat ins Freiland vorgenommen werden. Dabei kann diese auch zeitlich versetzt in mehreren Etappen bis in den Monat Juni erfolgen. Wird in ein Frühbeet ausgesät, kann das auch noch im Herbst geschehen. In dem Frühbeet werden die empfindlichen Keimlinge nämlich vor Kälte geschützt. Ein Pflanzenabstand ist nicht zu berücksichtigen. Wenn jedoch in Reihen ausgesät wird, sollte ein Abstand von 20 cm zwischen den Reihen eingehalten werden. Auch wenn die Keimlinge der Petersilie relativ unempfindlich gegenüber späten Frösten im zeitigen Frühjahr sind, sollte eine spätere Aussaat ab April/Mai bevorzugt werden. Ist das Aussaatbett nämlich durch mildere Temperaturen bereits etwas aufgewärmt, keimen die Petersilie-Samen leichter und schneller. Förderlich für das Auflaufen der Samen kann es auch sein, das Saatgut vor der Aussaat für einige Stunden in lauwarmes Wasser zu legen und etwas vorquellen zu lassen.

Petersilie ist zweijährig. Das bedeutet, dass die Pflanze im ersten Jahr – das Jahr der Aussaat – nur wächst und an Blattmasse zulegt. Im zweiten Jahr wechselt die Petersilie dann in das sogenannte generative Wachstum. Es bilden sich grüne Blütenstände aus und auch die Samen werden gebildet. Nach der Blüte stirbt die Pflanze dann ab. In der Hauptwachstumszeit sollte ausreichend gewässert werden. Staunässe jedoch unbedingt vermeiden! Die Petersilie benötigt zwar eine gute Nährstoffversorgung, doch sollte nicht in der Kultur gedüngt werden. Das Düngen ist nämlich schädlich für das Aroma der Petersilie. Auf organische Dünger reagiert sie dabei besonders empfindlich. In einer Topfkultur sollte ebenso verhalten gedüngt werden. Es empfiehlt sich, einmal monatlich in geringer Dosierung einen Volldünger zu geben.
Die Überwinterung der Blattpetersilie ist unkompliziert und es muss kein Schutz der Pflanze vorgenommen werden. Dennoch kann Petersilie auch im Topf an einem hellen Fenster im Haus überwintert werden. Das hat den Vorteil, dass auch im Winter frische Petersilie zur Verfügung steht.

Folgende Produkte haben sich bei uns bewährt:
  • Floragard Bio Kräuter- & Aussaaterde: Hochwertige Spezialerde zur Anzucht von Pflanzen oder Kultivierung von Kräuter. Die feine und lockere Struktur sorgt für eine gute Wasseraufnahme, eine sichere Keimung und ein kräftiges Wachstum.
  • Anzuchttöpfe: Aus natürlichem Torf mit Spurennährstoffen für ein kontrolliertes Wachstum der Sämlinge.
  • Zimmergewächshaus: Mini-Gewächshaus mit wasserdichter Plastikwanne und durchsichtiger Abdeckhaube.

Petersiliensorten

Die Blattpetersilie wird in zwei Kategorien unterteilt:

  • Sorten vom Typ ‚Mooskrause‘ besitzen die typische Kräuselung im Laub
  • Sorten vom Typ ‚Einfache‘ besitzen das glatte Blatt

Eine große Variation ist bei den Petersilien nicht festzustellen. Eine größere Vielfalt an Blattfarbe und –form ist bei einer Verwandten der Blattpetersilie festzustellen: Die Japanische Petersilie (Cryptoptaenia japonica) fällt durch eine größere Variation als ihre europäische Verwandten auf.

  • Gigante d´Italia: glattblättrige Sorte, die sich durch ihre großen, dunkelgrünen Blätter mit intensivem Aroma auszeichnet.
  • Einfache Schnitt 2: auffällig dunkelgrünes Laub und kräftige Stiele, sehr aromatisch und robust.
  • Mooskrause 2 Immergrün: weniger schnelles typisches Vergilben der Blätter
  • Afrodite: Aromapetersilie, die besonders würzig und aromatisch ist.
  • Gigante di Napoli: glattblättrige Sorte, die bereits früh bis mittelfrüh Erntereife erreicht.
  • Grüne Perle: krause Varietät, die sich durch dichtgefüllten und kräftig gestielten Blätter hervorhebt.
  • Riccio Verde: Mittelreife Mooskrause mit besonders kompaktem Wuchs.

Ernte und Lagerung von Petersilie

Bei der Ernte ist Vorsicht geboten: Die glatte Blattpetersilie ist leicht mit der giftigen Hundspetersilie verwechselt werden. Das kann fatale Folgen haben, denn die Hundspetersilie kann bei fälschlichem Verzehr bis zur Lähmung der Atemwege führen. Anstatt grüner Blütenstände bildet die Hundspetersilie weiße Blütenstände aus. Ist jedoch noch keine Blüte vorhanden, kann der gefährliche Doppelgänger der Blattpetersilie durch einen strengen, unangenehmen Geruch beim Zerreiben der Blätter überführt werden.
Die Blattpetersilie sollte grundsätzlich am besten frisch geerntet und verwendet werden. Deshalb gilt auch: Nur so viel aus dem Pflanzenbestand entnehmen, wie gerade benötigt wird. Die Pflanzen können bereits im ersten Jahr beerntet werden. Dabei werden einzelne Seitentrieben von der Pflanze abgeschnitten, sodass der Haupttrieb erhalten bleibt und neue Blattmasse produzieren kann. Im zweiten Standjahr der Petersilie sollte nur solange geerntet werden, bis die Blüte eintritt. Mit der Ausbildung der Blüte wird nämlich vermehrt das ätherische Öl Apiol produziert. Dies kann bei übermäßigem Konsum zum Zusammenziehen der Muskulatur von Gebärmutter und Verdauungsorganen führen. Aus diesem Grund sollten Sie Petersilie auch nicht an trächtige Meerschweinchen oder andere Nager verfüttern, da die Wahrscheinlichkeit einer Frühgeburt sonst erhöht ist. Wenn keine Trächtigkeit vorliegt ist das Kraut ein gesundes Leckerchen für die kleinen Fellnasen.

Meerschweinchen fressen Petersilie

Meerschweinchen lieben Petersilie [Foto: Manuela SpaetCC BY 2.0]

Die Lagerung gestaltet sich bei frischer Petersilie äußerst schwierig. Nach dem Schnitt tritt umgehend eine Welke des Laubes ein. Deshalb ist es auch ganz normal, dass Petersilie auf dem Wochenmarkt immer die Blätter hängen lässt, obwohl sie im Wasser steht. Eingeschlagen zum Beispiel in einem feuchten Handtuch lässt sich die Petersilie jedoch bis zu zwei Tage im Kühlschrank lagern und weiterverwenden. Von einer Trocknung der Petersilie wird abgeraten, da sich hier ein totaler Aromaverlust einstellt. Werden die Blätter fein zerhackt und anschließend eingefroren, kann man die Verwendbarkeit der geernteten Petersilie noch um einige Monate verlängern.

Verwendung in der Küche

Weltweit bekannt ist die Petersilie wohl zum Würzen und Garnieren jeglicher Speisen. Selbst in Indien und dem kalten Russland wird dieses robuste zweijährige Kraut aus diesem Verwendungszweck angebaut. Neben der giftigen Hundspetersilie kann die Petersilie aber auch mit leicht mit Koriander (Coriandrum Sativum) – einem asiatischen Verwandten aus der Familie der Doldenblütengewächse – verwechselt werden. Koriander ist allerdings wesentlich schärfer in Geschmack und Geruch als unser Küchenkraut Nummer eins.

Neben der direkten erntefrischen Verwendung ist es wichtig, dass die Petersilie erst zum Ende der Zubereitung des Gerichtes hinzugegeben wird. Durch zu langes Mitkochen verliert die Petersilie nämlich schnell an Aroma.
Sowohl bei innerer Anwendung als Tee als auch äußerlich mit Kompressen aufgetragen, soll die Blattpetersilie förderlich für das Hautbild sein. Augenkompressen sind wohltuend bei brennenden Augen und das Kauen frischer Blätter kann bei einem unangenehmen Atem als Kaugummiersatz verwendet werden. Warum die Blattpetersilie jedoch einen Platz in unseren Gärten sicher haben sollte, ist zweifelsohne das Potential, jedes Gericht mit der gewissen Würze am Ende abzurunden.

 

 

David

Ich bin Student der Gartenbauwissenschaften und zudem gelernter Zierpflanzengärtner. Das Thema Anbau lässt mich seit meiner Kindheit einfach nicht los: Egal, ob auf der kleinen Stadtfensterbank oder im großzügigen Garten - Gärtnern muss ich auch in meiner Freizeit immer und überall.
Lieblingsobst: Himbeeren
Lieblingsgemüse: Brokkoli

Back To Top
[i]
[i]
[i]
[i]