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Pfefferminze: Ein echter Klassiker

In Deutschland zählt die Pfefferminze zu den beliebtesten Kräutern. Hier erfahren Sie alles über Anbau, Pflege und Ernte der Minze aus dem Küchengarten.

Pfefferminze im Garten anbauen

Pfefferminze zählt zu den beliebtesten Kräutern [Foto: Melanie ShawCC BY-ND 2.0]

Das erfrischende Aroma der Pfefferminze ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken – ob Kaugummi, Hugo oder Pfefferminztee, ohne Minze geht nichts mehr! Dabei ist Pfefferminze ganz einfach im Garten selbst anzubauen, sie vermehrt sich am idealen Standort sogar wie von selbst. Mit unseren Tipps steht der ersten Ernte von eigener Pfefferminze also nichts mehr im Wege!

Herkunft der Pfefferminze

Obwohl sich bereits im alten Ägypten Zeugnisse für die Verwendung von Minze finden, tauchte die heute allseits bekannte Pfefferminze (Mentha x piperita) erstmals im 17. Jahrhundert in England auf. Ihre Herkunft und Entstehung sind umstritten, aber es gilt als gesichert, dass sie als natürliche Hybride aus einer Kreuzung der Bachminze (Mentha aquatica) und der Grünen Minze (Mentha spicata) entstanden ist. Im Vergleich zu den in Europa heimischen Minzearten zeichnet sich die Pfefferminze durch ihren hohen Mentholgehalt und ihr erfrischend-pfeffriges Aroma aus – ein Grund für ihren Namen und ihre bis heute ungebrochene Beliebtheit.
Synonyme: Englische Minze, Teeminze, Peperminte, Feldminze, Braunheiligenkraut, Edelminze

Anbau von Pfefferminze im Garten

Pfefferminze gedeiht ausgezeichnet auf humosem, nährstoffreichem und feuchtem Boden. Um diese Bedingungen im heimischen Garten zu erfüllen, bietet es sich an, beispielsweise mit Laub oder Rasenschnitt um die Pflanzen herum zu mulchen, um die Austrocknung des Bodens zu verhindern. Häufig ist zu lesen, dass die Pflanzen zur Bildung des ätherischen Öls viel Sonne und Wärme brauchen. Das stimmt zwar zum Teil, aber dennoch bevorzugt die Pfefferminze einen halbschattigen Standort mit Schutz vor der starken Mittagssonne.

Ihr flachwachsendes Wurzelsystem bildet zahlreiche Ausläufer aus, so dass in kleineren Gärten bei der Pflanzung eine Wurzelsperre verwendet werden sollte, um den Wildwuchs in Zaum zu halten. In größeren Gärten kann dem Ausbreitungsdrang der Pfefferminze dagegen der entsprechende Freiraum eingeräumt werden. Eine weitere wirksame Methode zur Zähmung des Wildwuchses ist die Topfkultur. Diese eignet sich auch gerade für halbschattige Balkone und Terrassen. So kann man zur Blütezeit zwischen Juni und September einerseits Anblick und Duft der filigranen Blüten genießen und ist andererseits den ganzen Sommer über mit frischen Minzblättern für Tees, Cocktails und Salate versorgt.
In der kalten Jahreszeit empfiehlt sich ein leichter Winterschutz aus Reisig.
Eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung finden Sie in unserem Artikel Pfefferminze: So klappt der Anbau im eigenen Garten.

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Pfefferminze: Sorten

Die verschiedenen Sorten der Pfefferminze unterscheiden sich nicht nur in Wuchs und Aussehen, sondern bringen zu dem eine Vielfalt von Düften und Aromen ins Beet. Darunter befinden sich zahlreiche traditionelle Sorten, die schon seit über 100 Jahren im Profianbau verwendet werden. Auch in Deutschland, genauer gesagt östlich von München wurde der Anbau von Pfefferminze noch bis in die 1970er Jahre kommerziell für die Produktion von Tee und ätherischem Öl betrieben. Der überwältigende Duft der wogenden Pfefferminzfelder ist heute weitestgehend aus der Gegend verschwunden, doch die damals so geschätzte Sorte hat dank des Erhaltungsanbaus des Eichenauer Pfefferminzmuseums überlebt und kann heute auch im heimischen Hobbygarten angebaut werden.
Noch mehr Informationen erhalten Sie in unserer Sortenübersicht.

Neben Traditionssorten gibt es allerdings auch viele Neuzüchtungen, die mit außergewöhnlichen Aromen überraschen. Es lohnt sich also, mehr als eine Sorte Pfefferminze anzubauen und die ganze Geschmackspallette zu genießen.

Vermehrung von Pfefferminze

Da es sich bei der Pfefferminze um eine Kreuzung aus Bachminze und der Grüner Minze handelt, sind die Pflanzen weitestgehend steril. Statt durch Samen wird also durch Teilung, Wurzelausläufer und Stecklinge vermehrt. Der Ausbreitungsdrang, den viele Sorten an den Tag legen, sorgt dafür, dass immer genügend Pflanzenmaterial zur Vermehrung zur Verfügung steht. Dafür werden einfach bewurzelte Ausläufer von der Pflanze  abgetrennt und separat eingepflanzt, entweder direkt ins Freiland oder in ein Pflanzgefäß.

Ableger von Pfefferminze auspflanzen

Die bewurzelten Ausläufer werden abgetrennt und separat eingepflanzt [Foto: SaraCC BY-ND 2.0]

Pflege: Düngung und Schnitt von Pfefferminze

Aufgrund ihrer Herkunft ist die Pfefferminze an die klimatischen Bedingungen in Mitteleuropa angepasst und hier deshalb besonders pflegeleicht – also eine perfekte Pflanze für Einsteiger! Am wohlsten fühlt sich die Pfefferminze auf humosem Boden – eine leichte Düngung im Frühjahr, zum Beispiel mit Kompost, ist deshalb genau das Richtige.
Da die Pfefferminze sich jeden Winter ins Erdreich zurückzieht, um im Frühjahr neu durchzutreiben, sind keine aufwändigen Schnittmaßnahmen nötig. Allerdings verzeiht die Pfefferminze auch einen Radikalschnitt, beispielsweise zur Ernte oder bei Schädlingsbefall. Lediglich im Herbst ist ein bodennaher Rückschnitt zu empfehlen, damit die Pflanze im nächsten Jahr wieder frisch durchstarten kann.

Ernte und Lagerung von Pfefferminze

Vereinzelte Blätter und Triebspitzen können ganzjährig nach Bedarf gepflückt werden. Die Haupterntezeit liegt allerdings kurz vor der Blüte im Juli. So können Sie auch im Winter auf Pfefferminztee aus eigenem Anbau zurückgreifen. Dabei werden meist nur die oberen Triebteile der Pflanzen verwendet. Es ist aber auch möglich, die Triebe bodennah abzuschneiden. Die Pflanze treibt kurz darauf neu aus. Die Triebe können anschließend getrocknet werden.

Eine gute Alternative zum Trocknen ist das Einfrieren von Pfefferminzblättern. Dazu werden die Pfefferminzblätter klein geschnitten und mit etwas Wasser in einer Eiswürfelform eingefroren. Die perfekt portionierten „Pfefferminzwürfel“ können dann einzeln für die unterschiedlichsten Gerichte verwendet werden.

Pfefferminze und Brennesseln aus dem eigenen Garten im Korb

Eine reiche Ernte von Pfefferminze und Brennesseln aus dem eigenen Garten [Foto: Cristina SanvitoCC BY 2.0]

Inhaltsstoffe und Verwendung der Pfefferminze in Küche und Haushalt

Der Hauptwirkstoff der Pfefferminze ist das ätherische Öl, doch auch Gerbstoffe, Flavonoide und weitere sekundäre Pflanzenstoffe sind in den heilkräftigen Kraut enthalten. Gerade nach einem schweren Festtagsessen ist Pfefferminztee das Getränk der Wahl, da er die Fettverdauung anregt – sicherlich gesünder als ein Schnaps! Während die Pfefferminze beispielsweise aus der englischen Küche auch bei herzhaften Gerichten nicht wegzudenken ist – man denke nur an die berühmte Pfefferminzsauce zum Lamm – ist das Kraut in Deutschland vor allem in Getränken wie Tees, Cocktails, Erfrischungsgetränken und Smoothies beliebt.

Bekannte Beispiele sind der Hugo oder der Mojito. Doch in Bezug auf herzhafte Gerichte sollten wir experimentierfreudiger werden, gibt es doch allerhand vielversprechende Geschmackskombinationen, denen durch das erfrischende Minzaroma der letzte Kick verliehen werden kann. Gerade Gerichte der mediterranen Küche profitieren häufig von etwas Pfefferminze.

Noch mehr Wissenswertes finden Sie in unserem Artikel Pfefferminze: ernten und verwenden.

Krankheiten und Schädlinge der Pfefferminze

Pfefferminzpflanzen können sowohl von tierischen Schädlingen als auch von Pilzkrankheiten befallen werden. Zwar kann man gegen Schädlinge auch auf Pflanzenschutzmittel aus dem Fachhandel zurückgreifen, allerdings sollte man bei Küchenkräutern generell natürlich nur ungiftige Hausmittel anwenden, um Rückstände der Pflanzenschutzmittel auf dem eigenen Teller zu vermeiden. Gegen tierische Schädlinge, wie Blattläuse und Erdflöhe, können gezielt Nützlinge eingesetzt werden, die die Plagegeister einfach auffressen. Gegen Blattläuse hilft zudem das mehrmalige Spritzen mit Seifenlauge.

Pfefferminzpflanzen können auch von Echtem Mehltau befallen werden, der durch einen weißen abwischbaren Belag auf der Blattoberseite erkennbar ist. Als Mittel zur biologischen Vorbeugung und Bekämpfung bietet sich das Spritzen mit Ackerschachtelhalmextrakt an, das es mittlerweile fertig im Fachhandel zu kaufen gibt. Betroffene Pflanzenteile sollten aber sofort entfernt werden, um die Ausbreitung des Pilzes zu vermeiden. Ein bodennaher Radikalschnitt kann meist bedenkenlos angewendet werden, da die Pfefferminze daraufhin wieder austreibt.

Besonders gefürchtet ist allerdings der Pfefferminzrost. Dieser Pilz fällt durch punktförmige, rostrote Flecken auf der Blattunterseite und gelbliche Flecken auf der Blattoberseite auf. Für die Ernte sind die befallenen Pflanzen nicht mehr geeignet, da der Pilz unter anderem die Bildung des ätherischen Öls einbremst. Die betroffenen Pflanzen sollten radikal zurückgeschnitten werden. Meist treiben sie anschließend befallsfrei wieder aus. Bei besonders hartnäckigem Befall oder anfälligen Sorten kann eine Verpflanzung helfen. Zu viel Schatten und zu dicht stehende Pflanzen können einen Befall mit Pfefferminzrost begünstigen.

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