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Quendel: Pflanzen, Schneiden & Co des wilden Thymians

Quendel wird auch Sand-Thymian oder wilder Thymian genannt und ist ein beliebtes Heilkraut. Wie man Quendel im Garten pflanzt und was bei der Pflege des sogenannten Sand-Thymians zu beachten ist, erfahren Sie hier.

Blühender Quendel in einer Wiese
Quendel wird auch Sand-Thymian oder Feld-Thymian genannt [Foto: Emilio100/ Shutterstock.com]

Quendel (Thymus serpyllum) ist ein wilder Verwandter des Echten Thymians (Thymus vulgaris). Das starkwüchsige Kraut setzen viele nicht selten als duftenden Bodendecker ein, an dem sich Bienen und andere Insekten laben. Aber auch als Heil- und Gewürzpflanze lässt sich der wilde Thymian nutzen. In diesem Artikel verraten wir Ihnen alles über Herkunft, verschiedene Sorten, Pflanzen, Pflege und die Verwendung von Sand-Thymian.

Quendel: Herkunft und Eigenschaften

Quendel zählt zur Gattung der Thymiane (Thymus) und gehört der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) an. Er ist auch unter den Namen Sand-Thymian, Feld-Thymian, wilder Thymian, Feldkümmel oder Rainkümmel bekannt. Ursprünglich ist der wilde Thymian in Mitteleuropa heimisch. Besonders wohl fühlt er sich dort an sonnigen, warmen und steinigen Plätzen wie auf Sandtrockenrasen, in Kiefernwäldern und auf Dünen.

Quendel ist ein immergrüner, bodendeckender Halbstrauch, der zwei bis zehn Zentimeter hoch wachsen kann. Er ist ein prima Bodendecker und kann ganze, dicht bewachsene Teppiche bilden. Die Blätter der Pflanze sind lanzettlich geformt, glatt, grün und aromatisch duftend.
Die Blütezeit des Sand-Thymians reicht von Juni bis September. Dann bildet Quendel unzählige kleine, je nach Sorte weiße, rote oder rosafarbene bis violette Blüten, die schon von Weitem stark würzig duften. Die Blüten werden gerne von Bienen und anderen Insekten angeflogen und dienen den hilfreichen Nützlingen als Nahrungsquelle.

Tipp: Wer von summenden und brummenden Tierchen im Garten nicht genug bekommen kann und ein Herz für Bienen, Schmetterlinge und Insekten hat, dem empfehlen wir unser Plantura Bio-Saatgut „Nützlingsmagnet“, „Schmetterlingstreff“ oder „Bienenweide“. Die speziellen, insektenfreundlichen Saatgutmischungen bieten einen Lebensraum und eine Nahrungsquelle für zahlreiche kleine Helfer im Garten.

Die besten Sand-Thymian-Sorten

Die unterschiedlichen Sand-Thymian-Sorten unterscheiden sich vor allem in ihrer Blütenfarbe.

Quendel mit weißen Blüten
Einige Quendel-Sorten blühen weiß [Foto: Manfred Ruckszio/ Shutterstock.com]

Einige empfehlenswerte Quendel-Sorten:

Quendel pflanzen

Sand-Thymian kommt gut in Steingärten zur Geltung und eignet sich, Pflasterfugen zu bepflanzen. Auch als Dachbegrünung und natürlich im Kräuter- und Duftbeet ist Quendel eine echte Augenweide. Wann und wo Sie Sand-Thymian am besten pflanzen und wie Sie dabei richtig vorgehen, erklären wir im folgenden Abschnitt.

Wann pflanzt man Sand-Thymian?

  • Vorziehen auf der Fensterbank im März
  • Ende Mai auspflanzen

Wo wird Quendel gepflanzt?

  • Möglichst sonnig und warm
  • Liebt sandige Böden
  • Bevorzugt nährstoffarme und trockene Erde
  • Kalkreiche Böden meiden

Tipp: Sand-Thymian eignet sich zudem wunderbar zum Bepflanzen von Trockenmauern.

Quendel als Bepflanzung einer Trockenmauer
Sand-Thymian eignet sich gut zum Bepflanzen von Trockenmauern [Foto: Werner Spiess/ Shutterstock.com]

Wer keine Pflanzen kaufen möchte, kann Sand-Thymian säen. Es lohnt sich, das Kraut im Frühling auf der Fensterbank vorzuziehen, da die sehr kleinen und feinen Samen eine Direktsaat im Beet erschweren. Quendel ist außerdem ein Lichtkeimer und sollte höchstens mit einem Zentimeter Erde bedeckt werden. Für die Aussaat empfehlen wir unsere Plantura Bio-Kräuter- & Aussaaterde, die für den Sand-Thymian etwas mit Sand abgemagert werden sollte.

Ab Ende Mai können Sie die vorgezogenen oder gekauften Pflänzchen nach draußen ins Beet oder in den Topf pflanzen. Auch im Beet ist es wichtig, zu schwere, lehmige Böden mit Sand abzumagern, um gute Wachstumsbedingungen für den Feld-Thymian zu schaffen. Heben Sie zum Pflanzen Pflanzlöcher aus, die doppelt so breit im Durchmesser sind wie die Pflanztöpfe. Nun werden die Sand-Thymian-Pflänzchen nur so tief in die Erde gesetzt, wie sie auch im Topf standen. Der Pflanzabstand im Beet sollte 20 bis 30 Zentimeter betragen. Füllen Sie die Pflanzlöcher mit Erde auf und gießen Sie gut an.

Zum Pflanzen im Topf legen Sie zunächst eine Drainageschicht aus Tonscherben oder Blähton an, damit das Wasser die Möglichkeit hat, gut abzufließen, und keine Staunässe entsteht. Nun befüllen Sie den Topf mit einer guten Kräutererde, die Sie mit Sand vermischen. Unsere Plantura Bio-Kräuter- & Aussaaterde bietet beste Wachstumsbedingungen für Kräuter aller Art. Nach dem Einpflanzen gießen Sie den Quendel gut an, entfernen aber alles überschüssige Wasser aus dem Übertopf.

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Quendel pflanzen im Überblick:

  • Beet auflockern und Unkraut entfernen
  • Schwere Böden mit Sand abmagern
  • Pflanzlöcher ausheben
  • Pflanzabstand: 20 – 30 cm
  • Pflänzchen nur so tief in die Löcher setzen, wie sie auch im Topf standen
  • Angießen

Tipp: Quendel verträgt sich im Beet in Mischkultur gut mit Bohnenkraut (Satureja), Rosmarin (Rosmarinus officinalis), Zitronenmelisse (Melissa officinalis), Lavendel (Lavandula angustifolia) und Salbei (Salvia). Weniger gern steht er neben Majoran (Origanum majorana) oder Pfefferminze (Mentha x piperita). Welche Kräuter noch gut zusammenpassen, können Sie in unserer Übersichtstabelle nachschauen.

Sand-Thymian pflegen

Quendel ist ein äußerst pflegeleichtes und anspruchsloses Gewächs. Erst einmal gepflanzt, wächst es quasi wie von selbst und Sie müssen sich kaum noch darum kümmern.

Sand-Thymian gießen und düngen

Trockenheit verträgt der wilde Thymian ohne Probleme. Selbst langanhaltende Trockenperioden machen ihm nichts aus. Deshalb müssen Sie das Kraut im Grunde auch nie gießen. Für gelegentliche Gaben von Kompost oder einem Dünger mit organischer Langzeitwirkung wird sich der Quendel mit einem üppigen Wuchs bei Ihnen bedanken. Unser Plantura Bio-Universaldünger enthält alle wichtigen Nährstoffe, die der Feld-Thymian braucht und gibt diese schonend und langsam an die Pflanze ab. So besteht keine Gefahr der Überdüngung.

Quendel-Pflege im Überblick:

  • Verträgt auch längere Trockenperioden ohne Probleme
  • Keine Wassergaben nötig
  • Gelegentlich mit Kompost oder einem Dünger mit organischer Langzeitwirkung düngen
  • Plantura Bio-Universaldünger eignet sich bestens zum Düngen von Feld-Thymian
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Sand-Thymian schneiden

Sand-Thymian ist schnittverträglich und sollte einmal im Jahr radikal zurückgeschnitten werden. Das regt einen starken Wuchs an und beugt Verholzung vor. Im Frühjahr vor dem Neuaustrieb schneiden Sie den Halbstrauch kräftig bis auf den verholzten Teil zurück. Zusätzlich können Sie nach der Blüte die Triebspitzen kappen.

Wilden Thymian überwintern

Da er in Mitteleuropa heimisch ist, ist Sand-Thymian winterhart und kann ohne besonderen Schutz im Garten überwintern. Lediglich Topfpflanzen benötigen einen Frostschutz, da die Erde im Topf leicht durchfrieren kann. Dazu schützen Sie den Topf von unten, indem Sie ihn auf eine Holzplatte stellen. Der Topf wird mit Kokosmatten, Luftpolsterfolie oder Jutesäcken isoliert. Von oben kann die Pflanze mit Reisig geschützt werden. Wichtig ist es, den Sand-Thymian im Topf an einen geschützten Ort zu stellen, wo er kein Wasser abbekommt. Alternativ kann Ihr Quendel im Topf den Winter auch in einem frostfreien Schuppen oder im kühlen Treppenhaus gut überstehen.

Quendel vermehren

Feld-Thymian lässt sich leicht über drei verschiedene Methoden vermehren.

Möglichkeiten, Sand-Thymian zu vermehren:

  • Teilung
  • Selbstaussaat
  • Kopfstecklinge

Quendel sät sich verlässlich selbst aus. Dazu müssen Sie nur die Pflanzen ungestört blühen lassen.

Tipp: Wer nicht möchte, dass sich der Sand-Thymian unkontrolliert im Garten ausbreitet, schneidet ihn vor der Blüte zurück. Auf diese Weise kann er sich nicht selbst aussäen.

Alle drei Jahre kann Quendel geteilt und somit vermehrt werden. Dazu nehmen Sie einen Spaten und graben die Pflanze aus. Danach stechen Sie mit dem Spaten den Wurzelballen in zwei gleich große Teile. Für die vegetative Vermehrung durch Kopfstecklinge schneiden Sie im frühen Sommer circa zehn Zentimeter lange, verholzte Seitentriebe. In Anzuchterde bewurzeln die Stecklinge am besten in einem selbstgebastelten Mini-Gewächshaus.

Sand-Thymian ernten & lagern

Quendel ernten Sie vornehmlich bevor er zu blühen anfängt, also vom Frühjahr bis zum Juni. Aber auch im Zeitraum von Juni bis September blühender Sand-Thymian kann geerntet und in der Küche oder als Heilkraut Verwendung finden. Allerdings hat das blühende Kraut deutlich weniger Aroma. Zupfen Sie zum Ernten einige Triebe nach Bedarf mit der Hand von der Pflanze ab oder schneiden Sie ganze Büschel mit einer scharfen Schere.

Hand hält Quendelblüten
Quendel kann fast ganzjährig geerntet werden [Foto: Vojce/ Shutterstock.com]

Feld-Thymian hält sich frisch nur wenige Tage. Die gängigste Methode zur Lagerung stellt das Trocknen dar. Dazu werden die geernteten Stängel in Bündeln zusammengefasst und kopfüber an einem mindestens 20 °C warmen und trockenen Ort aufgehängt, bis sich die Blätter einfach mit dem Finger zerreiben lassen. Alternativ lässt sich das Kraut auch im Backofen trocknen. Auch durch Einfrieren, Einlegen in Öl oder Salz kann Quendel konserviert werden.

Verwendung von wildem Thymian als Heilpflanze

Ist Sand-Thymian essbar? Ja, der wilde Thymian kann genauso wie sein „echter“ Verwandter verzehrt werden. Verwendet wird das aromatische Kraut vor allem zum Würzen von mediterranen Gerichten. Es passt hervorragend zu Fleisch, Suppen, herzhaften Eintöpfen oder zu Kartoffelgerichten.

Quendel wurde bereits in der Antike und im Mittelalter als Heilkraut eingesetzt. Schon Hildegard von Bingen nutzte den Feld-Thymian, um Erkältungsbeschwerden und Husten zu lindern. Als Heilkraut kann Feld-Thymian ähnlich verwendet werden wie Echter Thymian. Dem Kraut wird nachgesagt, dass es bei Atemwegsbeschwerden, grippalen Infekten, Magen- und Darmerkrankungen, Blähungen und Sodbrennen hilft. Außerdem wird dem Quendel eine antibakterielle Wirkung zugesprochen; somit stärkt er auch das Immunsystem.

Weitere 11 Kräuter, die das Immunsystem stärken, finden Sie in unserem Spezialartikel.

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