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Römische Kamille: Pflanzen, Wirkung & Verwendung als Rasenersatz

Sie träumen schon lange von einem blütenreichen Duftrasen? Dann ist die Römische Kamille genau das Richtige für Sie, denn sie bildet dichte, duftende Blütenteppiche.

Römische Scheinkamille
Römische und Echte Kamille sehen sich sehr ähnlich [Foto: Mikulas P/ Shutterstock.com]

Die Römische Kamille (Chamaemelum nobile) ist ein hervorragender Rasenersatz, kann aber auch als bienenfreundliche Zierpflanze ins Beet gepflanzt werden. Wie das geht und was man bei der Pflege beachten sollte, erfahren Sie hier.

Römische Kamille: Herkunft und Eigenschaften

Die in West-, Südeuropa und Nordafrika verbreitete Römische Kamille (Chamaemelum nobile), oder auch Römische Scheinkamille, gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae). Sie sieht der Echten Kamille (Matricaria chamomilla) zum Verwechseln ähnlich und wird ebenso als Heil- und Küchenkraut verwendet.
Zudem wird sie häufig als Rasenersatz genutzt, denn selbst gelegentliches Betreten des Kamillen-Rasens tut dem Wachstum der Römischen Kamille keinen Abbruch. Aufgrund der aromatisch riechenden Blüten und Blätter duftet der Rasen leicht nach Äpfeln. Wegen dieser Verwendung wird die Römische Kamille auch Rasenkamille genannt. Sie bildet Bodentriebe aus, wodurch rasch ein dichter Teppich entsteht.
Die mehrjährige, krautige Pflanze entwickelt Blütenstände mit gelben Röhrenblüten im Inneren und weißen Zungenblüten am Rand. Die Laubblätter sind fein gefiedert und duften angenehm. Es werden Wuchshöhen von 20 bis 30, manchmal auch 40 cm erreicht. Von Bienen wird die Römische Kamille häufig besucht. Durch ihre Blütezeit von Juni bis Oktober bietet sie sogar im Herbst noch Nektar.

Römische Kamille mit Biene
Die Wildform der Römischen Kamille ist sehr bienenfreundlich [Foto: Igor_khabal/ Shutterstock.com]

Tipp: Aufgrund ihres aromatischen Dufts wird die Römische Kamille auch Badekamille genannt. Sie lässt sich hervorragend als wohltuender Badezusatz verwenden.

Was ist der Unterschied zwischen Römischer Kamille und Echter Kamille? Der Hauptunterschied zwischen der Echten Kamille und der Römischen Kamille ist ihre Lebensdauer. Römische Kamillen sind mehrjährig, treiben also nach dem Winter wieder aus. Echte Kamillen sind einjährig. Zudem bleibt die Römische Kamille mit circa 30 cm etwas kleiner als die Echte Kamille, die auch mal 50 cm hoch wird. Genauere Informationen zur Verwechslungsgefahr der Kamille erhalten Sie in diesem Artikel.

Römische Kamille pflanzen: Aussaat, Standort und Co.

Neben der Nutzung als Rasenersatz kann die Römische Kamille auch einfach als Zier- oder Nutzpflanze im Garten gepflanzt werden. Wie die Echte Kamille und die Färberkamille (Anthemis tinctoria) ist sie eher anspruchslos. Am besten sät man die Römische Kamille an einem Standort, der hell oder halbschattig ist. Der Boden muss locker und durchlässig sein, Staunässe darf nicht entstehen. Ist der Gartenboden recht lehmig, ist es empfehlenswert, Sand für eine bessere Durchlässigkeit unterzumischen. Ist der Untergrund hingegen sehr nährstoffarm, kann zur Verbesserung der Standortbedingungen ein hochwertiges Substrat wie beispielsweise unsere Plantura Bio-Universalerde eingearbeitet werden. Unsere Erde ist ebenfalls von einer lockeren, durchlässigen Struktur, stellt aber zusätzlich wichtige Nährstoffe wie Stickstoff und Kalium zur Verfügung. Lockern Sie den Boden auf und entfernen Sie Wurzelrückstände oder ungewollte Wildkräuter.
Die Römische Kamille wird durch Aussaat oder Pflanzung in den Garten gebracht. Um die Römische Kamille zu säen, sind das späte Frühjahr und der Spätsommer die besten Jahreszeiten. Feuchten Sie die Erde zuvor an und verteilen Sie das Saatgut darauf. Die Samen sollen nicht oder nur leicht mit Substrat bedeckt werden, denn es handelt sich um Lichtkeimer. Bei Temperaturen von 15 – 20 °C ist die Keimung schon nach etwa zwei Wochen zu erwarten. Hierbei sollte regelmäßig gewässert werden.

Römische Teppichkamille
Die Römische Kamille wächst als Bodendecker und kann blütenreiche Duftteppiche bilden [Foto: Mei Dud/ Shutterstock.com]

Römische Kamille als Rasenersatz

Da die Römische Kamille recht trittverträglich ist – das heißt, sie übersteht den ein oder anderen Fußabdruck problemlos – wird sie als Rasenpflanze eingesetzt. Zudem bildet sie Bodentriebe, durch die sich die Römische Kamille wie ein Teppich ausbreitet. Der angenehme Duft, der von den Blüten und Blättern ausgeht, ist ein weiterer Pluspunkt. Ganz so robust wie ein Rasen aus Gräsern ist der Kamillen-Rasen jedoch nicht.
Wer die Römische Kamille als Rasenersatz verwenden möchte, muss sich entscheiden, ob ein weißer Blütenteppich oder ein blütenloses Grün gewünscht ist. Neben der Wildform kommen hauptsächlich folgende Sorten in Frage:

‘Treneague’: Wird auch Römische Teppich-Kamille oder Englische Rasenkamille genannt. Sie bildet keine Blüten aus, sondern nur grünes Laub, wird nur etwa 10 cm hoch und breitet sich durch ihre Bodentriebe schnell aus.

Rasenkamille
Auch das Laub der blütenlosen Englischen Rasenkamille duftet herrlich [Foto: Danny Hummel/ Shutterstock.com]

‘Plena’: Diese Sorte entwickelt gefüllte Blüten, sodass ein blühender Teppich entsteht. Leider ist dies jedoch nicht bienenfreundlich. Zudem blüht sie steril – es werden also keine Samen ausgebildet.

Römische Kamille-Blüten
Die Sorte ‘Plena’ hat gefüllte Blüten [Foto: Dawn Quadling/ Shutterstock.com]

Als Vorbereitung für die Rasenaussaat sollte der Boden unbedingt von Wurzeln vorheriger Gewächse befreit werden. Schwere Böden werden mit Sand aufgelockert. Der Pflanzabstand beträgt beim Kamillen-Rasen 20 cm. Das heißt: Auf einen Quadratmeter kommen etwa elf Exemplare. Beim Aussäen kann man ruhig etwas großzügiger sein, da nicht jeder Samen zur Keimung kommt. Die Jungpflanzen können später pikiert werden. Der Standort sollte hell und sonnig sein, damit ein dichter und üppiger Rasen entsteht. Im ersten Spätsommer ist ein Schnitt angebracht, denn nun verzweigen sich die Pflanzen und wirken noch dichter. Ab dem folgenden Jahr kann der Kamillen-Rasen auch mit einem Rasenmäher bearbeitet werden.

Römische Kamille-Keimlinge
Die Römische Kamille keimt bei guten Bedingungen schon nach zwei Wochen [Foto: Martina Simonazzi/ Shutterstock.com]

Die richtige Pflege

In Sachen Pflege gibt es bei der Römischen Kamille nicht viel zu beachten, denn sie ist sehr genügsam. Mit trockenen Böden kommt sie gut zurecht und muss nur in langanhaltenden Trockenperioden gewässert werden. Wird die Römische Kamille als Rasenersatz gepflegt, kann auch etwas regelmäßiger gegossen werden, damit die Pflanzen üppig wachsen. Es darf jedoch keinesfalls zu Staunässe kommen.
Sogar eine Düngung der Römischen Kamille ist nur selten notwendig: Ihr reicht eine Gabe von Langzeitdünger im Frühjahr aus. Bei besonders armen Böden kann der Dünger im ersten Jahr schon vor der Aussaat eingearbeitet werden. Ein passendes Produkt ist zum Beispiel unser Plantura Bio-Universaldünger, der die Pflanzen durch seine Langzeitwirkung über drei Monate mit wichtigen Hauptnährelementen versorgt. Dabei unterstützt er nicht nur das Wachstum der Kamille, sondern auch ein aktives Bodenleben.

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Ein Rückschnitt fördert die Verzweigung der Pflanzen. Je nach Variante sollte auf den passenden Zeitpunkt geachtet werden. Blühende Sorten schneidet man nicht vor Juni, da sonst die Blüte vollständig ausbleibt. Blütenlose Sorten dürfen auch schon früher im Jahr geschnitten werden. Der Spätsommer ist der ideale Zeitpunkt für einen Rückschnitt, auch im Hinblick auf die Überwinterung. Beim Zurückschneiden geht man großzügig vor, damit sich ein dichter und stark verzweigter Teppich bildet.

Ist die Römische Kamille winterhart?

In unseren Breiten ist die Römische Kamille winterhart, denn sie hält Temperaturen von bis zu – 30 °C stand. Spezielle Vorkehrungen für die Überwinterung sind nicht notwendig. Wurde die Römische Kamille im Topf gepflanzt, sollte sie im Winter nah an die Hauswand gestellt werden. Alternativ umwickelt man das Gefäß mit Jute, denn durch das geringe Volumen friert die Erde im Topf schneller durch.

Verwendung und Wirkung der Römischen Kamille

Die Römische Kamille besitzt im Prinzip ähnliche Heilwirkungen wie die Echte Kamille. Während die Römische Kamille einen aromatischen, etwas bitteren Geschmack hat, ist das Aroma der Echten Kamille jedoch eher mild. Man verwendet hauptsächlich die Blüten der Römischen Kamille, die zum Beispiel als Tee aufgebrüht werden und bei Verdauungsproblemen, nervösen Zuständen und Menstruationsbeschwerden helfen sollen. Darin sind ätherische Öle wie Chamazulen und Nobilin enthalten. Die Blüten werden geerntet und für die Haltbarmachung möglichst schnell und schonend getrocknet. Weniger Verwendung in der Küche und Heilkunde, dafür aber in der Stofffärbung, findet übrigens die Färberkamille (Anthemis tinctoria).

Römische Kamille-Tee
Tee aus der Römischen Kamille hilft gegen Verdauungsbeschwerden [Foto: FerBustos/ Shutterstock.com]

Ist die Römische Kamille giftig?

Als Heilpflanze und Küchenkraut ist die Römische Kamille nicht giftig und kann bedenkenlos in Gärten gepflanzt werden, die auch von Kindern oder Haustieren betreten werden. Wie viele Korbblütler kann jedoch auch die Römische Kamille bei Allergikern eine Kontaktdermatitis auslösen. Auch beim Verzehr ist Vorsicht geboten. Je nach Alter und Allgemeinzustand sollte die tägliche Dosis von etwa 6 g der getrockneten Blüten nicht überschritten werden. Wird die Römische Kamille regelmäßig und in großen Mengen verzehrt, kann es zu Vergiftungserscheinungen kommen – auch bei Haustieren.

Die Wirkung und Verwendung von der Echten und der Römischen Kamille unterscheiden sich kaum. Lesen Sie hier, wie man Kamille richtig erntet und lagert.

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