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Rosmarin: Herkunft und Anbau im Garten sowie im Topf

Rosmarin ist aromatisch und erinnert an Urlaub. Der Anbau von Rosmarin gelingt im Garten, im Topf, auf der Terrasse oder dem Balkon. Wir geben Tipps!

Viele denken bei Rosmarin (Rosmarinus officinalis), dem so beliebten Küchenkraut, an Urlaub und ein gewisses mediterranes Flair. Es ist nicht verwunderlich, warum viele Garten- und Balkonbesitzer das Küchenkraut anbauen. Bereits seit vielen Jahrhunderten wird Rosmarin eine hohe Symbolik zugewiesen. Die Ägypter zerrieben die Nadeln um dadurch den Duft der ätherischen Öle freizusetzen. Dieser solle einen nahestehenden Verstorbenen ins Jenseits begleiten. Auch in dem deutschen Volkslied „Ich hab die Nacht geträumet“ von August Zarnack nimmt dieser eine zentrale Rolle ein.

Erfolgreich Rosmarin anbauen

Der Anbau von Rosmarin gelingt nicht nur im eigenen Garten, sondern auch auf Balkon und Terrasse. Das beliebte Küchenkraut wächst als Halbstrauch recht kompakt. Es gibt auch besonders niedrige, kriechende Sorten. Als mediterranes Sonnenkind mag der Rosmarin gerne einen sonnigen und geschützten Standort. Der Boden sollte nicht zu humusreich, eher etwas lehmig-steinig sein. Essentiell ist, dass der Boden gut durchlässig ist und das Wasser leicht abfließen kann. Ist die Erde zu schwer oder humushaltig, ist das Risiko einer Wurzelfäule in der kalten Jahreszeit deutlich höher.
Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung finden Sie hier: Rosmarin anbauen: Das mediterrane Kraut im eigenen Garten.

Am besten bezieht man eine fertige Topfpflanze aus einer spezialisierten Kräutergärtnerei. Diese kann von Frühjahr bis in den Herbst hinein problemlos gepflanzt werden. Zwar bieten einige Anbieter Samen an, allerdings braucht man hier viel Geduld bis die Pflanzen für eine Ernte groß genug sind. Einfacher geht die Vermehrung über Stecklinge. Hier schneidet man möglichst junge Triebe bestehender Pflanzen ab und setzt diese in Anzuchtserde. Wir haben für Sie eine ausführliche Anleitung zur Vermehrung von Rosmarin durch Stecklinge.

Wir von Plantura empfehlen für Kräuter folgende Produkte:
  • Floragard Bio Kräuter- & Aussaaterde: Hochwertige Spezialerde zur Anzucht von Pflanzen oder Kultivierung von Kräuter. Die feine und lockere Struktur sorgt für eine gute Wasseraufnahme, eine sichere Keimung und ein kräftiges Wachstum.
  • Floragard Kompost-Erde: Spezialerde aus unkrautfreiem Edelkompost und ausgesuchten Torfqualitäten. Sie versorgt Ihre Pflanzen lang anhaltend und gleichmäßig mit allen wichtigen Nährstoffe und der hohe Humusgehalt macht leichte und schwere Böden fruchtbar.
  • Plantura Bio Universaldünger: 100% bio-zertifiziert und tierfreie Inhaltsstoffe. Für robuste Pflanzen und schmackhaftes Obst, Gemüse & Kräuter. Begünstigt ein gesundes sowie aktives Bodenleben und ist schonend für Haus- und Gartentiere.

Rosmarin richtig überwintern

Durchlässiger, nicht zu humushaltiger Boden, ist wie bereits erwähnt essentiell, da dies Wurzelfäulnis begünstigt. Dies kann besonders in den feuchten Wintermonaten ein ernsthaftes Problem werden. Ist der Standort auch bei tiefstehender Wintersonne sehr sonnig, muss bei langen Frostperioden gegossen werden. Dies mag zuerst absurd anmuten, allerdings verdunstet das in den Nadeln gespeicherte Wasser durch die intensive Sonneneinstrahlung. Ist der Boden zudem komplett durchgefroren, können die Wurzeln keine Feuchtigkeit aufnehmen. Dies ist auch ein Grund, warum Rosmarin mit etwas Fleece oder Edelreis abgedeckt werden sollte. Mehr zur optimalen Pflege finden Sie hier: Rosmarin richtig pflegen: Schneiden, düngen und überwintern.

Rosmarin im Winter Frost

Rosmarin sollte auch im Winter gegossen werden [Foto: joojoob27/ Shutterstock.com]

Rosmarin-Sorten

  • Arp: sehr winterharte Sorte mit recht gräulichen Nadeln und hellblauer Blüte; wächst eher in die Breite; sehr gut für raue Gegenden geeignet.
  • Blauer Toskaner: wüchsige, besonders aufrecht und hochwachsende Sorte mit sehr langen Nadeln.
  • Blaulippe: recht gedrungener und kompakter Wuchs; gut für die Kultur auf Terrasse und Balkon geeignet; dunkelblaue Blüte.
  • Boule: kriechender Rosmarin mit einer sehr guten Frostverträglichkeit; guter Geschmack und hellblaue Blüte.
  • Französischer Rosmarin: traditionelle Sorte aus Frankreich mit hellblauen Blüten; robuster und kräftiger Wuchs; schnellwachsend; gutes Aroma.
  • Gorizia: hochwachsende Sorte mit blau-purpurnen Blüten; gutes Aroma; muss überwintert werden.
  • Hill Hardy: texanische Selektion mit einer ausgezeichneten Winterhärte; gutes Aroma.
  • Majorca Pink: spanische Sorte mit pinken Blüten; kompakter Wuchs; kurze Nadeln; muss überwintert werden.
  • Rex: wüchsige und robuste Sorte; schön dichter und einheitlicher Wuchs; sehr gute Anpassung auch an suboptimale Böden; blüht hellblau und reichlich.
  • Salem: optisch sehr schöne, tiefblaue Blüte; frostempfindlicher und nur für mildere Gegenden geeignet; alternativ ist eine Pflanzung an einer geschützten Hauswand möglich.
  • Santa Barbara: ebenfalls eine kriechende Rosmarinsorte mit sehr guter Eignung für das deutsche Klima; zahlreiche und tiefblaue Blüten; gutes Aroma.
  • Veitshöchheim: sehr stark und schnell wachsende Selektion aus der bayerischen Versuchsanstalt für Gartenbau in Veitshöchheim; sehr robust und winterhart.

Ausführliche Informationen finden Sie in unserer Sortenübersicht.

Rosmarin ernten und richtig lagern

Es kann ganzjährig geerntet werden. Wichtig ist, dass die Zweige möglichst frisch sind. Denn nur so kommt man in den Genuss des vollen Aromas. Da man vom intensiv schmeckenden Rosmarin nur wenig braucht, lohnt sich eine Pflanze im eigenen Garten oder auf dem Balkon gleich zweimal. Im Gegensatz zu vielen anderen Kräutern kann Rosmarin auch im Winter geerntet werden. Meistens reicht eine kräftige Pflanze für den eigenen Bedarf vollkommen aus.

Rosmarin im Beet anbauen

An einem guten Standort wächst Rosmarin sehr üppig [Foto: AnnaCC BY 2.0]

Besonders an einem guten Standort kann Rosmarin schnell recht groß werden. Ein regelmäßiger Schnitt ist wichtig, damit die Pflanze nicht zu stark verholzt und struppig wird. Schnell stellt sich die Frage, wie man das Schnittgut am besten lagern oder konservieren kann. Leider lässt sich Rosmarin im Kühlschrank nur etwa eine Woche lagern. Man kann Rosmarin bei niedriger Temperatur zwar im Ofen trocknen. Allerdings gehen so viele Aromen verloren. Viel besser eignet sich Olivenöl. Man streift die Nadeln von den Zweigen ab und hackt diese kurz. Anschließend füllt man mit einem Trichter die gehackten Nadeln in eine Flasche und füllt diese mit hochwertigem Olivenöl auf. Die abgestreiften Zweige können beispielsweise als Schaschlikspieße aufgehoben und später verwendet werden. Man spießt einfach Rind- oder Lammfleisch auf Ihnen auf, was nicht nur optisch eine tolle Zubereitungsform für Grillevents und andere Einladungen ist.

Inhaltsstoffe und Verwendung in der Küche

Rosmarin enthält viele ätherische Öle, die besonders in Spanien und auf dem Balkan durch Destillation für Konzentrate gewonnen werden. Unter anderem sind Monoterpene, Phenole und Ketone enthalten. In sehr großen Mengen verzehrt, wirkt Rosmarin aber giftig.

Rosmarin ist ein idealer Begleiter der mediterranen Küche. Besonders zu gebratenem oder gegrilltem Lamm- und Rindfleisch macht sich das Küchenkraut sehr gut. Etwas festere Zweige können als Grillspieß verwendet werden und geben während dem Garprozess ein leckeres Aroma ab. Auch Rosmarin-Kartoffeln sind eine wahre Delikatesse und kommen sowohl bei Alt als auch Jung sehr gut an. Hierzu schneidet man die Kartoffeln in Scheiben oder Achtel. In einer Schüssel vermengt man die Kartoffelstücke mit Olivenöl, Salz und reichlich Rosmarin. Das Ganze wandert dann für etwa 15-25 Minuten bei 200°C in den Ofen.

Krankheiten und Schädlinge

Im Freien hat Rosmarin so gut wie keine Schädlinge und Krankheiten. Kultiviert man die Pflanze auf dem Balkon oder in der Wohnung auf der Fensterbank, kann sich insbesondere bei minderwertiger Ware ein Befall mit Blattläusen, Milben oder der Weißen Fliege zeigen. Dieser Befall kann aber meistens mit einer Seifenlauge beseitigt werden. Man sollte die Pflanzen allerdings hierzu mindestens 3 bis 4 mal behandeln. Mittlerweile gibt es im Internet einige Händler, die gegen diese Schädlinge auch Nützlinge vertreiben. Dies macht allerdings nur auf dem Balkon oder im Freiland Sinn. Man will schließlich auch Nützlinge nicht in den eigenen Vierwänden haben. Auch Pflanzenschutzmittel können aus dem Fachhandel bezogen werden. Allerdings sollte man nach der Anwendung den Rosmarin ausreichend lange nicht mehr beernten. Die Rückstände des Pflanzenschutzmittels will man schließlich nicht im Essen haben.

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