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Schalotte: Die kleine Schwester der Küchenzwiebel

Die vielen Gemeinsamkeiten mit der Küchenzwiebel kann die Schalotte nicht leugnen. Dennoch hat das Lauchgewächs auch seine speziellen Eigenarten.

Schalottenzopf in der Küche
Der Schalottenzopf ist eine praktische und zugleich attraktive Deko in Ihrer Küche [Foto: Kritkamol Tanwiboon/ Shutterstock.com]

Zu vergangenen Zeiten bildete die Schalotte (Allium cepa var. aggregatum) eine eigene Art im Reich der Pflanzen. Sie war als Allium ascalonium bekannt. Heute wird sie botanisch allerdings als Unterart ihrer großen Schwester – der Küchenzwiebel (Allium cepa) – eingeordnet. Die Schalotte gehört zur Familie der Amaryllidaceae (Amaryllisgewächse). Als klassisches Lauchgewächs (Allioideae) bildet auch die Schalotte eine typische Doldenblüte aus – sofern das aus dem warmen Mittelasien stammende Gewächs in unseren eher kühleren Gefilden denn in die Blüte kommt. Der kommerzielle Anbau der Schalotte konzentriert sich vor allem in Europa, wobei Mexiko allerdings am meisten Schalotten für den Weltmarkt produziert. Übrigens ist die in der Küche beliebte Zwiebel ein gestauchter Spross mit sogenannten fleischigen Niederblättern. Die einzelnen unterirdisch sitzenden Blätter, die sich für den Verzehr eignen, sind an der Schalenform zu erkennen. Während die Küchenzwiebel nur eine große Zwiebel ausbildet, kann die Schalotte auch zweigeteilt sein. Im Anbau ist die Schalotte fast schon unverschämt anspruchslos, sofern ihr die passenden Bodenbedürfnisse erfüllt werden. Wir zeigen, wie Sie im Herbst die Schalotten-Würze für die Küche aus der eigenen Gartenerde ernten können.

Schalotten anbauen

Standort
Der Premiumstandort für Schalotten ist ein sandiger Boden in warmer Lage. Umso sonniger, desto besser lautet ebenfalls die Devise. Doch auch mit anderen Standortbeschaffenheiten arrangiert sich das Zwiebelgewächs. Der Boden sollte lediglich nicht zu schwer und verdichtet sein. Dann kann es durch Staunässe zu Fäulnis der Zwiebel kommen oder dazu führen, dass diese nicht vollständig ausreifen kann. Auch die Nachbarn im Beet wollen mit Bedacht ausgewählt werden. Mit diversen Kohlarten oder anderen Zwiebelgewächsen in unmittelbarer Nähe verträgt sich die Schalotte nicht so gut. Sehr wohl fühlt sich die Schalotte jedoch, wenn sie neben Möhren gepflanzt wird. Außerdem sollte nach dem Anbau im nächsten Jahr nicht wieder Schalotte am gleichen Standort folgen. Das würde ungünstige Umweltfaktoren wie einseitigen Nährstoffentzug oder die verstärkte Präsenz von Schädlingen wie zum Beispiel der Zwiebelfliege oder von Nematoden fördern. Im Balkonkasten kann die Schalotte auch bedenkenlos und erfolgreich angebaut werden.

Schalotten-Zwiebeln in der Erde
Schalotten gedeihen am Besten an sonnigen Standorten [Foto: anuchit tantiwetwuttikul/ Shutterstock.com]

Vermehren und Pflanzen von Schalotten
Wie schon erwähnt, erreicht die Schalotte in unseren Breiten meiste keine Blüte – die gemäßigten Temperaturen sind einfach ein wenig zu kühl, damit sie dieses Entwicklungsstadium erreichen könnte. Es bietet sich jedoch die Möglichkeit der Vereinzelung der Tochterzwiebeln, um das Zwiebelgewächs zu vermehren. Im Gegensatz zur Küchenzwiebel muss der Bildung von Tochterzwiebeln bei der Schalotte nämlich nicht die Blüte vorausgehen. Sie kann auch ohne zu blühen fünf bis sieben kleine Zöglinge pro Zwiebel entwickeln.

Diese kleinen Nachkömmlinge werden im Frühjahr ab dem Monat März in den Boden gesteckt. Aufgepasst: Die Zwiebel unbedingt in Wuchsrichtung – das heißt mit den feinen Wurzeln nach unten – stecken, denn andernfalls hat es die Schalotte kopfüber sehr schwer, auszutreiben und das Laub ans Tageslicht zu schieben. Innerhalb der Reihe sollte ein Abstand von 15 bis 20 cm zwischen den einzelnen Zwiebeln eingehalten werden. Das gilt auch für die Kultur im Balkonkasten.

Als Pflanztiefe wird für die Zwiebeln der Schalotte ungefähr 5 cm empfohlen. Außerdem sollte die Erde schön locker sein, damit der Austrieb nicht unnötig erschwert wird. Da die Schalottenzwiebel im Boden geschützt je nach Sorte sogar Temperaturen von bis zu -10 °C standhalten kann, bietet sich die Möglichkeit, das Gewächs in warmen Regionen auch schon im Herbst in den Boden zu stecken. Das verlängert jedoch auch die Zeit, in der das Pflanzbeet bearbeitet und gepflegt werden muss.

Gießen und Düngen von Schalotten
Die Schalotte ist in Belangen der Wasser- und Nährstoffversorgung mehr als genügsam. Lediglich bei extremer Trockenheit muss gegossen werden. Direkt nach dem Stecken und vor der Ernte, wenn die Zwiebeln ausreifen, sollte gänzlich auf eine zusätzliche Wasserversorgung verzichtet werden. Beim Anbau im Balkonkasten kann ein häufigeres Gießen erforderlich sein. Wann es so weit ist, erkennt man an dem beginnenden Schlappen der oberirdischen Laubblätter. Auch in Sachen Düngung sind für die Schalotte keine komplizierten Vorgehensprotokolle erforderlich. In das Pflanzbeet sollte mit der Vorbereitung im Frühjahr einfach etwas vornehmlich organischer Langzeitdünger oder Kompost mit eingearbeitet werden. Ein Bio-Dünger wie unser Plantura Bio-Tomatendünger ist dafür optimal geeignet. Für den Anbau im Balkonkasten wählen Sie einfach eine hochwertige und nährstoffreichere Erde wie unsere torffreie Plantura Bio-Tomaten- & Gemüseerde aus.

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Pflege
Die Schalotte ist auch nicht sonderlich aufwendig in der Pflege. Lediglich dem Unkrautjäten muss regelmäßig nachgegangen werden. Die Konkurrenz durch unerwünschte Wildkräuter im Beet schlägt sich nämlich schnell negativ auf das Wachstum der Schalotte aus und führt zu einer verringerten Ernte.
Wollen Sie nun auch Schalotten in Ihrem Garten anbauen? Dann schauen Sie bei unserer Anbauanleitung vorbei!

Schalotten-Sorten: Kleine, aber feine Unterschiede

Oberhalb der Erdoberfläche unterscheiden sich die verschiedenen Sorten der Schalotte nicht. Unter der Erde sind jedoch charakteristische Eigenarten der Zwiebeln festzustellen. Allesamt werden sie in der Regel als Steckzwiebeln angeboten. Wir stellen Ihnen die gängigen Sorten mit ihren spezifischen Charakteristika vor.

  • Biztro: Sorte mit kugelförmiger Zwiebel und rosa Schalen.
  • Französisch Longer: der Klassiker mit einer länglichen Form und rosafarbenen Schalen.
  • Golden Gourmet: gelbe, kugelförmige Zwiebel mit würzigem Aroma.
  • Herming: Schalottensorte mit heller, weißer Schale der Zwiebel.
  • Red Sun: Klassische Schalottensorte für den Bio-Anbau zertifiziert.
  • Yellow Moon: ähnlich der Sorte ‚Golden Gourmet‘ mit gelber Schalenfarbe der kugelförmigen Zwiebel.

Schalotten ernten und lagern

Die Ernte der kleinen, würzigen Zwiebeln kann ab August beginnen. Je nach Witterung und Sorte dauert es ungefähr 90 bis 120 Tage vom Zeitpunkt des Steckens bis zur Erntereife der Zwiebeln. Wann es genau so weit ist, kann an der beginnenden Welke des oberirdischen Schalottenlaubes erkannt werden. Dann kann die Zwiebel einfach ohne großen Kraftaufwand aus der Erde gezogen werden. Am besten erfolgt das an einem relativ warmen, aber vor allem regenfreien Tag. Das trockene Klima während der Ernte begünstigt die Lagerbarkeit der Schalotten.

Um die Haltbarkeit der Schalotten zu verlängern, werden sie am besten zunächst für einige Tage an einem trockenen, gut durchlüfteten Ort getrocknet. Rückstände an Erde sollten sorgfältig von der Zwiebel entfernt werden. Das eingetrocknete Laub muss nicht entfernt werden – es eignet sich hervorragend, um die Schalotten zu einem Bund oder einem dekorativen Zopf zusammenzubinden. Soll das Laub für die Lagerung dennoch weichen, so sollten mindestens 5 cm stehen gelassen werden. So hat es die sogenannte Kopffäule schwerer, in die Zwiebel einzudringen und die Ernte nachträglich zu zerstören. Werden die Schalottenzwiebeln an einem luftigen Ort im Keller bei 10 bis 15 °C gelagert, so ist ihre Verwendbarkeit uneingeschränkt um einige Monate verlängerbar.
Noch mehr Wissenswertes finden sie in unserem Artikel Schalotten: Richtig ernten und lagern.

Schalotten werden in einem Korb gelagert
Lagern Sie die Schalotten an einem trockenen und luftigen Ort [Foto: Vicky25/ Shutterstock.com]

Schalotten in der Küche verwenden

Bei der Verwendung unterscheidet sich die Schalotte nicht grundlegend von der Küchenzwiebel. Die beiden eng verwandten Lauchgewächse konkurrieren also quasi um den Platz auf dem Schneidebrett. Die Schalotte hingegen zieht jedoch den Kürzeren, wenn es ums Anbraten geht. Dafür ist die kleine Schwester der Küchenzwiebel nicht sonderlich gut geeignet, denn durch das Braten bildet sich schnell ein bitterer Geschmack aus. Dafür ist die Schalotte im Geschmack milder und etwas weniger scharf.

Die Schalotte ist also eine pflegeleichte Alternative zum Anbau der Küchenzwiebel im eigenen Garten. Ohne große pflegerischen Aufwand kann im Spätsommer und Herbst die Ernte eingefahren werden und durch die einfache Bildung von Tochterzwiebeln stehen gleichzeitig Nachkömmlinge für den Anbau im folgenden Jahr zur Verfügung.

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