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Schopflavendel: Alles zu Anbau, Pflege & Überwintern

Lavendel ist nicht gleich Lavendel. Wir nehmen die Art des Schopflavendels unter die Lupe und vergleichen ihn mit dem Echten Lavendel.

Schopflavendel in der Sonne leuchtend

Schopflavendel zeichnet sich durch seine schönen auffälligen Blüten aus [Foto: JONG 16899/ Shutterstock.com]

Die Gattung der Lavendel (Lavandula) umfasst um die 30 verschiedenen Arten, die alle zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) gehören. Am meisten verbreitet und der Star im Anbau ist der Echte Lavendel (Lavandula angustifolia). Doch gibt es noch weitere Arten, die dem berühmten Lavendel-Vertreter vor allem in Blütenfarbe und -form Konkurrenz machen und nicht nur dank ihres Aussehens berechtigten Anspruch auf einen Platz im Garten äußern. Dazu zählt definitiv der Schopflavendel (Lavandula stoechas) auch Welscher oder Arabischer Lavendel genannt. Er fällt vor allem durch seine ausgeprägten, großen Hochblätter an der Spitze der Blütenstände auf. Sie können genau wie die Blüten an sich in strahlendem Weiß, klassischen Lilatönen verschiedener Leuchtkraft oder kräftigen Purpurfarben erstrahlen. Dabei kann ein interessantes Farbspiel zwischen der Blütenfärbung und der Farbe der Hochblätter stattfinden, das in jedem Garten für Leben und Abwechslung sorgt. Wir nehmen den vielfältigen Schopflavendel für Sie unter die Lupe und schauen, was seine Vorlieben im Anbau sind.

Schopflavendelsorten: Sortenvielfalt in Lila, Weiß und Rosa

Der Schopflavendel besticht dank seiner auffälligen, großen und meist kräftig gefärbten Hochblätter an der Spitze des ährenförmigen Blütenstandes. Dadurch hebt er sich eindrucksvoll von den übrigen berühmten Arten, wie dem Echten Lavendel oder dem Speiklavendel (Lavandula latifolia) innerhalb der Gattung Lavandula ab. Dabei decken verschiedene Sorten des Schopflavendels in ihren Blütenfarben ein Farbspektrum von Reinweiß, über Purpurrot bis hin zu tiefem Violett ab. Es können sich sogar die Hochblätter und die eigentlichen Blütenblätter in ihren Farben unterscheiden. Wir stellen Ihnen einige Sorten des Schopflavendels mit deren Charakteristika vor.

Schopflavendel helllila nah

Je nach Sorte kann die Blütenfarbe des Schopflavendels variieren [Foto: Kym McLeod/ Shutterstock.com]

  • Alba: Reinweiße Hoch- und Blütenblätter; nur sehr bedingt frostverträglich.
  • Ballerina: Lila Blüten; anfangs weiße Hochblätter verfärben sich mit der Zeit von Rosa zu Lila.
  • Kew Red: Die von Juli bis September erscheinenden roten Blütenköpfe werden von Hochblättern in Hellrosa verziert.
  • Papillion: Blüten im klassischen Violett; diese Sorte ist aufgrund ihrer ausgesprochenen Winterhärte hervorzuheben.

Eine Übersicht bekannter Lavendelarten und -sorten finden Sie hier. Interessieren Sie sich zudem besonders für weißen Lavendel, so können Sie alles dazu in unserem Spezialartikel lesen.

Schopflavendel pflanzen: Standort und Vermehrung

Auch wenn sich das Pflanzen des Schopflavendels kaum von anderen Lavendelarten unterscheidet, gibt es jedoch bezüglich des Standortes einige Unterschiede. Und auch hinsichtlich seiner Vermehrung und Pflege hat der Schopflavendel ein paar Eigenheiten.

Schopflavendel: Standort und Ansprüche

Der Schopflavendel bevorzugt einen eher sandigen Boden. Bereits hier liegt der erste Unterschied zum klassischen Lavendel, denn dieser gedeiht am besten auf kalkhaltigen Böden. Ebenso ist der Schopflavendel in der Natur eher in Küstenregionen verbreitet, während der Echte Lavendel in Gebirgsregionen bis 1600 m gedeiht. Für den Schopflavendel sollte der Boden möglichst durchlässig sein und Staunässe vermieden werden. Steht ein Substrat mit solchen Eigenschaften zur Verfügung, kann er natürlich auch im Topf angebaut werden. Eine 1:4-Mischung von Sand und handelsüblicher Blumenerde aus dem Fachhandel ist für die Topfkultur optimal. Wie die meisten mediterranen Gewächse, bevorzugt auch der Schopflavendel einen vollsonnigen Standort.

Sie wollen auch mediterranen Flair in Ihrem Garten? Wie man Schopflavendel selbst anbauen kann, erfahren Sie in unserem Spezialartikel hierzu.

Schopflavendel in der Sonne und im Schatten

Der ideale Standort für den Schoplandel liegt in der prallen Sonne [Foto: patjo/ Shutterstock.com]

Schopflavendel vermehren

Schopflavendel kann leicht über Aussaat vermehrt werden. Lässt man ihn frei abblühen, so erscheinen im nächsten Frühjahr sogar ganz von allein kleine Schopflavendel-Keimlinge. Der optimale Zeitpunkt für die Aussaat im Freien ist ab Juni. Die Schopflavendel-Saat benötigt die Wärme für eine gute Keimung. Natürlich kann auch schon im zeitigen Frühjahr in den warmen vier Wänden ausgesät werden. Keinesfalls sollte die Saat jedoch mit Substrat abgedeckt werden, da es sich beim Schopflavendel um einen Lichtkeimer handelt. Wird die Aussaat während der Keimung gleichmäßig und gut feucht gehalten, so dauert es drei bis vier Wochen, bis die ersten Keimlinge emporsprießen.

Wie die meisten Kräuter kann auch der Schopflavendel über Stecklinge vermehrt werden. Dazu werden im späten Frühjahr oder Frühsommer junge, unverholzte Triebe ohne Blüte oder Blütenknospe abgeschnitten. Diese werden bei hoher Luftfeuchtigkeit in einem Anzuchthäuschen für die Fensterbank in normalem Stecklingssubstrat zur Bewurzelung gebracht. Es dauert genau wie bei der Aussaat etwa drei bis vier Wochen, bis sich die ersten Wurzeln gebildet haben.

Schopflavendel-Pflege: Schneiden, Überwintern und Co.

Der mediterrane Schopflavendel hat sowohl in Sachen Wasserversorgung als auch bezüglich der Düngung sehr geringe Ansprüche. Im Beet ist es vollkommen ausreichend, lediglich bei langanhaltenden Trockenperioden zu gießen. Dünger wird einmalig im Frühjahr in Form von organischen Langzeitdüngern wie Hornspäne oder aber Kompost und Mist in den Boden eingearbeitet. Alternativ ist auch die Gabe eines vornehmlich organischen Universaldüngers wie unseres Plantura Bio-Universaldüngers möglich.

Große Schopflavendelblüten von Nahem

Nur bei einer angemessenen Düngung und einem regelmäßigen Schnitt zeigt der Schopflavendel seine prächtigen Blüten [Foto: aniana/ Shutterstock.com]

Beim Anbau im Topf muss schon regelmäßiger gegossen werden. Doch auch hier sollte man nicht übertreiben – es reicht, wenn das Substrat feucht ist. Zur Nährstoffversorgung kann alle vier bis sechs Wochen mit der Bewässerung ein organischer Flüssigdünger gegeben werden.
Bleibt die für den Schopflavendel übliche reichhaltige Blüte von Juni bis September aus oder ist nur sehr spärlich, so kann es an einer zu geringen Nährstoffversorgung liegen. In diesem Fall kann man auch bei Pflanzen, die im Beet angebaut werden, versuchen, die Blütenbildung mit einer kleinen zusätzlichen Düngergabe in Schwung zu bringen.

Damit der Schopflavendel nicht allzu sehr verholzt und kahl wird, ist regelmäßiger Schnitt empfehlenswert. Soll ein bloßer Formschnitt erfolgen, so nimmt man diesen optimal im zeitigen Frühjahr mit dem Austrieb des Strauches vor. Genau wie beim echten Lavendel werden dann ein Drittel bis zwei Drittel mit einer scharfen Heckenschere zurückgeschnitten. Zu empfehlen ist es auch, die verblühten Blütenstände heraus zu knipsen oder einen Sommerschnitt vorzunehmen, wenn die Blüte nur spärlich ist oder sogar gänzlich ausbleibt. Beide Pflegemaßnahmen fördern nämlich die Blütenbildung beim Schopflavendel.

Hier finden Sie übrigens weitere Informationen dazu, wie man die Blütenbildung beim Schopflavendel steigern beziehungsweise wieder ankurbeln kann.

Schopflavendelblüten aus der Nähe

Schopflavendel wird vor allem aufgrund seiner ätherischen Öle und der krampflösenden Wirkung angebaut [Foto: aniana/ Shutterstock.com]

Eine genauere Anleitung zum Schneiden von Schopflavendel und weiteren Pflegemaßnahmen finden Sie in unserem Spezialartikel.

Schopflavendel ernten, lagern und verwenden

Auch der Schopflavendel ist wie der echte Lavendel wegen der ätherischen Öle beliebt. Diese Aromen sind im Schopflavendel sogar noch etwas intensiver ausgeprägt. So kann aus den Blüten Tee bereitet werden, der eine krampflösende und entspannende Wirkung hat. Dazu werden die Blütenstände am besten geerntet, wenn in etwa die Hälfte der kleinen Blüten geöffnet sind. Die Blüten sind auch prädestiniert für wohlriechende Duftsäckchen. Durch Wasserdampfdestillation kann aus den Blüten das Öl des Schopflavendels in Reinform gewonnen werden und wird so häufig in Körper- und Massageölen verwendet. Und auch die Blattspitzen des Schopflavendels können verwendet werden. Sie eignen sich gut zum Verfeinern von Fisch und Fleischgerichten und können einfach nach Bedarf jederzeit an der Pflanze geerntet werden.

Natürlich kann Lavendel auch gelagert werden. Entweder werden die frischen Blüten in Öl eingelegt und ihnen so die Öle entzogen oder aber die Pflanzenteile werden durch Trocknung konserviert. Vor allem aber durch das Lufttrocknen verflüchtigt sich ein Teil der aromatischen ätherischen Öle.

Wie Sie beim Trocknen von Lavendel am besten vorgehen, finden Sie hier in unserem Spezial-Artikel.

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