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Schwarzes Basilikum: Das berühmte Küchenkraut mit dunklem Laub

Neben dem  bekannten grünblättrigen Basilikum gibt es auch schwarze und rotblättrige Sorten. Wir zeigen Ihnen alles über die Vielfalt des Basilikums.

violettes Basilikum mit Blütenknospen

Die intensive Färbung wird durch einen hohen Gehalt an Anthocyan in den Zellen verursacht [Foto: anneheathenCC BY-ND 2.0]

Basilikum (Ocimum basilicum L.) gehört zur Pflanzenfamilie der Lippenblütengewächse (Lamiaceae). Die meisten Arten dieser Gattung gedeihen im tropischen Klima Asiens, Afrikas, Mittel- und Südamerikas. Wahrscheinlich stammt das Basilikum aus Indien. Jedoch erfreut sich das beliebte Blattkraut bereits seit mehreren tausend Jahren großer Zuwendung in Form des gezielten Anbaus für kulturelle Zwecke und zum Kochen. In ägyptischen Pyramiden konnte Relikte des Basilikums bei Ausgrabungen gefunden werden. Im hinduistischen Glauben kommt vor allem den rotblättrigen Sorten eine traditionell wichtige Bedeutung zu.

Bei uns in Mitteleuropa ist Basilikum erst seit dem Mittelalter als Kulturpflanze bekannt. Hierzulande wird es auch als Königskraut bezeichnet, abgeleitet vom Griechischen basileus, das `König` bedeutet. Doch auch rot- und dunkelblättrigen Sorten erfreuen sich immer mehr großer Beliebtheit. Die intensive Färbung wird übrigens durch einen hohen Gehalt an dem Farbstoff Anthocyan in den Zellen verursacht. Wir zeigen Ihnen alles Wissenswerte über dieses schmackhafte Farbwunder.
Synonyme: Basilie, Basilienkraut, Königskraut

Schwarzes Basilikum im eigenen Garten oder auf dem Balkon anbauen

Standort

Genau wie sein berühmter großer Bruder bevorzugt auch das schwarze Basilikum einen gut drainierten Boden. Dieser sollte möglichst sonnig gelegen sein, damit die dunkelblättrigen Basilikumsorten ihre auffällige Laubfärbung kräftig ausbilden können. Sofern die Temperaturen nicht unter 10 °C sinken, ist es egal, ob es im Topf oder im Beet gehalten wird. Auf jeden Fall muss das Basilikum bei zu niedrigen Temperaturen stets ins Warme gebracht werden, um Kälteschäden zu vermeiden. Basilikum wird meist als einjähriges Kraut kultiviert, kann an einem warmen Standort bei konstant mindestens 10 °C jedoch auch über den Winter gebracht werden. Etwas robustere Sorten eignen sich dafür besonders gut.

purpurnes Basilikum Red Rubin im Garten anbauen

Mal was anderes! – purpurnes Basilikum Red Rubin [Foto: Forest and Kim StarrCC BY 2.0]

Vermehrung

Um Basilikum im eigenen Garten, auf dem Balkon oder auf der Fensterbank zu ziehen, bietet es sich an, die Samen ab März im Haus vorzuziehen. Dazu werden Anzuchttöpfe mit einem geeigneten Substrat (z.B. ein Erde-Sand-Gemisch) befüllt. Da es sich bei Basilikum um einen Lichtkeimer handelt, ist die Aussaat nicht mit Substrat abzudecken. Da dies aber vor Austrocknung der quellenden Samen schützen würde, muss verstärkt darauf geachtet werden, dass die Samen im Keimvorgang ausreichend mit Wasser versorgt sind und nicht trocken werden. Bei Temperatur um 18-25 °C keimen die Basilikumsamen je nach Sorte innerhalb von 7 bis 14 Tagen. Bei einer Keimlingsgröße von circa 5 cm sollten die kleinen Pflänzchen in größere Töpfe pikiert werden. Dabei sollten je nach Topfgröße mehrere Basilikumpflänzchen gemeinsam in einen Topf gesetzt werden – zum Beispiel fünf bis zehn Pflanzen in einen Topf, der einen Durchmesser von 13 cm hat. Aufgrund der Kälteempfindlichkeit des schwarzen Basilikums gilt beim Auspflanzen Vorsicht. Auch nach den Eisheiligen Mitte Mai können die Nachttemperaturen noch unter die kritische Marke von 10 °C fallen.

Gießen und Düngen

Auch für das das schwarze Basilikum gilt bezüglich Gießen und Düngen das gleiche wie für seine grünblättrigen Verwandten. Es ist sehr durstig und hungrig. Deshalb kann tägliches Gießen auch im Beet an heißen, sonnigen Tagen erforderlich sein. Da Basilikum zu den Starkzehrern gehört, sollte es möglichst in einen nährstoffreichen, humosen Boden ausgepflanzt werden. Auch das Substrat, welches für die Kultur im Topf verwendet wird, muss natürlich entsprechend hohe Nährstoffgehalte aufweisen. Das Pflanzbeet kann man wunderbar durch das Untergraben von Kompost oder Dung im zeitigen Frühjahr aufdüngen. Topfbasilika müssen mit einem Vollnährstoffdünger über die Bewässerung nachgedüngt werden – in der Hauptwachstumszeit wöchentlich. Sobald das Basilikum im Herbst sein Wachstum einstellt genügt eine vier- bis sechswöchentliche zusätzliche Nährstoffversorgung der Topfkräuter.
Im Beet verträgt sich Ocimum hervorragend mit Tomaten, Kohlrabi oder Gurken und vertreibt dort die weiße Fliege. Schlechte Nachbarn hingegen sind Melisse oder Bohnenkraut.

Wir von Plantura empfehlen für Kräuter folgende Produkte:
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Pflege

Im eigenen Garten können an Basilikum Schäden durch Schneckenfraß, Blattläuse oder die weiße Fliege auftreten. Das Luzernmosaikvirus ruft mosaikartige Muster auf den Blättern hervor. Pflanzliche virale Schaderreger sollen zwar nicht ernsthaft gesundheitsgefährdend für den Menschen sein, doch sieht es einfach nicht schön aus. Mittlerweile gibt es sogar vage Studien darüber, dass der Verzehr von mit Viren infizierten pflanzlichen Produkten Migräne- und Durchfallbeschwerden begünstigen können.

violettes Basilikum in voller Blüte im Garten

Violettes Basilikum in voller Blüte [Foto: anneheathenCC BY 2.0]

Der direkte Kontakt der Blätter mit Wasser fördert die Infektion mit Pilzerkrankungen. Um das zu verhindern, sollte ein möglichst regengeschützter Standort während der warmen Jahreszeit im Garten ausgesucht werden. Außerdem ist immer so zu gießen, dass das Laub des Basilikums nicht nass wird. Sollten die durch die pilzlichen Schaderreger verursachten Blattflecken dennoch auftreten, so sind betroffenen Pflanzenteile zu entfernt und vernichten.

Schwarze Basilikum-Sorten: Hier kommt Farbe ins Spiel

Für die Vielfalt an Aromen der verschiedenen Basilikumsorten sind Ätherische Öle verantwortlich. Einige Arten duften süßlich nach Anis oder Lakritze, andere nach Zitrone oder Kampfer und sogar Zimtaromen sind vertreten.

Unsere Lieblingssorten haben wir hier für Sie zusammengestellt:

  • Opal: beliebte Sorte mit Kirsch-farbenen, essbaren Blüten und roten Blättern.
  • Red Ruffles: dunkelrote Blattfarbe und tief geschlitzte Blattränder mit rosa-lila Blüten, die ebenfalls essbar sind; das Aroma enthält Noten von Anis, Zimt etwas Zitrus und Pfeffer.
  • Red Rubin: pfeffriges Aroma und eine leichte Schärfe bietet diese schwarzblättrige Sort;. Red Rubin wurde 1992 mit dem Preis „All America Selection Winner“ ausgezeichnet, in erster Linie für seine optischen Reize.
  • Genoveser Basilikum Rot: das bekannte Genoveser Basilikum mit roten Blättern hat einen hohen Zierwert, aber den gleichen Geschmack wie das grüne Pendant.
  • Buschbasilikum Purple Ball: die Blätter dieser Sorte sind deutlich kleiner und sehr würzig. Der Wuchs ist niedrig und buschig.
  • Wildes Purpur: Eine robuste Sorte mit intensiv purpur farbigem Laub, die sich gut für den Anbau im Freiland eignet.

Schwarzes Basilikum ernten und lagern

Bei der Ernte sollte darauf geachtet werden, nicht zu viel der Blattmasse zu entfernen. Davon erholt sich die Pflanze nur sehr schlecht. Lieber sollten ganze Triebe entfernt werden, was einen kompakten Wuchs fördert. Aber die Triebe dürfen nicht zu tief abgeschnitten werden. Lassen Sie die unteren Blätter stehen. Die sind eh nicht so aromatisch wie die jüngeren, weiter oben sitzenden Blätter und außerdem kann die Pflanze so weiterhin Kräfte für den verzweigenden Austrieb von Seitenknospen sammeln.

Die ätherischen Öle des Basilikums verflüchtigen sich sehr schnell und die Aromenvielfalt kann nur bedingt konserviert werden. Deshalb verwendet man auch das schwarze Basilikum am besten erntefrisch. Sowohl durch Trocknen als auch durch Einfrieren der farbigen aromatischen Blätter geht der Großteil der aromatischen Öle verloren und das Basilikum schmeckt nach fast nichts mehr. Genau wie bei dem grünblättrigen Basilikum eignen sich jedoch das Einlegen in Öl oder die Verarbeitung zu Pesto sehr gut, um auch das Aroma des Schwarzen Basilikums für einige Monate zu konservieren.

Mehr Wissenswertes finden Sie in unserem Artikel Basilikum richtig ernten und lagern.

Schwarzes Basilikum: Inhaltsstoffe und Verwendung in der Küche

Wir kennen Basilikum hauptsächlich aus der italienischen Küche in Pastagerichten oder ganz klassisch zu Caprese. Aber auch in der asiatischen Küche findet es häufig Verwendung.

Um möglichst viel des würzigen Aromas zu erhalten, sollte Basilikum den Gerichten immer zum Ende des Garvorganges zugefügt werden. Wird Basilikum mitgekocht, wird es schnell zerkocht und die geschmackgebenden ätherischen Öle lösen sich rasch in Luft auf.

Außerdem werden der Würzpflanze einige Heileigenschaften nachgesagt. Beispielsweise soll Basilikum die Verdauungsorgane stärken und den Appetit anregen. Der Bestandteil Eugenol hat eine entzündungshemmende Wirkung. Methyleugenol hingegen – ebenfalls Inhaltsstoff von Basilikum – kann bei Einnahme hoher Konzentrationen krebserregend sein. Deshalb wird Basilikum auch nicht als medizinisches Heilkraut verwendet, wenngleich eine unerreichbar hohe Anzahl an Basilikumblättern verzehrt werden müsste, um den kritischen Wert an Methyleugenol durch den Genuss des würzigen Laubes zu überschreiten.

In jedem Fall besticht das schwarze Basilikum durch seinen hohen Zierwert. Und da das Kraut auch noch diverse Geschmackserlebnisse in die Küche bringen kann, hat es in jedem Garten oder auf jedem Balkon als farbiger Exot einen Platz verdient.

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