logo

Ysop: Das würzige Gartenkraut im Überblick

Ysop ist äußerst anspruchslos und robust. Zudem hält er manche unliebsamen Tierchen auf Abstand. Ysop ist also in jedem Garten ein Muss.

Ysop-Pflanzen mit violetten Blüten
Der Ysop sorgt von Juni bis September für ein blau-violettes Blütenmeer [Foto: mizy/ Shutterstock.com]

Der echte Ysop – mit botanischem Namen Hyssopus officinalis – gehört zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Damit reiht er sich in die Reihe vieler populärer Kräuter wie Rosmarin (Rosmarinus officinalis) oder Thymian (Thymus officinalis) ein. Insgesamt gehören der Gattung der Ysope (Hyssopus) sechs Arten an. Die meisten davon sind in Russland heimisch und in unseren Gärten nicht vorzufinden. Da der Ysop im Wuchs teilweise verholzt, zählt er zu den Halbsträuchern. Daher sollte er regelmäßig geschnitten werden, damit er seine Form beibehält. Ansonsten ist das Gewürzkraut äußerst pflegeleicht und vertreibt dank seines äußerst intensiven Aromas sogar manche Schädlinge. Deshalb erweist der Ysop sich als gut geeigneter Pflanznachbar von anfälligeren Arten. Auch die attraktive blau-violette Blüte bedeutet einen hohen Zierwert für den heimischen Garten. Die Blühzeit ist zudem von Juni bis September ausgesprochen lange.

Ysop anbauen: Im Gartenbeet oder im Kübel

Ysop bevorzugt einen sonnigen Standort auf durchlässigem und wenn möglich kalkreichen Boden. Dieser darf ruhig Nährstoffe enthalten. Einzig an offenen Flächen, auf denen kräftiger Wind weht, fühlt er sich nicht sonderlich wohl. Schwere Böden sollten wegen der Gefahr der Staunässe mit Sand aufgelockert werden. Natürlich kann der Ysop auch im Topf oder Kübel auf Terrasse und Balkon kultiviert werden. Ideal dafür geeignet ist unsere Plantura Bio-Kräuter- & Aussaaterde. Das Gefäß sollte grundsätzlich lieber etwas größer gewählt werden, da es für das Kraut sonst schnell zu eng werden kann.

Eine ausführliche Schritt-für Schritt-Anleitung finden Sie in unserer Ysop-Anbauanleitung.

Plantura Bio-Kräuter- & Aussaaterde
Plantura Bio-Kräuter- & Aussaaterde
Bio, torffrei & klimafreundlich:
Für aromatische Kräuter sowie zur
erfolgreichen Aussaat, Stecklings-
vermehrung & zum Pikieren
 
Ysop in einem Beet im Garten
An sonnigen Standorten gedeiht Ysop am besten [Foto: CHAIYA/ Shutterstock.com]

Vermehrung

Es bestehen mehrere Wege, um den Ysop einfach und auf schnellem Wege zu vermehren:

Ysop durch Aussaat vermehren

Damit die kleinen Keimlinge nicht erfrieren, ist es ratsam, Ysop erst ab Anfang Mai ins Freiland auszusäen. Allerdings können Jungpflanzen des Gewürzkrautes auch schon auf der Fensterbank vorgezogen werden. Wird der Samen ab Mitte Mai in einer Saatschale ausgebracht, können so schon kräftigere Jungpflanzen nach den Eisheiligen Mitte Mai ausgepflanzt werden.

Ysop durch Stecklinge vermehren

Im Frühjahr oder Sommer können junge Triebe von etwa 5 cm Länge abgenommen und am besten in spezielles Substrat zur Stecklingsvermehrung gesteckt werden. Es ist von Vorteil, wenn sich noch keine Blüte oder Blütenknospen gebildet hat, denn das kostet unnötig Kraft und erschwert die Bewurzelung. Für die Zeit, in der die Stecklinge noch keine Wurzeln haben, sollten sie bei hoher Luftfeuchte gehalten werden – beispielsweise in einem Anzuchtkasten mit Plastikhaube.

Ysop durch Absenker vermehren

Da es sich beim Ysop um einen Halbstrauch handelt, ist es nicht möglich, ihn durch Teilung zu vermehren. Stattdessen ist es jedoch möglich, relativ starke aber dennoch biegsame Triebe herunterzubiegen und im Boden zum Beispiel mit einem Draht zu befestigen. Die Triebspitze ragt senkrecht aus der Erde heraus und an der Biegestelle wird Erde angehäufelt. Am Trieb bilden sich dann an der heruntergebundenen Stelle Wurzeln und der neu entstandene Ysop kann nach dem Abtrennen von der Mutterpflanze an einen beliebigen Platz umgepflanzt werden.

Ysop gießen und düngen

Der Ysop kommt selbst mit einem trockenen Platz im Steingarten zurecht. Wird er im normalen Beet angebaut, ist es deshalb nicht erforderlich, ihn zu gießen. Bei der Kultur im Topf muss eine gelegentliche Wasserzufuhr hingegen schon ab und an mal vorgenommen werden. Allerdings sollte Staunässe unbedingt vermieden werden, um keinen Befall mit lebensbedrohlichen Wurzelpilzen zu provozieren.

Lila Ysop-Blüten im Garten
Ysop ist äußerst pflegeleicht [Foto: Kazakov Maksim/ Shutterstock.com]

Um die Versorgung mit Nährstoffen sicherzustellen braucht es nicht viel, denn der Ysop hat alles andere als einen hohen Nährstoffbedarf. Es genügt, Ihre Pflanze einmal jährlich zu Düngen – zum Beispiel mit unserem Plantura Bio-Universaldünger.

Plantura Bio-Universaldünger
Plantura Bio-Universaldünger
Effektive Langzeitwirkung, gut für den Boden, unbedenklich für Mensch, Tier & Natur

Ysop schneiden

Damit der im unteren Teil der Pflanze verholzende Ysop nicht außer Form gerät und die Triebe spärlich und kahl werden, wird zu einem jährlichen Formschnitt geraten. Dabei kann die Pflanze bis auf eine Höhe von 10 cm eingekürzt werden. Allerdings darf nicht in die verholzten Pflanzenteile geschnitten werden, da der Ysop hier nicht mehr austreiben kann. Der Schnitt kann im Herbst vorgenommen werden, noch besser aber erfolgt er im Frühjahr vor dem Neuaustrieb. Dann droht nämlich nicht, der winterliche Frost in die frischen Schnittstellen einzuziehen und möglicherweise Teile der Triebe absterben zu lassen.

Unabhängig davon, ob der Ysop im Herbst oder erst im Frühjahr geschnitten wird, sollte er vor dem Winter schützend abgedeckt werden. Der Halbstrauch ist zwar relativ winterhart, doch können langanhaltende, strenge Dauerfröste auch ihm zusetzen. Mehr zur Pflege und Vermehrung des Ysop finden Sie hier.

Ysop ernten und lagern

An sich kann Ysop laufend geerntet werden, sofern frische Triebe und Blätter an der Pflanze sind. Wie bei so vielen Kräutern gilt jedoch, dass das Kraut am aromatischsten ist, wenn es kurz vor der langanhaltenden Blüte von Juni bis September geerntet wird. Entweder werden die Blätter einzeln abgezupft, oder aber es werden ganze Triebe abgetrennt.

Hummel auf blauer Ysop-Blüte
Auch Hummeln lieben den Nektar der blauen Ysop-Blüten [Foto: Rita Romanyshyn/ Shutterstock.com]

Aromatisch ist es der größte Genuss, wenn der Ysop erntefrisch verwendet wird. Allerdings bieten sich auch Möglichkeiten, Ysop auch einen längeren Zeitraum nach der Ernte noch verwenden zu können:

Ysop trocknen

Wird Ysop bei Raumtemperatur an einem trockenen Ort getrocknet, so kann er noch mehrere Monate als getrocknetes Gewürz verwendet werden. Werden ganze Triebe geerntet, so kann man diese gut aufhängen. Beim Abzupfen einzelner Blätter werden diese zum Trocknen auf einem Handtuch ausgebreitet. Durch das Trocknen muss allerdings ein leichter Aromaverlust verkraftet werden.

Ysop einfrieren

Die Blätter des Ysops können auch einfach eingefroren und so je nach Bedarf aus der Kühlung entnommen werden. Der Ysop steht so quasi erntefrisch und ohne Einbußen in der Aromaintensität zur Verfügung.

Ysop einlegen

Wie fast alle mediterranen Kräuter kann Ysop auch in Öl oder Essig eingelegt werden. Die Triebe müssen vollständig von der Flüssigkeit umgeben sein, damit die abgeernteten Pflanzenteile nicht zu schimmeln beginnen. Nach zwei Wochen haben Öl oder Essig die Aromen aufgenommen und können als würziges Estragon-Öl oder -Essig zum Kochen, Marinieren oder für Salatdressings verwendet werden.

Ysop: Verwendung in der Küche und im Garten

Wofür verwendet man das würzige Kraut, welches viel zu selten den Weg in die heimischen Gärten findet eigentlich?

Aufgrund seines kräftigen Aromas mit einer etwas bitteren Note ist der Ysop beliebt für Soßen, Salate und diverse Fleischgerichte. Auch die schönen Blüten des Ysops sind essbar und machen sich prima als stilvolle Garnitur des Tellers. Dabei hat die Einnahme einen angenehmen Nebeneffekt: Genau wie der eng verwandte Salbei wirkt auch Ysop lindernd bei Entzündungen der Mundschleimhaut. Auch bei Empfindlichkeiten des Magen- und Darmtraktes soll er wohltuend wirken. Als Arzneimittel wird Ysop allerdings nicht mehr verwendet, da er in höheren Dosen aufgrund der enthaltenen Inhaltsstoffe Krämpfe auslösen kann.

Eine ganz besondere Eigenschaft des Ysops lässt ihn aber noch für eine andere Verwendung interessant werden. Er kann als natürliches Pflanzenschutzmittel verwendet werden. Sein intensiver Geruch und hoher Gehalt an seinen spezifischen Inhaltsstoffen wirken abstoßend auf manche Schädlinge wie Raupen, Schnecken oder Blattläuse. Sind andere Pflanzen anfällig für diese Plagegeister, so kann es manchmal schon helfen, einen Ysop in unmittelbarer Nähe zu pflanzen.

Mehr zur Ernte, Lagerung und Verwendung von Ysop finden Sie in unserem Spezialartikel.

Erhalten Sie unsere Garten-Post

Jetzt für unsere kostenlose Garten-Post anmelden und tolle Garten-Tipps sowie Inspirationen regelmäßig ins Email-Postfach bekommen.

Back To Top