skip to Main Content

Zitronenverbene: Alles zum Pflanzen, Pflegen & Vermehren

Zitronenverbene sollte nicht nur wegen des Duftes einen Platz in Ihrem Garten finden. Wir verraten, was es beim Pflanzen, Pflegen und Co. zu beachten gilt.

Zitronenverbene Nahaufnahme im Garten

Die Zitronenverbene gehört zur Familie der Eisenkrautgewächse [Foto: Lerner Vadim/ Shutterstock.com]

Die Zitronenverbene (Lippia citriodora) gilt als das Erfrischungskraut schlechthin. Sie ist auch unter dem Namen „Zitronenstrauch“ oder „duftende Verbene“ (franz. verveine odorante) bekannt und zählt zur Familie der Eisenkrautgewächse (Verbenaceae). Nur ein leichtes Anstreifen der Blätter setzt bereits ein erfrischendes Zitrusaroma frei. Doch auch wenn der Duft stark an Zitronen erinnert, ist die Zitronenverbene nicht näher mit dem Zitronenbaum verwandt, der wie viele andere Zitruspflanzen auch, zur Familie der Rautengewächse (Rutaceae) gehört.

Die Verbene stammt ursprünglich aus subtropischen Regionen Südamerikas und wurde erst Ende des 18. Jahrhunderts nach Europa gebracht. Der veraltete Gattungs­name Aloysia erinnert an Maria Luisa Teresa de Parma (1751 – 1819), die Ehefrau des damaligen spanischen Königs Carlos IV. Daher enthalten noch heute einige fremdsprachliche Namen der Zitronenverbene ein Louise-Element, wie die Bezeichnungen „Hierba luisa“ (Kraut der Luise) in Spanien und „Luiserlkraut“ in Österreich zeigen.

Die Zitronenverbene ist eine attraktive Kübelpflanze für die Terrasse oder den Balkon, die jedoch nur bedingt winterhart ist. Der ausdauernde und laubabwerfende Strauch erreicht in gemäßigten Klimazonen Europas Wuchshöhen von rund ein bis zwei Metern. Unter günstigen Bedingungen kann die Zitronenverbene sogar durchaus noch höher werden. Ein optischer Hingucker sind die zierlichen Blüten, deren Farbenvielfalt von Weiß, über Rosa bis hin zu Violett reichen kann.

Zitronenverbene Blüten weiß

Die zierlichen Blüten der Zitronenverbene duften nach Zitrone [Foto: ChWeiss/ Shutterstock.com]

Zitronenverbene pflanzen

Am besten gedeiht die Zitronenverbene an einem warmen, sonnigen und geschützten Platz. Sie können die Pflanze ausschließlich im Topf kultivieren oder an Standorten mit milderem Klima auch in Ihr Gartenbeet pflanzen.

Zitronenverbene im Beet pflanzen
Das Auspflanzen sollte bereits im Frühjahr geschehen, damit die Wurzeln sich bis zum Herbst gut ausbilden können. In ihrer ursprünglichen Heimat bevorzugt die Zitronenverbene lockere, neutrale bis leicht alkalische Böden ohne Staunässe. Die Vegetationszeit bei uns reicht von Mai bis November. Sie blüht im August und wird vorwiegend von Insekten, wie Schmetterlingen und Hummeln, bestäubt. Die Samen werden allerdings nur in langen, warmen Sommern reif. Aufgrund ihrer geringen Frosttoleranz, ist eine Überwinterung in geschützter Umgebung zu empfehlen.

Zitronenverbene im Topf pflanzen
Für die Topf- und Kübelkultur reichen übliche Substrate, die auch bei klassischen Balkonpflanzen zum Einsatz kommen, aus. Ein sonniger bis halbschattiger Stellplatz im Kübel auf der Terrasse oder im Topf auf der Fensterbank ist ideal. Je nach Wachstum, sollte die Zitronenverbene etwa alle ein bis zwei Jahre in ein größeres Gefäß umgetopft werden.

Zitronenverbene im Topf

Ein sonniger bis halbschattiger Stellplatz ist ideal [Foto: MarjanCermelj/ Shutterstock.com]

Zitronenverbene vermehren

Auch wenn es geeignetes Saatgut im Fachhandel zu kaufen gibt, gestaltet sich eine Vermehrung über Samen als äußerst schwierig. Daher wird eine Vermehrung über Stecklinge meist bevorzugt.

Stecklinge
Im Frühsommer werden etwa 15 Zentimeter lange Stecklinge von den verholzten Zweigen abgeschnitten und in Töpfe mit Anzuchterde gesteckt. Das Bewurzeln kann durch eine Abdeckung mit Folie gefördert werden, denn die Stecklinge lieben warme Temperaturen zwischen 18 und 25 °C. Haben sie die gewünschte Bewurzelung erreicht, können die Stecklinge in Töpfe umgepflanzt werden. Dann ist noch einmal Geduld gefragt, denn erst wenn die Pflänzchen eine Größe von etwa 10 Zentimetern erreicht haben, darf die Spitze das erste Mal geschnitten werden. Dadurch verästelt sich der Strauch besser und wächst buschiger nach.

Aussaat
Die Aussaat kann bereits in den Monaten Februar und März im Gewächshaus oder auf der Fensterbank erfolgen. Ein durchlässiges Substrat, das trotzdem gut Wasser speichern kann, ist für die Anzucht optimal. Die Samen werden in ausreichendem Abstand etwa 1 bis 2 Zentimeter tief in die Erde gesteckt. Die Zitronenverbene ist ein Lichtkeimer, daher sollten die Samen nur leicht mit Erde bedeckt werden. Anschließend wird das Pflanzgefäß an einen hellen, warmen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung gestellt. Regelmäßiges Befeuchten sollten Sie nicht vergessen, damit die Samen zu keimen beginnen. Eine durchsichtige Abdeckung (zum Beispiel aus Glas) kann hierbei für optimale Temperatur- und Feuchtigkeitsverhältnisse sorgen. Wenn alles geklappt hat, sollten sich nach einigen Wochen die ersten Sämlinge zeigen. Zu dicht stehende Pflanzen können dann pikiert werden.

junge Zitronenverbene im Topf im Garten

Die Zitronenverbene kann über Stecklinge vermehrt werden [Foto: Floki/ Shutterstock.com]

Zitronenverbene pflegen

Die Zitronenverbene gilt zwar als sehr anspruchslos, trotzdem gilt es, in der Pflege auf einige Aspekte zu achten, um möglichst lange Freude am eigenen Zitronenstrauch zu haben.

Zitronenverbene gießen

Der Boden sollte immer leicht bis mäßig feucht gehalten werden. Ein übermäßiges Gießen ist zu vermeiden, da sonst Staunässe gefördert wird und die Pflanze anfälliger für Krankheiten wird. Gelegentlich trockene Erde macht ihr nichts aus, ein vollständiges Austrocknen des Substrats sollte jedoch vermieden werden.

Zitronenverbene düngen

Regelmäßiges Düngen zwischen April und August fördert einen üppigen, buschigen Wuchs. Besonders geeignet sind organische Langzeitdünger, die über mehrere Wochen oder gar Monate hinweg für eine ausreichende Nährstoffzufuhr sorgen. Der Dünger wird von den Bodenorganismen zersetzt und steht so nach und nach für die Pflanze zur Verfügung.

Zitronenverbene schneiden

Im Herbst, bevor sich der erste Frost bemerkbar macht, kann man die Zitronenverbene bis auf zwei Augen zurückschneiden. Der Neuaustrieb erfolgt meist an den Triebspitzen. Würde man die Zweige lang lassen, so wären sie unten kahl und nur an den oberen beiden Augen würden neue Triebe wachsen. Auch während der Saison kann bei Bedarf ein stärkerer Schnitt für die Ernte vorgenommen werden.

Zitronenverbene wird im Garten geschnitten

Ein regelmäßiger Schnitt fördert das Wachstum der Zitronenverbene [Foto: Robert Przybysz/ Shutterstock.com]

Zitronenverbene überwintern

Die Zitronenverbene gilt als ausgesprochen frostempfindlich. Unter guten Bedingungen und in besonders geschützten Lagen kann sie aber sogar einen kalten Winter im Freien überstehen. Hierfür sollten die Zweige im Oktober bis auf wenige Augen zurückgeschnitten werden. Eine etwa 30 Zentimeter dicke Strohschicht oder die Abdeckung mit einem Gartenvlies sorgen für den nötigen Kälteschutz. Gut eingepackt kann die Zitronenverbene so bis Mitte April im Gartenbeet überdauern.

Wer jedoch auf Nummer sicher gehen möchte, bringt die Kübel- oder Topfpflanze vor dem ersten Frost nach drinnen. Sofern Sie die Zitronenverbene im Herbst nicht zurückschneiden, ist eine  helle Überwinterung bei etwa 5 °C im Keller, Schuppen oder Treppenhaus ideal. Dunklere, kühle Räume haben jedoch den Vorteil, dass die Pflanze ihre Blätter von selbst abwirft und somit das Fäulnisrisiko verringert wird. Auch in zurückgeschnittenem Zustand kann die Pflanze dunkel überwintert werden. Da die Pflanze während der Winterruhe keine Blätter trägt, benötigt sie auch kein Licht. Sie sollte aber von Zeit zu Zeit etwas gegossen werden.

Die Zitronenverbene treibt bei konstanten Temperaturen von etwa 15 °C neu aus. Ab März kann man die Pflanze daher in einem mäßig beheizten Raum antreiben lassen. Nach etwa zehn Tagen sollten sich erste zarte Blätter und Triebe zeigen. Wenn kein Frost mehr zu erwarten ist, darf die Zitronenverbene Mitte Mai wieder nach draußen. Intensives Gießen und Düngen schenken der Pflanze neue Lebenskraft und stärken sie für das kommende Jahr.

verschiedene Kräuter im Topf im Garten

Ab Mitte Mai darf die Zitronenverbene wieder nach draußen [Foto: Maren Winter/ Shutterstock.com]

Zitronenverbene ernten

Die Blätter der Zitronenverbene können von Mai bis September geerntet werden. Hierfür können einzelne Blätter abgezupft oder ganze Zweige einige Zentimeter über dem Boden abgeschnitten werden. Geerntet werden nur gesunde Pflanzenteile. Verwelkte, angefressene oder verfärbte Blätter sollten entfernt werden. Frische Blätter eignen sich hervorragend zur Herstellung von Kräuterlimonaden oder zur Verfeinerung von Desserts.

Leider ist im Winter bei uns zu wenig Licht, um das ganze Jahr über frische Zitronenverbene zu ernten. Die Pflanze würde leiden und Schädlingsbefall sowie Kümmerwuchs wären die Folge. Wer trotzdem nicht auf Zitronenverbene verzichten möchte, sollte sich in den Sommermonaten einen ausreichenden Vorrat anlegen. Die Pflanze kann dann im Herbst zurückgeschnitten und in die wohlverdiente Winterruhe geschickt werden.

 Zitronenverbene lagern

Die frischen Blätter der Zitronenverbene können sowohl eingefroren, als auch in Öl eingelegt werden. Die wohl einfachste Methode der Konservierung von Zitronenverbene ist jedoch das Trocknen. Am besten streift man die frischen Blätter vom geschnittenen Zweig ab. Anschließend legt man sie auf ein Tuch oder auf Zeitungspapier locker aus. An einem luftigen, warmen Platz trocknen die Blätter innerhalb einer Woche. Direkte Sonneneinstrahlung sollte jedoch vermieden werden. Je langsamer und schonender getrocknet wird, desto eher bleiben die grüne Farbe und das Aroma erhalten. Der Trocknungsvorgang ist erst dann abgeschlossen, wenn die Kräuter beim Zusammendrücken knistern. Ist noch zu viel Restfeuchte vorhanden, könnte es während der Lagerung zu Schimmelbildung kommen. In einem luftdichten, undurchsichtigen Behälter gelagert bleibt das Zitronenaroma lange erhalten.

getrocknete Zitronenverbene in einer Schale

Das Aroma bleibt in den getrockneten Blättern am besten erhalten [Foto: Yada goemans/ Shutterstock.com]

Zitronenverbene: Inhaltsstoffe und Verwendung

Die Zitronenverbene enthält in allen Pflanzenteilen ein ätherisches Öl, dessen frischer Duft an Zitrone erinnert. Die Duftintensität der Blätter ist erheblich stärker als bei den meisten anderen ähnlich riechenden Pflanzen. Wer sich den frischen Duft ins Haus holen möchte, befüllt kleine Kräutersäckchen mit dem getrockneten Kraut. Es kann gleichzeitig auch zur Insektenabwehr eingesetzt werden, denn Mücken, Fliegen und Co. scheint der Duft nicht sonderlich gut zu gefallen.

Die Zitronenverbene gilt als krampflösend, appetitanregend und verdauungsfördernd. Zudem wirkt sie leicht beruhigend bei Nervosität und Schlaflosigkeit. Ein Gute-Abend-Tee aus Zitronenverbene, auch bekannt als „Verveine“, ist in Frankreich sehr beliebt. Ein Erkältungstee aus Zitronenverbene wird bei uns oft als „Eisenkrauttee“ bezeichnet. Das Echte Eisenkraut (Verbena officinalis) ist zwar nahe verwandt mit der wohlriechenden Verbene, schmeckt jedoch äußerst bitter.

Für einen aromatischen Tee übergießt man 1 TL der zerkleinerten Blätter der Zitronenverbene mit einem viertel Liter Wasser und lässt ihn etwa 5 Minuten ziehen. Gekühlt schmeckt er im Sommer auch als Eistee wunderbar und wird zur Aromatisierung von anderen Getränken eingesetzt. In der Küche kann aus den frischen Blättern eine Art Spinat zubereitet werden. Wesentlich häufiger ist jedoch die Verwendung als Würzkraut. Das zitronige Aroma harmonisiert wunderbar mit Fisch und Geflügel. Doch auch zum Würzen von Salaten und Aromatisieren von Süßspeisen, wie Pudding oder Eis, wird es herangezogen. Wer auch im Winter vom Geschmack der Zitronenverbene profitieren möchte, verarbeitet sie am besten zu Sirup, Gelee oder Pesto.

Tee aus Zitronenverbene

Der „Verveine“-Tee wird in Frankreich sehr gerne getrunken [Foto: vanillaechoes/ Shutterstock.com]

Wir von Plantura empfehlen folgende Produkte:
  • Floragard Bio Kräuter- & Aussaaterde: Hochwertige Spezialerde zur Anzucht von Pflanzen oder Kultivierung von Kräuter. Die feine und lockere Struktur sorgt für eine gute Wasseraufnahme, eine sichere Keimung und ein kräftiges Wachstum.
  • Floragard Kompost-Erde: Spezialerde aus unkrautfreiem Edelkompost und ausgesuchten Torfqualitäten. Sie versorgt Ihre Pflanzen lang anhaltend und gleichmäßig mit allen wichtigen Nährstoffe und der hohe Humusgehalt macht leichte und schwere Böden fruchtbar.
  • Cuxin Hochbeet- & Kräuterdünger: Hochwertiger, Organisch-mineralischer und veganer Dünger auf pflanzlicher Basis für ein optimales Wachstum und eine reiche Ernte. Ideal für die Anwendung in Hochbeeten und für die Nährstoffversorgung von Kräutern.
Back To Top
[i]
[i]