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Kümmel: Der scharfe Samen aus dem eigenen Garten

Schon seit langer Zeit wird Kümmel auch wegen seiner Heilkraft angebaut. Doch der Anbau im eigenen Garten lohnt sich nicht nur für die würzigen Samen.

Abgeblühter wilder Kümmel Kümmelsamen

Sobald der Kümmel abgeblüht ist, zeigen sich die beliebten Samen [Foto: boaskiCC BY-SA 2.0]

Der echte Kümmel (Carum carvi) gehört zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae) – zu seinen Verwandten zählt somit zum Beispiel auch der Dill (Anethum graveolens) oder der Fenchel (Foeniculum vulgare). Schon vor rund 2000 Jahren wurde das Gewächs nachweislich zur Zubereitung von Speisen verwendet. Am bekanntesten sind wohl seine würzigen, scharfen Samen – doch auch das Laub und die ausgebildete Pfahlwurzel können einen kulinarischen Beitrag leisten. Ebenso gibt der echte Kümmel als Heilpflanze eine gute Figur ab. Das war bereits zu Zeiten Karl des Großen bekannt. Der Anbau der doldenblütigen Pflanze ist in unseren geografischen Regionen problemlos möglich. Seinen Ursprung hat der Kümmel zwar im Mittelmeerraum und Vorderasien, sein natürliches Verbreitungsgebiet erstreckt sich aber über ganz Europa bis nach Sibirien, Zentralasien und sogar China. Was im Anbau zu beachten ist und was man am besten nach der Ernte mit dem Kümmel anstellen kann, erfahren Sie hier.
Synonyme: Feldkümmel, Köm, Kümmich, Wiesenkümmel

Kümmel im eigenen Garten anbauen

Standort
Die meisten Kräuter bevorzugen eher trockene und durchlässige Böden, aber Ausnahmen bestätigen wie so oft im Leben die Regel. Diesen Part übernimmt der Kümmel. Er fühlt sich eher in feuchten und lehmigen Böden am wohlsten. Dennoch freut sich der Doldenblütler auch über einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Neben dem Feuchtigkeitsgrad des Bodens sollte auch auf dessen pH-Wert geachtet werden. Ist dieser zu sauer, sollte der Boden aufgekalkt werden. Ein pH-Wert zwischen 6,0 und 7,5 ist optimal für den Kümmel. Bei der Standortwahl sollten auch die Nachbarn bedacht werden. Vor allem ein zu geringer Abstand zu seinem Doldenblütler-Kollegen Fenchel, ist beim Anbau zu vermeiden. Ebenso empfiehlt es sich, wie bei vielen Apiaceae üblich, eine etwa fünfjährige Anbaupause von Kümmel an der gleichen Stelle im Beet einzuhalten. Grundsätzlich kann der Kümmel natürlich auch in Gefäßen auf Terrasse und Balkon angebaut werden. Allerdings sollte bei der Wahl des Topfes oder Balkonkasten bedacht werden, dass Kümmel eine etwa 15 cm lange Pfahlwurzel ausbildet.

Vermehrung
Der echte Kümmel wird traditionell über Aussaat vermehrt. Da es sich bei dem Gewürz um einen Lichtkeimer handelt, ist es empfehlenswert, den ausgebrachten Samen nicht mit einer zu dicken Substratschicht zu bedecken. Wird der Samen direkt ins Freiland ausgebracht, ist hier der beste Zeitpunkt dafür ab April. Bei der Vorzucht im Haus kann bereits ab Februar ausgesät werden. Die Keimung des Kümmel-Samens erfolgt relativ langsam. Erst nach etwa drei Wochen durchbrechen die ersten Keimlinge die dünne, vor Austrocknung schützende Substratschicht bei einer Optimaltemperatur von 20 °C. Kümmel ist eine zweijährige Pflanze. Im Jahr nach der Aussaat bildet die Pflanze Blüten aus, die für eine selbständige Vermehrung und Nachkömmlingen im nächsten Jahr sorgt. Ist diese automatische Verjüngung vor allem in Hinblick auf die ratsame Anbaupause unerwünscht, so müssen die Blüten vorzeitig entfernt werden.

Kombinierter Anbau
Kümmel kann auch noch im Anschluss an die Ernte von Getreidekulturen im Juli oder August erfolgen. Dies hat zum Vorteil, dass im ersten Jahr, wenn der Kümmel noch keine Blüten ausbildet, trotzdem von der bebauten Fläche geerntet werden kann. Diese Verfahrensweise ist im kommerziellen Anbau von Kümmel durchaus geläufig. Auch der kombinierte Anbau mit einer sogenannten Deckfrucht ist denkbar. Dabei wird der Kümmel mit einer stärker wachsenden Kultur wie zum Beispiel Mais ausgesät. Die Deckfrucht überwächst den Kümmel im ersten Jahr. Das ist nicht weiter schlimm, denn die Deckfrucht wird bereits im ersten Jahr geerntet. Einziger Nachteil: Im zweiten Jahr können aufgrund der Konkurrenz mit der Deckfrucht im ersten Kulturjahr weniger Kümmelsamen geerntet werden, als wenn der Kümmel allein angebaut worden wäre.
Eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung finden Sie unter Echter Kümmel: Anbau im eigenen Garten leichtgemacht.

Gießen und Düngen
Wie schon erwähnt, legt der Kümmel auf eine reichhaltige Wasserversorgung wert. Somit sollte bereits bei kürzeren Trockenperioden der Griff in Richtung Gießkanne gehen, um das Gewürz optimal zu versorgen.
Zur Versorgung mit Nährstoffen genügt die Einarbeitung von Mist oder Kompost mit Vorbereitung der Aussaatfläche. Das sollte jedoch wenige Wochen vor der Aussaat erfolgen, damit das organische Material bereits etwas zersetzt wird, wenn der Samen ausgebracht wird. Die Einarbeitung von organischem Material kann auch im zeitigen Frühjahr des zweiten Lebensjahres der zweijährigen Pflanze wiederholt werden. So ist gleich ein gut gestärkter Start in das nächste Jahr gewährleistet.

Folgende Produkte haben sich bei uns im Garten bewährt:

  • Floragard Bio Kräuter- & Aussaaterde: Hochwertige Spezialerde zur Anzucht von Pflanzen oder Kultivierung von Kräuter. Die feine und lockere Struktur sorgt für eine gute Wasseraufnahme, eine sichere Keimung und ein kräftiges Wachstum.
  • Naturen Bio Pferdedung: Anwendungsfertiger, geruchsarmer Stallmist in Pellets mit bis zu 6 Monaten Langzeitwirkung; ohne chemische Zusätze und verwendbar im ökologischen Landbau.
  • Cuxin Hochbeet- & Kräuterdünger: Hochwertiger, Organisch-mineralischer und veganer Dünger auf pflanzlicher Basis für ein optimales Wachstum und eine reiche Ernte. Ideal für die Anwendung in Hochbeeten und für die Nährstoffversorgung von Kräutern.

Kümmel: Richtig ernten und lagern

Da Kümmel erst im zweiten Jahr seines Lebens blüht, kann auch erst dann die Ernte des begehrten, würzigen Samens erfolgen. Wann der Zeitpunkt für die Ernte gekommen ist, kann an der eintretenden Braunfärbung von Blütenstand und Frucht erkannt werden. Das ist meist in den Monaten Juni und Juli. Während die Pflanzen im kommerziellen Anbau maschinell gedroschen werden, kann beim Anbau im heimischen Garten einfach die ganze Pflanze großzügig abgeschnitten werden. Die Blüte ist sowieso das Todesurteil der zweijährigen Pflanze. Um den Samen ernten zu können, müssen die Blüten noch getrocknet werden und danach können die Samen in einem luftdichten Gefäß trocken gelagert werden.

Das Laub des zweijährigen Doldenblütlers erinnert im Geschmack an Petersilie und Dill. Es kann bis zur eintretenden Blüte stets geerntet werden. Aber Vorsicht: Nicht zu viel ernten und damit die Pflanze im Wachstum schwächen. Auch die Pfahlwurzel kann in der Küche Verwendung finden. Logischerweise ist für diesen Pflanzenteil die Erntezeit erst mit dem Abblühen und dem Abschneiden der Pflanzen gekommen.

Noch mehr Wissenswertes finden Sie unter Echter Kümmel: Richtig gießen und ernten.

Kümmel: Verwendung in der Küche und als Heilpflanze

Wie schon erwähnt, erinnern die Blätter des Kümmels geschmacklich an Petersilie und Dill. Sie eignen sich deshalb gut zum Würzen von Suppen oder Salaten. Die leicht nach Kümmel schmeckende Pfahlwurzel kann wie Möhren als Gemüse gekocht werden. Die gängigste Verwendung in der Küche liegt jedoch bei den Samen. Der Kümmelsamen zeichnet sich durch einen charakteristisch würzigen und eher scharfen Geschmack aus. Vor allem in der skandinavischen und östlichen Küche erfreut sich der Kümmelsamen großer Beliebtheit. Insbesondere zur Verfeinerung diverser Brotvariationen findet er häufige Verwendung. Doch auch Kohlgerichte werden häufig mit Kümmelsamen verfeinert, denn er lässt die schwer verdaulichen Kohlspeisen leichter im Magen liegen. Außerdem gibt es auch einen Kümmelschnaps namens Aquavit, der sich gerade nach dem Essen zur Anregung der Verdauung großer Beliebtheit erfreut. Doch Vorsicht: Bei zu häufigem Konsum können kümmelhaltige Alkoholika aufgrund der enthaltenen ätherischen Öle Leberschäden begünstigen.

Doch der Kümmel hat auch gute Seiten als Arzneipflanze. Der Gehalt an den positiven ätherischen Ölen ist vor allem in den Samen am höchsten, aus denen auch das sogenannte Kümmelöl extrahiert werden kann. Neben der verdauungsfördernden Wirkung kann der echte Kümmel auch krampflösend und antimikrobiell wirken. Vor allem als Tee findet das Gewürz als Heilkraut Verwendung. 2016 wurde erl sogar zur Arzneipflanze des Jahres gekürt. Mit dem eigenen Anbau des Doldenblütlers holt man sich also einen preisgekrönten Star in den eigenen Garten, der nicht nur schmeckt, sondern auch gut tut.

 

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