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Lavendel: Alles zu Sorten, Anbau & Pflege

Lavendel sorgt für mediterranes Flair in jedem Garten. Alles rund um den Lavendel – vom Pflanzen bis zum Schneiden – erfahren Sie in diesem Artikel.

Lavendel im Garten mit Blüte

Lavendel blüht von Juni bis August [Foto: Chukov/ Shutterstock.com]

Der Echte Lavendel (Lavandula angustifolia) ist seit jeher nicht nur im mediterranen Raum beliebt und zählt schon lange zu den bekanntesten Kräutern und Heilpflanzen. Der Halbstrauch aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, ist aber mit der richtigen Pflege auch in unseren Breitengraden leicht zu kultivieren.

Lavendel

Wie viele andere Kräuter aus dem mediterranen Raum zählt der Lavendel zu den Halbsträuchern, die sich im Gegensatz zu krautigen Pflanzen wie Stauden im Winter nicht komplett in die Erde einziehen, sondern von unten her verholzen. So kommen sie mit höheren Temperaturen und Trockenheitsperioden gut zurecht.

Herkunft und Geschichte des Lavendels

In seiner Heimat, den warmen Ländern des Mittelmeerraums, bevorzugt der Echte Lavendel trockene Hänge und steinige Böden und ist dort bis in Gebirgsregionen von 1600 Metern Höhe vorgedrungen. Schon in der Antike fand Lavendel Verwendung in Kosmetik und Medizin. Diesem Umstand verdankt der Lavendel auch seinen Namen, der sich vom lateinischen Wort „lavare“ (zu Deutsch „waschen“) ableitet. Bereits Plinius berichtete von Lavendelöl als einem duftenden Zusatz im Badewasser. Über die Alpen gelangte die Lavendelpflanze schließlich im Gepäck von Benediktinermönchen zu uns, die sie als Heilkraut im Klostergarten kultivierten. Lavendel wurde gegen die unterschiedlichsten Beschwerden eingesetzt und sollte sogar gegen die Pest helfen. Kommerziell angebaut wurde der Echte Lavendel übrigens nicht zum ersten Mal in der französischen Provence, sondern in England. Bereits Königin Elisabeth I. verwendete ihn als Parfüm und auch Königin Victoria war eine begeisterte Liebhaberin des krautig-frischen Lavendelduftes. In Gegenden wie Kent und Norfolk kann man die englischen Lavendelfelder noch heute bewundern. Außerdem kommen immer wieder zahlreiche Neuzüchtungen aus England.

Lavendel kaufen: Das sollten Sie beachten

Im Handel werden sowohl Lavendelsamen als auch vorgezogene Jungpflanzen angeboten. Im Gartencenter finden Sie meist nur einige wenige Sorten des Echten Lavendels (Lavandula angustifolia) und des Schopflavendels (Lavandula stoechas). Seltenere Exemplare gibt es in Staudengärtnereien, in Baumschulen oder auch im Onlinehandel. Bedenken Sie jedoch schon bei der Auswahl der Sorte den späteren Verwendungszweck, denn nicht jeder Lavendel ist für das Gartenbeet geeignet. Während der Echte Lavendel relativ winterhart ist, eignet sich zum Beispiel der frostempfindliche Schopflavendel in unseren Breiten nur für die Topfkultivierung. Was Sie beim Kauf von Lavendel sonst noch beachten sollten, erklären wir Ihnen in unserem Spezialartikel.

Lavendel in runden Töpfen

Nicht jeder Lavendel, der im Handel angeboten wird, ist winterhart [Foto: ingehogenbijl/ Shutterstock.com]

Lavendelsorten: Beliebte und bekannte Sorten und Arten

Von den heute bekannten 25 Lavendelarten ist der Echte Lavendel die beliebteste und wartet mit wahllosen Sorten auf. Schon beim Laub gibt es zwischen den einzelnen Sorten Nuancen von dunkelgrünen bis hin zu fast silbrig weißen Tönen. Noch vielfältiger geht es bei den Blütenfarben zu, die ein großes Spektrum von Blau- und Lilatönen, aber auch Rosa und Weiß zeigen. Für gewöhnlich bringt es der Echte Lavendel zu einer stattlichen Höhe von 60 bis 70 cm. Neue Züchtungen können allerdings deutlich niedriger werden, sodass sich sicher für jeden Garten die passende Sorte finden lässt. Die Zwergformen des Lavendels mit einer Wuchshöhe von 25 bis 35 cm wachsen hingegen nicht so schnell und bleiben eher schmaler und kompakter als ihre Verwandten. Deshalb sind sie besonders gut als Kübelpflanzen sowie als Beeteinfassung geeignet. Nachfolgend haben wir einige der beliebtesten und bekanntesten Lavendelsorten aufgeführt. Weitere Sorten des Echten Lavendels finden Sie darüber hinaus auch hier.

‘Blue Cushion’: Kompakte Sorte mit gedrungenen Ähren und großen, haltbaren, hellvioletten Blüten; gut für die Topfkultur oder den Steingarten geeignet; Zwergform

‘Dwarf Blue’: Bewährte, mittelhohe Sorte mit graugrünem Laub und violetten Blüten, die sich gut als Beeteinfassung und Dufthecke eignet

‘Hidcote Blue’: Bewährte Sorte aus England mit dunkelblauvioletten Blüten und starkem Duft; kompakt und langsam wachsend, unter idealen Wachstumsbedingungen können die Pflanzen allerdings verhältnismäßig groß werden; Wuchshöhe: 30 – 60 cm

Lavendel Sorte Munstead

,Munstead‘-Lavendel besticht durch seine leuchtend blauen Blüten [Foto: Henderbeth/ Shutterstock.com]

‘Munstead’: Besonders früh blühende Sorte aus England mit mitternachtsblauen Blüten und attraktivem, silbergrauem Laub; intensiver Duft; kompakter Wuchs, daher sehr gut für Beeteinfassungen geeignet

‘Nana Alba’: Langsam wachsende Zwergform mit buschiger Struktur und weißer Blüte

Die Lavendelvielfalt ist allerdings noch deutlich größer. In unserem Spezialartikel finden Sie eine Übersicht der besten Lavendelsorten und -arten für Beet und Topf.

Und auch die Art des Schopflavendels haben wir uns hier genauer angeschaut. Eine besondere Sorte ist dabei die des weißen Lavendels, mit der wir uns hier genauer befassen.

Lavendel pflanzen: Standort, Beetnachbarn und Vorgehen

Lavendelpflanzen lieben warme, vollsonnige Standorte mit durchlässigen, kalkhaltigen Böden. Da sie Staunässe gar nicht schätzen, sollte beim Einpflanzen eine Drainageschicht aus Kieselsteinen gelegt und dem Substrat Sand untergemischt werden. Sehr gut verträgt sich der der Echte Lavendel im Beet mit anderen mediterranen Kräutern, die ähnliche Standortansprüche besitzen, so beispielsweise Salbei (Salvia), Thymian (Thymus) oder Bergbohnenkraut (Satureja montana). Zudem ist Lavendel eine ausgezeichnete Insektenweide, sodass es zur Blütezeit an den Blütenähren nur so vor Schmetterlingen, Bienen und Hummeln wimmelt.

Häufig liest man auch von Lavendel als idealem Begleiter von Rosen, der diese beispielsweise vor Blattlausbefall schützen soll. Aufgrund der unterschiedlichen Standortansprüche der beiden Pflanzen sind Rose (Rosa) und Lavendel aber gar kein solches Traumpaar wie angenommen. Empfehlenswerter sind hier beispielsweise die Katzenminze (Nepeta cataria) oder der Steinquendel (Calamintha nepeta subsp. nepeta). Wer dennoch nicht auf Lavendel im Rosenbeet verzichten möchte, sollte einen Mindestabstand von 80 bis 100 cm zwischen den Pflanzen einhalten und das Pflanzloch für den Lavendel mit etwas Sand abmagern. Als duftende Beeteinfassung oder niedrige Hecke eignet sich der Lavendel ebenfalls ausgezeichnet. Dazu sollten pro laufenden Meter circa drei Pflanzen gesetzt werden.

So gehen Sie bei der Pflanzung von Lavendel am besten vor:

  1. Auswahl eines warmen, sonnigen Standortes
  2. Ausreichend großes Pflanzloch ausheben
  3. Schwere Gartenböden mit Sand mischen
  4. Lavendelpflanze mittig platzieren
  5. Mit lockerer, kalkhaltiger Erde auffüllen
  6. Leicht andrücken und gut angießen

In diesem Artikel erklären wir Ihnen, was es bei der Pflanzung von Lavendel sonst noch zu beachten gibt.

Lavendel im Topf pflanzen

Auch im Topf gedeiht der Lavendel gut und bringt mediterranes Flair auf Terrasse und Balkon. Allerdings sollten Sie gerade bei der Topfkultur darauf achten, dass das Wasser gut abfließen kann und sich keine Staunässe bildet. Der Topf sollte also unbedingt ein Ablaufloch besitzen. Auch eine Drainageschicht aus Blähton oder Kieselsteinen sowie ein Substratgemisch aus Blumenerde und Sand sorgen dafür, dass die Pflanze gut gedeiht. Weitere Informationen zum Pflanzen von Lavendel im Topf finden Sie hier.

Lavendel umtopfen

Frostempfindliche Lavendelsorten pflanzt man besser in den Topf [Foto: ]

Für die Topfkultur bieten sich vor allem kleinere Sorten an. Speziell für den Topf geeignete Lavendelsorten finden Sie in unserem Spezialartikel.

Lavendel-Baum pflanzen

Die Bezeichnung als Baum ist im Zusammenhang mit Lavendel eigentlich unsinnig, denn botanisch gesehen zählt das mediterrane Kraut zu den Halbsträuchern. Als solcher verholzt er mit zunehmendem Alter und kann bei entsprechender Erziehung sogar einen Stamm bilden. Ob der Lavendel als Hochstamm winterhart ist, hängt von der Sorte ab, aus dem er gezogen wurde. Am besten pflanzt man sein Lavendelbäumchen daher in einen Topf und holt es im Winter nach drinnen.

Als Standort für den Sommer eignet sich ein geschützter Platz im Garten oder auf dem Balkon. Wählen Sie beim Pflanzen jedoch unbedingt einen ausreichend großen Kübel aus, denn die Wurzeln des Lavendels benötigen sehr viel Platz. In lockerem, sandigem Substrat fühlt sich das Lavendelbäumchen am wohlsten und wird bei optimaler Pflege wunderbar gedeihen. Nähere Informationen zur richtigen Pflege Ihres Lavendel-Baumes finden Sie auch in unserem Spezialartikel.

Lavendel Blütezeit: Wann blüht der Lavendel?

Die Frage, wann Lavendel blüht, lässt sich nicht pauschal beantworten, denn die Blütezeit ist vor allem sortenabhängig. Der Schopflavendel öffnet bereits ab Mai seine Blüten und zählt somit zu den Frühblühern der Lavandula-Gattung. Er zeichnet sich vor allem durch seine lange Blütezeit bis August oder sogar September aus. Der Echte Lavendel war hingegen ursprünglich nur in höheren Bergregionen zu finden und öffnet daher erst ab Anfang Juni seine Blüten. Dafür ist er allerdings äußerst robust und kann sogar draußen überwintert werden. Kurze Zeit später beginnt dann auch der Speiklavendel (Lavandula latifolia) zu blühen.

Hummel auf Schopflavendel

Der französische Schopflavendel blüht besonders früh [Foto: Esin Deniz/ Shutterstock.com]

Natürlich ist die Blütezeit aber nicht nur von der Art beziehungsweise Sorte abhängig, sondern auch vom Wetter, der Bodenbeschaffenheit und der Pflege. Unter optimalen Bedingungen blüht Ihr Lavendel in der warmen Sommerzeit üppig und verströmt seinen Duft im Garten über mehrere Monate hinweg.

Wie Sie die Blütezeit von Lavendel verlängern können, erklären wir Ihnen hier.

Lavendel pflegen

Eine ausreichende Versorgung mit Nährstoffen und Wasser ist für Ihren Lavendel lebensnotwendig. Für ein prächtiges Wachstum und viele duftende Blüten sind aber auch ein regelmäßiger Schnitt und Maßnahmen zum Forstschutz von großer Bedeutung. Nachfolgend gehen wir auf die Pflege von Lavendel im Allgemeinen ein.

Nähere Informationen zur Pflege von Schopfavendel finden Sie daneben auch in diesem speziellen Artikel, mehr zur allgemeinen Pflege von Lavendel zudem hier.

Lavendel im Beet und im Topf gießen

Im Laufe der Zeit hat sich der Lavendel an die Standortbedingungen seiner mediterranen Heimat angepasst, sodass er sehr gut auf kargen Böden und mit wenig Wasser gedeiht. Durch seine lange Pfahlwurzel ist er in der Lage, Wasser und Nährstoffe aus tieferen Erdschichten nach oben zu ziehen. Im Umkehrschluss ist er allerdings sehr empfindlich gegenüber Staunässe und neigt bei zu viel Feuchtigkeit zur Wurzelfäule. Im Beet muss Lavendel daher nur in langen Trockenperioden gegossen werden. Im Topf gehaltener Lavendel kann dagegen keine lange Pfahlwurzel ausbilden und sollte deshalb regelmäßiger gegossen werden. Zwischen dem Gießen sollte die oberste Erdschicht abtrocknen können und im Topfuntersetzer befindliches Wasser sollten Sie abgießen, um Wurzelfäule vorzubeugen.

Lavendel mit Gießkanne

Der wärmeliebende Lavendel bevorzugt es trocken [Foto: Thomas Klee/ Shutterstock.com]

Alles rund ums Gießen von Lavendel im Beet oder Topf finden Sie auch noch einmal genauer in unserem Spezialartikel.

Lavendel schneiden

Lavendel zählt zu den Halbsträuchern, das heißt, die einjährigen, grünen Triebe verholzen im Laufe der Jahre von unten her. Für den Schnitt bedeutet dies, dass einige Zentimeter des grünen Holzes aus dem Vorjahr stehen bleiben dürfen und nur vorsichtig in den verholzten Teil geschnitten werden sollte. Alte, verkahlte Lavendelbüsche, die bereits mehrere Jahre nicht mehr geschnitten wurden, dürfen Sie keinesfalls radikal einkürzen, da die Pflanzen aus sehr altem Holz nur zurückhaltend oder gar nicht mehr austreiben. Regelmäßige Schnittmaßnahmen im späten Frühjahr und im Sommer sind also wichtig, um das Verkahlen zu verhindern und die Pflanzen kompakt zu halten.

Nach Anfang August oder gar im Herbst sollten Sie allerdings nicht mehr schneiden. Sobald der Lavendel im Frühjahr auszutreiben beginnt, ist ein kräftiger Rückschnitt von bis zu zwei Dritteln des Laubes möglich, um die Pflanze zu verjüngen und um sie zu einem verzweigten Wachstum anzuregen. Beim Schneiden sollten Sie zudem auf eine gleichmäßige runde Form der Pflanze achten. Besonders gut geeignet ist dafür eine Heckenschere. Ein leichter Rückschnitt von circa einem Drittel der Blattmasse nach der Blüte regt die Pflanze zu einem erneuten Wachstumsschub an und fördert einen buschigen Wuchs. Für einen zeitsparenden Sommerschnitt können die Stiele der Blütenrispen auch einfach zusammengebunden und der ganze Bund auf einmal abgeschnitten werden.

Lavendel schneiden

Lavendel wird in der Regel zweimal im Jahr geschnitten [Foto: Kateryna Ovcharenko/ Shutterstock.com]

Eine genauere Anleitung zum Schneiden von Lavendel im Frühling und Sommer finden Sie in unserem Spezialartikel.

Lavendel düngen und kalken

Lavendel wächst in seiner natürlichen Umgebung auf kargen, steinigen Böden und kommt daher auch mit wenig Nährstoffen durchaus zurecht. Arbeiten Sie am besten bei der Pflanzung etwas Dünger oder Kompost in den Boden ein. In den darauffolgenden Jahren genügt eine jährliche Grunddüngung zu Beginn der Wachstumsphase (März/April). Eine zusätzliche Düngung zum Sommerbeginn versorgt Ihren Lavendel in Topfkultur zudem optimal.

Organische Dünger mit Langzeitwirkung sind besonders gut für Ihren Lavendel im Garten und im Topf geeignet, da sie sich langsam zersetzen und die Pflanze langfristig mit genügend Nährstoffen versorgen. Kalkarme Böden können Sie außerdem im Frühjahr mit einer Handvoll handelsüblichen Gartenkalk verbessern. Doch gehen Sie vorher sicher, dass wirklich der Echte Lavendel bei Ihnen im Garten steht. Für enge Verwandte – wie den Schopflavendel – sind kalkhaltige Böden eher nachteilig.

Plantura Bio-Universaldünger neben einem Lavendel im Topf

Eine jährliche Düngung mit einem organischen Langzeitdünger sorgt für ausreichend Nährstoffe

Wie Sie Lavendel richtig düngen und was es beim Kalken zu beachten gilt, erklären wir Ihnen noch einmal ausführlich in unserem Spezialartikel.

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Lavendel überwintern

Für die Wintermonate gilt: Im Topf gepflanzte Pflanzen sind empfindlicher gegenüber Frost als solche im Beet, deshalb sind ein wind- und regengeschützter Standort sowie ein guter Winterschutz Pflicht. So kann der Topf zum Beispiel mit mehreren Lagen Luftpolsterfolie umwickelt werden, die das Durchfrieren des Wurzelballens verhindert. Die oberirdischen Teile der Lavendelpflanze können außerdem mit Vlies umhüllt werden. Damit der Wurzelballen nicht vollständig austrocknet, sollten Sie sparsam gießen – jedoch nur an frostfreien Tagen.

Ausführliche Informationen zum Überwintern von Lavendel im Beet und im Topf erhalten Sie hier. Sollten Sie auf der Suche nach winterharten Lavendelsorten sein, werden Sie in unserem Spezialartikel mit Sicherheit fündig.

Lavendel vermehren

Die Vermehrung von Lavendel ist über Samen, Stecklinge und Absenker möglich. Für den Hobbygarten ist die Stecklingsvermehrung sicherlich die zuverlässigste und schnellste Variante. So wird gewährleistet, dass die Sorteneigenschaften unverändert weitergegeben werden, denn durch Samen vermehrte Pflanzen weichen häufig stark vom Habitus der Mutterpflanze ab.

Ideale Zeitpunkte für die Vermehrung von Stecklingen sind das zeitige Frühjahr und der Spätsommer. Hier lassen sich sehr gut die frischen Abschnitte vom Schneiden verwenden. Besonders geeignet für die Stecklingsvermehrung sind etwa 10 cm lange, unverzweigte Triebspitzen ohne Blüten. Am unteren Drittel der Stecklinge werden alle Blätter vorsichtig entfernt, danach werden die Triebe in ein Gemisch aus Sand und Anzuchterde gepflanzt und feucht gehalten. Sobald die Triebe Wurzeln gebildet haben, können sie vereinzelt werden. In diesem Zustand halten die Pflänzchen jedoch dem Winter noch nicht stand, sodass sie bei einer Stecklingsvermehrung im Spätsommer frostfrei überwintert und erst im Frühjahr ausgepflanzt werden.

Lavendel Stecklinge Vermehrung

Am einfachsten ist die Vermehrung des Lavendels über Stecklinge [Foto: Katarzyna Mazurowska/ Shutterstock.com]

Wer es dennoch mit der Saat versuchen möchte, sollte unbedingt beachten, dass Lavendel ein Lichtkeimer ist. Die Samen sollten also nicht mit Erde bedeckt, sondern nur leicht auf der feuchten Anzuchterde angedrückt werden. Nach circa zwei Wochen an einem hellen, warmen Standort zeigen sich die ersten Keimlinge. Sobald die ersten Laubblätter erschienen sind, können die Keimlinge pikiert werden. Nach draußen dürfen die Jungpflanzen allerdings erst, wenn keine kalten Temperaturen mehr zu erwarten sind, also frühestens ab Ende Mai.

Weitere Informationen zur Vermehrung von Lavendel durch Stecklinge, Aussaat und Teilung finden Sie in unserem Spezialartikel.

Lavendel ernten, trocknen und lagern

Insbesondere die Blüten des Lavendels, doch auch die jungen Blatttriebe finden Verwendung in Küche, Haushalt und Kosmetik. Geerntet wird daher zur Blütezeit zwischen Juni und August, sobald sich die Blüten öffnen. Um Schimmelbildung beim Trocknen der Blüten zu vermeiden, sollte ein trockener Erntetag gewählt werden – dies verkürzt auch die Trockenzeit. Direkt nach der Ernte sollten die Blütenrispen locker auf einem Tuch ausgebreitet antrocknen dürfen. Zum Durchtrocknen können Sie sie entweder in Bündeln aufhängen oder auf dem Tuch belassen. Die getrockneten Lavendelblüten sollten dann an einem dunklen, trockenen und kühlen Ort gelagert werden.

Eine genaue Anleitung zum Trocknen von Lavendel finden Sie hier.

Lavendel: Inhaltsstoffe und Verwendung als Heilpflanze

Echter Lavendel wird sowohl in der Küche als auch in Kosmetik und Medizin eingesetzt. Er enthält viele Gerbstoffe sowie weitere sekundäre Pflanzenstoffe und bis zu 3 % ätherisches Öl, das ihm sein charakteristisches Aroma verleiht. Die Zusammensetzung des Lavendelöls ist äußerst komplex und umfasst nach aktuellem Stand über 150 verschiedene Verbindungen. Linalool und Linalylacetat erreichen dabei zusammen einen Anteil von bis zu 75 %. Doch auch andere Bestandteile – wie zum Beispiel Cineol, Borneol und Campher – sind entscheidend für den charakteristischen Duft.

Lavendelöl mit Lavendelblüten im Hintergrund

Selbst hergestelltes Lavendelöl kann vielseitig eingesetzt werden [Foto: Madeleine Steinbach/ Shutterstock.com]

Lavendel: Verwendung als Heilpflanze

Das ätherische Lavendelöl wird sowohl in der Kosmetik als auch in der Naturheilkunde eingesetzt und gilt als wirksam gegen Pilze und Bakterien. Zudem findet Lavendel gegen Hautunreinheiten, Verbrennungen und Entzündungen Anwendung. Eine besonders hohe Konzentration ist in den Blüten zu finden, aus denen das ätherische Öl durch Wasserdampfdestillation gewonnen wird. Obwohl das Destillieren von ätherischem Öl zu Hause durchaus möglich ist, können die frischen oder getrockneten Lavendelblüten auch in Öl eingelegt werden. Wichtig ist dabei, dass alle Pflanzenteile gut mit Öl bedeckt sind, damit sich kein Schimmel bildet. Nach 10 bis 14 Tagen ist das Lavendelöl dann fertig und kann zum Beispiel als Massageöl gegen Muskelverspannungen oder als entspannender Badezusatz verwendet werden. Auch Badesalz mit Lavendelblüten ist schnell und einfach hergestellt.

Lavendel: Verwendung in Küche und Haushalt

Genauso einfach funktioniert übrigens die Herstellung von leckerem Kräuteröl für die Küche. Aufgrund seines intensiven Aromas wird Lavendel allerdings in der Küche nur sparsam oder in Kombination mit anderen Kräutern und Gewürzen verwendet. Doch gerade mediterranen Gerichten verleiht Lavendel nicht selten den letzten Kick und ist beispielsweise häufig auch in der Mischung „Kräuter der Provence“ enthalten. Besonders gut passt er zu Lamm, Geflügel, Feta- und Ziegenkäse, gegrilltem Gemüse oder Salaten. Doch trotz seiner unbegrenzten Einsatzmöglichkeiten in der Küche kommt immer wieder die Frage auf, ob Lavendel denn nicht giftig für Mensch und Haustier ist.

In unserem Spezialartikel gehen wir dem Mythos vom giftigen Lavendel nach.

Da sich Lavendel ausgezeichnet trocknen lässt und dabei seine intensive violette Farbe behält, eignen sich die getrockneten Blütenähren sehr gut zur Dekoration. Und selbstverständlich kann man Duftkissen auch mit Lavendelblüten aus dem eigenen Garten füllen.

Lavendel gegen Mücken und Motten

Während Menschen den Lavendelduft meist als angenehm und beruhigend empfinden, wirkt der Geruch auf viele Insekten eher abstoßend. Als Mückenabwehr leistet zum Beispiel selbst angesetztes Lavendelöl sehr gute Dienste. Tragen Sie hierfür das Öl auf alle unbekleideten Körperstellen auf. Eine andere Möglichkeit ist zum Beispiel das Besprühen der Kleidung mit Lavendelhydrolat, einem Nebenprodukt aus der Herstellung von ätherischem Lavendelöl.

Getrockneter Lavendel in Lavendelsäckchen

Beliebt sind Duftsäckchen, die mit getrockneten Lavendelblüten gefüllt werden und Motten fernhalten sollen [Foto: Chamille White/ Shutterstock.com]

Zur Abwehr von Kleidermotten können Sie ganz einfach ein zart duftendes Bügelwasser aus destilliertem Wasser und einigen Tropfen ätherischem Lavendelöl herstellen. Füllen Sie das Gemisch am besten in eine leere Sprühflasche und befeuchten Sie die Wäsche vor dem Bügeln damit. Eine weitere Möglichkeit bietet das Nähen eines Duftsäckchens für den Kleiderschrank. Gefüllt mit getrockneten Lavendelblüten und zwischen die saubere Wäsche gelegt hält es lästige Motten fern. Hin und wieder sollten Sie den Inhalt des Säckchens allerdings austauschen, da der Duft mit der Zeit verloren geht.

Lavendel: Krankheiten und Schädlinge

Der Echte Lavendel ist eine anspruchslose Pflanze und aufgrund seines hohen Anteils an ätherischen Ölen wird er von den meisten Fraßfeinden gemieden. Wirklich gefährlich werden kann dem Lavendel allerdings vor allem Staunässe, die zu Wurzelfäule führen kann. Doch durch eine Drainageschicht, einen durchlässigen Boden und nur mäßiges Gießen kann dieser gut vorgebeugt werden. Zu viel Nässe macht die Pflanzen allerdings auch anfällig für Pilzkrankheiten, die sich meist durch braune oder schwarze Flecken auf den Blättern zeigen. Befallene Pflanzenteile sollten Sie umgehend entfernen, um eine weitere Ausbreitung der Infektion zu verhindern.

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