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Lorbeer: Der wärmeliebende Gewürzstrauch im Portrait

Lorbeerblätter verleihen vielen Gerichten eine tolle Würze. Wir zeigen, was es im Anbau zu beachten gilt, um das würzige Laub auch zu Hause zu ernten.

Getrocknete Lorbeerblätter
Lorbeerblätter verleihen Ihren Gerichten eine tolle Würze [Foto: gowithstock/ Shutterstock.com]

Der echte Lorbeer (Laurus nobilis) stammt ursprünglich aus Vorderasien. Laurus ist die Gattung der Lorbeeren, die zur Familie der Lorbeergewächse gehört (Lauraceae). Weltweit ist Deutschland für die vermeintliche Nationalspeise, dem Sauerkraut, bekannt. Bei der Zubereitung gehören neben Nelken und Wacholderbeeren natürlich Lorbeerblätter dazu, um es auch wirklich zu dem zu machen, was deftiges Sauerkraut für uns bedeutet. In anderen Regionen wird der Edellorbeer im Volksmunde auch als Daphne bezeichnet. So verwandelte sich einer Mythe nach die Nymphe Daphne nämlich in einen Lorbeerstrauch, um dem unsterblich verliebten Apollon zu entkommen. Im alten Rom war die Lorbeerpflanze somit heilig und ein gebundener Lorbeerkranz wurde im Imperium zum Ausdruck von Macht und hohem Ansehen als Kopfschmuck getragen.

Lorbeer: Im eigenen Garten anbauen

Aufgrund der exzellenten Eignung der Lorbeerblätter zum Kochen, ist der Anbau im eigenen Garten erstrebenswert. Doch das ist nicht ohne weiteres möglich. Wir zeigen Ihnen, was es zu beachten gilt, wenn der echte Lorbeer einen Platz im eigenen Garten einnehmen soll.

Der perfekte Standort für Lorbeer

Der aus dem vorderen Asien stammende echte Lorbeer mag es sonnig. Doch jetzt sollten Sie nicht direkt loslegen und ein Loch im Beet buddeln. Neben Sonne legt der Immergrüne nämlich noch vielmehr Wert auf Wärme. So sind bei einem Anbau im Beet in den meisten Regionen Deutschlands die Überlebenschancen dieses Lorbeergewächses schon bei leichtem Frost äußerst gering. Sie sollten sich lieber präventiv für einen Anbau im Topf entscheiden. Hierfür sollte ein gut drainierendes Substrat mit einem gewissen Sandanteil gewählt werden. Es darf ruhig einen hohen Nährstoffanteil besitzen und sollte zudem eine gute Wasserhaltekraft aufweisen. Es bietet sich ein humoses Substrat auf Torfbasis und einem Sandanteil an.

Lorbeer vermehren

Den echten Lorbeer kann man sowohl durch Aussaat als auch über Stecklinge vermehren. Dazu werden die frischen Früchte für zwei Tage in Wasser vorbehandelt. Danach kann man sie am besten in ganz normalen Sand auslegen und in Samenstärke abdecken. Der Lorbeersamen sollte jedoch nur frisch ausgesät werden, da der Abbau seiner Keimfähigkeit sehr rasant von statten geht. Um Saatgut selbst gewinnen zu können, muss eine weibliche Pflanze vorhanden sein. Lorbeerpflanzen bilden entweder nur weibliche oder ausschließlich männliche Blüten auf einer Pflanze aus (zweihäusig). Die Vermehrung über Stecklinge wir im August oder September vorgenommen. Einfach bis 20 cm lange Triebe abschneiden, die noch jung und nicht verholzt sind und in ein durchlässiges Substrat stecken. Natürlich muss auch bei der Stecklingsvermehrung des Gewürzlorbeers für eine hohe Luftfeuchtigkeit gesorgt werden.

Lorbeer gießen und düngen

Der Lorbeer mag es weder zu nass noch zu trocken. Vor allem im Sommer muss jedoch häufig gegossen werden. Um den Wasserbedarf des immergrünen Strauches etwas zu reduzieren, sollte der Kübel an einem windgeschützten Ort platziert werden. Ebenso bietet es sich an, die Lorbeerpflanze eher zweimal wöchentlich, dann aber kräftig zu gießen, anstatt täglich Gießwasser zu verabreichen. Darüber freut sich auch das ständige Feuchte scheuende, sehr feine Wurzelwerk des Lorbeers. Doch die Wurzeln scheuen nicht nur Staunässe – sie sind auch sehr salzempfindlich. Deshalb sollte grundsätzlich salzarmes Regenwasser zum Gießen verwendet werden.
Zusätzlich düngen muss man den echten Lorbeer sowohl im Topf als auch im Beet nicht zwingend. Oftmals reicht es aus, ein gut aufgedüngtes Substrat auszuwählen und regelmäßig alle zwei Jahre umzutopfen. Es sollte natürlich ein größerer Kübel verwendet werden, um den Wurzelballen auch mit etwas neuer Erde umschließen zu können. Wenn sie den Wurzelballen mit einer Hake etwas aufreißen, regt dies das feine Wurzelwerk zur Verzweigung an.

Mehr zum Gießen und Düngen von Lorbeer erfahren Sie hier.

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Lorbeer pflegen

Der wärmeliebende Lorbeer fühlt sich in unseren Breiten nicht wirklich heimisch. Außer in milden Regionen wie am Bodensee oder Niederrhein übersteht er die Winter bei uns nicht unbeschadet. Kultivieren Sie das würzige Lorbeergewächs deshalb lieber im Kübel und stellen ihn im Winter an einen frostfreien, aber hellen Ort. Doch Vorsicht: Das Gießen darf auch in der kalten Jahreszeit nicht vollständig eingestellt werden, sonst kehrt der Lorbeer mit vielen braunen und gelben Blättern aus dem Winterschlaf zurück.
Um den Strauch in Form zu halten, sollte regelmäßig ein Schnitt vorgenommen werden. Sie sollten sich in jedem Fall die Mühe machen und von Hand schneiden. Beim Schnitt mit einer Heckenschere werden viele Blätter häufig zerfetzt und bieten so gefährliche Eintrittsstellen für Schaderreger. Geschnitten werden sollte im März. Dabei kann sogar nach Belieben ein Formgehölz aus dem echten Lorbeer geschaffen werden und somit zum zierenden Element im Garten umfunktioniert werden. Kehrt der Lorbeer vertrocknet und radikal entblättert aus dem Winter zurück, so kann ein radikaler Rückschnitt für einen zweiten Lebensfrühling und frischen Auswuchs neuer Triebe sorgen.
Beim Lorbeer sollten Sie auf den Befall mit Schildläusen achten. Werden die Schädlinge frühgenug erkannt, können sie einfach abgesammelt werden. Werden es jedoch ohne Eingriff mit der Zeit zu viele, ist der Einsatz eines Pflanzenschutzmittels bald nicht mehr zu vermeiden, um die Pflanze zu erhalten. Je nach Mittel sollten die Blätter dann natürlich zunächst nicht mehr zum Würzen verwendet werden.

Noch mehr Informationen zur Pflege von Lorbeer finden Sie in unserem Spezial-Artikel.

Lorbeersorten und ähnliche Arten

Auf dem mitteleuropäischen Markt ist nicht wirklich eine große Sortenvielfalt für Laurus nobilis anzutreffen. Weiß man jedoch genau wonach man sucht, so kann man wenigstens im spezialisierten Onlinehandel die Raritäten ergattern. Wir stellen Ihnen die Sorten und deren Eigenarten vor:

  • Aurea: goldgelbes Laub; besonders empfindlich gegen kalten Wind.
  • Angustifolia: schmaleres Laub; frostempfindlich; langsam wachsend.
  • Saratoga: klassisches Laub und gewöhnlicher Wuchs; relativ geringer Wasserbedarf; gut für magere Böden.

Ähnliche Arten: Nicht nur Laurus nobilis hat würzendes Laub

Neben dem echten Lorbeer gibt es noch einige weitere Arten, die aufgrund ihrer würzigen Belaubung beliebt im Anbau sind. Nur zum Teil gehören sie auch der Familie der Lorbeergewächse (Lauraceae) an. Im Geschmacksaroma zeigen sie zumeist große Unterschiede zum echten Lorbeer.

  • Indischer Lorbeer (Cinnamomum tamala): wächst im Himalaya; Blätter verleihen eine zimtige Note.
  • Indonesischer Lorbeer (Pimenta californica): beliebt in der Südostasiatischen Küche; ähnlich wie der hier verwendete echte Lorbeer.
  • Westindischer Lorbeer (Pimenta racemosa): aus geernteten Blättern wird Öl gewonnen; Note erinnert an den Duft von Nelken; Öl soll antiseptisch wirken.

Die Trivialnamen haben immer einen Bezug zu einer bestimmten Region, da sie auch meist nur hier bekannt sind und als Kraut verwendet werden.

Nach dem erfolgreichen Anbau darf geerntet werden. Wie man Lorbeer erntet und lagert erfahren Sie in diesem Artikel.

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